Religionsfreiheit - Es kann nur einen deutschen Islam geben

„Es gibt keinen deutschen Islam“, schreibt Alexander Grau. Die anhaltende Zuwanderung zeigt aber: Genau einen solchen brauchen wir. Denn daran entscheidet sich auch die Zukunft unserer eigenen Kultur. Eine Replik von Klaus-Rüdiger Mai

Minarett der DITIB-Moschee in Kehl
Regenbogen über einem Minarett: „Der ‚Kopftuch-Islam‘ ist eine sehr moderne Erscheinung“ / picture alliance

Autoreninfo

Dr. Klaus-Rüdiger Mai, geboren 1963, Schriftsteller und Historiker, verfasste historische Sachbücher, Biographien und Essays, sowie historische Romane. Sein Spezialgebiet ist die europäische Geschichte. Am 10. April erscheint sein Buch „Geht der Kirche der Glaube aus?“

Foto: Herder

So erreichen Sie Klaus-Rüdiger Mai:

Alexander Grau beklagt, dass eine „gedankenlose Politik“ konservative Muslime und liberale Europäer „dazu nötigt“ ihre kulturelle Identität „unter ein Dach zu bringen.“ Als wenn es nur darum ginge! Obwohl Graus Diagnose einiges richtig beschreibt, geht sie letztlich doch in die Irre. Was ist die kulturelle Identität konservativer Muslime? Weshalb entstehen Probleme, wenn konservative Muslime und liberale Europäer miteinander leben wollen? Treten sie nicht auch auf, wenn liberale und konservative Europäer darüber streiten, wie sich die europäischen Gesellschaften entwickeln sollen, ob sie überhaupt eine „europäische Gesellschaft“ werden wollen?

Die vielen Terroranschläge in der muslimischen Welt zeigen, dass das Zusammenleben im Islam nicht unbedingt problemfrei ist. Weshalb eigentlich haben, wie Grau schreibt, konservative Muslime vollkommen recht, dass ein Euro-Islam oder ein deutscher Islam kein Islam wäre? Warum ist nur der konservative Islam der authentische und alle anderen Richtungen nicht, wie wird er definiert? Geht Alexander Grau hier den Salafisten auf den Leim? Passen unsere Setzungen von konservativ und progressiv überhaupt auf die muslimisch geprägten Gesellschaften? Will Alexander Grau tatsächlich entscheiden, welcher Islam der Richtige ist? Der Schiitische oder der Sunnitische, und weiter gefragt: der Wahhabitische oder derjenige der Sufis? Will er Theologen wie Mouhanad Khorchide oder der Anwältin Seyran Ates wirklich absprechen, Muslime zu sein?

Kultur und Religion bedingen sich wechselseitig

Alle großen Religionen besitzen eine gewisse Vielfalt, die entsteht, weil Glauben immer wieder neu verstanden und definiert werden muss. Kultur und Religion bedingen sich wechselseitig. Zu bedenken ist, dass das, was oft unter einem konservativen Islam verstanden wird – unter dem „Kopftuchislam“, wie es Bassam Tibi formulierte – im Grunde eine sehr neue, sehr moderne Erscheinung ist. Gerade Dschihadismus und Salafismus gehören nicht in das klassische Arsenal des Islams. Man kommt letztlich nicht weiter, wenn man jedem die eigene „kulturelle Identität“ zugesteht – nach dem Motto: Lebe sie aus, aber bitte nicht bei uns. Eine solche Vorstellung verkennt die Tatsache der Entwicklung. Der Islam selbst hatte zwischen dem 10. und dem 14. Jahrhundert eine sehr dynamische Phase erlebt.

Es ist richtig, dass aus dem Christentum das moderne Europa hervorgegangen ist, die Wissenschaft, die Aufklärung, auch die Säkularisierung. Es war Luther, der mit der Entdeckung des Ichs im Glauben den Grundstein für das Individuum legte und mit der Zwei-Regimenten-Lehre die Trennung von Staat und Kirche definierte. Gerade die Anwendung der historisch-kritischen Methode auf die Bibel führte zu einem neuen Verständnis des Glaubens. Bis tief in das Mittelalter hinein finden sich Übereinstimmungen zwischen dem Christentum und dem Islam. Die große Trennung geschieht mit dem Beginn der Neuzeit, mit dem gesellschaftlichen Modernisierungsschub, der eine Frucht des Christentums ist.

Fünf Forderungen für einen deutschen Islam

Hinsichtlich des Islams führen Verallgemeinerungen nicht weiter, wie sie Alexander Grau in immer neuen Entgegensetzungen bringt, zumal kulturelle Probleme auftreten, wenn die Religion letztlich nur als Schutzschild für eine Lebensweise dient, die sich an Clan-Strukturen und patriarchalischen Mustern orientiert. Deren Angehörige kennen Loyalität nicht gegenüber Staaten oder Nationen, sondern nur gegenüber ihrem Familien-Clan oder ihrem Stamm. Das Problem liegt also tiefer als die Diskussion der Religion überhaupt gehen kann. In Deutschland wird es überspitzt formuliert nur einen deutschen Islam geben können. Nämlich den, der vom Grundgesetz eingehegt ist.

Stimmt man dem zu, dann stellen sich folgende Forderungen:

1) Einwanderung muss geregelt und begrenzt werden. Wobei Einwanderung auch Asyl und subsidiären Flüchtlingsschutz umfasst. Benötigt wird ein einheitliches Gesetz, denn auf welchem Weg Zuwanderung auch immer geschieht – sie ist in ihrer Wirkung Zuwanderung.

2) Einwandern kann nur, wer sich auf der Grundlage des Grundgesetz integrieren will. Wer deutscher Bürger werden möchte, muss auch deutscher Bürger werden wollen – mit allen Rechten, und, was häufig vergessen wird, mit allen Pflichten. Teilhabe am Nehmen funktioniert nur, wenn auch eine Teilhabe am Geben existiert.

3) Alles, was nicht durch den Filter der Aufklärung passt, wird zu Konflikten führen.

4) Religionsfreiheit bedeutet, dass die Ausübung der Religion in den Grenzen des Grundgesetzes gestattet ist. Wo sie dagegen verstößt, nicht.

5) Es darf nicht zweierlei Recht geben, und schon gar keine Sonderrechte aufgrund religiöser Besonderheiten wie beispielsweise das Fasten. Wer Fasten will, muss Urlaub nehmen. Oder er muss das Fasten so einrichten, dass es den Arbeitsalltag nicht stört.

Frage der Einwanderung ist eine Frage der Kultur

Das sind einfache Regeln, die sich im Grunde von selbst ergeben. Im Zusammenleben mit anderen Religionen als dem Islam, werden sie nie diskutiert, sondern als selbstverständlich vorausgesetzt. Niemand wird gezwungen, nach Deutschland zu kommen. Wer hier leben und arbeiten möchte, hat sich an die Verfassung des Landes zu halten. Das muss er natürlich auch wollen. Ob er daneben den Buddhismus, das Alevitentum oder den Islam (als Euro- oder als konservativen Islam) praktizieren möchte, bleibt jedem selbst überlassen, wenn er denn auch die Begrenzungen seiner Religionsausübung akzeptiert. Diese ergeben sich aus unseren Gesetzen und Werten. Die Geschichte der Religionen lehrt, dass Religionen nicht statisch sind, wie Alexander Grau voraussetzt, wenn er annimmt, dass nur der konservative Islam der authentische ist. Denn das widerlegt die Geschichte des Islams selbst.

Das Problem liegt nicht in der Religion, sondern in der kulturellen Prägung der Migranten, ob man sie Asylsuchende, Flüchtlinge oder Geflüchtete nennt. Das wird um so deutlicher, je stärker sich Migranten auch aus Zentralafrika auf den Weg machen. Wir müssen die Frage der Einwanderung nicht als Frage der Religion diskutieren, sondern als Frage der Kultur. Deshalb ist die Frage der Einwanderung eine Frage an unsere Kultur. Ist sie wirklich in der Lage, immer mehr Menschen aufzunehmen, oder wird sie zerbrechen und auseinanderfallen wie das spätrömische Reich? Alles beginnt und endet bei drei Fragen: Wer sind wir, wie wollen wir sein und natürlich, wie können wir sein? Wenn wir diese Fragen nicht beantworten, dann werden sie für uns beantwortet werden. Darüber tobt im Grunde die schonungslose und mit aller Kraft geführte Diskussion in Deutschland: mit großsprecherischen Ideologemen, mit moralgefütterten Großwortmonstern, mit Verdächtigungen und mit Herabwürdigungen. Sie ist existentiell, denn sie entscheidet über unsere Zukunft.

 

Eduard Milke | Mi, 18. Juli 2018 - 12:42

„Wir müssen die Frage der Einwanderung nicht als Frage der Religion diskutieren, sondern als Frage der Kultur.“
Ich will das aber nicht. Sondern ich will, dass alles wieder so wird, wie es vor Herbst 2015 war. Denn dann brauchen solche Diskussionen nicht.

So, nun muss ich wieder auf die Arbeit um Steuern zu verdienen bzw. abgeben zu können.
Achja: heute ist übrigens „Steuergedenktag“. Vielleicht sollte Herr Mai das auch mal in seine Diskussion mit aufnehmen, dass wir mittlerweile bis 18.07. eines Jahres arbeiten müssen bis alle Steuern bezahlt sind. Oder hat etwa die Einwanderung am Ende damit gar nichts zu tun?

Dieter Hegger | Mi, 18. Juli 2018 - 12:47

Die eigentliche Frage ist, brauchen wir überhaupt Religionen ? Nein !

So lange es einen Überbietungswettbewerb der einzelnen Bundesländer betr. Ausnahmeregelungen und Extrabratwürste für bestimmte sogen. Religionsgemeinschaften gibt, so lange sind wir von einer strikten Trennung Staat-Religion Lichtjahre entfernt !

Ansonsten halte ich es persönlich wie der olle Einstein:
"Religion ist nichts weiter als ein anachronistischster Aberglaube" !

war nicht nur ein ausgeprägter Antisemit und Rassist, sondern auch ein geistiger Brandstifter des Totalitarismus, dessen Wirken 100 Millionen Tote zur Folge hatte.
Übrigens:
„Die Religion ist das Opium des Volkes.“ – So lautet das Zitat richtig, nicht: „Opium für das Volk“. Ein kleiner, aber feiner Unterschied.

Christa Wallau | Mi, 18. Juli 2018 - 12:52

Ihre Ausführungen, sehr geehrter Herr Mai, gehen das Problem grundsätzlicher an als der Kommentar, den Herr Grau verfaßt hat.
Was Sie in erster Linie kritisieren bzw. in den Fokus stellen, das ist die mangelhafte Einigkeit der westlichen Staaten hinsichtlich ihres kulturellen Selbstverständnisses. Ich stimme Ihnen darin ausdrücklich zu: Unsere christlich-europäische Kultur muß eindeutiger und verpflichtender definiert und einheitlich nach außen vertreten werden.
Daß Religionen nicht statisch sind, stimmt grundsätzlich auch. Aber im Falle des Islam (als ernst genommener Glauben, nicht als von der Herkunft übrig gebliebenes Anhängsel) sehe ich grundsätzlich keine Aussichten auf eine Annäherung an unsere, vom aufgeklärten Christentum geprägte europäische Kultur - beim besten Willen nicht!
Kurz: Es müßte eigentlich einen deutschen Islam geben, aber es wird ihn nach meinem Dafürhalten
nicht geben. Bestenfalls bekommen wir mehr
angepaßte Muslime als fanatische - wenn wir Glück haben!

Herr Mai unterstellt:" Was noch nicht ist, kann ja noch werden".
Die Erfahrungen der letzten 50 Jahre werden von ihm dabei ausgeblendet. Die 3. Generation der türkischen Migranten ist religiöser und fundamentalistischer als ihre Väter und Großväter und deren Zahl ist innerhalb von 50 Jahren von ca. 0,7 Mio auf ca. 3,5 Mio gewachsen. Muslime, die eine Reform ihrer Religion fordern, wie Frau Ates oder Hamed abdel Samad sind Einzelkämpfer und stehen unter Polizeischutz.
Mit beiden könnte man gut zusammen leben. Dann darf man aber auch nur noch Muslime mit ähnlicher Auffassung nach Europa hereinlassen. Wieviel % wären das ?
Das bedeutet: Die Hoffnung auf eine Reform und einen speziellen deutschen Islam ist eigentlich gegessen. Es kann nur noch darum gehen, den Anteil zurückzudrängen, wenn es nicht zu Houellebecqs Szenario kommen soll. Herr Mai ist offenbar zu einen ähnlichen Ergebnis gekommen, wagt aber nicht, es auszusprechen.

Peter Seidler | Mi, 18. Juli 2018 - 13:10

der Vergleich des Islams mit dem Christentum führt komplett in die Irre: Obwohl auch in christlichen Ländern Politik mit Religion verbunden wurde, so war das allerdings ein Missbrauch der christlichen Lehre. Dem hat Luther mit seiner Reformation einen Riegel vorgeschoben, ähnliches ist im Islam aber vollkommen ausgeschlossen. Denn hier ist Politik mit dem Glauben und der Durchringung des alltäglichen Lebens der Gläubigen unter der Scharia im Koran wortwörtlich vorgeschrieben und damit untrennbar miteinander verbunden.

Da der Koran auch nicht von dem Menschen Mohamed geschrieben wurde, sondern nur seine Hand durch Allah dabei geführt worden ist, ist ein Umdeutung der Suren für einen Muslim ausgeschlossen. Auch hier zeigt sich ein deutlicher Unterschied zum Christentum, wo das Neue Testament nicht von Gott geschrieben worden ist, sondern nur von durch Jesus Christus inspirierten Aposteln.

Damit sind alle Versuche, den Islam zu reformieren, zum Scheitern verurteilt.

Alexander Mazurek | Mi, 18. Juli 2018 - 13:13

… nur "Deutsche Christen" geben, aus "gutem" Grund … Koran lesen fördert das Denkvermögen, wie das Lesen der Hetzschrift "Über die Toleranz" eines Voltaire. Der Islam ist der "Aufklärung" nämlich ähnlich, wer hätte es gedacht, beide verleumden die Vergangenheit als dunkel, unwissend und verlogen, beide geben frühere Errungenschaften zivilisatorischen Fortschritts als die ihren aus, beider Aufstieg begann mit Massenmord, einmal der Juden z.B. des Stammes Banū Quraiza, einmal der Katholiken in der Vendée. Beide fordern sie Unterwerfung, unter die Scharia oder ein positivistisches Recht. Beide sind sie inklusiv: Jeder, der sich unterwirft, ist willkommen.
Das Kalifat und der säkulare Leviathan sind sich offenbar erstaunlich ähnlich.
"Ein kleiner Fehler im Anfang am Ende ein großer wird", so Aristoteles, wie man sieht.

Frank Linnhoff | Mi, 18. Juli 2018 - 13:16

Wie viele Muslime leben eigentlich in Deutschland? 4 Millionen, 5 Millionen? Jedenfalls nicht einmal 1/10 tel der Bürger. Sind eigentlich alle, die wie Muslime aussehen, praktizierende Muslime? Sei es wie es sei, ich stelle fest, dass das Selbstvertrauen in die Resilienz der liberalen, offenen Gesellschaft nicht besonders ausgeprägt ist in diesem, unserem Lande.

Da empfehle ich Ihnen mal in eine x-beliebige Grundschulklasse zu gehen oder auf einen x-beliebigen Sportplatz. Da sehen Sie die Realität.
Die ach so zahlenmäßig überlegene deutsche Mehrheitsgesellschaft grüßt währenddessen aus den Fenstern der Altersheime.

Hans Jürgen Wienroth | Mi, 18. Juli 2018 - 13:21

Herr Grau hat Recht, wenn er dem Islam eine Zugehörigkeit zu unserem Land (und unserer Kultur) abspricht. Genau auf diesen kulturellen Aspekt zielen auch die Argumente von Herrn Mai.
Während das Christentum anderen Religionen und Atheisten tolerant ist, hat der Islam einen „Alleinstellungsanspruch“. Als Moslem wird man geboren und hat keine Religionsfreiheit. Genau die nehmen Muslime für sich in Anspruch, wenn sie in andere Kulturen ziehen. Sie tolerieren aber andere Glaubensgemeinschaften nicht.
Die Familie hat im Islam auch heute noch einen hohen Stellenwert. Diesen Wert hatte sie auch im Christentum. Allerdings haben „Liberalisierung“, und die „Aufklärung“ der 68er den Wert der Familie in der Gesellschaft zerfallen lassen. Damit hat sich unser Land immer weiter von der christlichen Kultur entfernt. Diese Kultur ist mit einem noch so liberalen Islam nicht vereinbar.
Wenn wir eine „säkulare, moderne, vielfältige“ Kultur in unserem Land wollen kann der Islam nicht dazugehören.

Renate Brunner | Mi, 18. Juli 2018 - 13:27

der Islam ist und bleibt ein Problem für Europa,
sonst gäbe es diese vielen Diskussionen und Standpunkte nicht. Über KEIN Problem zu diskutieren, ist NICHT möglich.
Im Grunde genommen ist es doch ganz einfach:
wenn eine mehr oder weniger homogene Kultur (europäische Kulturen), europäische Gesellschaften durch eine fremde Kultur (inkl. Religion) eine bestimmte Menge an Menschen aufnimmt, die auch Forderungen (verschiedenster Art) stellen, dann ist diese, sind diese homogenen Gesellschaften gefährdet und es beginnt sozialer Unfrieden. Und es komme mir keiner, der behauptet, dass die europäischen Staaten/ Völker
bis zur "Gastarbeiterzeit" nicht homogen gewesen wären. Minderheiten in kleiner Anzahl stören die Homogenität nicht.

Dietmar Deibele | Mi, 18. Juli 2018 - 13:45

warum sollten wir uns all die Probleme aufhalsen, die artfremde Kulturen mit sich bringen? Es gäbe doch genügend qualifizierte Bewerber, wenn man Einwanderung nach kanadischem Vorbild mittels Gesetz regelt. In Osteuropa fänden sich ebenso kulturell passendere Bewerber. Paar Asylanten könnte man auch noch Schutz gewähren, doch nicht den 99% Wirtschaftsmigranten. Es gibt keinen Grund das Problem überhaupt philosophisch anzugehen.

Manfred Steffan | Mi, 18. Juli 2018 - 14:01

1. Wir haben uns eine freiheitliche Verfassungsordnung geschaffen und können, nach unserem eigenen Anspruch, niemanden zu einer bestimmten Weltsicht, zu einer bestimmten Religion zwingen. Der Staat (nicht die Zivilgesellschaft!) muss gar religiös-weltanschauliche Neutralität wahren.
2. Diese Neutralität gilt nicht gegenüber den Verfassungswerten, also dem, was die Verfassungsgesetze trägt. Zu nennen sind dazu vor allem Rationalität und der Vorrang des Individuums vor dem Kollektiv in der Werteskala. Unsere Gesellschaft gibt sich auf, wenn sie sich selbst relativiert.
3. Genau hier sehe ich das Problem mit dem konservativen Islam. Dieser ist, jedenfalls in der organisierten Form, in der Mehrheit. Ich verweise hierzu auf die Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam.
4. Hier wird nur gelten können: Ein rein spirituell gelebter Islam ist unproblematisch. Ein politischer Islam kann nicht geduldet werden. Wer nicht mit dieser Sicht zu uns kommt oder sie zumindest annimmt, muss gehen!

Werner Winter | Do, 19. Juli 2018 - 19:58

In reply to by Petra Führmann

Warum sollen sie gehen, es ist ihr AUFTRAG, den Islam weltweit zu verbreiten, dazu ist jedes, aber JEDES Mittel recht. Früher kamen sie mit dem Schwert, heute mit dem Koffer. Der Islam wird sich erst zufrieden geben, wenn alle Ungläubigen "geläutert" sind. Für mich ist der Islam keine Religion sondern eine Philosophie. Im ach so demokratischen Deutschland haben sie leichtes Spiel.

wolfgang spremberg | Mi, 18. Juli 2018 - 14:16

bringen, ernst genommen, irrationale Elemente in unser Denken, unsere Vorstellungen ein, da sie meist auf "Offenbarungen" beruhen und nicht auf nachdenken, wissenschaftlichen Erkenntnissen etc..
Besonders mit dem Islam schaffen wir uns zusätzliche und unnötige Probleme, da wir keine Einwanderung aus islamischen Gesellschaften benötigen. Unsere "Eliten" handeln gegen die Interessen des "Deutschen Volkes" dessen Wohl zu mehren unsere Regierung geschworen hat....
So einfach ist es manchmal....

Bettina Diehl | Mi, 18. Juli 2018 - 14:22

"Sollte ich eines Tages großen Einfluss oder Macht besitzen, halte ich es für das Beste, unsere Gesellschaft schlagartig – sofort und in kürzester Zeit – zu verändern. Denn im Gegensatz zu anderen glaube ich nicht, dass sich die Veränderung erreichen lässt, indem die Ungebildeten nur schrittweise auf ein höheres Niveau geführt werden ... Nicht ich darf mich ihnen, sondern sie müssen sich mir annähern.“ und weiter..„Diese absurde Gotteslehre eines unmoralischen Beduinen ist ein verwesender Kadaver, der unser Leben vergiftet.“

zutreffend.
Erdogan ist zum Anti-Atatürk mutiert.
Taqiyya lässt grüßen.

Wie wenig nachhaltig die schnelle Veränderung der türkischen Gesellschaft durch Atatürk tatsächlich war, zeigt sich erst heute. Sie war ebenso erfolglos wie die schnelle Veränderung durch den Schah von Persien beim iranischen Volk.
Die absurde Gotteslehre des "unmoralischen Beduinen", wie es Atatürk ausdrückte, stammt aus dem Judentum, den Erfolg einer verordneten Staatsreligion hat ihm das Christentum aufgezeigt.
Unser Leben wird von all diesen absolutistischen Glaubensvorstellungen genauso vergiftet wie von den Ideologien.

Birgit Fischer | Mi, 18. Juli 2018 - 14:26

Niemand kann den Islam einhegen außer dem Islam selbst. Es gibt aber nicht d e n Islam. Schon gar nicht gibt es einen europäischen Islam. Auch kann niemand eine islamische Reformation oder Aufklärung erzwingen. Auch nicht in Europa. Das einzige Mittel ist, das Vordringen des Islam in Europa strikt zu begrenzen. Wie soll das gehen? Europa bestimmt, wer und in welcher Zahl nach Europa migrieren darf. Also lassen wir diejenigen rein, die uns passen und andere nicht. Europa ist nicht verpflichtet, Migranten aus islamischen Ländern aufzunehmen. Deswegen liegt der Schlüssel in der Steuerung der Migration, in der Auswahl derer, die kommen. Grenzschutz und konsequente Rückführung von Störern ist das gebot der Zukunft.

peter wenzel | Do, 19. Juli 2018 - 12:26

In reply to by Birgit Fischer

Jeder Islamistische Bürger der in Deutschland lebt .Der den Islam über unser Grundgesetz stellt.
Muss Deutschland verlassen.
Die, die Deutsche Staatsbürgerschaft er langt haben - muss Ihnen aberkannt bzw entzogen werden.

Bernhard Marquardt | Mi, 18. Juli 2018 - 14:45

Die Hoffnung richtet sich allenfalls auf die Zahl der Muslime, die es mit ihrer Religion nicht allzu ernst nehmen. Selbst in der Türkei war das nach der Säkularisierung unter Atatürk durchaus möglich. Oder aber auf die Aleviten, die, selbst zwangsislamisiert, gänzlich andere religiöse Zielvorstellungen haben als Sunniten oder Schiiten. Deren ideologische Verfechter kennen keine religöse Toleranz, ganz im Gegenteil. Und wer glaubt, dort gemäßigte Strömungen auszumachen, dem sei als Lektüre „Die Unterwerfung“ von Michel Houellebecq ans Herz gelegt.

Markus Michaelis | Mi, 18. Juli 2018 - 14:46

Ich denke nicht, dass Grau einen bestimmten Islam fordert, er beschreibt, was er sieht, und da stimme ich in vielem überein. Es ist wohl auch wahr, dass die heutigen Islamrichtungen eine jüngere Entwicklung sind, aber eben doch Jahrzehnte alt und recht dominant. Das ist nunmal der Islam (oder die Islams) von heute.

"Will er Theologen wie Mouhanad Khorchide oder der Anwältin Seyran Ates wirklich absprechen, Muslime zu sein?"

Das glaube ich nicht. Ich nehme an, Grau stellt nur fest, dass diese Muslime näher an einer "alt-"deutschen Gesellschaft liegen, aber vom Großteil zumindest der sichtbaren Muslime eher isoliert sind.

Was mir auch immer am Herzen liegt: wir sollten das GG nicht überfordern. Das führt in Sackgassen. Das GG regelt die Checks&Balances für das System, in dem wir streiten (Länder, Bund, Polizei, Justiz etc.). Über Inhalte, wie wir leben, sagt das GG nichts, außer ein paar sehr allgemeinen und widersprüchlichen Prinzipien in den ersten Artikeln.

Dimitri Gales | Mi, 18. Juli 2018 - 14:47

die ihren Glauben sehr diskret praktizieren, gut integriert oder pseudo-integriert sind, man käme kaum auf den Gedanken, sie seien Muslime. Die stellen auch kein Problem dar. Schwierig wird die Integration bei Islam-Gläubigen mit sehr starker religiöser Identität. Denn der Islam ist nun einmal eine altertümliche Religion, die nicht in unsere Zeit passt. Die archaische jüdische Religion (Altes Testament) wurde immerhin durch das Christentum temperiert. Ganz wichtig ist jedoch die Tatsache, dass der Islam de facto eine politische Waffe ist, die insbesondere von einigen arabischen Staaten gefördert wird. Insofern waren die europäischen Staaten zu arglos, zu sorglos, zu offen. Gegen Intoleranz hilft eben nur Intoleranz, als Gegengift.

Steffanie Koch | Mi, 18. Juli 2018 - 15:02

Der teutsche Islam... man traut sich ja noch nicht einmal das eindeutige und aussagekräftige Wahlverhalten der sog. vollintegrierten Türken mit Doppelpass bei der letzten Türkei-Wahl medial zu verarbeiten. Und das obwohl Özugüz, die Schutzherrin der Erdogan-Anhänger in Deutschland zwar nicht mehr Integrationsbeauftragte ist, aber in Hamburg für die SPD noch immer ihr Unwesen treibt.
Erdogans Ditib und seine rassistischen und antisemitischen Einstellungen bringen auch keinen bei diesem Thema SPD oder Grünen Politiker dazu über diese dämliche Partnerschaft nachzudenken. Ein "deutscher Islam" dürfte nur unter der absoluten Mehrheit der AfD keinen Schaden für Demokratie und Verfassung darstellen.

Walter Drechsler | Mi, 18. Juli 2018 - 15:04

Gleichwohl weder die Religion noch die Kultur der Einwanderer brachte und bringt positives nach Deutschland und Europa was man integrieren könnte wie man längst überall sehen kann. Jetzt glaubt man diskutieren zu müssen wo doch der Zug längst abgefahren ist und von der Politik unumkehrbar Fakten geschaffen wurden. Deutschland und Europa wie wir es kannten wird abgeschafft. Da gibt es keinen Zweifel und kein zurück mehr.

Norbert Heyer | Mi, 18. Juli 2018 - 15:15

Das ist der eine gravierende Unterschied zwischen den Religionen: Christen reden von Andersgläubigen, Moslems von Ungläubigen. Der Islam ist nicht auf die Religion beschränkt, sondern hat die Deutungshoheit für alle Bereiche. Solange wir Zweitfrauen, Kinderehen und „kulturbedingte“ Unterschiede bei der Anerkennung der Gleichberechtigung von Frauen akzeptieren, wird unsere Kultur und somit auch die Religion den Bach runtergehen - nur eine Frage der Zeit. Alles was Herr Mai hier fordert, ist richtig und müsste bedingungslos gelten. In der Realität sieht man Tag für Tag, wie der Islam in kleinen Schritten immer weiter an Bedeutung gewinnt. Für einen Gläubigen Moslem geht nichts - absolut nichts - über die Scharia. Und wer immer noch nicht überzeugt ist, braucht nur das Wahlergebnis für Herr Erdogan von den hier lebenden Türken zu Rate ziehen oder das Verhalten von zwei voll integrierten Fußballprofis der Mannschaft beachten. Wir müssen wachwerden, geschlafen haben wir lange genug.

Paul J. Meier | Mi, 18. Juli 2018 - 15:21

Ich denke sie haben Herrn Grau nicht richtig interpretiert! So wie die Aufklärung aus dem Christentum entstanden ist, müssten, (und hier setzt der Konjunktur die Fakten und nicht ihr, was wir brauchen, müssen etc.), so wie ich das beschrieben habe, innovierende Fluktuationen generiert werden. Das gibt es durchaus schon, da haben sie nicht unrecht., z.B. Seyran Ates oder Hamed Abdel-Samad. Nur müsste(!) sich das erst einmal stabilisieren, schauen sie nur welchen um es gelinde zu sagen, "Animositäten", Frau Ates ausgesetzt ist und nicht nur von Salafisten, sie betreiben hier eklatante Schönfärberei! Sicher haben sie recht mit ihren Forderungen, nur wie setzen sie diese denn um? Alle abschieben, die nicht konform sind? Das widerspricht aber dem Grundgesetz! Schöne Worte nützen nichts, wir schaffen es noch nicht einmal Kinderehen, Mehrfachehen oder Islamisten zu reglementieren.
Was machen sie denn mit den de jure und de facto inkompatiblen Leuten? Und wo/wann setzten sie die Grenzen?

Oh Gott, das soll natürlich Konjunktiv heißen, hatte z.Zt. eine Konjunkturanalyse in Arbeit! Sorry!

Karl Müller | Mi, 18. Juli 2018 - 16:12

Und natürlich kann es einen "deutschen Islam" genau so geben wie die "deutsche Physik", nämlich gar nicht. Transzendenter Unfug, oder wie auch immer man die religös- weltanschaulichen Konstrukte auch bezeichnen mag, kann mit einem aufgeklärten Staatswesen genau nichts zu tun haben. Es ist auch völlig bedeutungslos was eine Person zu glauben meint. Es kann einzig entscheidend sein wie sich eine Person verhält. Entweder akzeptiert sie den Primat der FDGO, oder nicht. Im letzteren Fall ist diese Person mit allen rechtsstaatlichen Mitteln zu bekämpfen. Mit Links- und Rechtsterrorismus wurde ebenso verfahren.
"Religion" als Rechtfertigungsgrund für positive oder negative Sonderrechte, das muss endgültig Vergangenheit sein.

Jacqueline Gafner | Mi, 18. Juli 2018 - 16:16

Das sind die richtigen Fragen, die sich nicht nur Deutschland, sondern alle westlich geprägten Staaten und Gesellschaften mit Blick auf die Zuwanderung aus andern Kulturräumen stellen müssen. In der Verneinungsform wird noch etwas deutlicher, dass es die "schon etwas länger hier Lebenden" sind, die sich darüber klar werden müssen, wohin die Reise gehen bzw. nicht gehen soll und/oder kann, zumindest im Sinne einer Generallinie mit programmatischen Charakter. Es kann nicht sein, dass (ungefragt) Zuwandernde mit einer signifikant andern kulturellen Prägung und erkennbar andern Vorstellungen zur Rolle von Staat und Gesellschaft, von Bürgerinnen und Bürgern und - last but not least - zur Freiheit des Individuums innerhalb der Grenzen der demokratisch verabschiedeten Rechtsordnung darüber bestimmen, was aus den Staaten und Gesellschaften des sogenannten Westens wird bzw. werden soll. Das käme dem gleich, was man in der Wirtschaft unter einer (versuchten) "feindlichen Übernahme" versteht.

Bernhard K. Kopp | Mi, 18. Juli 2018 - 16:53

'Wir' brauchen zunächst nichts. Wenn die Moslems, die in D und in Europa leben wollen eine angepasste Version von Islam wollen, dass müssen sie sich eine solche definieren und leben. Dazu müssen sie natürlich die Anfeindungen und Morddrohungen aus der islamistischen Welt überleben, und auch gegen den massiven Einfluss aus der Türkei und Öl-Arabien bestehen. Wer meint, unter dem Mantel von Religionsfreiheit eine Ordnung zu definieren und leben zu können, die unserer Ordnung widerspricht, zu Konflikten mit uns führt, und auch die Mitglieder der 'Gemeinde' zwingt, unser Recht als subsidiär anzusehen, der wird mit allen Mitteln des Rechtsstaates unerbittlich bekämpft. 'Wir' brauchen deutlich mehr kulturelles Selbstbewusstsein, sonst nichts.

Yvonne Walden | Mi, 18. Juli 2018 - 17:15

Wir hier in Deutschland sollten eigentlich Staat und Religion(en) strikt voneinander trennen. So will es unser Grundgesetz.
Deshalb sollten auch dem Islam - in welcher Ausprägung auch immer - keinerlei Sonderrechte eingeräumt werden.
Angehörige aller Religionen haben unsere Verfassungsgrundsätze zu beachten und danach zu leben. Nur so ist ein gedeihliches Zusammenleben von Menschen aller Religionen, aber auch ohne religiöse Überzeugungen, möglich.

Ludwig Gautsch | Mi, 18. Juli 2018 - 17:23

Wäre der nicht viel zu klein gedacht? Der Islam und auch sonst jedwede Religion kennen keine Nationalität. Schon von daher ist der Ansatz Unfug. Und wer die Entwicklung der islamischen Staaten sowie die Ergebnisse von sog. Integrationsprozessen ernsthaft
beobachtet, der kommt bei ehrlicher Einschätzung nicht daran vorbei, dass es in aller Regel große Gruppen einer ganz bestimmten Religion sind, die selbst nach Generationen immernoch oder gar verstärkt in Parallelgesellschaften leben. Integration bedeutet in erster Linie, den unbedingten Willen aufzubringen, sich in die aufnehmende Gesellschaft einzuordnen. Diesen Willen kann ich bei muslimisch geprägten Menschen bei bestem Willen nicht erkennen. Vielleicht nimmt dieser spezielle Glaube auch die Fähigkeit sich einzufügen? Zu streng scheinen die konkreten Lebensregeln, zu streng die Strafen bei Abweichungen davon. Das Experiment würde ich lieber abgebrochen sehen. Aber wer hat dazu noch die Macht?

Robert Schmidt | Mi, 18. Juli 2018 - 17:37

Für Moslems gibt es über 50 Staaten, in denen sie ihren Islam leben können, wenn sie wollen.
Deutschland ist völlig unbeleckt vom Islam (jetzt bitte nicht anfangen und Gegenbeispiele suchen, sie sind verschwindend in Relation gesetzt).
Und es ist damit zu dem geworden, was offensichtlich selbst Leute aus dem islamischen Kulturkreis attraktiv finden.
... und es soll so bleiben! Jeder selbstreflektierte Zuwanderer sieht das ganz genauso.
Es ist eine fixe, zum Scheitern verurteilte Idee, irgendeinen "deutschen Islam" erschaffen zu wollen.
Ich weiss nicht, ob der Autor den Koran gelesen hat - ich habe ihn gelesen. Er ist im Vergleich zur Bibel sonderbar inhaltsarm, immer wieder um das gleiche Thema kreisend: Allah als der einzige Gott, wer sich ihm bedingungslos unterwirft, kann auf Barmherzigkeit vor der Hölle hoffen, ein Ungläubiger ist verloren, der Kalif ist der Stellvertreter Allahs auf Erden. Über hunderte von Seiten wird dieses Thema variiert.

Karin Zeitz | Mi, 18. Juli 2018 - 17:38

dass der Koran -anders als die Bibel - nicht im historisch-kulturellen Zusammenhang ausgelegt und diskutiert werden kann. Es gilt den Muslimen als heiliges Buch und originäres Wort Gottes. Daher ist jeder mit dem Tode bedroht, der öffentlich abweichende Deutungen proglamiert. Wegen der Zerstörung eines solchen Buches wurden schon Menschen von gläubigen Muslimen gelyncht. Natürlich leben in Deutschland auch Menschen, die sich Muslime nennen, obwohl sie keine näheren Kenntnisse über ihre heiligen Schriften haben, genauso wie es christliche Kirchensteuer-Zahler gibt, die beim Aufzählen der 10 Gebote nach dem 6. Gebot ins Stocken geraten. Die europäische Kultur ist christlich geprägt, aber in säkularen Staaten entwickelt sich heutzutage -Gottseidank- die Kultur auch ohne Gottesbezug.

Gerhard Krohmer | Mi, 18. Juli 2018 - 18:25

In Deutschland sind jeweils ca. 28 % der Bevölkerung katholisch und genau so viele evangelisch, ca. 35 % sind konfessionslos.
Macht zusammen 91 %. Der Anteil der aktiven und gläubigen Christen wird immer geringer. Mit jeweils 8 % pro Konfession dürfte er hoch geschätzt sein. Die jeweils restlichen 20 % bezeichne ich als christliche Karteileichen. Die sind noch wichtig als Kirchensteuerzahler. Somit wären ca. 75 % der Bevölkerung entweder agnostisch, atheistisch oder nur noch pro forma christlich.
Die Muslime ergeben ca. 5 %.
Von diesen 5 % ist eine sehr große Mehrheit nicht radikal. Die Leute sind froh, daß die Deutschen sie aufgenommen haben. Ich selbst gehöre zu den humanistisch orientierten Agnostikern und vertrete diese Einstellung ganz entschieden. Ausschlaggebend ist das Maß an Humanität, welches zwischen den Menschen exisitiert.
Religionen sind meiner Ansicht nach menschliche Erfindungen, die zunehmend bedeutungslos werden.

gerhard hellriegel | Mi, 18. Juli 2018 - 18:51

Unmöglich, auf all das einzugehen, und schon gar nicht mit einem 1000-Zeichen-Budget.
Daher nur ein Zitat: "Es ist richtig, dass aus dem Christentum das moderne Europa hervorgegangen ist, die Wissenschaft, die Aufklärung, auch die Säkularisierung."
Daran ist richtig, dass es natürlich Christen waren,
die all dies vorantrieben. Denn waren Sie kein Christ, dann wurde Ihnen ganz schnell ganz warm ums Herz, oder Sie vergnügten sich mit Dehn- und Streckübungen. Nebenbei: unter diesen Bedingungen ist gar nicht klärbar, wer Christ war.
Wissenschaft ging aus der Entwicklung des Handwerks hervor, mit dem Christentum hat das nichts zu tun. Wissenschaft entstand aus der Distanz zur Religion, wie schon bei den Griechen.
Die Kirchen haben das von Anfang an bekämpft, denn Aristoteles hatte ja schon alles geklärt - und den Segen der Religion.

Peter Weih | Mi, 18. Juli 2018 - 19:58

ist der Satz "mit dem gesellschaftlichen Modernisierungsschub, der eine Frucht des Christentums ist."
Nein, der Modernisierungsschub des 18. und 19. Jh. war eine Frucht der Aufklärung!!! Die Modernisierung wurde hart und sehr leidvoll GEGEN den organisierten christlichen Glauben, sprich gegen die beiden christlichen Kirchen, erkämpft.

Muss man einen Historiker ernsthaft an Galilei an Voltaire an die die französische Revolution etc. erinnern?

Religion ist Privatsache!!!! Zu einem liberalen Verfassungstaat "gehört" überhaupt keine Religion. Diese ganze Diskussion zeigt ein geradezu erschreckende Ignoranz bzw. Unkenntnis unserer politischen "Elite" der liberalen und säkularen Verfassungstradition auf der auch das Grundgesetz basiert.
Der Staat muss absolut neutral sein in Glaubensfragen und es darf keinerlei Bevorzugung oder Sonderrechte von religösen Vereinen geben (z.B. im Arbeitsrecht für die beiden christlichen Konfessionen).

Eben der gesellschaftliche Fortschritt kam nur gegen erhebliche Widerstände zustande. Der klerikale Widerpart und seine Parteigänger haben bestenfalls Kröten geschluckt. Sonst wäre die auch vor dem nächsten Exekutionskommando gelandet. Aber selbst einschneidende Maßnahmen wie der Wohlfahrtsausschuss hatten nur begrenzte Wirkung.

Mathias Trostdorf | Mi, 18. Juli 2018 - 21:10

Ich kann nur von mir ausgehen, und da befinde ich, daß ich gar keine Sorte Islam brauche.
Ich brauche nur Dinge, die mein Leben besser machen. Und wenn man mal Leute aus dem ehemaligen Osten befragen würde, ob ihnen der Islam gefehlt hat, würde man wohl kaum jemanden finden, der das bejahen würde.

Willi Sempf | Mi, 18. Juli 2018 - 23:12

Im Jahr 1453 diskutierten christliche Mönche in Byzanz über religiöse Formeln , dabei belagerte ein islamisch­osmanisches Heer die Stadt und nahm diese schliesslich ein. Die
islamischen Krieger haben Byzanz in Istanbul verwandelt . Muslime nennen solche wertlosen Debatten im Rückblick auf den Fall Konstantinopels «byzantinisches Geschwätz».
Seitdem ich den Koran gelesen habe , ist für mich klar - Diese aggressive , hinterlistige , religiöse Ideologie kann man nicht reformieren , sondern nur total ablehnen. Kommt der Islam , müssen Freiheit , Toleranz und Gleichberechtigung der Frau verschwinden. Islam heißt Unterwerfung - nicht Frieden .

Genau so ist es. Unsere Politiker lassen sich absolut einlullen, von den Imamen, von den Islamkonferenzen, Ditib usw. Klappt die Integration nicht, ist Deutschland Schuld, muss noch mehr Geld investiert werden. Wobei, es muss die Frage gestellt werden, darf sich überhaupt eine Muslima oder ein Moslem integrieren - in die Kultur der Ungläubigen ?

Kostas Aslanidis | Do, 19. Juli 2018 - 08:43

haben mit Demokratie nichts zu tun. Das nennt sich Propaganda. Haben die orthodoxen Griechen, Russen, Serben, Bulgaren einen Zentralrat, oder die katholischen Polen, Italiener, Spanier, oder die Buddhisten, Hinduisten, Taoisten, Atheisten.

helmut armbruster | Do, 19. Juli 2018 - 08:59

jede öffentliche religiöse Ausübung, Zurschaustellung oder Missionierung müsste verboten werden und zwar für alle Religionen.
Also auch kein Glockengeläut, kein Wort zum Sonntag, kein Religionsunterricht in öffentlichen Schulen, keinen christlichen Amtseid usw. usf...
Der Staat und seine Institutionen und Strukturen müssten von allem Religiösem befreit werden.
Jede Art von Religion nur privat, niemals öffentlich.
Harte Strafen für jeden, der das missachtet.
Würden wir das befolgen und umsetzen würde sich die Frage eines deutschen Islam gar nicht stellen.

Gottfried Meier | Do, 19. Juli 2018 - 09:08

Es wäre ja schon viel gewonnen, wenn es einen verfassungskonformen Islam gäbe, wenn also die in Europa lebenden Moslems den Vorrang der jeweiligen Verfassungen über ihre Religion anerkennen würden.

Silas Loy | Do, 19. Juli 2018 - 10:17

Leute wie Bassam Tibi haben nach langen Jahren ihren "Euro-Islam" begraben müssen und Leute wie Ates wird auch ein Nichtmuslim als nicht wirklich islamisch erkennen können. Herr Mai, der Koran ist meiner Meinung nach der Exegese in entscheidenen Punkten nicht zugänglich, Sie denken hier von der Bibel her. Herr Grau sieht das zutreffender. Ausserdem arbeitet die Zeit (Demographie) für die Muslime in Europa. Sie werden die Teilhabe an den politischen und kulturellen Entwicklungen einfordern und sie werden sie -zu ihren Bedingungen- bekommen. Wir haben mit ihnen ihre Stolzkultur importiert und das bedeutet immerwährende Auseinandersetzungen, denn sie werden wo immer möglich die Machtfrage stellen. Ob auf der Strasse oder dann im Bundestag. Sie suchen kein Einvernehmen. Wir sind im Begriff unser christliches Erbe aus der Hand zu geben und die Kontrolle zu verlieren. Polygamie, Kinderehen und Beschneidungen Minderjähriger sind längst Alltag. Das alles nehmen wir ja heute schon einfach hin.

Manuel Negwer | Do, 19. Juli 2018 - 12:06

...schwer zu toppender Text, aus dem an allen Ecken eine frappierende Unkenntnis der islamischen Welt hervorlugt. "Warum ist nur der konservative Islam der authentische und alle anderen Richtungen nicht, wie wird er definiert?" Der Autor scheint noch nie etwas von den Rechtsschulen des Islam gehört zu haben, die über die Normen und Inhalte des Glaubens wachen und bei Bedarf Gutachten erlassen. Dass diese einen deutschen Retortenislam als rechtmäßig anerkennen würden, ist in etwa so wahrscheinlich, wie die Zustimmung zu Abtreibung und Homoehe durch den Vatikan. Eher wird dieser "deutsche Islam" von konservativen Islamgelehrten und Verbandsfunktionären bekämpft werden, wie es bereits jetzt mit der von der Aktivistin Seyran Ates in Berlin ins Leben gerufenen liberalen Ibn-Rushd-Goethe-Moschee geschieht. Der von Mai zitierte Bassam Tibi hat im übrigen bereits vor einiger Zeit aus ähnlichen Gründen Abstand genommen von der Vision eines "Euro Islam". Nichts Neues also unter der Sonne.

Reinhard Benditte | Do, 19. Juli 2018 - 12:54

Ein Beispiel: Herr May schreibt „Bis tief in das Mittelalter hinein finden sich Übereinstimmungen zwischen dem Christentum und dem Islam.“, bleibt aber schuldig zu beschreiben, worin die Übereinstimmungen bestehen.

Das ist auch verständlich, denn es gibt sie nicht! Die islamische Expansion nach SüdEuropa und auf die iberische Halbinsel kam Anfang des 2. Jahrhunderts ins Stocken. Durch die Eroberung Siziliens haben die Normannen (1061–1091) den Islam aus Südeuropa zurückgedrängt. In Spanien wurden Muslime zwar geduldet, wurden aber Anfang 1600 vertrieben!

Herr May, wo ist da die Übereinstimmung? Oder meinten Sie die Diskriminierungen und die Zwangskonvertierung? Und diese Zwangskonvertierungen haben tatsächlich Christen und Muslime gemeinsam! Die Muslime in den eroberten Grbieten, dito die Christen in den ihrigen!

Kostas Aslanidis | Do, 19. Juli 2018 - 13:56

die Mainstreampresse. Anpassen heisst die Devise. Typisch Deutsch.

Wolfgang Beck | Fr, 20. Juli 2018 - 15:04

"Frage der Einwanderung ist eine Frage der Kultur"
Ganz falsch. Richtig muß es heißen: ... eine Frage der Identifikation. Was wird von einem demokratischen Staatsbürger denn wirklich erwartet? Daß er sich mit seinen Landsleuten identifiziert - und zwar ohne wenn und aber. Solange es noch eine Wehrpflicht gab, war dieser Anspruch unschwer zu erkennen; er mußte sich für seine Landsleute einsetzen, ohne Rücksicht auf seine Gesundheit oder sein Leben. Eine derartige Forderung setzt die totale Identifikation als größte Selbstverständlichkeit voraus. Um es kurz zu machen, Demokratie und Migration schließen sich gegenseitig aus - denn es ist wohl psychologisch eine Ding der Unmöglichkeit, in eine anderes Land zu gehen und sich mit den dort lebenden Menschen zu identifizieren. - Anderer Kritikpunkt: "Einwandern kann nur, wer sich auf der Grundlage des Grundgesetz integrieren will." Wie will man das kontrollieren?