Deal von Juncker und Trump - Bussi Buddies

War es am Ende noch der Charme Jean-Claude Junckers, der den US-Präsidenten mit einem Deal im Handelsstreit besänftigt hat? Fest steht, der Präsident der EU-Kommission kann mehr erreichen als Merkel oder Macron mit ihren Besuchen. Auch weil Trump zunehmend auf die Wirklichkeit trifft

Küsschen für den freien Handel / Twitter-Account Donald Trump

Autoreninfo

Bastian Brauns leitet das Wirtschaftsressort „Kapital“ bei Cicero und Cicero Online.

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Sogar eines der berüchtigten Küsschen von Jean-Claude Juncker ließ sich US-Präsident Donald Trump zum Abschied gefallen. Und diese bekundete neue Harmonie schien ihm so wichtig zu sein, dass er sie auch gleich mehrfach in Text und Bild durch den Kurznachrichtendienst Twitter jagte: „Obviously the European Union and the United States love each other“. Die Vertreter der Europäischen Union hätten ihm mitgeteilt, dass sie jetzt beginnen würden, Sojabohnen zu kaufen und außerdem eine riesige Menge des Flüssiggases (LNG), teilte er stolz mit. Ist Trump so einfach zu besänftigen?

Erst wenige Tage ist es her, dass der US-Präsident die Beziehungen zur EU verbal mit eher unfreundlichen oder zumindest stark kompetitiven Worten beschrieb. In einem Interview mit dem US-Fernsehsender CBS etwa sprach der US-Präsident von der EU als „foe“, also einem Gegner, Feind oder Widersacher. Das muss man nicht überbewerten, denn es entspricht nur den Tatsachen: Die Länder und Regionen dieser Erde stehen miteinander im wirtschaftlichen Wettstreit. Und um ihre heimischen Märkte zu schützen, bedienen sie sich mitunter – allen voran auch die EU – tarifärer und nicht-tarifärer Handelshemmnisse. Sie bauen also Zollschranken auf oder schaffen regulative Barrieren, wie etwa Regeln zum Umweltschutz, Verbraucherschutz, Arbeitnehmerschutz oder zum Wettbewerb.

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claudie cotet | Do, 26. Juli 2018 - 14:24

sehr gutes foto.
die untertanenhaltung junckers
und die clevere haltug trumps,
dessen ekel gegen diese suedliche
anbiederei foermlich spuerbar ist.
junckers anderes gesicht.
mich schuettelt es bei diesem anblick

Czeslaw Lipinski | Do, 26. Juli 2018 - 22:07

In reply to by claudie cotet

Ganz Ihre Meinung. Schade, dass wir den Juncker zur Zeit Breschnev und Honecker nicht hätten. Der Kälte Krieg wäre einfach weggeküsst.
Übrigens ich fürchte, dass das Ergebniss der Verhandlungen mit USA ein TTIP durch die Hintertür wird.

Der mit allen Wassern gewaschene Geschäftsmann Trump läßt sein Ziel
n i e aus den Augen: America first!
Wenn er durch seine Drohungen die europäischen Staaten dazu bekommen kann, sich vertraglich amerikanischen Gerichten zu unterwerfen, falls Geschäfte scheitern bzw. nicht den erhofften Gewinn bringen, dann ist das ein RIESENERFOLG auf seinem Weg zur Stärkung der US-amerikanischen Wirtschaftsmacht.
Trump ist ein ungeschlachter, ungebildeter und abstoßender Mensch, aber man sollte seine Schläue nicht unterschätzen. Da er keinerlei Hemmungen (Rücksichtnahme auf Anstand, guten Ruf, moralische Prinzipien) hat, ist er
hochgefährlich: Er zieht den Verhandlungspartner jederzeit über den Tisch, wenn dieser nicht höllisch aufpaßt. Seine ganze Widersprüchlichkeit ist Taktik: Er will Verwirrung stiften, um in einem unbewachten Augenblick zustoßen zu können.
Auf diesen groben Klotz gehören kluge, grobe Keile! Aber die sind in der EU nicht
vorhanden. Juncker??? - Da kann ich nur lachen

Karin Zeitz | Mo, 30. Juli 2018 - 21:24

In reply to by Christa Wallau

dass D. T. ein ungehobelter Klotz ist. H. C. als seine Alternative bei der Präsidentenwahl hätte mit Sicherheit dafür gesorgt, dass die Welt noch unsicherer geworden wäre als sie ohnehin schon ist. Es wirft ein bezeichnendes Licht auf die Demokratie in den USA, dass kein akzeptables Personal zur Präsidentenwahl aufgeboten werden konnte.

Thorsten Rosché | Do, 26. Juli 2018 - 15:43

Hat Junkers den überhaupt die Befugnis im Handelstreit der EU zu "entschärfen" und von welchem Junkers- Charme ist hier die Rede ?
Gut das geredet wird, aber den Bär haben wir noch lange nicht um das Fell zu verteilen.

Karin Zeitz | Do, 26. Juli 2018 - 16:25

passen eigentlich besser zur tendenziösen TAZ als zum Cicero. Eigentlich sollte man zwischenzeitlich gemerkt haben, dass Trump wie ein Geschäftsmann Maximalforderungen stellt und mit dem Abbruch der Beziehungen droht, um am Schluss zu akzeptablen Vereinbarungen (jetzt neuerdings neudeutsch “deals“ genannt) zu kommen. Dann ist es auch egal, welchen Vertreter der Handelspartner schicken mag. Ich glaube nicht, dass es.an Junckers überragendem Verhandlungsgeschick gelegen hat. Auf jeden Fall werden die USA ihre Überproduktionen an Sojabohnen und Flüssiggas los - zu welchen Preisen auch immer.

Jürgen Althoff | Do, 26. Juli 2018 - 21:40

lassen sich Journalisten und Politiker ohne eigene Erfahrungen im Wirtschaftsleben eigentlich von der Aussage blenden, dass man nun mit ernsthaften Verhandlungen öbeginnen wolle? Wie der EU-Emissär Schonklood einzuschätzen ist, hat Trump ja gerade erst live in Brüssel erlebt. Ohne konkrete Ergebnisse ist alles nur heisse Luft.

Dimitri Gales | Do, 26. Juli 2018 - 21:49

denn die Probleme der Wirtschaftsglobalisierung (wachsende Konkurrenz et cetera) sind nicht gelöst, sie sind auch sehr komplex. Trump hat hier wieder einmal seine Verhandlungstaktik angewandt, nach dem Motto: wenn ich 50 Prozent Erfolg haben will, muss ich 100 Prozent von meinem Kontrahenten fordern. Bei 50 Prozent Forderung gibt es allenfalls 25 Prozent Resultat, bei 25 Prozent Forderung wohl gar nichts. Er versucht eben immer, das Grösstmögliche herauszuholen und wartet ab, wie der Kontrahent reagiert.

wolfgang spremberg | Do, 26. Juli 2018 - 23:46

Juncker hat für die EU in den Bereichen Landwirtschaft und Energie Zusagen gemacht.
Trump hat für die Zeit in der über die Zölle von Industrieprodukten verhandelt wird die Anordnung von Strafzöllen auf Autos ausgesetzt. Was macht Trump wohl wenn die Verhandlungen nicht so laufen wie er möchte ? Und was macht Trump wenn die Verhandlungen abgeschlossen sind ? Verhandelt er dann mit der EU über Autos ?
Was macht die EU dann ? Kluge ..äh ..dicke Backen ? Aber der Donald, dieser böse, alte, weiße Mann, muss ja der doofe sein....damit das Bild passt.

Udo Dreisörner | Fr, 27. Juli 2018 - 09:12

Wenn Junker Interessen vertritt krieg ich Angst. Wessen Interessen sind das?

Jürgen Lehmann | Fr, 27. Juli 2018 - 12:16

Wir brauchen keine Sojabohnen und noch weniger das Flüssiggas aus den USA.
Wir müssen auch keine anderen Verhandlungschaoten mehr in die USA entsenden.
Wir brauchen andere Handelspartner.

Das geht jedoch so wenig in die Bundesdeutschen Köpfe, wie die Tatsache, dass der „Merkelsche“ Migrationsstrom die größte finanzielle Pleite der Bundesrepublik wird. Die nach Griechenland transmittierten Milliarden sind dagegen PINAZ.