Linke Sammlungsbewegung - Aufgestanden aus Routinen

Heute startet Sahra Wagenknechts linke Sammlungsbewegung „Aufstehen“ und viele fragen sich, ob diese bislang noch theoretische Idee scheitern oder erfolgreich sein wird. Die wichtigsten Pro- und Contra-Argumente zweier Parteienforscher

Sahra Wagenknecht linke Sammlungsbewegung Aufstehen
Sahra Wagenknecht agiert jenseits der Parteien / picture alliance

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Jöran Klatt ist Redakteur bei INDES. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft und Mitarbeiter am Göttinger Institut für Demokratieforschung. Er promoviert an der Universität Hildesheim. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören politische Kulturforschung sowie Sprach- und Kommunikationswissenschaften.

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Alexander Deycke ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Göttinger Institut für Demokratieforschung. Er forscht unter anderem zur Geschichte der deutschen Parteien, der deutschen Sozialdemokratie und dem politischen System Frankreichs.

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Nun startet sie, die linke Sammlungsbewegung namens „Aufstehen“. Die Skepsis ist groß, vor allem innerhalb des linken Lagers selbst, welches das Projekt initiiert von Sarah Wagenknecht, Oskar Lafontaine und der Theatermacher Bernd Stegemann ja eigentlich wieder einen möchte. Wie „Aufstehen“ konkret aussehen wird, wie die Bewegung konkret handeln und wirken will, wer sich beteiligt und was genau die Ziele sind, ist in vielerlei Hinsicht noch unklar. Trotzdem zeichnet sich ab, dass die Bewegung einerseits vor großen Herausforderungen steht, anderseits aber auch durchaus Chancen hat.

Linke Sammlungs- und Erneuerungsbewegungen haben in unterschiedlichster Form in anderen Ländern gezeigt, dass sie festgefahrene Parteistrukturen und politische Eliten herausfordern können. In England hat über Momentum der Tribun Jeremy Corbyn die Labor-Party erobert, in Frankreich gelang es Jean-Luc Mélanchon mit La France insoumise fast in die Stichwahl um das Präsidentenamt zu kommen, aus den Sozialprotesten gegen u.a. die hohe Arbeitslosigkeit in Spanien in den Jahren 2011 und 2012 entstand die Bewegung 15. Mai, aus der die linksalternative Partei Podemos hervorging, die aktuell als drittstärkste Kraft im spanischen Parlament sitzt. In den Vorwahlen um die Präsidentschaftskandidatur 2016 gelang es dem „Sozialisten“ Bernie Sanders zumindest enormen Druck auf die Honoratiorenkandidatin Hillary Clinton aufzubauen. Die Energien, die in diesen Ländern freigesetzt wurden, zeigen einen Bedarf und dass linke Politik, unabhängig davon ob man für oder gegen sie ist, eine Alternative zum neoliberalen Mainstream und rechten Populismus darstellen kann.

Auch in Deutschland liegt Potenzial

So unterschiedlich in den jeweiligen Ländern auch die Formationen und Grundlagen des Erfolgs sind, ähnliche Potenziale hätte auch eine linke Sammlungsbewegung hierzulande. 2009 zeigte die damals neu entstandene Linkspartei, dass sich Unmut links kanalisieren lässt. Der Linkspartei gelang es, sich stabil zu etablieren, sie regiert in Kommunen und Ländern mit. Damit hat sie an Anschlussfähigkeit gewonnen, aber auch zum Teil ihren Nimbus als Protestpartei eingebüßt. Ferner wurde ein größeres Projekt Rot-Rot-Grün bisher auf Bundesebene nicht realisiert. Als gemeinsames Sprachrohr über die Parteigrenzen hinweg könnte „Aufstehen“ wieder in die Parteien zurückwirken und solche Regierungsprojekte vorbereiten.

Die Sammlungsbewegung will zumindest vorerst nicht in Konkurrenz zu den Parteien des linken Spektrums treten. Aber zumindest die genannten Vorbilder hatten alle direkt Mandate und Parteien im Visier. Auch für „Aufstehen“ wird die Frage nach dem Verhältnis zu Parteien daher schnell kommen. Vor allem ist zu klären, in welcher Form man in diese hineinwirken will. Dabei werden die Mechanismen der Parteipolitik eine große Herausforderung darstellen, denn es wird zu Widerständen und Abwehrhaltungen kommen.

Sich Bewegung zu nennen, heißt nicht eine zu werden

Ob die vielzitierten Vorbilder Frankreich und England hierbei tatsächlich zur Orientierung dienen können ist fragwürdig. Denn die Unterschiede sind zum Teil erheblich. Jean-Luc Mélenchons Bündnis ist vor allem eines gegen die dortige sozialdemokratische Partei gewesen. Teile von ihr schlossen sich zwar seinem links-nationalistischen Programm an, aber eben auch in großer Zahl Emmanuel Macrons La République en Marche. Und auch Jeremy Corbyn hat mit seiner Kampagne keine integrative Leistung vollbracht und nicht gesammelt, sondern ein Lager einer bereits gespaltenen Partei zum Sieg in diesem Konflikt geführt.

Schwierig wird es auch, den Charakter einer Bottom-Up-Bewegung glaubhaft zu verkörpern, denn noch wirkt die Bewegung sehr von oben her geplant. Die notwendige Suchbewegung nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner des linken Lagers bedarf einer gewissen Offenheit, die schnell durch zu viele programmatische Vorgaben erschwert oder gar verhindert werden kann. Ebenso wird Aufstehen noch sehr stark mit den Personalien Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine verbunden. Bis jetzt halten sich die beiden geschickten Parteiprofis auch daher noch medial zurück. In Fragen von möglichen Koalitionen mit der Sozialdemokratie war es auch nicht selten Wagenknecht, die als besonders harsche Kritikerin gerade dieser aufgetreten war. In der SPD könnte „Aufstehen“ daher als Versuch der Beeinflussung von außen wahrgenommen werden und daher auf besonders viel Ablehnung stoßen. Der kulturelle Graben zwischen Sozialdemokratie und Linken ist nach wie vor tief.

Auch ist im deutschen politischen System für eine Bewegung, anders als im Falle der Parteien kein verfassungsmäßiger Platz vorgesehen. Die Parteien sollen der zentrale Ort der politischen Willensbildung sein und werden daher von der Allgemeinheit stark unterstützt. Das muss nicht heißen, dass es keine zivilgesellschaftliche Organisation geben könne, aber die Hürden für bspw. finanzielle Unterstützung oder eine Anerkennung als gemeinnütziger Verein, sind hoch. „Aufstehen“ will entschieden neue Strukturen schaffen und wird dabei in Konflikt mit den alten geraten.

„Aufstehen“ könnte die Demokratie beleben

So positiv es auch erscheinen mag, dass die gegenwärtige politische Kultur vor allem auf Konsens und Mitte ausgerichtet ist – in den vergangenen Jahren ist dies zum Problem geworden. Zwar ist die gesellschaftliche Zustimmung zu bestimmten linken Kernforderungen, vor allem der Wunsch nach mehr Verteilungsungerechtigkeit nach wie vor groß. Doch in Regierungen haben sich auch linke Parteien dann oft letztendlich eher als Verwalter denn Gestalter gezeigt.

Vor allem Kanzlerin Angela Merkel wird als Personalisierung eines technokratischen Politikstils wahrgenommen, den in drei von vier ihrer Regierungen die SPD in großen Koalitionen mittrug. Die Alternative Jamaika scheiterte zuletzt an der strategisch zwar nachvollziehbaren aber fatalen Entscheidung der FDP für die bequemere Opposition. Die Sozialdemokratie opferte sich erneut für die Vernunftehe auf und zahlte dafür den hohen Preis wohl endgültig nicht mehr als eigenständige wirksame Alternative wahrgenommen zu werden. Innerhalb der SPD hat sich auch daher eine innerparteiliche Opposition in Form der NoGroKo-Kampagne gebildet. Diejenigen die sich hier engagiert haben sind eine klare Zielgruppe von „Aufstehen“.

„Aufstehen“ wird daher besonders von denjenigen angegangen, die in der SPD für die Entscheidung zur großen Koalition stehen: Beispielsweise bezeichnete der Vizevorsitzende Ralf Stegner das Projekt als eines „notorischer Separatisten“. Indes könnten solche Anfeindungen der Bewegung vermutlich sogar eher helfen als ihr schaden. Denn auch Jeremy Corbyn wurde zunächst vor allem von der Nomenklatura der Labour-Party selbst angegangen. Und als Corbyn die englische Labor geradezu kaperte, leitete er damit nicht nur Neuausrichtung und Revitalisierung ein, sondern beendete eben auch so manche Parteikarriere. Parteikarrieristen wie bspw. Nils Schmid stehen daher naheliegenderweise ernsthaften Erneuerungsprozessen wie sie Momentum oder #Aufstehen anstrebt von Natur aus skeptisch gegenüber.

Gesellschaftliche Stimmung eher rechts

„Aufstehen“ hat auch das Ziel, die linken Mehrheiten, die es in den vergangenen Jahren durchaus gab wiederherzustellen und zu nutzen. Zuletzt gab es im Bundestag von 2013-2017 eine Mehrheit aus SPD, Linkspartei und Grünen und gleichzeitig gab und gibt es eine breite gesellschaftliche Rückendeckung für viele gemäßigt-linke Kernforderungen. Doch möglicherweise ist das Zeitalter linker Hegemonie vorüber. Weltweit hat der Rechtspopulismus Aufwind und in Deutschland reagieren die politischen Parteien auf die Siegeszüge der AfD uneinheitlich und oft eher im Affekt als aus einer wirklichen Strategie heraus.

Erklärtes Ziel von „Aufstehen“ ist es, solche Wähler, die in den vergangenen Jahren zum Teil auch aus dem linken Lager zur AfD abgewandert sind (insbesondere die Sozialdemokratie und die Linke betrifft das) zurückzugewinnen. Jedoch stellt sich die Frage, ob dies überhaupt noch möglich ist und der Kairos breiter linker Bündnisse aktuell versiegt ist. Denn nicht nur die parlamentarische Mehrheit von Rot-Rot-Grün ist nicht mehr da, sondern allgemein scheint sich die gesamtgesellschaftliche Stimmung nach rechts zu verschieben. Die Gefahr besteht, dass ein Zugehen auf die traditionellen und konservativen Wähler und Wählerinnen dazu führt, dass die Grenzen des Sagbaren noch weiter nach rechts verschoben werden, ohne dass Alternativen von links geschaffen werden.

Gefahr der Spaltung

Indes konnte vor allem in Ostdeutschland die Linkspartei eine ganze Zeit lang mitunter auch nicht-progressiv eingestellte Milieus an sich binden, da sie hier zum Teil weniger als modernisierende Kraft, sondern auch als Protest und Kümmerer-Partei zugleich aufgetreten ist. Inzwischen wird sie aber gerade im Osten, wie etwa das Beispiel Thüringen zeigt, auch zum Teil als Repräsentant herrschender Verhältnisse wahrgenommen. So wird etwa auf AfD-Kundegebungen besonders intensiv gegen Bodo Ramelow agitiert. Die sächsische Landtagswahl 2019 könnte somit auch ein erster Lackmustest für „Aufstehen“ werden, denn bereits dort könnte sich abzeichnen ob die linken Parteien, von der Bewegung unterstützt und herausgefordert zugleich, das Vertrauen der Enttäuschten wiedergewinnen können – ob diese es zu recht oder unrecht sind sei einmal dahingestellt. Möglicherweise ist der Protestnimbus inzwischen derartig mit der rechten Gegenkultur sächsischer Couleur assoziiert, dass es für eine linke Protestformation kaum noch Spielraum gibt. Zumindest wird es wohl von Seiten der drei Parteien, die „Aufstehen“ ansprechen will, gar nicht oder zumindest nur mit großer Mühe möglich von den Rechtspopulisten vereinnahmte Menschen wieder zurückzugewinnen.

Auch besteht eine reale Gefahr darin, dass zwischen den zwei diametral gegenüberstehenden möglichen Strategien gegen den Rechtspopulismus, also entweder Angebote zu schaffen oder Abgrenzung zu betreiben, keine Synthese gefunden werden kann. Der Soziologe Andreas Reckwitz argumentiert, dass es eine tiefe Spaltung der Gesellschaft gibt, die nicht mehr die zwischen links und rechts ist, sondern zwischen den zum multikulturellen Internationalismus tendierenden Hyperkulturalisten und den konservativ und kommunitaristisch eingestellten Kulturessentialisten besteht. Diese Trennung will „Aufstehen“ in einer linken Sammlungsbewegung überwinden und progressive und traditionelle sowie moderne und konservative wieder miteinander ins Gespräch zu bringen. Nur wenn sich keine der Seiten gänzlich durchsetzt und dabei eine Gesprächskultur entsteht, in der es gelingt beide Seiten anzusprechen, wird „Aufstehen“ eine wirkliche Sammlungs- und keine Spaltungsbewegung sein.

Yvonne Walden | Di, 4. September 2018 - 09:43

Als prominentes Mitglied der "Kommunistischen Plattform" innerhalb der Partei DIE LINKE war Sahra Wagenknecht eher eine persona non grata.
Heute ist sie gerne gesehene Diskussionsteilnehmerin und geschätzte Oppositionspolitikerin.
Sahra Wagenknecht ist ein politisches Naturtalent, ohne Zweifel.
Ob sie sich jedoch mit dieser neuen Bewegung innerhalb der Linken überhebt, ist noch nicht ausgestanden.
Die Idee, die politisch-demokratisch-sozialistischen Kräfte zu bündeln, ist zweifellos sehr gut. Ob daraus später eine politische Kraft wird, ist ebenfalls noch ungewiß, aber wünschenswert.

zu glauben, dass Frau Wagenknecht mit ihrer Bewegung im Osten einen großen Zulauf bekommt. Wenn die Bewegung aus einen Sammelsurium, von frustrierten Linken, frustrierten Grünen und SPDlern besteht, ist das keine Alternative für unser Land. Niemand ist in der Lage seine Sozialisierung, die über Jahre gelaufen ist, neu zu Denken oder gar neu zu Handeln. Das habe ich vor paar Jahren in einer Kultureinrichtung selbst erlebt, wie eine SED Vergangenheit die Menschen geprägt hat. Das fand ich so abstoßend, dass ich nach drei Monaten das Weite gesucht habe, obwohl ich dort meine Rente aufbessern wollte. Einmal knallrot, immer knallrot, diese Erkenntnis habe ich mitgenommen und das schlimme daran war für mich, Die hatten die Renten von der ich trotz Zusatzverdienst nicht mal geträumt habe und das hat diese Bagage nicht davon abgehalten, das neue System abgrundtief zu hassen!

Dr. Roland Mock | Di, 4. September 2018 - 10:04

In dem Artikel dieser beiden
„ Parteienforscher“ gibt es nur einen einzigen Satz, der von einiger Hellsicht geprägt ist: Daß das „ Momentum linker Politik vorbei sein könnte“. Ansonsten strotzt der Artikel von linken Stereotypen: „ Alternative zum neoliberalen Mainstream“. Was denn nun, ich denke, der Mainstream ist links ? „Rechter Populismus“, „rechte Gegenkultur sächsischer Prägung“ usw. usw. Und wer immer noch nicht weiß, wo die beiden „Parteienforscher“ sich ideologisch verirren, möge lesen, daß die „ Gefahr“ besteht, gegen diesen „ Rechtsruck ... keine Synthese zu finden“. Gefahr? Vielleicht sehen viele Menschen in der Abkehr von linken Irrungen, welche sich katastrophal auf das Wohl dieses Landes ausgewirkt haben, ja eine Chance? Warum, lieber geschätzter von mir abonnierter „ Cicero“, der du doch kluge Autoren wie Alexander Grau und Christian Schwennicke hast, gibst du solch intellektuell aufgemotztem Blabla eine Plattform?

Ich meinte nicht, daß die beiden Forscher sich selbst links
„ verirren“, sondern v e r o r t e n. Sorry.

Frank Box | Di, 4. September 2018 - 10:10

Das Dilemma der deutschen Linkspartei ist, dass sie aus zwei Flügeln besteht, die eigentlich nicht zusammenpassen: Im Osten nach marxistisch/leninistischem Vorbild NATIONAL-LINKS, und (wie zu DDR-Zeiten) für eine eigene deutsche Nation mit kontrollierten Grenzen. Im Westen herrschen dagegen Alt68er (wie Riexinger), die maoistisch-kulturrevolutionär/anarchistische Ansichten haben. Diesen TRANSNATIONAL-LINKEN gilt die eigene Kultur als minderwertig, die eigene Nation wird verachtet, staatlichen Ordnungskräfte (wie die Polizei) werden infragegestellt und bekämpft (Antifa). In der Vergangenheit gelang es einer geschickten Parteiführung diese beiden auseinanderstrebenden Pole lange Zeit zusammenzuhalten. Bis vor ein paar Jahren das maoistische Duo Kipping/Riexinger die Parteiführung übernahm. Die beiden agieren dermaßen ungeschickt, dass die bisher verdeckten Bruchkanten der verschiedenen Parteiflügel nun plötzlich offen zutagetreten.

ich zitiere "marxistisch/leninistischem Vorbild" mit der Behauptung "Vorbild NATIONAL-LINKS" (Zitat) und verkneife mir den Rest.
Da muss man wirklich mal drauf kommen.
Ich empfehle also, die Literatur der von Ihnen zitierten marxisitsch/leninistischen Bewegung mal in vereinfachter Form zu lesen oder sich mal von einem total kapitalistisch eingestellten Banker erklären zu lassen.
Vielleicht hilft es Ihnen.
Ich werde keine Antwort auf den Gedanken der Gründe für die Globalisierung und warum der Banker ausgerechnet dem MArx folgt, zu fragen.

Frank Box | Di, 4. September 2018 - 17:23

In reply to by Günter Fischer

Wie ihr Vorbild Stalin ist Wagenknecht NATIONAL-LINKS:
Sie möchte den SOZIALISMUS verwirklichen, aber in erster Linie für die einheimische Bevölkerung. Armutsmigranten aus aller Welt sieht sie (richtigerweise) als Konkurrenz, die ihr sozialistisches Paradies bedrohen.

Völlig anders ist das bei Grünen und West-Linkspartei:
Als TRANSNATIONAL-LINKE halten sie Nationalstaaten für überholt und Grenzen für überflüssig. Jeder Mensch auf der Welt sollte sich den Ort aussuchen dürfen, an dem er leben möchte.

Die AfD ist gespalten:
Im Osten, wo die Sozialpolitik einen höheren Stellenwert genießt, eher NATIONAL-LINKS, im Westen eher NATIONAL-RECHTS.

in all diesem Dilemma gibt es dann noch die ,welche die unselige Nationalsozialistische Arbeiterpartei als linke Partei verorten.Immerhin hatte sie die Komponente NATIONAL und SOZALISTISCH.

Frank Box | Di, 4. September 2018 - 10:14

Da man von ihnen auch immer nur dieselben Phrasen hört, vermute ich intellektuelle Gründe für ihr gemeinschaftliches Versagen: Wie sollen sie einen Riss kitten, wenn sie die Gründe dafür nicht verstehen (können); wenn sie ihn denn überhaupt als solchen wahrnehmen? Vielleicht sehen sie in ihrer Einfalt auch nur die Person "Wagenknecht" als innerparteiliche Konkurrentin, die es mit immer schärferen Worten zu bekämpfen gilt: „Sahra muss gegangen werden und daran arbeiten wir“ (Riexinger). - Durch Wagenknechts "Bewegung" kann die Sache nun soweit eskalieren, dass es bei der Linkspartei zur Spaltung kommt. Dann ist der Untergang der schwachen West-Linken besiegelt. Im Osten wird die "Liste Sahra" von der ebenfalls NATIONAL-LINKEN Ost-AfD soviele Wähler zurückgewinnen, dass sie bei den nächsten Wahlen in den Bundestag einziehen kann. Im Westen werden von dieser Spaltung die ebenfalls TRANSNATIONAL-LINKEN Grünen profitieren, und viele der nun heimatlos gewordenen Linkspartei-Wähler aufsaugen.

Wenn die Linken als Partei nochmal was reissen wollten, müßten sie sich von ideologisch verblendeten und unfrohen Moralaposteln wie Kipping, Bär und Riexinger befreien, genau wie die SPD von Stegner und Nahles, oder die Grünen von Göhring Eckardt, Bär und Hofer, die CDU von Merkel und Kauder. Diese unattraktiven Aushängeschilder schrecken viele Bürger ab. Personelle Neuanfänge sollten inhaltliche Korrekturen begleiten.

gehts auch abwärts. Da wählen noch viele Altkader die Partei und im Augenblick vielleicht noch wegen Wagenknecht und Lafo. Wer soll denn da nachkommen? Die jüngeren sind eher auf der Open Borders Schiene sozialisiert. Gerade durch diese Politik haben sie sich im Prinzip ihre Basis im Osten zerstört , in Brandenburg , seit der Wende rot durch SPD und Linke geht es auch rasend abwärts. Die CDU wittert dort sogar schon Morgenluft

Frank Box | Di, 4. September 2018 - 17:55

In reply to by Bernd Lehmann

Es wird im Rahmen des Generationswechsels noch ein paar Jahre dauern, bis die nach der Wende im linksgrünen Bildungssystem gehirngewaschenen jungen "open boarder"-Linken im Osten die Macht vollständig übernommen haben. Diese TRANSNATIONALEN Ost-Linken werden dann aber genauso bedeutungslos sein, wie die TRANSNATIONAL-Linken im Westen.

Reinhold Schramm | Di, 4. September 2018 - 11:20

Im Metropolen-Kapitalismus kann es keine auswärtige Einwanderung in die nationalen Sozialsysteme geben!

Im Kapitalismus gibt es keine grenzenlose soziale Freizügigkeit für Menschen aller Länder und Regionen, in die nationalen sozialen Sicherungssysteme, wenn sie nicht über entsprechend benötigte Qualifikation und eigenes erarbeitetes [oder geraubtes] Vermögen verfügen.

Das Kapital ist vorrangig am Profit interessiert. Dazu gehören offene Grenzen für den Warenverkehr, vor allem aus den entwickelten staatsmonopolistischen Wirtschaftsmetropolen, für deren internationalen imperialistischen Waren-, Handels-, Rohstoff- und Rüstungs-Weltmärkte. Zugleich aber nicht für die in sozioökonomischer Unterentwicklung gehaltenen Schwellen- und Entwicklungsländer. Hier gibt es keinen gleichberechtigten Zugang, vor allem nicht für die Rohstofflieferanten der Armutsregionen. {…} Forts. Teil II.

Reinhold Schramm | Di, 4. September 2018 - 11:22

{…} Eine Ausnahme bilden hier die Vasallenstaaten und analogen Gesellschaftssysteme der gebeugten und korrupten Eliten, Familienclans und Oligarchen.

Weltweite soziale Freizügigkeit und Einwanderung in die regionalen sozialen Sicherungssysteme kann es erst nach dem Ende des Kapitalismus und mit dem Aufbau internationaler ausgleichender sozio-ökonomischer und sozio-ökologischer Sicherungssystem geben. Das setzt sowohl in den heutigen Weltwirtschaftsmetropolen, als auch in den heutigen Schwellen- und Entwicklungsländern, eine neue und sozialistische Gesellschaftsformation voraus. –

Dafür muss man den Kapitalismus beseitigen! Dafür bedarf es demokratisches Gemeineigentum an den gesellschaftlichen Produktionsmitteln, weltweit.

PS: Alles andere zerstört die bereits entwickelten Sozialsysteme in den sozioökonomisch entwickelten kapitalistischen Wirtschaftsmetropolen! - Forts. Teil III.

Reinhold Schramm | Di, 4. September 2018 - 11:25

Bürgerliche Humanisten und Sozialisten geht es nicht um die Zerstörung der Sozialsysteme im Kapitalismus, sondern um die Beseitigung der Gesellschaftsformation der Ausbeutung und (privaten) Aneignung der Ergebnisse der Wertschöpfung durch die Kapitalisten, weltweit. Um die Weiterentwicklung sozialer und ökologischer Systeme, auf der Grundlage des demokratischen Gemeineigentums an Produktionsmittel und der sozialen und politischen Gleichheit aller Menschen, unabhängig von deren Herkunft, Geschlecht und Hautfarbe.

Lasst uns den Kapitalismus beseitigen und in Folge die ''grenzenlose Freizügigkeit für alle Sozialsysteme'' einer neuen humanistischen und sozialistischen Gesellschaftsformation aufbauen!

wenn man " demokratisches Gemeineigentum an den Produktionsmitteln " hat, erwirtschaftet dann dieses "demokratische Gemeineigentum" überall Überschüsse die man verteilen kann ? Gleich große Überschüsse ? Das glauben Sie nicht wirklich ? Oder ?Oder ? Und die "Gemeineigentümer" mit den großen Überschüssen, also diejenigen die ordentlich was zu verteilen haben....teilen freiwillig mit den anderen ? Sie persönlich können auch jederzeit kräftig mit allen Benachteiligten teilen....ohne Obergrenze...

Frank Box | Di, 4. September 2018 - 17:36

In reply to by wolfgang spremberg

sind die sozialistischen Staaten im letzten Jahrhundert nur daran gescheitert, dass es noch andere Staaten gab, die nicht sozialistisch waren. Denn erst wenn in wirklich ALLEN Ländern die Weltrevolution stattgefunden hat, und der Kapitalismus überall vernichtet ist, kann der Kommunismus erfolgreich verwirklicht werden. - Anders ausgedrückt: Schuld für das Scheitern des eigenen Gesellschaftssystems, sind nicht etwa dessen Schwächen, sondern IMMER die anderen!

hab im real existierenden Sozialismus gelebt, so dolle war das auch nicht. Die Illusion des gemeinschaftlichen Besitzes und alle machen mit zum Wohle aller, scheitert immer an der Gier einzelner und an krimineller Energie. Es ist einfach eine Utopie.
Noch was persönliches, es gibt wirklich gute Medikamente gegen solche Wahnvorstellungen. Auch auf Rezept !

Claudie cotet | Mi, 5. September 2018 - 00:52

In reply to by Heinz Meier

links und aufstehen
das weckt bei mir nur erinnerungen an die antifa- party in Hamburg.
in einem commentar “ weiter oben “
Engels, marx, lenin, mao....
habe ich nie gelesen.
fand ich nicht wichtig
meine welt orientierte sich an Hesse , Mann. Goethe, Schiller ,hoelderlin,
Shakespeare,Camus und Sartre.
schien mir als erkenntnis ausreichend.
bin offensichtlich fuer heutige debatten nicht geeignet.
da fehlt mir der mensch
es geht wohl nur noch um massen und kapital

Thorsten Rosché | Di, 4. September 2018 - 11:37

Nach meiner Meinung geht es bei den Linken jeder Färbung nicht um Sozialismus sondern um Kommunismus. Auch bei der mittlerweile modisch und politisch angepaßten Sarah.

Yvonne Walden | Di, 4. September 2018 - 12:37

In reply to by Thorsten Rosché

Es könnte der Eindruck entstehen, als schreibe Thorsten Roschè wie ein Blinder von den Farben.
Unter den Begriff "Kommunismus" subsumiert Georg Fülberth (Politikwissenschaftler/Universität Marburg) eine politische Praxis in der Perspektive einer Aufhebung der kapitalistischen Gesellschaft. Oder nach dem "Kommunistischen Manifest" von Karl Marx und Friedrich Engels: "An die Stelle der alten bürgerlichen Gesellschaf mit ihren Klassen und Klassengegensätzen tritt eine Assoziation (Gemeinschaft), worin die freie Entwicklung eines jeden (und einer jeden) die Bedingung für die freie Entwicklung aller ist." Und "Sozialismus" definiert Fülberth als ein untergeordnetes Organisationsprinzip in der kapitalistischen Gesellschaft, also weit entfernt von einer klassenlosen Gesellschaft. Marx und Engels betrachteten eine sozialistische Ordnung als den Übergang zu einem klassenlosen, also kommunistischen Gesellschaftssystem, das bisher in keinem Staat oder Kontinent dieser Welt durchgesetzt wurde.

vor allem niemals Gleichheit schafft, weil der Mensch seit seiner Erdung immer nach mehr, mehr gestrebt hat und das auch niemals ändern wird. Theorien sind das Eine Frau Walden, auch wenn sie zum Träumen verleiten, so scheitern diese Träume immer und überall an der Realität. Diese Realität ist nun mal der Mensch, weil der eben nicht nur Gut sondern viele negative Eigenschaften hat. Deshalb gab es von Anfang an Religionen, um diese Eigenschaften zu steuern, natürlich immer im Sinne der Mächtigen und deren Interessen. Der Glaube eine völlig gerechte Gesellschaft zu schaffen, ist schön, doch leider nicht umzusetzen.

Yvonne Walden | Di, 4. September 2018 - 12:49

In reply to by Thorsten Rosché

Warum wird der Begriff des "Kommunismus" auch noch heute als Schreckensbild an die Wand gemalt?
Weil die Herrschende Klasse eine wirklich klassenlose Gesellschaft fürchtet "wie der Teufel das geweihte Wasser".
Und die meisten Journalistinnen und Journalisten stimmen in diesen Tenor ein.
Wir sollten also allesamt hoffen, daß es Sahra Wagenknecht im Zusammenwirken mit ihren Ehemann Oskar Lafontaine gelingt, eine klassenlose Gesellschaft hier in Deutschland (sozusagen als Vorzeigeprojekt) zu verwirklichen. Damit die Macht des Kapitalismus, also der Herrschenden Klasse endlich endet. Eine überzogene Hoffnung? Hoffentlich nicht.

Beim vorhandenen antikommunistischen Massenbewusstsein in Deutschland, so auch bei der Mehrzahl der differenzierten und wissenschaftlich-technischen Arbeiterklasse im 21. Jahrhundert, dürften Beide (W.+L.) das zu Lebzeiten im 21. Jh. nicht mehr erfahren. Daran ist bereits schon die kleine Minderheit von bürgerlichen Humanisten und aufrichtigen Kommunisten der (implodierten) unvollkommenen DDR gescheitert. Im Gegensatz zu den bürgerlichen Humanisten und wenigen Kommunisten, da selbst der Faschismus und Antisemitismus auch weiterhin, so auch noch heute 2018, eine Massenbasis von mehreren Millionen w/m Gefolgschaft aus allen Klassen und Schichten der Gesellschaft in Deutschland! Für eine humanistische und antifaschistische Gesellschaftsordnung existiert derzeit keine Basis, so auch nicht in den bürgerlichen Regierungs- und Parlamentsparteien!

Ich kann mir unter "klassenloser Gesellschaft" überhaupt nichts vorstellen, denn Menschen sind Individuen mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Ansprüchen.
An genau diesen Versuchen der Gleichmacherei sind doch die sozialistischen/ kommunistischen Systeme gescheitert. Eine klassenlose Gesellschaft widerspricht einer freien Gesellschaft, in der sich ein Individium nach Kräften verwirklichen kann. Und wir wir noch alle wissen: selbst der "Diktatur des Proletatriats" sind die "Klassen" ja in Scharen davongelaufen.

Sie sind eine intelligente, gebildete, engagierte, fleißige Frau.
Ich bin von allem das Gegenteil. Wir sind Nachbarn, Kollegen, beteiligt am "Gemeineigentum an den Produktionsmitteln" an deren Leitung und Verbesserung Sie sich intensiv beteiligen. Glauben Sie wirklich, dass Menschen wie Sie und Menschen wie ich gleich sind ? Von unseren Nachbarn, Kollegen, Wählern etc. als gleich angesehen werden ? Würden Sie mich als "gleich" anerkennen ? Wäre es nicht seeeehr wahrscheinlich und sehr normal, das Menschen wie Sie die Situation auch mal zum eigenen Vorteil nutzen würden ? Vielleicht auch häufiger ?
Irgendwann dauernd ? Hätten wir dann nicht wieder eine Klassengesellschaft ?
Viele würden auch ihre Bedeutung / Macht an ihnen nahestehende Menschen weiterzugeben versuchen. Ich bin mir sicher das Sie einem schönen Traum nachhängen. Aber so ist er nicht, der Mensch.

Wolfgang Z. Keller | Di, 4. September 2018 - 23:06

In reply to by wolfgang spremberg

Ich stimme Ihrem Lob an Frau Walden genauso zu wie Ihren weiteren Ausführungen, Herr Spremberg. Und ich war viele Jahre maoistischer Aktivist und bin persönlich immer noch von meiner Haltung her Kommunist. Aber davon, dass eine klassenlose Gesellschaft eine zugegeben schöne Utopie, richtiger: eine Phantasie ist, bin ich mittlerweile und nach intensivem Studium aller bisher existiert habenden "sozialistischen" Systeme von DDR bis Kuba zutiefst überzeugt. Also: Was tun? :-)

wolfgang spremberg | Mi, 5. September 2018 - 17:35

In reply to by Wolfgang Z. Keller

Mein Vorschlag : Seien Sie großzügig, gesellig und gelassen.
Das kann man schaffen. Wenn mehr Menschen großzügig, gesellig und gelassen sind wird das Zusammenleben etwas angenehmer.

Wolfgang Z. Keller | Mi, 5. September 2018 - 20:35

In reply to by wolfgang spremberg

... mache ich´s seit vielen Jahren, lieber Herr Spremberg, und Sie wohl auch. Das funktioniert wirklich gut und schafft ungleich mehr Genugtuung für mich und rundherum, als das ständige Diskutieren, Lamentieren, Ärgern oder gar die unselige Rechthaberei, ob jetzt "links-" oder "rechtsgerichtet". Und das bedeutet mitnichten beliebige Standpunktlosigkeit.

Ihre interessanten Kommentare in Ehren, aber eine klassenlose Gesellschaft wird es nie geben - dazu sind die Persönlichkeitsstrukturen der einzelnen Individuen glücklicherweise zu verschieden. Haben Sie sich mal in Ihrer Verwandtschaft oder Bekanntschaften umgesehen, könnten da alle "klassenlos" sein? Ein Grundübel ist jedoch, da haben Sie richtig getroffen, der von einem ehemaligen Bundeskanzler denunzierte "Raubtierkapitalismus", der weiterhin ungehemmt die Nationen heimsucht und von den Regierungen toleriert wird.
In der Linkspartei gibt es, soweit ich informiert bin, noch zahlreiche verbohrte Altkommunisten,"DDR"-Nostalgik und ideologische Spinner, die noch in der Vergangenheit leben und an Utopien glauben. Ich denke Wagenknecht weiss das zu gut und kann daher mit der Linkspartei nichts anfangen.

Konrad Perfeud | Di, 4. September 2018 - 12:50

Vergleiche mit Frankreich und GB sind schwierig, weil Wahlsysteme und Regierungsformen andere Strategien hervorbringen. In Deutschland geht es immer um die politische Macht von Koalitionen. Im Kern stellt sich die Frage, ob linke Koalitionen gefunden werden können, die in den Hauptproblemfeldern Einwanderung, Asyl, Islam, Rentenalter die Mehrheitsgesellschaft nicht völlig vor den Kopf stossen. Ich glaube, dass Wagenknecht das versteht. Ich glaube nicht, dass viele andere im linken Lager das auch verstehen. Eher sehe ich deutliche Zeichen für eine Abkehr von Rechtsstaatlichkeit und Demokratie. Gerade verliert die SPD(Spitze) völlig den Verstand und radikalisiert sich in einen Furor hinein, der noch viele Wähler erschrecken wird. Trotzdem gibt es keinen Platz für eine weitere linke Partei, was auch am fehlenden Personal liegt. "Aufstehen" ist nur eine Episode im deutschen Niedergang.

wolfgang spremberg | Di, 4. September 2018 - 13:11

Man kann ja über alles mögliche streiten. Es sollte aber auch "Linken" klar sein das man nur Vorhandenes verteilen kann und je mehr vorhanden ist, produziert wird, desto mehr kann man verteilen.
Es ist also auch eine Frage der Produktivität eines Wirtschaftssystems.
Eine andere Binsenweisheit ist, dass, je mehr Menschen von dem Vorhandenen etwas abbekommen wollen / sollen, weniger für den Einzelnen Übrigbleibt. Das gilt natürlich auch für "vergesellschaftete Produktionsmittel." Sehr schlicht, sehr einfach....viele verstehen es trotzdem nicht.

Jan Frisch | Di, 4. September 2018 - 13:29

Sarah Wagenknecht ruft den Linken also zu "aufzustehen". Wofür bzw. wogegen ist mir auch nach Lektüre des Artikels nicht wirklich klar geworden, da sich dieser hauptsächlich daran machte die "Rechten" als böse, gewalttätig, populistisch etc. darzustellen. Schaut man sich die Ausgangslage an, muss man leider konstatieren: Die bösen "Rechten" sind diejenigen, die auf die Einhaltung von "Recht und Gesetz" pochen, die von unserer Sonnenkönigin am 06.09.2015 eigenmächtig außer Kraft gesetzt wurden.
Man kann als deutscher Journalist einfach nicht oft genug vor diesen Menschen warnen, denn mal im Ernst: Was würde mit den 628000 Ausreisepflichtigen im Lande geschehen? Müssten die am Ende wirklich ausreisen, nur weil Steuerpflichtige auch nicht um das Zahlen ihrer Steuern herum kommen? Sollten uns gar wieder an das Grundgesetz halten, dass auch Bevorzugung aufgrund der Herkunft verbietet? Diesen Angriff auf "unsere Wahrheitssysteme" dürfen wir keinesfalls zulassen!

Robert Müller | Di, 4. September 2018 - 13:55

Ist vielleicht symptomatisch, dass keinerlei Inhalt genannt wird. Also, wo will sich diese "Bewegung" verorten. Oder besser: Wo wollen die drei Chefs sie politisch positionieren. Und ist das überhaupt relevant? Mir scheint das eher ein Versuch des Ehepaars Lafontaine zu sein auf Umwegen die ihnen sonst nicht mehr mögliche politische Stoßrichtung zu realisieren. In der Linkspartei kommen beide jedenfalls kein Stück mehr weiter.

Gibt es nicht bei der AfD einen ähnlichen Versuch: genannt die Blauen? Habe vergessen wie die Frau heißt, aber auch sie hatte keine Perspektive mehr in ihrer Partei, also versuchte sie es mit einer "Bewegung". So nennt sich das heutzutage, wenn einige wenige Leute feststecken, aber dennoch weitere an ihrer Kariere basteln wollen.

Grüße, vom Klassenfeind oder alternativ vom weißen, alten Mann. --))

Heinrich Jäger | Di, 4. September 2018 - 14:34

und ihre Sammlungsbewegung sind eine Totgeburt ,so lange sie sich nicht eindeutig zur Migrationsfrage positioniert, wird sie nicht einen AfD Wähler zurückgewinnen, das müsste sie als kluge Frau wissen. Im übrigen waren ihre Äußerungen zu Chemnitz voll auf Merkel Linie und inakzeptabel, das ganze ist ein Rohrkrepierer viel Wind um Nichts.

Markus Michaelis | Di, 4. September 2018 - 14:46

Eine Anmerkung: was hier als multikultureller Internationalismus bezeichnet wird hat für mich stark den Aspekt eines hegemonial-westlichen Kulturanspruchs, der so universell ist, dass er sich nicht als hegemonial sieht, weil er gar kein "Außerhalb" mehr wahrnehmen kann. Alle Kulturen und gesellschaftlichen Ideen sind herzlich eingeladen in der einen neuen Kultur aufzugehen. Unterschiede werden nur in oberflächlichen Dingen wie Kochrezepten und Kleidungsstil gesehen. Eine Ausnahme bildet die Abgrenzung nach "Rechts", wobei diese im Kopf und Reden scharf und klar ist, in der Praxis aber in Turbulenzen kommt, weil schon in D und mehr noch in der bunten Welt die Abgrenzungen nicht immer so einfach sind.

Dimitri Gales | Di, 4. September 2018 - 14:55

meine ich, dass diese Bewegung durchaus gute Chancen hat, zumal viele Bürger nach so etwas suchen, sich wünschen. Ein Hoffnungsstern in der politischen Eiszeit der Kanzlerin Merkel. Ich würde sogar sagen, dass das Potenzial für die Wagenknecht-Bewegung gross ist. Sie muss natürlich damit rechnen bekämpft zu werden, unter anderem weil sie anderen Parteien Stimmen wegnehmen wird.

Bernd Muhlack | Di, 4. September 2018 - 15:03

Ich war ein einziges Mal in Göttingen,übers Wochenende; eine Fortbildung des Anwaltsvereins. Oha, wo sind denn die Butterbrezeln?
Ob diese beiden Diskutanten aus GÖ jetzt das Maß aller Dinge sind, vage ich zu bezweifeln, sehe das wie der Mitforist Dr. Mock. Mir fiel spontan die leider unter Verschluss befindliche Dissertation von Helmut Kohl ein: "Die politische Entwicklung in der Pfalz und das Wiedererstehen der Parteien nach 1945". Bei solchen Themen und Studien kann man quasi nichts falsch machen, es sei denn, man vergrault seine Sponsoren, nicht wahr?
Ich wünsche den beiden Herren viel Erfolg im Studium und im neuen Cicero kann man ja so einiges qua KI lesen; das ist jedoch nur knapp "Grundstudium".
@Schul-Bashing ist ja sehr beliebt, jedoch hat "die Schule unserer Tochter" als einzige in BaWü die Auszeichnung MINT-EC erhalten, 100 Points. Okay, was hat das mit diesem Artikel zu tun? => Gäbe es keine MINTs könnte man auch nicht deren sauer verdientes Geld verteilen! q-e-d-

Günter Fischer | Di, 4. September 2018 - 15:11

Herr Schwennicke,

diese Anspielung auf Zeiten, die keiner wieder haben möchte, selbst, wenn dieser Song besser klingt als erwünscht, braucht auch von Ihnen keiner.
Selbst die nicht, die immer noch meinen, dass Sie völlig politikeinflussfrei durch diesen Cicero kommen.
Ihre Haltung ist bekannt und bedarf auch keiner Wiederholung, gleichgültig, in welcher Form.

Bernd Lehmann | Di, 4. September 2018 - 16:09

Ich fand sehr schön, das Sahra Wagenknecht ganz eindeutig gesagt hat, um was es geht. Nicht um die Sache, sondern um die Umleitung von Wählermassen. Die ganze Veranstaltung wurde im Prinzip über den ROSA ELEFANTEN im Raum, die AfD gesprochen. Wunderbare Wahlwerbung. Mal als Tipp Frau W., Wähler von der Afd zurückholen, wird mit mir nicht klappen. Aber nochmal danke für die kostenlose Wrbung und die weitere Zersplitterung der Linken.

wolfgang spremberg | Di, 4. September 2018 - 16:34

war einmal ein Sozialdemokratischer Musterstaat. Sozial, Liberal und friedlich. (Volksheim.)
Dann hat man es übertrieben. Noch mehr Soziales, noch mehr Steuern. War zu viel, kam nicht mehr so gut. Man hat es korrigiert. Dann wollte man auch in Schweden die Welt retten. Mit allen teilen, alle liebhaben. Das Ergebnis ist wohl bekannt. Die Quittung wird bei der anstehenden Wahl erteilt.
Jaja...das "alte Schweden"....so hätten es die Skandinavier, die Holländer, Österreicher, Deutschen....haben können. Reichte aber nicht.
Das Ergebnis sehen wir. Ob Sarah und Co. daraus lernen ? Ich glaube nicht. Die wollen zu viel....

Andreas Götte | Di, 4. September 2018 - 21:26

Da die austauschbaren Mainstream-Parteien weiter ihr Süppchen kochen werden und von rechts außer dumpfen Parolen nichts zu erwarten ist, um dieses Land voranzubringen, sehe ich in einer linken Sammlungsbewegung eine Chance. Natürlich ist die SPD dagegen, weil ihr die Felle noch schneller davonschwimmen werden und das sich bewegen ja seit Jahrzehnten ein Fremdwort für die ehemalige Volkspartei ist. Nicht den Fründeverwaltern, sondern den Mutigen gehört die Zukunft, auch in Deutschland. Viel Glück Sarah Wagenknecht!

Ulf Müller | Di, 4. September 2018 - 22:10

Ich habe neunundzwanzig Jahre realexistierenden Sozialismus hinter mir. Die beiden Foristen haben wohl nur theoretische Erfahrungen mit diesem Thema. Man darf das auch getrost unter Religösität einordnen. Dann kann man es als das akzeptieren, was es Ist - Glaube. Ansonsten fällt mir dazu nur eine der gängigen Lösungen aus DDR Zeiten ein 'Der Sozialismus ist allmächtig, weil er wahr ist!'

Reinhard Rogosch | Mi, 5. September 2018 - 14:58

Das Ganze ist für mich nichts anderes als der Versuchsballon zur Gründung einer neuen Partei.

Parteien gehören zu unserer Demokratie. Um sich für eine Partei entscheiden zu können braucht man als mündiger Bürger faktenbasierte Informationen.
Da erleben unsere Qualitätsmedien gerade ihr nächstes Waterloo.
Wenn es nach den ÖR und nach Spiegel, Zeit etc...ginge würden unsere Wahlentscheidungen ohne Kenntnis der sexuellen Übergriffe in Köln und im glauben an Mob, Hetzjagden und Pogrome in Chemnitz stattfinden. Das sagt leider sehr viel über unsere Medien und den Zustand unserer Demokratie.

Karla Vetter | Mi, 5. September 2018 - 19:17

Wie heute ,nach Mao, Stalin ,Pol Pot u.s.w. noch ein geistig gesunder Mensch an den Kommunismus glauben kann, ist mir schleierhaft. Reichen die Säuberungen, Gulags,die Millionen Toten nicht? Reicht die Tatsache nicht ,dass es Gleiche gibt und die noch Gleicheren? Und eine Frau von der "kommunistischen Plattform" soll das ändern-ausgerechnet! Ja, ich höre es schon raunen, das war gar nicht der "richtige" Kommunismus. Warum erinnert mich das an den" wahren" Islam den es angeblich auch nicht gibt. Träumen Sie weiter.