Demokratischer Übergang? Venezuela in Finsternis Sieben Monate nach dem Sturz von Diktator Maduro will Washington in Venezuela einen „demokratischen Übergang“ anstoßen – und schließt ausgerechnet die populärste Politikerin des Landes von den Verhandlungen aus. Das wirft die Frage auf, worum es in Wahrheit geht. VON MARCELA VÉLEZ-PLICKERT
Nord-Stream-Sprengung : Soldat, Saboteur – Kriegsverbrecher? Die Bundesanwaltschaft klagt Serhii Kuznetsov wegen seiner Rolle bei der Nord-Stream-Sprengung an. Cicero liegt die Anklageschrift vor. Die 108 Seiten zeigen: Karlsruhe ist sich seiner Sache sicher – doch die Beweislage ist nicht lückenlos und der Vorwurf eines Kriegsverbrechens angreifbar. VON ULRICH THIELE
Folgen des Ansturm auf Ceuta : Es geht um mehr als nur um Migration Das Eindringen Tausender irregulärer Migranten von Marokko aus in die spanische Enklave Ceuta setzt die EU weiterhin unter massiven Druck. Betroffen ist eine der wichtigsten Säulen der Europäischen Union. VON ANTONIA COLIBASANU
Russische Oppositionspartei Jabloko : Feigenblatt bei den Wahlen oder Bedrohung für den Kreml? Die liberale Jabloko dürfte bei der kommenden Dumawahl kaum den Einzug ins Parlament schaffen. Doch hinter dem juristischen Vorgehen gegen die einzige zugelassene Antikriegspartei steckt mehr: Angesichts wachsender Kriegskosten fürchtet der Kreml zunehmend den Unmut in der Bevölkerung. VON THOMAS URBAN
Angriffe auf Journalisten in Jugoslawienkriegen : Die Wahrheit starb zuerst Bilder können Kriege verändern – ihr Fehlen aber ebenso. In den Jugoslawienkriegen wurden ganze Regionen von jeder unabhängigen Berichterstattung abgeschnitten. Mit weitreichenden Folgen für die Öffentlichkeit und politische Entscheidungsträger. VON ALEXANDER RHOTERT
Europäische Migrationspolitik : Nicht mehr Brüssel, sondern Madrid ist das Problem Die gemeinsame Erklärung von 22 europäischen Staats- und Regierungschefs zur Ceuta-Krise markiert bereits jetzt eine Zäsur: Erstmals richtet sich eine breite europäische Allianz nicht gegen Brüssel, sondern explizit gegen die Migrationspolitik eines anderen Mitgliedstaates. VON JAN UPHOFF
Zwischenbilanz am Golf : Eine Region wird neu geordnet Der Krieg hat den Iran militärisch und politisch schwer getroffen, zugleich aber die Grenzen amerikanischer Machtprojektion offengelegt. Während Teherans Führung um ihr Überleben ringt, droht Washington die Kontrolle über die weitere Entwicklung zu verlieren. VON HANS-ULRICH SEIDT
„Save Act“ als bürokratische Zwickmühle : In Texas gilt sogar ein Waffenschein als Ausweis an der Wahlurne Vor den Midterms streiten die USA über eine Ausweispflicht für Wähler. Trumps „Save Act“ soll sie bundesweit einführen. Was für Deutsche logisch klingt, stößt in den USA auf ein strukturelles Problem: Es gibt kein einheitliches System zum Nachweis der Staatsangehörigkeit. VON LISA DAVIDSON
Invasion von Ceuta : Warum Ceuta und Melilla zu Spanien gehören Marokko erhebt Anspruch auf Ceuta und Melilla. Die beiden Exklaven gehören allerdings schon seit 1580 bzw. 1497 zu Spanien – Jahrhundere, bevor Marokko Kolonie wurde. Bei 160.000 dort lebenden Spaniern ist eine „Rückgabe“ an Marokko undenkbar. VON MAX-EMANUEL HAMPEL
Polen: Ein Jahr Präsident Nawrocki : Ein Spalter, kein Versöhner Ein Jahr nach Amtsantritt bleibt Polens Präsident Karol Nawrocki eine polarisierende Figur. Während seine Anhänger ihn als Vertreter nationalkonservativer Interessen feiern, werfen Kritiker ihm vor, die Regierung Tusk systematisch zu blockieren und Konflikte mit der EU zu verschärfen. VON THOMAS URBAN
Ukrainekrieg : Moskaus weg zurück führt über Berlin Alle Beteiligten sind sich bewusst, dass der Ukrainekrieg irgendwann enden wird. Und fest steht bereits: Deutschland – und nicht die USA – wird die Bedingungen für Russlands Wiedereingliederung nach dem Krieg bestimmen. VON ANDREW RYVKIN
Islamische Republik : Warum der Iran trotz seiner Niederlagen gefährlich bleibt Der Iran hat schwere strategische Rückschläge erlitten. Dennoch weist er Verhandlungen mit den USA zurück und hält an seinen regionalen Ambitionen fest. Sein Selbstbewusstsein gründet auf einem Herrschaftssystem, das religiöse Ideologie und militärische Gewalt miteinander verbindet. VON WAHIED WAHDAT-HAGH
Devolution : Warum Föderalismus in Großbritannien nicht funktioniert Der neue britische Premier Andy Burnham verspricht die größte Machtverlagerung der britischen Geschichte: weg von Westminster, hin zu den Regionen. Was als Wachstumsmotor verkauft wird, ist in Schottland und Wales aber längst gescheitert. VON SHANTANU PATNI
Iran-Krieg, Straße von Hormus, Libanon : Abkommen in Sicht? Vermittlungsbemühungen zwischen dem Iran und den USA gehen weiter – der US-Finanzminister spricht von einer baldigen Lösung. Stimmen im Verteidigungsministerium warnen vor einer Kapitulation gegenüber Teheran. VON CICERO-REDAKTION
Invasion von Ceuta : Ein Weckruf für Europa Das gemeinsame europäische Asylsystem (Geas) sollte den jahrelangen Streit über die EU-Migrationspolitik entschärfen. Stattdessen wird nun über die Invasion von Ceuta gestritten. Ungeklärt ist weiterhin, wie es überhaupt dazu kommen konnte. VON BEN KRISCHKE
Afghanistan-Aufnahmen - „Ich kenne keinen Fall, wo jemand wegen seiner Arbeit für Deutschland verfolgt wurde“