Greta für Gaza
Demonstration für die „Global Sumud Flotilla“ in Paris, 13.09.2025 / picture alliance / abaca | Apaydin Alain/ABACA

Zwischen Queer und Al-Aqsa - Die Gaza-Flottille provoziert Israel und bekämpft sich selbst

Die Aktivisten der Gaza-Hilfsflotte stellen sich als Opfer israelischer Aggression dar. Dabei waren sie gewarnt, dass ihre Fahrt verhindert werden würde. Derweil wird deutlich, wie bizarr die Koalition von Queer-Linken und islamischen Hamas-Freunden ist.

Ferdinand Knauß

Autoreninfo

Ferdinand Knauß ist Cicero-Redakteur. Im März erscheint sein Buch „Der gelähmte Westen. Chronik einer Selbstaufgabe“. 2018 erschien „Merkel am Ende“.

 

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Aktivisten der Gaza-Hilfsflotte „Global Sumud Flotilla“ (GSF) haben erneut mutmaßliche Angriffe auf ihre Boote beklagt und Israel dafür verantwortlich gemacht. Entbrannt ist nun vor allem eine PR-Schlacht, in der die Aktivisten versuchen, Israel als brutalen Aggressor nicht nur gegen Gaza, sondern auch gegen vermeintlich humanitär gesinnte Helfer vor der Weltöffentlichkeit dastehen zu lassen. 

Auf dem Netzwerk Instagram veröffentlichte die Organisation Videos von Drohnenangriffen. Sie seien während der Fahrt in der Nähe der griechischen Insel Kreta Richtung Gazastreifen mit „Blendgranaten und mutmaßlichen Chemikalien“ angegriffen worden, teilte die Organisation Codepink mit, die Vertreter auf den Booten hat. Sie sprach von mindestens elf Angriffen. Eine Aktivistin sagte, sie hätten in der Nacht „15 oder 16 Drohnen“ gezählt. Die halbamtliche griechische Nachrichtenagentur ANA berichtete unter Berufung auf die Küstenwache, ein Patrouillenboot der europäischen Grenzschutzagentur (Frontex) habe den Vorfall überprüft und keine Schäden festgestellt. Die Ermittlungen dauerten an. 

Die Aktivisten haben angekündigt, mit rund 50 Booten, größtenteils Yachten, die israelische Seeblockade des Gazastreifens zu durchbrechen und Hilfsgüter in das Küstengebiet zu bringen – und sie zeigen sich entschlossen, das Vorhaben durchzuziehen. Was die Flottillen-Aktivisten nicht sagen: Israel hat schon längst angeboten, die Hilfsgüter im israelischen Hafen Ashkelon zu übernehmen und in den Gazastreifen zu bringen. Das hat aber die Flotille abgelehnt. Weil dieses „gewaltsame Vorgehen“ der palästinensischen Terrororganisation Hamas diene, hatte Israels Außenministerium angekündigt, man werde „alle notwendigen Schritte unternehmen, um eine Einfahrt (der Flotte) ins Kampfgebiet zu verhindern und um jeden Verstoß gegen eine rechtmäßige Seeblockade zu stoppen“. 

Sie wissen, auf was sie sich einlassen

Die Aktivisten mussten also wissen, auf was sie sich einließen. Mit palästinensischen Flaggen und Schals bestückt, machten sie auch kaum Anstalten, die Vorwürfe Israels zu entkräften. Sie haben es also ganz offensichtlich darauf angelegt, dass Israel gegen sie aktiv wird. Israel hat schließlich schon einmal bewiesen, dass es keine direkten Kontakte von vermeintlich humanitär gesinnten Aktivisten auf dem Seeweg nach Gaza zulässt. Im Juni war ein Segelboot mit Greta Thunberg an Bord von der israelischen Küstenwache aufgebracht und die Insassen ausgewiesen worden. 
 

Aber offenbar haben Thunberg und ihre Kumpane dies damals als PR-Erfolg begriffen und gleich eine Neuauflage in viel größerem Umfang geplant – wieder mit Thunberg als „Mutter Theresa des Antisemitismus“ (Rafael Seligman) vorneweg. In derselben Weise versuchen sie nun, einen noch größeren Propaganda-Sieg zu erzeugen. Dass die GSF sich selbst in einer Art prämilitärischen Kampf gegen Israel sieht, belegt sie zum Beispiel auch dadurch, dass einer der Aktivisten laut dpa von der „feindlichen“ Seite sprach, gemeint war Israel. 

Die UN-Sonderberichterstatterin für die besetzten Gebiete Palästinas, Francesca Albanese, motiviert Thunberg und Co. noch zusätzlich, indem sie deren Aktion durch einen gemeinsamen öffentlichen Auftritt adelt. Zwei Abgeordnete der italienischen Links-Opposition sind sogar direkt an der Flottille beteiligt. 

Bei Licht betrachtet, ist Israels Vorgehen weniger feindlich, als eher behutsam. Mit Drohnen-Angriffen ohne scharfe Munition und eher humoristisch-psychologischen Maßnahmen wie der Funkstörung mit Abba-Liedern machen die Israelis klar: Wir könnten euere Aktion jederzeit gewaltsam stoppen, halten uns aber zurück. 

Die Aktivisten spekulieren darauf, dass Israel im Gegensatz zu Hamas-Terroristen gerade nicht rücksichtslos militärisch, also tödlich, gegen sie vorgeht. Und davon können sie tatsächlich ausgehen, weil Israel nicht so menschenverachtend handelt, wie sie unterstellen. Aber sie provozieren ein Vorgehen, das in den Augen einer anti-israelischen Öffentlichkeit trotzdem als brutal wahrgenommen wird. Israel ist derweil im Dilemma: Es kann die Flottille nicht einfach rücksichtslos versenken, kann sich in seinem Kampf gegen die Hamas aber auch keine Signale der Schwäche leisten.  

Völlig sekundär ist für die Flottillenaktivisten ganz offenkundig, ob die notleidenden Palästinenser im Gazastreifen tatsächlich humanitäre Hilfe erhalten. Ginge es darum, würden sie nicht Konfrontation, sondern Kooperation mit der israelischen Regierung suchen, um möglichst schnell und möglichst viel Material liefern zu können. Thunberg ist eben gerade keine Mutter Theresa, sondern eine Propagandistin und Selbstdarstellerin, letztlich eine antisemitische Hetzerin.

Bizarre Allianz von Linksextremisten und Islamisten

Israels vermeintliche moralische Bloßstellung ist das Ziel – und damit die Mobilisierung weiterer Aktivisten in den empörungsfreudigen linken Subkulturen der westlichen Länder und die zumindest moralische Legitimierung des islamistischen Israel- und Judenhasses unter arabisch-islamischen Migranten dort. Genau dasselbe Propaganda-Ziel verfolgen auch die Hamas und ihr Vorfeld. Die Flottille ist ein besonders eklatantes Phänomen von „Islamogauchisme“, also des Schulterschluss der extremen Linken und der migrantischen Islamisten gegen ihre gemeinsamen Hassobjekte: den traditionellen Westen mit dem wehrhaften Israel als dessen stärkste Trutzburg. 

Wie bizarr diese Allianz ist, machten die Aktivisten aber schon vor einigen Tagen selbst deutlich. Der Koordinator der selbsternannten Gaza-Hilfsflotte, Khaled Boujemâa, hatte am 16. September seinen Rücktritt erklärt – aus Protest gegen die Präsenz von Saif Ayadi, der sich als „queerer Aktivist“ bezeichnet. Das berichtet Brussels Signal. Andere folgten ihm, weil versucht werde, eine „kulturell progressive Agenda“ in die Aktion hineinzutragen, die nichts mit der palästinensischen Sache zu tun habe. Die Aktivistin Mariem Meftah schrieb auf Facebook, Homosexualität sei Privatsache, aber die Instrumentalisierung des „heiligen Anliegens von Al-Aqsa“ (Name der ältesten Moschee Jerusalems) für andere Zwecke sei mit islamischen Überzeugungen unvereinbar: „Was erwartet ihr von einem arabischen Muslim zu denken, wenn er die Sprüche dieser ‚queeren‘ Bewegung hört inmitten einer Flottille, die im Namen seines heiligsten und zentralen Anliegens gestartet ist, um dann zu sehen, wie sie auf diese Weise erniedrigt wird.“ 

Auf einem Internetportal des israelischen Diaspora-Ministeriums wurden die Organisatoren unterdessen direkt mit der Hamas, dem Islamischen Dschihad und der Muslimbruderschaft in Verbindung gebracht. Der Name der Flottille, „Sumud“ (arabisch für Standhaftigkeit), bedeutet laut Google-KI: „gewaltlosen, alltäglichen Widerstand gegen Unterdrückung und die Entschlossenheit, auf dem eigenen Land zu bleiben, die Identität zu wahren und die Würde trotz Widrigkeiten aufrechtzuerhalten. Sumud ist ein breites Spektrum an Praktiken und Ideen, das von der Fortführung des täglichen Lebens über den Bau von Häusern bis hin zum Bekenntnis zu Werten und der Verteidigung der Menschlichkeit reicht, wodurch das Dasein selbst zu einem Akt des Widerstands wird.“   

Thunberg im Kampf gegen die Ungerechtigkeit der Welt

Presseberichten zufolge hat auch Thunberg ihre Führungsfunktion in der Flottille aufgegeben, will aber als freiwillige Helferin an Bord bleiben. Wie abgedreht die einstige Klima-Heilige mittlerweile ist, beweist ihr jüngster Post auf Instagram. Sie veröffentlichte am Montag ein Video von sich mit Palästina-Flagge. Dazu wilde Anklagen gegen Israel und „unsere rassistischen Leute an der Macht“ und das Statement: „Wir segeln, um Strukturen herauszufordern, die diese Kriegsverbrechen nicht verhindern können, nicht nur in Gaza, sondern überall auf der Welt. Wir segeln für eine Welt ohne jegliche Form von Rassismus und Unterdrückung.“ 

Apropos abgedreht: Die hauptberufliche BASF-Millionenerbin und Aktivistin Marlene Engelhorn ist entgegen ihrer Ankündigung von August doch nicht an Bord der Flottille gegangen. Unter anderem sei es ihr darum gegangen, dass weniger „privilegierte Weiße“ an Bord seien, sagte sie in einem Video-Statement. Man habe entschieden, dass ihre öffentliche Reichweite besser von Wien aus genutzt werden könne, um Aufmerksamkeit für die Aktion zu erzeugen.

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Stefan | Mi., 24. September 2025 - 19:09

Einfach mit Sack und Pack in den Gazastreifen einreisen lassen, jedoch nicht wieder heraus.
Das würde ihnen eine neue Perspektive auf ihre Aktivitäten geben.
Ich schaue mir das dann live im TV an und bilde mir meine eigene Meinung dazu.
Lasst sie doch einreisen, mit aller und jeglicher Konsequenz.

Wollte ich ähnlich schreiben. Danke. Genauso ist es. Selbstgewähltes Schicksal. Man sollte über diese Chaoten kein Wort mehr verlieren, allenfalls einen Nachruf, wenn sie im Gaza das zeitliche gesegnet haben, weil man dort genau auf diese *Helfer* gewartet hat. Oder will Greta in einen Clan einheiraten?

Thomas Veit | Mi., 24. September 2025 - 21:50

sollte darauf das Ergebnis eines Bastelnachmittags im Kinderferienlager präsentiert werden...?

Das kann man doch alles nicht mehr ernst nehmen, selbst beim besten Willen nicht.

PS: Ist eigentlich ein Vertreter:innen der deutschen Grünen mit dabei bei dieser Aktion? KGE inkognito vielleicht...!? Also das wäre doch schon angemessen..., würde ich mal denken... 🤔 'Die (dt.) Grünen' sind schließlich die höchste Instanz in Sachen Moral in Europa..., nach Thunberg.

Brigitte Miller | Mi., 24. September 2025 - 21:57

Sind sie alle, diese Publicity– Junkies und Antisemiten. Ab in den Steinbruch mit ihnen.
Oder nach Gaza, wie Stefan vorschlägt.

Markus Michaelis | Mi., 24. September 2025 - 23:19

Das klingt immer gut. Alles Gute ist klar, alles Böse ist klar und alle Guten kämpfen zusammen gegen das Böse und gewinnen. Genial, hat nur leider wenig mit den realen Menschen zu tun. Die totale Strukturierung der Menschheit anhand universeller Ideen wie Menschenrechte, Gott, Volk und Marginalisierung ist irgendwie noch nicht in allen Köpfen angekommen und es scheint weiter unübersichtlich zu bleiben, wer denn nun womit und für wen eher gut und wer womit eher böse ist.

Latyo Hawxa | Do., 25. September 2025 - 01:55

Der Name Sumud (Standhaftigkeit), den sich die Flotille gibt, spielt auf die Terrorgruppe Samidun (die Standhaften) an. Diese Namen mögen für deutsche Ohren verschieden klingen, sind jedoch von der gleichen konsonantischen Wurzel s-m-d abgeleitet.
Wer sich für eine korrekte Aussprache interessiert: beide Wörter sind auf der letzten Silbe betont, das u ist lang zu sprechen. Samidun reimt sich z.B. auf Suppenhuhn.

Maria Arenz | Do., 25. September 2025 - 07:52

Schön, daß es Dich auhc noch gibt.

Robert Hans Stein | Do., 25. September 2025 - 12:39

Links-woke Idioten contra islamistische Hardliner. Kann es Schöneres geben? Läuft, würde ich sagen. Hoffentlich machen sie auch ernst. Die einen nur doof, die anderen borniert, aber beide gleich unangenehm. Und sollten sie sich nicht gegenseitig zerlegen, dann wäre es sinnvoll, sie in Gaza anlanden zu lassen. Ein Sieg, an dem sie ersticken würden.

Sabine Lehmann | Do., 25. September 2025 - 15:54

Nach ihrer Anlandung in Gaza mögen diese Pipimädchen doch bitte ein paar Monate Erlebnisurlaub dort machen. Dann lernen sie Land & Leute kennen und machen schöne Erfahrungen mit Scharia, Burka und Frauenrechten. Sie lernen die Toleranz ihrer Schützlinge hautnah kennen und dürfen erleben, wie herzlich und liebevoll Trans- queer- und ähnliche normabweichende Lebensformen dort begrüßt werden, gerne auch mit Steinen, so viel Zeit muss sein.
Ja, und in 20 Jahren dann segle ich auch mal nach Gaza, mit meiner Yacht aus Ebenholz in meinem pinkfarbenen Tanga-Bikini, der mehr Fragen beantwortet als er offen lässt, und dann besuche ich diese Pipimädchen Carola & Greta in Concert. In ihren Burkas, ihre "Herren" bewirtend als Mutter von zehn Kindern u. einem total glücklichen Leben zwischen heimischem Herd und Ehebett, und soo glücklich. Ich segle dann auch total happy zurück, eine win win Situation für Alle, wir sind sie los und Alle sind glücklich. Das Leben kann so schön sein, doch wirklich ;-)