- Was gilt denn nun? „America First“ oder Imperialismus?
Für ihren Venezuela-Einsatz wird die Trump-Administration aus verschiedenen politischen Lagern kritisiert. Während die Demokraten verfassungsrechtlich argumentieren, ist das MAGA-Lager gespalten. Es scheint nicht mehr klar, ob „America First“ angesagt ist oder Imperialismus?
„If you don't know, now you know“ – mit diesem Rap-Zitat von The Notorious B.I.G. verkündet das Weiße Haus die Festnahme eines ausländischen Staatschefs. Das offizielle Video zeigt zunächst Nicolás Maduro, dann Trump, wie er selbstbewusst durch Korridore schreitet. Die Inszenierung wirkt wie ein Musikvideo. Doch dahinter steht eine reale Militäroperation.
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Und Medwedjew hat schon „geflachst“, ob man nicht Merz entführen könnte...
Was gilt nun? „America First“ oder Imperialismus?
Zunächst einmal gilt: Midterms 2026. Bekanntermaßen schlägt das Pendel bei diesen gerne zurück. Und Trump will hier eine Ausnahme erreichen. Da könnten niedrige Energiekosten helfen. Die Aussicht auf billiges Schweröl aus Venezuela ist auf jeden Fall hilfreich.
Und mittelfristig sind wir Zeuge des Beginns eines brutalen amerikanischen Imperialismus, der niemand in seinem Vorhof duldet. Dafür dürfte er bereit sein, anderen Akteuren, großen wie China und kleinen wie Rußland, in ihren Vorhöfen entsprechende Rechte zuzugestehen.
Und Grönland? Bin mal gespannt, ob wir wie weiland die grünen Männchen auf der Krim bald Schneemännchen auf Grönland sehen, die alle wichtigen Stellen besetzen, übers Wochenende eine Volksabstimmung inszenieren und – schwupp di wupp! – ist Dänemark um 2,2 km² kleiner.
Bei Donald Trump schwanke ich zwischen Bewunderung und Entsetzen.
Oh! 2,2 km² würde Dänemark gar nicht merken. Eine größere Eisscholle. Ich meinte natürlich 2,2 Millionen km².
Die Frage ist berechtigt. Ich halte diese Trump-Aktion für durchaus berechtigt, wenn es kein imperialistischer Schachzug war. Wenn er wirklich niemand von *außen* einsetzt und darauf hofft, er könne auf die Übergangspräsidentin und das Militär so viel Einfluss und Druck ausüben, dass diese keine chaotischen Zustände herbeiführen und nach Stabilisierung der wirtschaftlichen Situation irgendwann von innen heraus Wahlen in den nächsten zwei Jahren durchgeführt werden. Das dies nur dadurch gehen wird, das die USA die Hand über das ÖL hält und die venezuelische Regierung das Volk wieder aus der Armut führt bleibt zu hoffen. Wenn er es rein geopolitisch ausschlachtet ist er nicht besser, wie viele seiner Vorgänger auch, die sich *nur* einer unliebsamem Regierungen entledigen wollte. Das diese Aktion ein Meisterstück an militärischer Präzision war, soweit man hört/liest nur ein Toter, einige leicht verletzte US-Soldaten und ein paar Gebäude unbrauchbar und kein neuer Krieg spricht für Trump.
"America first“ und Imperialismus sind zwei Seiten einer Medaille, Trump kümmert sich um den "backyard“ der USA, genauso wie Putin sich um die Ukraine, den "backyard“ von Russland kümmert, in beiden Fällen geht es um die nationale Sicherheit, um ökonomische und geostrategische Interessen, aus meiner Sicht durchaus legitim! Und wie es ein Venezolaner bei einer Freudenfeier so treffend formulierte "to those who say the USA are only interested in our oil, I ask those people, what do you think the Russians and Chinese wanted? The recipe for Arepas?“ …
"Ausgerechnet Trump, der jahrelang gegen ewige Kriege und Nation Building wetterte, führt die USA zurück in die Rolle der intervenierenden Weltmacht."
Ja logisch! Damals, als er noch dagegen wetterte, war er als normaler Immobilienhai schließlich außerhalb der Kaste im Weißen Hauses (aka 'das WH Establishment' - seinerzeit...) NICHT an den Gewinnen solch einer Aktion oder anderer Interventionen und Kriege der USA beteiligt. Im Gegenteil sah er damals darin wie viele arbeitenden Amerikanet aich eine STEUERVERSCHWENDUNG - SEINER! Steuern...!!
Aber heute? Heute ist er mit SEINER Clique ganz vorn mit dabei, wenn es um das Befüllen des eigenen Bankkontos und dessen seines Familienclans geht..., und da ist Venezuela nur eine von mehreren solchen 'Deals' im ersten Jahr seiner Amtszeit... ... - leicht nachzurecherchieren (AE, Vietnam, die Gaza-Immobilie, Ukraine-Deals, Grönland, Kanada...), wobei jetzt Venezuela-Öl nur der bisher dreisteste und offensichtlichste Fall seiner Kleptomanie ist.
