Straßenszene in Teheran
In Teheran geht der Alltag weiter / picture alliance / Anadolu | Fatemeh Bahrami

Zwischenbilanz am Golf - Eine Region wird neu geordnet

Der Krieg hat den Iran militärisch und politisch schwer getroffen, zugleich aber die Grenzen amerikanischer Machtprojektion offengelegt. Während Teherans Führung um ihr Überleben ringt, droht Washington die Kontrolle über die weitere Entwicklung zu verlieren.

Autoreninfo

Hans-Ulrich Seidt war deutscher Botschafter in Afghanistan (2006–2008) und in Südkorea (2009–2012). Er war von 2014 bis 2017 Chefinspekteur des Auswärtigen Amts und leitete von 2012 bis 2014 die Abteilung für Auswärtige Kulturpolitik und Kommunikation des AA in Berlin. Aktuell ist er Fellow des Liechtenstein Institute on Self-Determination der Princeton University und Stiftungsbeirat des Schweizer Afghanistan Instituts/Bibliotheca Afghanica.

So erreichen Sie Hans-Ulrich Seidt:

In seinem sechsten Monat erweist sich der Krieg am Golf als dynamisches und dramatisches Kräftemessen. Ein angeschlagener Iran steht der schwächelnden Weltmacht USA gegenüber, die, verbunden mit Israel als stärkstem regionalen Machtfaktor, um ihre globale Vormachtstellung ringt. Die Perspektiven sind ungewiss.

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Achim Koester | Fr., 7. August 2026 - 14:39

Von König Krösus, dem das Orakel von Delphi einst weissagte, mit seinem Angriff würde er ein großes Reich zerstören. Wahrscheinlich kennt Trump diese Geschichte aber nicht.

Reza Rezai | Fr., 7. August 2026 - 15:23

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Interesse habe ich Ihren Artikel gelesen. Aus meiner Sicht vermittelt er jedoch ein verzerrtes Bild der Volksmudschahedin (MEK). Diese Organisation wird von vielen Iranerinnen und Iranern – sowohl im Iran als auch in der Diaspora – als sektenähnliche Gruppierung mit terroristischer Vergangenheit wahrgenommen und verfügt nach meiner Einschätzung über keine nennenswerte Unterstützung im Iran.

Am 8. und 9. Januar folgten nach Berichten Millionen Menschen dem Aufruf von Prinz Reza Pahlavi zu Protesten gegen das Regime. Auch die weltweiten Demonstrationen am 14. Februar zeigten nach öffentlich zugänglichen Angaben eine deutlich größere Unterstützung für ihn als für seine Gegner.

Von einem renommierten Magazin wie Cicero hätte ich mir eine kritischere Prüfung der Quellen und eine ausgewogenere Einordnung dieses Themas gewünscht.

Mit freundlichen Grüßen

Reza Rezai