Handelskrieg mit USA - Der falsche Glanz des Exportweltmeisters

US-Präsident Donald Trump droht mit einem Handelskrieg. Der könnte Deutschland empfindlich treffen. Denn hinter der Fassade des Exportweltmeisters erodiert die Wettbewerbsfähigkeit. Gläubiger zu sein, ist gerade keine gute Idee. Welche Maßnahmen jetzt wichtig wären

Ein Eichhörnchen schaut in die Kamera
Wie Eichhörnchen sorgen die Deutschen zwar fleißig vor, aber vergessen, wo sie die Ersparnisse versteckt haben / picture alliance

Autoreninfo

Daniel Stelter ist Gründer des auf Strategie und Makroökonomie spezialisierten Diskussionsforums „Beyond the Obvious“. Zuvor war Stelter von 1990 bis 2013 Unternehmensberater bei der Boston Consulting Group (BCG), zuletzt als Senior Partner, Managing Director und Mitglied des BCG Executive Committee. Heute berät Stelter internationale Unternehmen bei der Vorbereitung auf die Herausforderungen der fortschreitenden Finanzkrise. Im September 2014 erschien seine Piketty-Kritik Die Schulden im 21. Jahrhundert. Sein neues Buch „Das Märchen vom reichen Land – Wie die Politik uns ruiniert“ erscheint im September.

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Donald Trump macht ernst. Wie im Wahlkampf angekündigt, setzt er auf Zölle und Handelsbeschränkungen, um die amerikanische Wirtschaft vor – wie er meint – unfairem Wettbewerb zu schützen. Wenig kümmert es ihn, dass Handelskriege am Ende niemanden nutzen und gemeingefährlich sind. In den dreißiger Jahren hat Protektionismus entscheidend dazu beigetragen, die Weltwirtschaftskrise zu verstärken. Eine Wiederholung kann sich niemand wünschen.

Zunehmend im Fokus der Kritik steht Deutschland. Natürlich können wir argumentieren, dass wir besonders hart und gründlich arbeiten und unsere Produkte sehr gut sind. Tatsache ist jedoch, dass die Lohnzurückhaltung der vergangenen 15 Jahre und der schwache Eurokurs unsere Exporte deutlich verbilligt haben. Die Produktivitätsfortschritte, der eigentliche Maßstab für die Fitness einer Wirtschaft, sind hingegen deutlich zurückgegangen. Hinter der Fassade des Exportweltmeisters erodiert in Wahrheit unsere Wettbewerbsfähigkeit. 

Deutscher Überschuss gefährdet Weltwirtschaft

Unser Überschuss entzieht anderen Ländern Kaufkraft und Arbeitsplätze. Da sich die westliche Welt erst mühsam von den Folgen der Finanzkrise erholt, ist es für Politiker verlockend, die Überschussländer für die eigenen wirtschaftlichen Probleme verantwortlich zu machen. Protektionismus ist deshalb schon seit Jahren auf dem Vormarsch. Italien und Frankreich sehen sich als Opfer einer „merkantilistischen“ deutschen Politik, der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht in den deutschen Überschüssen eines der Hauptrisiken für die Weltwirtschaft. 

Es ist höchste Zeit, unsere Position zu überdenken. Wir sollten aufhören, unseren Status als Exportweltmeister zu feiern. Stattdessen sollten wir alles daran setzen, den Überschuss zu reduzieren. Und zwar im eigenen Interesse.

Ausland eignet sich nicht als Vermögensanlage

Ein Überschuss im Handel geht zwangsläufig mit einem entsprechenden Export von Ersparnissen einher. Erzielen wir 2018 einen Überschuss im Handel von 7,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), wie vom Münchner Ifo-Institut prognostiziert, bedeutet dies auch, dass 7,8 Prozent unseres BIP als Kredite und Investitionen ins Ausland fließen

Theoretisch bauen wir damit Vermögen auf, welches wir zu einem späteren Zeitpunkt, wenn die Folgen des demografischen Wandels eintreten, nutzen können, um unseren Lebensstandard zu halten. Praktisch investieren wir das Geld im Ausland jedoch nicht gut. Alleine in der Finanzkrise haben wir je nach Schätzung 400 bis 600 Milliarden Euro verloren – also fast den Überschuss von zwei Jahren! 

Hätten Autos und Maschinen auch verschenken können

Auch heute legen wir unser Geld nicht klug an. Prominentes Beispiel sind die Target II–Forderungen der Bundesbank, die auf über 900 Milliarden Euro gestiegen sind. Mehr als 11.000 Euro pro Kopf leihen wir damit zins- und tilgungsfrei an Krisenländer wie Griechenland und Italien. Im besten Fall bekommen wir auf unsere Ersparnisse keine Zinsen, im schlimmsten Fall verlieren wir zumindest einen Teil im Zuge der unumstößlich auf uns zukommenden Schuldenrestrukturierung im Euroraum – egal ob offen durch Schuldenschnitte oder verdeckt durch Inflation. 

In einer Welt, die sich immer mehr dem Zustand der Überschuldung nähert, ist es keine gute Idee, Gläubiger zu sein. Ein immer größerer Teil unserer Forderungen an das Ausland ist ausfallgefährdet. Ökonomisch bedeutet dies: Wir hätten unsere Autos und Maschinen genauso gut verschenken können. So erinnert das deutsche Sparverhalten an das von Eichhörnchen, welche zwar fleißig vorsorgen, aber vergessen, wo sie die Ersparnisse versteckt haben. 

So könnte es besser werden

Nirgendwo steht geschrieben, dass Arbeitsplätze nur in der Exportwirtschaft entstehen können. Auf vielen Gebieten der Binnenwirtschaft haben wir Nachholbedarf, vor allem sollten wir mehr im eigenen Land investieren. Der Staat muss hier vorangehen und auch die Anreize für Unternehmen deutlich erhöhen. Letztere sparen immerhin 2,6 Prozent vom BIP pro Jahr, was ungewöhnlich ist, nehmen Unternehmen doch normalerweise neues Kapital auf, um zu investieren.  

Statt das Problem zu leugnen und sich im falschen Glanz des Exportweltmeisters zu sonnen, sollte die neue Regierung ein Programm verabschieden, welches unseren Wohlstand sichert. Dazu gehören:

•    Mehr staatliche Investitionen in Deutschland, vor allem in klassische und digitale Infrastruktur und Bildung aber auch in innere und äußere Sicherheit.

•    Eine Umstellung der Besteuerung der Unternehmen, um Investitionen und Forschung und Entwicklung in Deutschland zu fördern, zum Beispiel im Bereich von Robotern und Automatisierung. 

•    Eine Senkung der Abgabenlast für kleinere und mittlere Einkommen. Das geht am besten über eine Reduktion der Sozialbeiträge. Gerade diese Einkommensgruppen geben am ehesten das zusätzliche Geld aus. 

•    Die Gründung eines Staatsfonds nach dem Muster von Norwegen oder Singapur, um unser Auslandsvermögen endlich besser anzulegen.

•    Eine wirkliche Sanierung der Eurozone durch einen umfangreichen Schuldenschnitt und eine Neuordnung der Mitgliedsländer, da nur so einige der Krisenländer überhaupt wettbewerbsfähig werden können.

Dieser Politikwechsel ist in unserem eigenen Interesse. Es ist höchste Zeit, ihn zu vollziehen. Tun wir es nicht, dürfte das Erwachen aus unserer derzeitigen Wohlstandsillusion schmerzhaft werden. Denn eines lehrt die Geschichte: Unter Handelskriegen leiden alle, aber vor allem jene, die zuvor große Überschüsse erzielt haben.

Gerdi Franke | Di, 20. März 2018 - 08:42

Der Weltmeister baut Forderungen auf, die ihm nie jemand bezahlen wird. Nur die Banken leben davon. Gut! Der einzige, der dieses Problem schon seit Jahrzehnten offen anspricht, ist Lafontaine. Der fand aber in unserer Politik nie Gehör!

Uwe Dippel | Di, 20. März 2018 - 14:40

In reply to by Gerdi Franke

Der sagt das seit Jahren öffentlich. Youtube hilft.
Es will bloss keiner hören.

Witzig ist, dass er sagt, er war mal ziemlich stolz, dass Merkel in ihren frühen Jahren ihn regelmässig um Rat frug. Heute gibt er ihr keinen mehr, weil, so sagt er, Merkel seinen Rat sowieso nicht beherzige.

Mir scheint, übrigens, der Wähler hat auch kein Interesse, und denkt, Merkel würde das Kind schon schaukeln. Sonst würde er sich anders verhalten. Eigentlich müsste der Wähler mit Dreschflegeln auf die Strasse gehen, so wie sein Geld verschenkt wird.
Ein kleiner Nachtrag zum Artikel: der Durchschnittsdeutsche hat ein einen Bruchteil des Vermögens das Italiener und Portugiesen im Durchschnitt haben.

Werner Schütz | Mi, 21. März 2018 - 11:37

In reply to by Gerdi Franke

Ich kann mich noch gut an Flassbecks Rede beim Österreichischen Städtetag 2012 in Dornbirn erinnern, wo er die meisten von Herrn Stelter angeführten Feststellungen und Argumente bezüglich der deutschen Handelsüberschüsse, Niedriglohn in der BRD, EURO-Probleme etc. kommunizierte. Die Rede ist im Netz abrufbar.

martin falter | Di, 20. März 2018 - 09:03

bei den Leuten der Reichtum des Exportweltmeisters nicht ankommt. Also wir verschenken unsere Autos/Maschinen usw. die mit Lohndumping erschaffen wurden. Mensch geht es eigentlich noch....

Peter Lieser | Di, 20. März 2018 - 09:07

Mal jemand der weiß, wovon er eigentlich spricht ! Welthandel kann nur über ausgeglichene Handelsbilanzen langfristig funktionieren. Diesen Artikel sollte sich unsere Elite mal durchlesen.
Aber das bringt auch nix, die Rechnung wird wieder mal der gemeine Bürger, Steuerzahler und Sparer bezahlen. Die Großkopferten haben keine Sparschweine und Sparbücher und wenn dann in Panama.

Thorsten Pfeffer | Di, 20. März 2018 - 09:31

Auch dieser Begriff hat seinen Glanz schon lange verloren ! Er stand für Qualität, die vom "deutschen Meister und Gesellen" produziert und vor Lieferung penibel geprüft wurden. Ich habe viel mit japanischen Geschäftsleuten zu tun, die lächeln nur noch milde wenn wir "durch das bunte Deutschland" fahren. Das wird uns in Kürze auf die Füsse fallen. Dem Artikel ist nichts hinzu zu fügen, eine klare zutreffende Analyse. Bin neu beim Cicero, kannte das Magazin gar nicht, gefällt mir ausnehmend gut !!!

Gisela Fimiani | Di, 20. März 2018 - 10:13

Deutschland, jedoch, bevorzugt Piketty. Gesinnung schlägt in diesem Land Vernunft und Verstand.

Dr. Roland Mock | Di, 20. März 2018 - 10:13

1. „Handelskrieg“. Von dem sind wir noch weit entfernt. Im übrigen beschweren sich dieselben heute über Trump und seinen „Anschlag auf den Freihandel“, die zuvor erfolgreich das Freihandelsabkommen TTIP verhindert haben. 2. Kritik Italiens, Frankreichs und des IWF an Deutschlands Exportüberschüssen: Chefin der EZB ist Draghi (Italiener), Chefin des IWF Frau Lagarde (Französin und Sozialistin). 3. Entlastung „kleiner und mittlerer Einkommen“. Na klar. Wie wäre es einmal mit den höheren? Exakt diejenigen, welche die höchsten Steuern zahlen, konsumieren und investieren am meisten. 4. „Schuldenschnitt in der EU“. Meine Idee: Wir erlassen nicht nur Griechenland und der maroden Rest-EU die Schulden, sondern gleich allen Schuldnern, die es so auf der Welt gibt. Das Signal ist: Es lohnt sich Schulden zu machen. Und: es lohnt sich noch mehr, sie nicht zurückzuzahlen. 5. „Staatsfonds“: Noch mehr Staat? Noch mehr Geld in Hände linkstickender Politiker? Wer soll den dann leiten? Nahles? Altmeier?

Hermann Kolenc | Mi, 21. März 2018 - 05:09

In reply to by Dr. Roland Mock

Ihr Kommentar; einfach super!

Matti Illoinen | Mi, 21. März 2018 - 12:01

In reply to by Dr. Roland Mock

Na welchen Dr. haben Sie denn? In Ökonomie wohl eher weniger. Deutschland zerstört mit seiner Lohndumping Politik andere europäische Länder. Und gleich das noch wenig übrig gebliebene "demokratische" gleich mit. Oder sehen Sie die Rechtspopulisten in Europa nicht? Wäre man mit Deutschland nach dem 2 WK genauso verfahren, wie Deutschland heute mit seinen Europäischen Nachbarn verfährt, wäre Deutschland noch heute am Tropf des IWF. Wünschen würde ich es vielen Deutschen, wo wie Ihnen von ganzem Herzen. Im Übrigen entstand in erster Linie die Finanzkrise, nicht weil die alle überschuldet waren, sondern weil die deregulierten Finanzmärkte, dafür gesorgt haben, dass sich viele verspekuliert hatten, und in Teilen mit krimineller Energie. Das Geld was angeblich anderen Ländern gegeben wird, ist nur ein durchlaufender Posten, und fließt wieder zurück an deutsche und Französische Banken in aller erster Linie. Deutschland im Übrigen hat noch nie in seiner Geschichte seine Schulden zurück bezahlt

Karin Zeitz | Di, 20. März 2018 - 10:42

zahlen die deutschen Arbeitnehmer, die aufgrund der liberalen arbeitsrechtlichen Regelungen, der Leiharbeit und des großen Niedriglohnsektors die billigen Exportpreise erst ermöglichen. Durch die Kopplung der staatlichen Rente an das Lohnniveau sind auch die Rentner die Leidtragenden des Systems. Die Länder der EU, die sich solchen Reformen bisher verweigert haben, sind dagegen zu ihrem großen Unmut wirtschaftlich abgehängt worden. Daraus resultiert auch die Spaltung der EU. Die Vorschläge des Autors finde ich zwar gut aber leider nicht durchführbar. Das vorhandene Geld wird auf Dauer nicht reichen, um die Asylindustrie zu finanzieren, die für einen großen Teil des wirtschaftlichen Aufschwungs gesorgt hat. Dass die Steuereinnahmen aus diesem Bereich nur einen winzigen Bruchteil der Aufwendungen darstellen versteht sich von selbst. Die Zahl der Sozialhilfeempfänger wird weiter steigen, so dass an Investitionen für Deutschland nicht zu denken ist.

Tomas Poth | Di, 20. März 2018 - 10:54

ist unser Risiko! Bei ausgeglichener Handelsbilanz hätten wir Gegenwerte mit denen unsere Exporte beglichen werden. Mit Exportüberschuss erhalten wir nur Zahlungsversprechen!

wolfgang spremberg | Di, 20. März 2018 - 11:24

Wenn Zölle für die Staaten die Zölle erheben schädlich sind, dann sollte die EU sofort auf alle Zölle verzichten. Die EU schadet wissentlich den EU Bürgern.....logisch ? Oder ist es doch etwas komplizierter ? Ist Donald doch nicht so doof ?

Marianne Schad | Di, 20. März 2018 - 19:39

In reply to by wolfgang spremberg

ist nicht doof. Die EU erhebt nicht unerhebliche Zölle und will auch nicht darauf verzichten, da sie sonst nicht weiß, wo sie das Geld für die Subventionen der Landwirtschaft etc. hernehmen soll. Aber das viel größere Problem ist China, das seine Wirtschaft abschottet und abkupfert wo es nur geht, wie früher Japan.

Christa Wallau | Di, 20. März 2018 - 12:23

Ihrer Analyse kann man nur zustimmen, Herr Stelter. Viele Deutsche machen sich nicht klar, daß die gern benutzte Bemerkung der Politiker "Wir sind doch ein reiches Land" ihnen nur Sand in die Augen streuen und sie u. a. zur Aufnahme weiterer Migranten animieren soll.
Den Satz "Wir hätten unsere Autos und Maschinen genauso gut verschenken können" benutze ich immer, wenn ich mit Leuten diskutiere, die vom deutschen Export schwärmen. Schließlich beruht dieser - in Europa zumindest - nur auf Luftbuchungen (Schulden), für die Deutschland zum großen Teil haftet.
Der Reichtum in D ist rein privat u. in den Händen des kleineren Teils der Bevölkerung.
Der STAAT, von dem die meisten Menschen abhängen (Rentner, Pensionäre, viele Arbeitnehmer, Hartz IV-Empfänger, Subventionierte ..) sorgt überhaupt nicht für die Zukunft vor und verliert bei einem Crash alles:
Wie ein überdehnter Luftballon, in den man eine
Nadel sticht, platzt er und endet verschrumpelt auf dem Boden der Tatsachen.

Willy Ehrlich | Di, 20. März 2018 - 12:31

Mich stören zunehmend die erhobenen Zeigefinger von Experten, die glauben, eine Situation der Vergangenheit in die Zukunft extrapolieren zu können, um dann daraus ein Szenario zu basteln.

Und das in Kenntnis der unangenehmen "Tatsache", dass die (Welt-)Wirtschaft ohnehin nur den ultimaten Gesetzen der Chaosforschung unterliegt.

Der Zusammenhang von Ursache und Wirkung wird unter dem Einfluss auch irrationaler Faktoren im Ergebnis manchmal sogar umgekehrt.

Probleme für die (deutsche) Wirtschaft können aus meiner Sicht in erster Linie entstehen, wenn sich die Unternehmen und Unternehmer auf ihren derzeitigen "Lorbeeren" ausruhen. In früheren Jahrzehnten mussten Widrigkeiten (z. B. Aufwertungen) durch NOCH MEHR Einsatz, Fleiß und Einfallsreichtum ausgeglichen werden.

Dieser "Zwang" fehlt der Wirtschaft zur Zeit. Hoffentlich fällt uns das nicht auf die Füße.
So long!

Dimitri Gales | Di, 20. März 2018 - 13:47

Hauptsache verkaufen. Man gibt den kunsumfreudigen Ländern Kredite, damit sie in Deutschland einkaufen. Das hat die Griechen am Euro fasziniert, die Spaniern und anderen. Auch in Frankreich ist man sich bewusst, dass Deutschland eine wirtschaftlich hegemoniale Politik betreibt und sich deswegen so "europafromm" gibt.
Die Deutschen bilden sich ein, sie seien in Europa und der Welt beliebt. Das stimmte nicht ganz. Respektiert wegen der wirtschaftlichen Macht, aber nicht beliebt. Der Konflikt mit den USA sorgt nun für ein langsames Aufwachen aus einer liebgewordenen Handelspraxis in Sachen Zölle.

helmut armbruster | Di, 20. März 2018 - 14:09

seit Bismarcks Abgang, also seit 130 Jahren, musste dieses Land Eliten ertragen, die dem Land nur Unglück gebracht hatten (ein paar Ausnahmen gibt es).
Sei es aus Unwissenheit, Überheblichkeit, ideologischer Verblendung, oder schlichtweg Unfähigkeit, die Eliten haben versagt und das sogar oft zu ihrem eigenen Schaden (s. Adel und Großbürgertum vor und nach dem 1. Weltkrieg).
Die Tradition des Versagens scheint sich fortzusetzen.
Ich bedauere immer mehr, dass ich Deutscher bin und in diesem Land geboren wurde. Denn anders als anderswo muss man hier die Zukunft fürchten anstatt dass man sich auf sie freuen kann.

Es gibt das Sprichwort “ wem Gott ein Amt gibt, dem gibt er auch Verstand“. Leider werden die politischen Ämter in Deutschland heutzutage nicht von Gott, sondern von Parteien vergeben.

Wolfgang Brocke | Di, 20. März 2018 - 14:45

werden bewußt hintertrieben. Genau so wie man in diesem Land seit Jahrzehnten die Bildungspolitik ruiniert! Und man läßt es zu, daß hunderttausende Akademiker jährlich auswandern, weil man ihnen keine ordentlichen Stellen anbietet. Aber für die Genderforschung werden viele neue Prof-Stellen geschaffen. Außerdem versucht die Politik der Wissenschaft Zwänge vorzugeben, die genau wie zu DDR-Zeiten ins Chaos führen müssen! So wird das Aus für den Export-Weltmeister eines Tages von ganz alleine kommen.Siehe auch die irren Vorgaben für NO beim Diesel!

Bernd Müller | Di, 20. März 2018 - 15:09

"vergangenen 15 Jahre und der schwache Eurokurs unsere Exporte deutlich verbilligt haben." Der Euro war im Verhältnis zum US-Dollar in den letzten 15 Jahren sehr stark, also teuer. Teilweise über 1.40, oft über 1.30. Reicht also als Argument nicht.

Bernhard K. Kopp | Di, 20. März 2018 - 15:45

Wenn ein Italiener ein deutsches Auto kauft, und wie auch immer bezahlt, dann wird auch der deutsche Lieferant bezahlt. Auf der Mikro-Ebene ist die Transaktion damit abgeschlossen. Was sich den meisten nicht erschliesst, und warum so wenige verstehen dass wir Ersparnisse exportieren, ergibt sich erst auf der Banken- und Eurosystem-Verrechnungsebene. Dort wird dann nicht mehr bezahlt, sondern ein Dispo, die Target-Salden, in Anspruch genommen. Da unser privater Dispo üblicherweise auch viel teurer ist als eine langfristige Finanzierungsvereinbarung, müssten die Zinsen auf die Target-Verbindlichkeiten deutlich höher sein als die Zinsen auf Staatsanleihen. Wie beschrieben sind sie aber zinslos. Da haben wohl Zentralbanker und Politiker auch irgendetwas nicht verstanden.

Richtig, Herr Kopp. Targetsalden bedeuten nicht, daß- wie es der Artikel insuriert- deutsche Waren „verschenkt“ werden. Sie werden bezahlt; im privaten Leistungsaustausch Anbieter-Käufer ist der jeweilige Saldo ausgeglichen. Anders sieht es makroökonomisch aus: Die Forderungen gegenüber den Südländern (welche sich in den Targetsalden spiegeln)wären an sich kein Problem, wenn sie werthaltig wären. Sind sie aber nicht. Die Forderungen sind mit Anleihen maroder Volkswirtschaften unterlegt, deren Rückzahlung höchst ungewiß ist. Und die- auch auch da hat Herr Kopp recht- folglich mit hohen Zinsaufschlägen belegt sein müßten. Dito: Sind sie aber nicht. Da bildet sich eine gewaltige Blase. Die ein Schuldenschnitt, wie ihn Herr Stelter fordert, übrigens mitnichten auflösen sondern verschlimmern würde. Da für die Südländer dann vollends der Anreiz entfiele, aufgenommene Schulden jemals zurückzuzuzahlen.

Peter Ruppert | Di, 20. März 2018 - 16:43

Warum lesen unsere Politiker sowas nicht? Wir haben keine anständigen mehr.

Sepp Kneip | Di, 20. März 2018 - 17:55

Die deutsche Politik ist in der Tat nur auf die Gegenwart ausgerichtet. Die Sicherung der Zukunft spiel hier keine Rolle. Man hat eine Wohlfühlblase errichtet, in der es ich der Bürger gut gehen lässt, ohne groß darüber nachzudenken, dass diese Blase platzen kann. Und das könnte schneller geschehen, als man denkt. Man hat bisher dem normalen Bürger nicht die Chance eingeräumt, sich Vermögen zu schaffen. Zu sehr wurde er vom Fiskus und den Eintreibern der Zwangsbeiträge und Abgaben geschröpft. Auf der Skala der durchschnittlichen Vermögen liegen die Deutschen ziemlich weit unten. Hinter vielen der sogenannten Problemländer.

Den hohen Export-Scheinerlösen stehen wahnsinnig hohe uneinbringliche Forderungen aus dem Auslandsgeschäft mit Euro-Ländern gegenüber. Die Exporterfolge immer resultieren immer weniger aus echten Produktivitätsvorteilen als viel mehr aus dem für Deutschland viel zu niedrigen Euro-Kurs. Die Zukunftsinvestitionen sehen dagegen düster aus.

Ursula Horvath | Di, 20. März 2018 - 19:46

vernünftige Ökonom sagt seit Jahren, dass der Binnenmarkt gestärkt werden muss und das geht nun mal nicht, wenn man den letzten Cent aus den Taschen der Bürger zieht. Deutscher Export schickt seit Jahren alle anderen EU Länder in die Wüste, während man sich hier zu Lande mit geringer Arbeitslosigkeit brüstet, dabei verschweigt, dass diese auf Niedriglohnsektor beruht, wovon der Binnenmarkt kaum profitiert. Hier schlägt die gnadenlose Ausbeutung der AN zu Buche, die nach langen Arbeitsleben nichts anderes zu erwarten haben, als Elend im Alter! Seit Agenda 2010 läuft die staatlich forcierte Ausbeutung der ehemaligen Mittelschicht z.B. Aufschwung 2006 -2008 kein AN hat davon proftiert und dann kam die Finanzkrise, Banken-und Eurorettung und wieder Aufschwung und wieder keiner der Unten angekommen ist, dafür keinen Zins auf Spareinlagen, Altersvorsorge vom Staat jahrelang angemahnt, frisst die Vorsorge weg, seit Jahren ein Betrugssystem in dem nur die kleinen Leute draufzahlen!