Medien - Wie der Journalismus noch zu retten ist

Sind die Journalisten in Deutschland zu nah an den Mächtigen und zu weit weg von ihren Lesern? Der ehemalige „Stern"-Chefredakteur Michael Jürgs hat im „Handelsblatt" einen aufrüttelnden Essay geschrieben. Jürgs klagt an, zeigt aber auch Lösungen auf

Michael Jürgs
Michael Jürgs / picture alliance

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Kürzlich hat Cicero-Chefredakteur Christoph Schwennicke von einer Begegnung mit dem US-amerikanischen Medienwissenschaftler Jay Rosen erzählt. Jetzt hat Michael Jürgs, ehemaliger Tempo- und Stern-Chefredakteur und Autor zahlreicher Biografien, im Handelsblatt einen aufrüttelnden Text veröffentlicht, aus dem der Branchendienst Meedia ausführlich zitiert. Jürgs schreibt unter anderem, es „Wäre (…) hilfreich, wenn sich die Herren der öffentlichen Meinung, Leitartikler von unterschiedlicher Güte, nicht als belehrende Oberlehrer aufspielen, sondern beobachtend aufklären über die Strategien der Volksverdummer. Die Nähe zu Politikern meiden, weil die Mächtigen nur dann zu kontrollieren sind, wenn man sie im Blick behält, statt sich mit ihnen, vor allem in der Arena Berlin, bei gegebenen Anlässen vertraut blicken zu lassen. Kurzum: unberechenbar bleiben." Aber trotz dieses vernichtenden Urteils glaubt Jürgs weiterhin an die Kraft des Journalismus: „Rückblickend bleibt der Trost, wie oft letztlich das freie, gedruckte Wort siegte. Gegen riesige Armeen von Millionen Wörtern, die überall auf der Welt lauerten, hatten Despoten und Völkerschlächter dann eben doch keine adäquaten Waffen."

wolfgang spremberg | Mi, 1. August 2018 - 17:13

Entschuldigung Herr Jürgs (möglicherweise lesen Sie ja hier...) welche Medien sollte ich denn "nutzen" um mich "aufklären" zu lassen ? Journalisten haben, besonders in den letzten Jahren, soviel Unsinn, soviel ideologischen Quatsch verbreitet, das ich (bis auf den CICERO) Zeit und Geld nicht mehr für solche Minderleistungen ausgebe. Es ist mir zu DUMM.
Machen Sie ihren Kollegen mal klar, dass Niveau keine Hautcreme ist und das man für ordentliches Geld auch ordentliche Arbeit abliefern sollte.
Ich war, vor langer Zeit, mal Spiegel und Stern Leser.....nehme ich heute nicht geschenkt....

Versuchen Sie es mal mit der Neuen Züricher Zeitung. Da wird zwar nicht JEDES deutsche Problem "breitgetreten", aber dafür gibt es dort Informationen und man darf sich noch selbst eine Meinung bilden. Viel Lesefreude mit Erkenntnisgewinn!

Kann ich Ihnen zu 100% beipflichten. Cicero und die österreichische Addendum - auch dort gibt es unabhängigen und professionellen Journalismus.

Ich habe bis ca 2010 auch sehr gern Spiegel und Stern gelesen.
Aber irgendwann gings, besonders beim Spiegel, mit der strammen linksgrünen politkorrekten Gehirnwäschestrategie los, gepaart mit den vielfach unangenehmen Auftritten von Augstein in den Talkshows.

Michaela Diederichs | Do, 2. August 2018 - 20:53

In reply to by Mathias Trostdorf

Ich war noch bis 2015 bei Spiegel und Stern mit ständig wachsendem Entsetzen. Aber ich bin auch ein sehr geduldiger Mensch. Als die Berichterstattung über den German Wings Absturz losging, war ich nur noch fassungslos über die Inkompetenz der Redaktion. Und die merken noch nicht einmal, dass der Leser es merkt. Herr Schwennicke hat vermutlich die besten Zeiten beim Spiegel erlebt und sich rechtzeitig abgesetzt, um sein eigenes, sehr gutes Ding - den Cicero - zu machen. Anfangs konnte ich gar nicht glauben, dass ich bei seinem Magazin ungestraft meine Meinung schreiben darf, wenn ich sachlich bleibe. Cicero wird sich durchsetzen, weil Gehirnwäsche jedem normal denkenden Menschen zutiefst zuwider ist und ihn beleidigt. Ich habe Cicero noch nie belehrend erlebt. Es war und ist mein kleiner Anker in schweren, verwirrenden, verworrenen, irritierenden, moralisierenden und belehrenden Zeiten. Hier kann man noch atmen. Danke an das Team.

gerne denke ich an die Zeit zurück, wo unter der Ägide des Rudolf Augstein der Slogan “Spiegel-Leser wissen mehr“ seine Berechtigung hatte. In meinem Bestand lagern noch ganze Jahrgänge aus diesen goldenen Zeiten. Jetzt lese ich den Spiegel nicht mal mehr, wenn er beim Arzt im Wartezimmer ausliegt - schade um die Zeit.

Bernhard K. Kopp | Mi, 1. August 2018 - 17:14

Herr Jürgs ist ein kluger Mann, wer würde ihm widersprechen. Aber, die massgeblichen Vertreter der elektronischen und reichweitenstarken Medien werden, vielleicht, sagen: 'Er hat ja Recht', um dann weitermachen wie bisher. Keine weiteren Vorschläge.

Norbert Heyer | Mi, 1. August 2018 - 17:28

Genau das ist das Problem: Gesunde Distanz der Journalisten zum Politiker. Ehrlicher Journalismus ohne das man das Gefühl hat, es wird nur eine gewollte politische Richtung vorgegeben. Eigentlich müssten alle Journalisten merken, dass man eine unerwünschte Partei nur mit guten Argumenten bekämpfen kann, niemals mit Häme, Missachtung und Isolation. Im Gegenteil, dadurch hat man die AfD erst richtig groß gemacht. Sie wird von vielen Menschen als letztes Bollwerk gegen die fortschreitende Islamisierung angesehen und bei weiteren Vorkommnissen in Deutschland wird sie davon profitieren. Also zurück zu den Wurzeln und Politik sachlich und korrekt darstellen. In Kommentaren kann man dann ja die Sicht des jeweiligen Autors vertreten.

Petra Führmann | Mi, 1. August 2018 - 18:53

Die Nähe wird sich nicht rückgängig machen lassen, das werden die Journalisten auch gar nicht wollen, sonnt man doch doch zu gern im fremdem Lichte der Prominenz und mag sich so gern wohlfühlen, weil man ja ein Guter ist. Und es ist nicht nur die Nähe, vermute ich, sondern scheinbar auch eigene Überzeugung, die ungefragt unters Volk gebracht wird: Eben im ZDF in etwa folgende Mitteilung, denn eine Meldung will ich das nicht nennen: "Und hier mal eine gute Nachricht: Das Rettungsschiff Aquarius ist wieder ausgelaufen!". Deutlicher kann man seine Parteinahme nicht erkennbar werden lassen; es kann also kein Fernsehmensch das abstreiten. Warum wird dem kein Riegel vorgeschoben?
Noch eine Frage an Herrn Jürgs: Wen genau meint er mit Volksverdummern? Ich habe da so eine Ahnung... und da führt Herr Jürgs sich selbst ad absurdum, denn das wäre wiederum nur Belehrung mit dem Ziel der Einflussnahme. Natürlich in die gute und richtige Richtung.

Michaela Diederichs | Do, 2. August 2018 - 20:57

In reply to by Petra Führmann

"Noch eine Frage an Herrn Jürgs: Wen genau meint er mit Volksverdummern? Ich habe da so eine Ahnung... und da führt Herr Jürgs sich selbst ad absurdum, denn das wäre wiederum nur Belehrung mit dem Ziel der Einflussnahme. Natürlich in die gute und richtige Richtung". Liebe Frau Führmann: Treffer - versenkt!

Martin Lederer | Mi, 1. August 2018 - 19:01

wird wie die Gegenwart der Amtskirchen sein: Mit Staats- und Steuergeldern absolut gepampert, lässt man es sich gut gehen und ist froh Teil des Systems zu sein.

Dr. Klaus Rocholl | Mi, 1. August 2018 - 19:38

"... sondern beobachtend aufklären über die Strategien der Volksverdummer."

Schwer möglich, wenn Journalisten sich als genau solche Volksverdummer betätigen!

Ebenso bleibt die Frage, woher denn von diesen auf rot-grün gebürsteten "Journalisten" (ca. 70%!) noch "das freie, gedruckte Wort" kommen soll.

Die einzige Chance des Journalismus ist genau das, ws derzeit passiert: Die ehemals etablierten und "seriösen" Magazine samt ihrer Agit-Prop-Mannschaft sterben aus und machen neuen Veröffentlichungen Platz!
Das ging den übriggebliebenen Nazis so - und das wird den (mindestens hinsichtlich ihrer Vorbilder...) nicht weniger totalitären 68ern ebenso ergehen!

Willi Mathes | Mi, 1. August 2018 - 19:54

Herr Jürgs - ein einsamer Rufer !

Die Medienlandschaft hierzulande ist doch klar aufgestellt ( positioniert ) !

Was bleibt ? Cicero - und diverse " journalistische Einzelkämpfer !

Doch die Hoffnung stirbt zuletzt !

Hoffnungsvolle Grüsse
willi Mathes

Fritz - Ulrich Hein | Do, 2. August 2018 - 15:10

In reply to by Willi Mathes

Solch engagierte Einzelkämpfer werden von den etablierten Medien bekämpft, so dass sich nur noch Medien wie Postillion oder QPress einen Markt durch Ironie erkämpfen konnten. Journalisten wie Ulffkotte oder Medien wie Kopp bleibt nur angebliche Fake News zu schreiben, deren Hintergrundinformation meist gut recherchiert sind.

Dimitri Gales | Mi, 1. August 2018 - 20:10

wenn Journalisten nachplappern, was das Polit-oder Wirtschaftspersonal propagiert. Da wird oft vieles von bestimmten Interessen gelenkt oder reflektiert die (zu) persönliche Meinung des Journalisten. Allgemein kann ich sagen, dass es eine starke Symbiose gibt zwischen den Journalisten und der Politik/Wirtschaft. Aber Ausnahmen gibt es auch - glücklicherweise. Nur muss man sich fragen, welche Medien die breite Masse bevorzugt; nämlich die werden mit Vorliebe vom Politpersonal als Kommunikationsmittel gebraucht.

Yvonne Walden | Mi, 1. August 2018 - 21:13

Michael Jürgs verdient Zustimmung. Allerdings: Warum reden respektive schreiben denn unzählige Journalistinnen und Journalisten den Mächtigen nach dem Munde?
Auch hier gilt vermutlich die Volksweisheit: Wes` Brot ich ess, des` Lied ich sing.
Die mächtigen Medienmogule haben am Ende immer das letzte Wort und trennen sich rigoros von ehrlichen Journalistinnen und Journalisten, die Wert auf Wahrheit und Ehrlichkeit legen.
Deshalb, wie schon oft gefordert, unser kapitalistisches Gesellschaftssystem fördert derartige Abhängigkeiten, es sollte "überwunden" werden.

Marianne Bernstein | Mi, 1. August 2018 - 22:56

Es ist eben nicht so, dass alle die den modernen Tugenterror der Leitmedien ablehnen, Populisten wären und per se das Volk verführen wollen. Die Einseitigkeit der Medien ist das größte Problem. Im Internet findet man alles, aber vorallem auch Menschen, die sich bemühen die Wahrheit zu finden. Sie müssen sich eben nicht mehr von irgendjemandem ihre Meinung zur Veröffentlichung absegnen lassen.
Das bedroht die Eliten und deshalb wollen sie die Medienmacht zurück haben, das wird ihnen aber nicht gelingen.

Klaus Moitje | Mi, 1. August 2018 - 23:06

"Gegen moralfreie Populisten braucht es in Zeitungen, Zeitschriften, Rundfunkanstalten und Fernsehsendern, analog wie digital, eine moralische Haltung ebenso wie den Widerstand der Zivilgesellschaft gegen ihre Feinde von rechts und links, von Pegida und AfD bis zum autonomen Block und wieder auferstandenen SED-Bütteln.”

Es ist unfassbar, was sich dieser Herr erlaubt. Hat er je einen Beitrag von AfD - Abgeordneten im Bundestag oder in den Landtagen gehört?
Das ist für mich pure Hetze gegen die größte Oppositionspartei, die mit ihren klugen Reden die Altparteien im wahrsten Sinne des Wortes alt aussehen lässt.

Auf Artikel dieser Art kann ich verzichten. Dafür werde ich kein Geld mehr ausgeben.

Mathias Trostdorf | Do, 2. August 2018 - 00:05

Habe in dem kurzen Text nur lesen können,
was jeder denkende Mensch schon seit Jahren täglich beobachten kann.
Da ich hier in Deutschland lebe,
interessiert mich weniger, ob unsere Medien gegen irgendwelche "Despoten und Völkerschlächter" anschreiben, sondern ich möchte wissen, warum sie sich gemein machen mit "demokratischen" AlleinherrscherInnen/ -EntscheiderInnen. Ich möchte wissen, wer genau hinter Merkels Einwanderungspolitik steht. Wer in Deutschland eigentlich das Sagen hat. Oder an welchen Stellen Politik und Medien verzahnt sind. Wer wen kennt. Wer den Ton angibt bei der Themenauswahl: DPA oder das Kanzleramt? Wer beherrscht wen?
Wie läuft es an Journalistenschulen? Warum denken und schreiben viele Journalistinnen dasselbe? Wird Druck ausgeübt? Ist es Selbstzensur aus ökonomischen Gründen?

Diesen Themen könnte man doch mal nachgehn. Gern auch in Interviews mit Journalisten, Politikern, Lobbyisten- wenns sein muß, anonym.

Peter Wagner | Do, 2. August 2018 - 03:16

Ich hoffe, dass Michael Jürgs mit seinen Argumenten, den einen oder anderen Journalisten, aufgerüttelt hat! Es wäre dringend nötig, denn das Vertrauen in Politik und Medien, ist bis auf wenige Ausnahmen fast völlig zerstört. Die Politiker, die inzwischen deutsche Interessen vertreten, werden in den Medien nach wie vor zerrissen!
Armes Deutschland

Thorsten Rosché | Do, 2. August 2018 - 08:26

Die Presse und TV sind die Erfüllungsgehilfen der Politik bzw. aktuell der Regierung, zumindest habe zunehmend den Eindruck. Am dollsten sind die Kommentare - wenn sie dann überhaupt als solche gekennzeichnet sind. In der ersten Reihe ARD + ZDF Tagesthemen + Heute Journal. "Früher" gab es zumindest nochmal 2-3 Meinungen im Blätterwald heute sind es konzertierte Aktionen, auch zäh gegen die Meinung der überwiegenden Leser wenn man sich die Foren so durch liest. Die FAZ, Spiegel, Stern und Focus hängen bei mir höchstens noch auf der Klorolle , so entsteht ein direkter Zusammenhang zum Inhalt. Denn Cicero nehme ich von meiner Kritik ausdrücklich aus. Das einzige Magazin das man in D. noch kaufen und lesen kann !

Günter Johannsen | Do, 2. August 2018 - 10:26

Jeder Diktator weiß, dass man zuerst die Medien unter seine Gewalt bringen muss, damit man nachhaltig Macht und Kontrolle hat. Das lernte man schon in der DDR als FDJ-Sekretär/in: Abteilung „Agitation und Propaganda (AgitProp)“! Wen verwundert es, wenn das Erscheinungsbild der sogenannten „Öffentlich Rechtlichen“ ARD und ZDF und Printmedien den SED-Hofnachrichten des DDR-Regimes immer ähnlicher werden: zu Interviews hört man nur noch auserlesene „Politikwissenschaftler“ oder „Experten“- mit lückenhafter Berichterstattung wird die Bevölkerung mit linker Staatspropaganda nach altbekannter SED-Manier überschüttet. Schlimmer konnte es kaum kommen. Wer genau hinschaut, verliert die Motivation, das TV-Gerät einzuschalten oder für Desinformationen der Volkspädagogen noch Geld für Zeitungen auszugeben. Leider haben wir jetzt kein Westfernsehen mehr, wo wir uns die echten unverfälschten Informationen holen können - Das ORF kann uns das nur bedingt ersetzen!

Dorothee Sehrt-Irrek | Do, 2. August 2018 - 10:45

ich glaube der Großteil der Journalisten bekommt gerade aber auch gar nichts von dem mit, was in der Welt abläuft.
Es braucht wieder das Aufschliessen zu einem Deutschland als strategischem politischem Mit-Akteur in Europa.
Deutschland ist aber nicht der einzige Erbe des Großdeutschen Reiches.
Besser, alle europäischen Länder erklimmen die Entwicklungsstufe polititischer Strategien.
Wie das zusammenführen?
Nun der Cicero kann vieles dazu beitragen.

dass manche Leute glauben, auf den Cicero verzichten zu können.
Ein dezidiert europäisch-strategisches Blatt aus deutscher Sicht.
Ich habe wirklich kein Geld, aber darauf kann ich nicht verzichten.
Es muss hier auch nicht immer stehen, was ich selbst gut finde, aber ich brauche Anregungen und die ziehe ich auch nicht zu knapp aus den elaborierten Kommentaren.
Danke

Thoralf Krüger | Do, 2. August 2018 - 11:25

ich freue mich immer, wenn Journalisten gerade im Hinblick auf die vergangenen Jahre eine gewisse kritische Selbstreflektion entwickeln.
Aber der „STERN“ hat sich in den vergangen Jahren auch nicht gerade hinsichtlich seriöser Berichterstattung mit Ruhm bekleckert.
Insbesondere was seine verzerrende und hetzerische Sachsenberichterstattung anbelangt ….

Warum kommen solche Einsichten immer nach der aktiven Phase?

Vor allem der Hofnarr Hans-Ulrich Jörges war einer der ersten, die jeden Blödsinn der Merkel-Regierung beklatscht haben.

Mathias Trostdorf | Do, 2. August 2018 - 19:34

In reply to by Paul Neumann

Dessen Kommentare im Stern fand ich auch immer ganz besonders schlimm. Ich dachte immer: der muß doch auf einem andern Planeten leben als ich.

Günter Johannsen | Do, 2. August 2018 - 20:10

In reply to by Paul Neumann

weil man nun nicht mehr finanziell abhängig ist: "wes Brot ich ess, dess Lied ich sing" ist dann Geschichte!

Heinrich Niklaus | Do, 2. August 2018 - 11:34

Von welchem „freien Wort“ ist hier die Rede? Das Wort, das von Frau Kahane zensiert wird? Oder die Worte, die durch die DSGVO „geschützt“ werden?

Der Journalismus hat seine Glaubwürdigkeit längst verloren. Er hat sich in ein grün-links-ideologisches Gefängnis begeben, vor dem ein Wächter namens „Politische Korrektheit“ wacht.

An eine Selbstbefreiung ist nicht zu denken, solange der links-grüne Journalismus rechts-konservative Politik bis „aufs Messer“ bekämpft, anstatt sie kritisch zu begleiten.

Juliana Keppelen | Do, 2. August 2018 - 11:51

Noch schlimmer ist aber wenn sich "Auserwählte" der Pressezunft in vertrauter Einigkeit, weil geheim, einladen lassen zu "Hintergrundgesprächen" in "HInterzimmern (Hinterzimmer bildlich gesprochen)". Ich bezweifel stark, dass die "Auserwählten" dann noch eine kritische Distanz zu den Regierenden wahren können.

wolfgang spremberg | Do, 2. August 2018 - 12:54

Wer hat denn mehr Einfluss ? Die demokratisch gewählten Politiker ? Oder die Mainstreammedien ?
Wie macht man Meinung / Politik gegen ÖR/ Spiegel/ Focus etc...? Wenn z.B. alle eine Flüchtlingsaufnahme ohne Obergrenze richtig finden....ist man schnell ein menschenverachtender Populist....und bleibt es auch....auch wenn die Stimmung / Meinung kippt.
Es ist sehr schwer gegen den Einfluss der "Qualitätsmedien" Politik zu machen...

Dr. Georg Steger | Do, 2. August 2018 - 12:57

Ich bin immer wieder verblüfft, wenn ich Kommentare und Berichte lese, die sich mit mangelhafter Pressefreiheit in bspw. Ungarn und der Türkei beschäftigen.
Glauben diese Journalisten ernsthaft, dass es bei uns anders ist? Bei uns geht es nur etwas subtiler zu: Chefredakteure bauen “Kontakte” auf Sommerbällen und Empfängen jeder Art auf und begeben sich damit in ein Abhängigkeitsverhältnis.

Redaktionskonferenz: Der Chefredakteur hat seine Meinung und 80% der Teilnehmer haben gleiche “Meinung”. Wie werden sich dann die 20% Andersdenkenden verhalten?

Wann erkennen diese Journalisten wie sie sich sukzessive mit der Tendenz der Redaktion in ihrer Meinung gedreht haben: man vergleiche eine ZEIT von 12/2015 mit einer ZEIT von 07/2018!

Die Aufrechten wechseln oder gründen gleich ein neues Informationsmagazin (Schwennicke, Tichy). Die ewigen JASAGER bleiben bis sie dann nach der Pensionierung ihre Feigheit und Lebenslüge erkennen.

Bernd Fischer | Do, 2. August 2018 - 13:00

Mann kann allen Journalisten der schreibenden, oder der sprechenden Zunft nur laut zurufen.

Seien Sie kritisch. Auch mit Kritik ist Karriere möglich. Alles eine Frage des Charakters. Bin auf ihren Mut gespannt.

Und nicht erst wenn ihr im Ruhestand , weil angeblich gefahrlos, seid.

Dr. Florian Bode | Do, 2. August 2018 - 14:55

Herr Jürgs verwechselt die "veröffentlichte" Meinung mit der "öffentlichen " Meinung. Die eine Lese ich in der "ZEiT" die andere höre ich in der Straßenbahn. Medien sollen weder dem Volk aufs Maul schauen, noch pädagogisch wirken. Ihre Aufgabe ist die Information. Natürlich sind Kommentare erlaubt und wünschenswert, dann aber als Meinung gegen die Information deutlich abgegrenzt.

Mathias Trostdorf | Do, 2. August 2018 - 16:04

Noch ein schöner Kommentar aus der "Welt":

H.P.M

Die Medien bauen auch in der freien Demokratie eine "natürliche Verflechtung" (wirtschaftlich, politisch, persönlich) mit den Parteien und der Regierung auf. Je länger bestimmte Machtstrukturen bestehen und gefestigt sind, um so stärker bildet sich dieses Beziehungsgeflecht aus. "Per se" besteht natürlich eine grundgesetzlich gesicherte Meinungsfreiheit, "de facto" bauen die Funk- und Print-Medien aber moralische Leitlinien für das sanktionierte denk- und sagbare auf.

Karin Zeitz | Do, 2. August 2018 - 16:42

haben als 4. Gewalt ausgedient. Es gab mal eine Zeit, in der sie unabhängig recherchiert und aufgeklärt haben, in der sie die Herrschenden vor sich hergetrieben haben. Zwischenzeitlich sind sie verkommen zur Erklärmaschine für ein Regierungshandeln, dessen Logik sich keinem normaldenkenden Menschen erschließt.

Sebastian Holzer | Do, 2. August 2018 - 16:43

Alle paar Wochen kommt ein Spezies dieser Berufsgruppe wahlweise aus seinem Turm herab oder aus der Höhle gekrochen und weiss genau was zu tun ist um den Journalismus, die Presse, die Medien usw. zu retten.
Geschrieben wird, was sich verkauft, „verklicken“ lässt. So einfach ist das. Aus diesem Geld werden dann Löhne, Büromiete usw. bezahlt. Solange „Schwachsinn“ gekauft wird wird er auch hergestellt. Erinnert sich noch jemand an Abos für Klingeltöne? Angebot und Nachfrage. Dabei ist es unerheblich ob Gespräche mit Politikern knieend oder in gebückter Haltung geführt werden. Oberlehrer sind das nicht, diese verfügen in der Regel über Rückgrad.

Arnim Bernhardt | Do, 2. August 2018 - 16:55

Als ehemaliger DDR-Bürger kann ich sehr wohl Parallelen zur DDR-Statsmedien.Das betrifft Funk und Fernsehen sowie Printmedien gleichermaßen.Früher habe ich immer gern den Deutschlandfunk gehört,habe ich mir abgewöhnt,an Linietreue nicht zu übertreffen.Den "Stern" hatte ich sogar mal abonniert,gehört schon lange der Vergangenheit an.Bei'm Lesen des Focus stößt man unweigerlich auf große Diskrepanzen zwischen Veröffentlichungen und Lesermeinungen,welche zumindest in sachen Flüchtlingspolitik geradezu diametral zu den Veröffentlichungen stehen.Einzig und allein die vorletzte Seite,geprägt vom ehemaligen Chefredakteur H.Markworth ist lesenswert.Fazit:Bestenfalls gelegenlich mal in der Bibliothek anschauen und auf Besserung hoffen.Regelrecht im Darm der Regierung angesiedelt scheint mir das öffentlich-rechtliche Fernsehen,allen voran ARD und ZDF.Die Hasstirade des Herrn gniffke gegen seehaofer erinnerte mich an kommentare von K.E.von Schnitzler,im DDR-Volksmund genannt "Sudel-Ede".Noch Frag

Jürgen Althoff | Do, 2. August 2018 - 17:05

War (ist?) der nicht auch aktiver Mitwirkender des linksgrünen 68er-Kartells? War der "Stern" zu seiner Zeit noch nicht das ….blatt wie heute?
Hat Herr Jürgs irgendeinen Beitrag zur Versachlichung brennend aktueller Fragen geleistet wie z.B:
- Müssen wir uns von UN/EU/Bundesregierung zu einer Vernichtung (Zitate Sutherland und Timmermans) unserer gewachsenen Kulturen durch forcierte Vermischung mit nicht kompatiblen Kulturen zwingen lassen? Was lange Zeit als "Verschwörungstheorie" abgetan wurde, ist heute offen nachzulesen.
- Warum ist "mehr Vielfalt" für uns gut?
- Wie viele Sozialhilfeempfänger können wir noch ins Land lassen, bis uns das Geld ausgeht?
- Warum werden "Flüchtlinge" gegenüber den schon länger hier Lebenden bevorzugt ?
- Wie wollen wir unseren Wohlstand als High-Tech- Land aufrecht erhalten mit einer nachwachsenden Schülergeneration auf PISA-Niveau Syrien/Türkei/Nordafrika/Subsahara?
Hier könnte sich Herr Jürgs bleibende Verdienste erwerben.

Thomas Sauer | Do, 2. August 2018 - 17:20

wenn mann die Diskussion um die Seehofersche Mütterrente betrachtet. Es ging nur zuletzt um die Gleichbehandlung der Mütter im Rentenrecht und keine neue Leistung.
Die TAZ hatte die Tage die Kindergartengebührenbefreiung in Berlin mit der Fortsetzung der Seehoferschen Mütterrente gleichgesetzt.
Die ganze linke Szene war scheinbar derart irritiert.
Wobei auch die TAZ Redakteure auch nicht ganz auf der Höhe der Faktenlage bis heute nicht sind.
Einige Mütter bekommen eben eine 50% höhere Mütterrente. Deren Zahl nimmt gerade deutlich mit jedem Monatsersten zu.....
Habe selbst keine Kinder....

Schönes Beispiel. Mütter mit mehr als 2 Kindern die vor 1990 geboren wurden bekommen eine leicht erhöhte Rente. 1 Kind ? 2 Kinder ? Pech gehabt. Logische Begründung ? Keine . Kein Geld ? Kann nicht sein. Haben wir ohne Obergrenze. Ein "Aufreger" für die Medien ? Nöh....könnte der falschen Seite nützen....
Geld ohne Obergrenze ? Aber das Kindergeld muss auf den Euro genau kalkuliert werden....Merken das Journalisten ? Nöh...oder sie schweigen lieber...könnte der falschen Seite nützen...das kann ja keiner wollen.....Obwohl, man könnte es ja so machen, dass keiner weniger hat (Schäuble/Maaß)....auch diesen Quatsch thematisiert kein Journalist....könnte ja....die Kosten für die "Flüchtlinge" kamen laut zahlreicher Medien durch erhöhten Konsum / Steuern wieder rein...super...oder ? Bei den Renten klappt so was irgendwie nicht...merken das die Qualitätsjournalisten ? Und was fällt Herrn Jürgs dazu ein ? Nix ? Und Ulli Jörges ? Auch nix.

Dorothee Sehrt-Irrek | Do, 2. August 2018 - 18:35

in ihren Texten mehr fragen, Probleme umkreisen und nicht gleich beantworten, wenn sie es nicht können.
Unbestreitbar liegt ihre besondere Fähigkeit in der Recherche zu Konflikten oder Geschehnissen
Ich frage auch oft, weil ich mir nicht sicher bin.
Man kann doch auch Thesen in den Raum stellen.
Ich glaube, dass Journalisten sehr viel mehr Möglichkeiten zur Verfügung stehen, als sie nutzen. Cleverness, Tiefgründigkeit, eine weite Sicht auf das, was kommen könnte , ohne sich festzulegen oder die moralische Verdammnis zu beschwören und ich bin sicher, dass die Leser zrückkehren werden.

Heinrich Niklaus | Do, 2. August 2018 - 19:10

Herr Jürgs, eines habe ich vergessen auszusprechen: Ich drücke Ihnen ganz fest die Daumen!

Dorothe Gaede | Do, 2. August 2018 - 20:07

Experiment/Rosskur:
alle regierungsnahen "Journalisten" wohnen für 4 Wochen nahe des "Görli-Parks" in Berlin (wahlweise Duisburg-Marxloh.....) und lassen ihre Kinder in den Genuss einer Schule kommen, in der 95% nichtdeutschsprachige Schutzsuchende "lernen". Ihre Ehefrauen/ joggen nur noch in männlicher Begleitung, und da es ja Sommer ist: bitte tägliche Freibad Besuche nahe des Wohnorts, allerdings nur unter Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel.
Ach, ist das schön bunt hier..........

ElkeOtt | Do, 2. August 2018 - 20:10

Allein mir fehlt der Glaube an unsere Medienvertreter, da sie leider nicht mehr wahren Journalismus verstehen oder gelehrt bekommen. Wenn Cicero so weiter macht, sind sie allein auf weiter Strecke. MAN KANN NICHT DIE MEINUNG DER KLEINEN VERTRETEN WOLLEN UND MIT DEN GROSSEN
KUSCHELN. HEUTE HEISST ES EHER :SPIEL NICHT MIT DEN
SCHMUDDELKINDERN.

Dieter Zorn | Fr, 3. August 2018 - 09:32

Ach Gott, die Probleme mit dem Journalismus sind doch uralt. Sie existieren seit es Buchdruck gibt und die ersten Flugblätter. Immer schon wird das Wort zur Meinungsmache misbraucht. Selbst die Heroen des Goldenen Zeitalters des Journalismus, Nannen und Springer und die Gräfin Dönhoff waren doch Bekenntnis -Journalisten für und gegen die Ostpolitik von Brand/Scheel. Heine klagt im Vorwort zum Wintermörchen über die journalistischen Unholde (und Zensoren), die hinter den Büschen lauern. Sind die Zeiten schwierig, gibts von beiden reichlich. Nur die Branche selbst hat ein Weltbild, das keine Zweifel zulässt. Vielleicht hatte Schopenhauer doch recht als er schrieb: Die Welt wöre sofort ein besserer Ort, wenn man alle dummen Gönse ins Kloster und alle Journalisten ins Gefängnis steckte? Okay, die Leute wöhlen heute einen aufgeklärteren Weg: Sie kaufen den Mist einfach nicht mehr. Das heisst, wer Propaganda macht, muss es selber bezahlen! Kann man mehr Erkenntnis vom Publikum verlangen?

Reinhard Rogosch | Fr, 3. August 2018 - 12:35

Ich buin da sehr pessimistisch. Die Journaille ist zum größten Teil kulturmarxistisch geprägt, und das fängt schon an den Unis oder den Journalistenschulen an.
Nichts wird sich ändern. Augstein wird nicht vom Saulus zum Paulus. Es werden einige Printmedien untergehen. Sollte die AfD in den Ländern Regierungspartei werden, dann könnte man die Verträge mit den Landesrundfunkanstalten kündigen. Das ist meine Hoffnung.

Jacqueline Gafner | Fr, 3. August 2018 - 14:36

wäre auch mehr Respekt vor der (verbliebenen) Leserschaft gefragt, die im Schnitt kaum schlechter ausgebildet sein dürfte als die Angehörigen der schreibenden Zunft und durchaus in der Lage ist, sie interessierende Fakten nötigenfalls auch selbstständig zu recherchieren und sich eigenständig eine Meinung zum Weltgeschehen zu bilden. Nicht zuletzt, was den journalistischen Nachwuchs angeht, ist es mehr nur als bemühend, wenn kaum den Kinderschuhen entwachsene Greenhorns den alten Hasen im Publikum mit moralisch erhobenem Zeigefinger meinen erklären zu müssen, wie die Welt funktioniert bzw. korrekterweise funktionieren sollte. Die persönliche Meinung von Journalisten interessiert prinzipiell nicht mehr als die anderer Berufsgattungen und nur dann, wenn sie auf einer augenscheinlich soliden Beherrschung des eigenen Handwerks basiert. Daran fehlt es leider nur zu oft, nicht nur bei den "Frischlingen".

Detlev Bargatzky | Fr, 3. August 2018 - 15:56

Die unmittelbar Beteiligten sind doch hoffnungslos davon überzeugt, dass sie alles, was dieser Beruf und ihre Stelle erfordern, richtig gemacht haben und immer noch machen.
Hier Überzeugungsarbeit zu leisten, scheint mir vergebliche Mühe zu sein.

Besser ist es m.E. , sich abseits der Mainstreammedien umzusehen und sich dort schlau zu machen.

Und wenn es gefällt, kann man das bei den MSM eingesparte Geld dort bei den neuen Anbietern einsetzen.