Wohin mit Ihrem Geld? - Vorsicht bei der Bitcoin-Mania!

Nach dem Höhenflug nun der Absturz: Die Digitalwährung Bitcoin verliert gerade massiv an Wert. Der Cicero-Finanzexperte Daniel Stelter hatte vor den sagenhaften Preissteigerungen gewarnt. Seine Prophezeiung scheint sich nun zu bewahrheiten

Bitcoins als Hartgeld dargestellt
Der Hype um den Bitcoin enthält alle Indikatoren für eine Blase / picture alliance

Autoreninfo

Daniel Stelter ist Gründer des auf Strategie und Makroökonomie spezialisierten Diskussionsforums „Beyond the Obvious“. Zuvor war Stelter von 1990 bis 2013 Unternehmensberater bei der Boston Consulting Group (BCG), zuletzt als Senior Partner, Managing Director und Mitglied des BCG Executive Committee. Heute berät Stelter internationale Unternehmen bei der Vorbereitung auf die Herausforderungen der fortschreitenden Finanzkrise. Im September 2014 erschien seine Piketty-Kritik Die Schulden im 21. Jahrhundert. Sein neues Buch „Das Märchen vom reichen Land – Wie die Politik uns ruiniert“ erscheint im September.

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Ergeht es Ihnen wie mir? Bereuen Sie, nicht schon vor Jahren Bitcoins gekauft zu haben? Sogar die Brüder Winklevoss sind mit Bitcoins Milliardäre geworden. Bekannt wurden sie durch ihren Rechtsstreit mit Mark Zuckerberg über die Gründung von Facebook. Im Hollywood-Film „The Social Network“ wirkten sie nicht gerade als intellektuelle Leuchten. Vor etwas mehr als vier Jahren hatten sie aber clever elf Millionen US-Dollar aus der Abfindungszahlung von Zuckerberg in Bitcoins angelegt. Heute, nach einer Preissteigerung um sagenhafte 10.000 Prozent, ist das eine Milliarde. Nicht schlecht. 

Höchste Zeit mitzumachen? Immerhin steht der Durchbruch der Bitcoins und anderer digitaler Währungen noch bevor. Nur wenige Investmentprodukte existieren, und bis jetzt ist nur ein kleiner Teil der weltweiten Liquidität in diese Märkte geflossen. Der ganz große Anstieg des digitalen Geldes mag noch kommen. Viel spricht zunächst dafür: Es wird knapper, weil immer aufwendiger herzustellen. Es arbeitet außerhalb des durch Staaten und Notenbanken manipulierten Geldsystems und unterliegt doch öffentlicher Kontrolle. Denn immer mehrere Parteien sind beim Entstehen des Geldes und beim Besitzerwechsel beteiligt. Die dahinterliegende Blockchain-Technologie dürfte ganze Branchen revolutionieren und überflüssig machen. 

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Sven Bergmann | Fr, 22. Dezember 2017 - 19:44

Bitcoins sind gerade auf den Kurs von vor zehn Tagen zurückgefallen.
Wer also im den letzten Tagen gekauft hat, naja...

Bitcoin galt als Blase, als er zehn Euro erreichte. Ich habe damals nicht gekauft. Schade eigentlich.

Er galt als Riesenblase, als es bei 1000€ eine herbe Korrrektur gab.
Und?

Viel kritischer als das hysterische Gekreische ist, dass Bitcoins und viele andere Kryptos lediglich als Spekulationsobjekt taugen, weil sie zu langsam, bei den Transaktionsgebühren zu teuer und vor allem zu schlecht skalierbar sind, um wirklich die Transaktionen umzusetzen, für die sie entworfen wurden.

Jetzt ist viel dummes Geld und viel Gier unterwegs.
Uninteressant.

Spannend ist nur der praktische Usecase. Der Rest ist nicht nur Blase, sondern Schaumbad.

Sven Bergmann | Mi, 27. Dezember 2017 - 15:29

In reply to by Sven Bergmann

Seit dem Tiefststand am 22.12. ist der Bitcoin wieder um 30% gestiegen.
Wohl dem, der „hodlt“ oder kauft, wenn andere panisch werden.

Reiner Bergmann | Fr, 22. Dezember 2017 - 21:02

Könnte durchaus sein. Nachdem viele Menschen das Vertrauen in die Zentralbanken und Finanzminister verloren haben, scheint sich hier unser aller Geld der Zukunft zu entwickeln. Bitcoin und Gold haben einiges gemein, jedoch ist der Bitcoin meiner Meinung nach aus heutiger Sicht nur für Zocker geeignet. Tagesschwankungen von 30 % sollten zur Vorsicht mahnen. Auch wenn wie immer bei so einem Hype Kursziele von 100000 im Raum stehen, was langfristig durchaus möglich ist, heisst das nicht, dass dieses in einem Rutsch passiert. Wer zu Höchstkursen kauft, sollte sich auch auf eine Halbierung seines Kapitals einstellen. Und nun, viel Spass beim Zocken...

Peter Lieser | Sa, 23. Dezember 2017 - 14:50

Wer nicht spätestens Anfang 2017 gekauft hat, wird sich eine blutige Nase holen. Ein Freund hat 400 Euro ca. 2008/09 investiert, heute lebt er in einer Villa Miami Beach. Ich war zu blöd und hocke im Rhein Main Gebiet im Nieselregen !!! Schöne, friedliche Weihnachten für die Redaktion und die Foristen !

Peter Huber | So, 24. Dezember 2017 - 16:30

Beides sind Schuldverschreibungen, mit dem Versprechen, den Schein / Bit zum gleichen Wert zurück zu nehmen, wie man ihn ausgegeben hat.
Nur manchmal kann man seine Versprechen nicht einhalten, dann ist einer halt in den Hintern gekniffen.

Volker Leyendecker | So, 24. Dezember 2017 - 17:00

Die Welt ist aus den Fugen geraten. Wenn man mit Zocken Geld verdienen kann muss es ja auch Zocker geben die Geld verlieren. Es ist doch eine irreale Welt wenn man mit Geld mehr verdienen kann als mit Arbeit. Es sind Gigantische Blasen die noch befeuert werden von der EZB mit Monatlich 60 Milliarden ( Ab Jan. 2018 nur noch 30 Milliarden ) Das Volk wird ausgeplündert durch die Machenschaften der EU Eliten. Altersvorsorge normaler Arbeitnehmer kann bei dem System nicht mehr Funktionieren. Wer meint diese Kunstwährung ist Echt Irrt und wird es Erleben. Das Märchen vom an Fischer und seine Frau geht genau so aus.

sind deshalb besonders interessant, weil sie nicht von Regierungen kontrolliert werden können. Auch in der deutschen Geschichte hat es genügend Währungsreformen, Währungsverfall und Geldumtauschaktionen gegeben. Daher könnte es insbesondere in Krisenzeiten hilfreich sein, über solche Reserven zu verfügen. Mir ist allerdings nicht klar, wie der Handel damit funktionieren kann, wenn in diesen Situationen wegen Energiemangels die Computersysteme lahmgelegt werden. Daher horte ich zur Zeit lieber Silbermünzen, die man in Notzeiten gegen einen Sack Kartoffeln eintauschen kann.

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