Juden in Hebron feiern Purim
Die bloße Anwesenheit von Israelis im Westjordanland gilt als völkerrechtswidrig: Juden in Hebron feiern Purim / picture alliance/dpa | Ilia Yefimovich

Zweierlei Maß in der Weltpolitik - Israel und das Völkerrecht

Kritikern Israels gefällt es, dessen Politik in Nahost als „völkerrechtswidrig“ zu verurteilen. Dabei lassen sie außer Acht, dass das Völkerrecht völlig versagt, wenn es gilt, die Existenz Israels gegen die Aggressionen seiner Nachbarn zu verteidigen. Israel verlässt sich deshalb nur noch auf seine eigene Stärke.

Autoreninfo

Rainer Werner unterrichtete an einem Berliner Gymnasium Deutsch und Geschichte. Er verfasste das Buch „Fluch des Erfolgs. Wie das Gymnasium zur ,Gesamtschule light‘ mutiert“.

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Wenn die linksliberale Presse über die Politik Israels schreibt, kann man sicher sein, dass ein Attribut zu deren Charakterisierung nicht fehlt: „völkerrechtswidrig“. Die Besetzung palästinensischen Landes sei völkerrechtswidrig, die Gründung neuer Siedlungen im Westjordanland ebenfalls. Wenn sich Israel mit Militärschlägen gegen den Raketenbeschuss der Hamas aus Gaza und der Hisbollah aus dem Libanon wehrt, heißt es, die israelischen Reaktionen seien „unverhältnismäßig“, also gleichfalls völkerrechtswidrig. 

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Thomas Veit | So., 29. März 2026 - 16:06

Schwarz/Weiß-Artikeln zum Thema naher Osten, Palestina und Israel.

MMn ist da nix 'Schwarz/Weiß' - und schon garnicht wenn man wie der Autor korrekter Weise die Historie bemüht..., eigentlich wäre bis 1945 richtig, aber 'schwamm-drüber'; viele Schwarz-Weiß-Schreiber machen sich ja heute Nichteinhaltung diese Mühe.

Für die meisten beginnt der Israel-Palestina Konflikt neuerdingszeiten exakt am 7. Oktober 2023..., genau so wie der Ukraine-Konflikt erst an 23.02.2022, wenn's hoch kommt 2014... ...

Aber okay - jede hat halt ihre Sichtweise...

Zu diesem Artikel gäbe es vieles zu sagen..., aber nicht mit restlichen 367 Zeichen.

Das ist Schwarz-Weiß-Malerei, Ausblendung der historischen Wurzeln des Konfliktes und zudem ein Verslein auf die Ideologie "Der Stärkere hat immer recht" oder "Wer schnell schießt, lebt länger" - und so einer unterrichtet an unseren Schulen. Na, da braucht man sich nicht zu wundern. Und zudem reißt der Autor auf der in Europa gegenwärtigen "Pro-Israel-Welle", nach dem Motto, alles begann mit dem Überfall der Hamas in 2023. Das ist was für Schüler 5. Klasse-Notabitur. Braucht man nicht bis zu Ende lesen... Dass solche Artikel allerdings jetzt vermehrt im CICERO erscheinen, zeigt, dass in der Redaktion des Magazins für politische Kultur der alte Schlager "Gehst du mit der Konjunktur - tschatschatschaaa" noch immer aktuell ist. Nee, mehr habe ich keine Lust zu schreiben...

Herr F. aus B. | So., 29. März 2026 - 17:15

Ohne den Artikel in seiner Gesamtheit schmälern zu wollen - was bitte hat die Sperrung der Straße von Hormus mit dem Kap der Guten Hoffnung zu tun?

Armin Latell | So., 29. März 2026 - 20:19

Antwort auf von Herr F. aus B.

Herr F. aus B., solch unangemessene Nachfrage zu stellen??? Ich bin bei diesem Artikel ziemlich ambivalent in meiner Einschätzung. Man merkt dem Autoren das Engagement pro Israel an (besser noch: das lässt sich definitiv nicht leugnen), da kann ich ihm zustimmen, aber bei den Geschichten und Beispielen drum herum hakt es m.M.n. leider ab und zu logisch, thematisch und systemisch.

Stefan | So., 29. März 2026 - 17:45

Das Völkerrecht ist zur Auslegungssache geworden.
Wie's halt gerade passt.
Nun, sollte das was Israel und die Amerikaner machen tatsächlich völkerrechtswidrig sein, macht sich Deutschland zum Mittäter, wenn es amerikanische Flugzeuge beispielsweise aus Ramstein gen Iran aufsteigen lässt, beziehungsweise das den Amerikanern nicht strikt untersagt.
Da hat Sanchez in Spanien dem Donald Trump gleich mal die rote Linie aufgezeigt.
Ich habe hier im Forum schon einmal angemerkt, das Völkerrecht kann abgeschafft werden, wenn sich sowieso keiner dran hält.

keine übergeordnete Macht gibt (welche sollte das denn sein???), die dieses ominöse Völkerrecht konsequent durchsetzt, ist es das Papier nicht wert, auf dem es geschrieben steht. Wer will (oder hat) denn die USA daran hindern, Venezuela, Afghanistan oder den Irak zu überfallen? Oder China Taiwan? Oder die Nato Jugoslawien? Oder die brandgefährliche Aufnahme der Ukraine in die Nato? Völkerrecht? Ein schönes Kind, aber schlussendlich tot geboren. Nationale Interessen gehen immer vor, Ausnahme Deutschland: für dessen regierenden Politiker (oder wie auch immer man diese Figuren bezeichnen will) hat es keine legalen nationalen Interessen, die es zu vertreten gilt.

Stefan | So., 29. März 2026 - 23:24

Antwort auf von Armin Latell

... wird der Staat Israel nach jedem Zwist im Nahen Osten ein stückweit größer und die Migrationsströme nach Europa nehmen Fahrt auf.
Kann man doch so sagen,
oder nicht ???
Wenn man mit dem deutschen Kanzler so verfahren würde, wie mit Maduro, als was würde man das bezeichnen ???
Harren wir der Dinge die da noch kommen werden, denn es gibt keinen echten Schutz, bei Leuten mit Türstehermentalität, außer sich erst gar nicht mit ihnen abgeben und wie Sanchez die klare Kante aufzeigen.

C. Schnörr | So., 29. März 2026 - 20:09

thematisiert alleine den Ge-/Missbrauch des sog. Völkerrechts; und hier hat der Autor Recht, denn die Fakten sind erdrückend. Würde Israel auch nur ein klein wenig auf die verlogenen linken Mahner hören, wäre es schon lange von der Landkarte verschwunden. Und was den jüngsten Eklat in diesem Kontext, verursacht durch den unsäglichen „Bundespräsidenten“, anbelangt: Würde Herrn Steinmeier in Berlin von Kriminellen auf offener Straße bedrängt werden, dann wäre vermutlich seine Hauptsorge, dass er nicht in einem Bereich mit Parkverbot halten muss.

Achim Koester | Mo., 30. März 2026 - 08:49

Antwort auf von C. Schnörr

Sehr guter Kommentar. Ich empfehle dazu die Lektüre von Ephraim Kishon: "Wie unfair, David".

Thomas Veit | Mo., 30. März 2026 - 09:29

Antwort auf von Achim Koester

aber dann eben auch eine klare Absage an das 'Völkerrecht' an sich..., aber das - die Absage an das Völkerrecht - führt uns de facto ins Mittelalter zurück, was die politischen Verhältnisse und die Anwendung militärischer Gewalt angeht... - betrachtet man die aktuelle Situation, dann ist es ja genau schon so.

Also nicht aufregen, wenn China sich Taiwan oder ein paar läppische Inseln einverleibt..., damit müssen wir dann AUCH leben, wenn wir kein Völkerrecht mehr für notwendig/wichtig erachten (rein moralisch, faktisch sowieso...) 🤔

Und ganz korrekt ist es aber auch nicht, was Hr. Schnörr oben ausführt -mMn-, wenn man nicht einfach unter den Tisch fallen lässt, dass Israel auch! sehr! gut! und viel! 'ausgeteilt hat', in der Historie des Konflikts - auch dauerhaft -- Siedlungs-POLITIK! == staatlich unterstützter LANDRAUB; vom systematischen WASSERRAUB z.B. garnicht zu sprechen ..., und vieles andere..., aber das fällt heute gerne unter den 'Schwarz-Weiß-Tisch'... ..., auch medial.

Thomas Veit | Mo., 30. März 2026 - 09:49

Antwort auf von Achim Koester

'unter den Tisch fällt' bei dieser eingeschränkten Schwarz-Weiß-Betrachtung ist die Situation in Israel selbst. Das Land war bereits deutlich vor dem 7. Oktober tief gespalten und Netanjahu's Politik höchst umstritten...- man erinnere sich bitte an die massiver Demonstrationen gegen Netanjahu's 'Justizreform' direkt bis zum 7. Oktober... (fast wie auf dem Maidan... ☝🤔🤔!)

Und diese MEHRFACHE SPALTUNG ist HEUTE noch viel größer geworden, nicht zuletzt wegen der militärischen Reaktionen auf den 7. Oktober und die aktuellen 'Aktionen' gegen den Iran - das ist alles HOCHUMSTRITTEN, in Israel selbst, vor allem aber der Gaza-Krieg in seinen Ausmaßen. ☝

Israel ist weit-weit davon entfernt nach innen geeint oder befriedet zu sein. Absolut nicht...

PS: Informationen dazu - dem gesellschaftlichen Zustand Israels - sind nicht leicht zu finden, aber es gibt sie... - Berichte aus Israel selbst.

Chris Groll | Mo., 30. März 2026 - 11:02

Antwort auf von C. Schnörr

Hallo Herr Schnörr, habe lange gewartet, um zu diesem - in meinen Augen sehr guten Artikel von Herrn Werner - etwas zu schreiben. Sie machen es mir mit Ihrem Kommentar einfach, denn dem kann ich zustimmen.
Vor allem den Aussagen über die UN (für mich eine korrupte totalitäre Organisation) und über Israel pflichte ich voll und ganz bei.
Einzig Probleme habe ich mit der Ukraine. Da gehen die Meinungen wohl sehr auseinander.

A.L. | So., 29. März 2026 - 21:00

Mehr muss man nicht mehr über diese Region & Israel schreiben. Alles andere ist überflüssig. Herzlichen Dank Rainer Werner.

so nonchalant mit "Alles andere ist überflüssig." betiteln... ...!? Nach Ihrer Logik...

Aber okay - man/Frau/A.L. kann bzw. muss ja nicht wirklich alles wissen (wollen) - ein(!) guter(?) Ausschnitt reicht ja schließlich auch... - so lese ich das/Sie...? 🤔

Clever...

nur möchte ich hinzufügen, dass Iran derzeit in seinen unterirdischen Tunneln und Atomanlagen ca. 400 kg hochangereichetes Uran lagert, tja warum wohl?

In Deutschland wird man bestimmt eine friedliche Absicht dem Iran unterstellen, nur damit die beständige Kritik an Israel passt, da hierzulande gilt, was nicht passt wird passend gemacht.

Hans Süßenguth-Großmann | Mo., 30. März 2026 - 10:10

„Der Starke ist am mächtigsten allein“ verschleiert ein bisschen die Realität. Israel ist stark, weil es von den USA unterstützt wird und zwar exorbitant. Die "tollen Siedler" in den besetzten Gebieten können z.B. Gärten anlegen weil sie sich die Wasserreserven aneignen die den anderen verwehrt werden.
Inwieweit die Golfstaaten nach dem Krieg, dessen Risiken ihnen zu hoch waren (wo sie auch Recht hatten), noch Freunde Israels sind bleibt dahin gestellt. Die Trümmerwüsten in Gaza und im Libanon sind auf jeden Fall keine Werbung für Israel und die sich entwickelnde Energiekrise erst recht nicht.

Chris Groll | Mo., 30. März 2026 - 11:06

Antwort auf von Hans Süßenguth…

Sehr geehrter Herr Süßgemut-Großmann, es wäre vielleicht auch für Sie interessant, sich einmal die Sendungen "Fokus Jerusalem" und "Faszination Israel" anzusehen. Man bekommt dort sehr gute Einblicke in/über das Land Israel und seine Nachbarn. Nicht nur die Meinung des linken Mainstreams.

Hans Süßenguth-Großmann | Mo., 30. März 2026 - 10:20

Israel mit Benjamin Netanjahu und den ganzen Scharfmachern, die das alte Testament als Grundbuch auslegen, geht auch zu weit. Es gibt auch andere Bürger Israels, die eben leider nicht das Sagen haben oder zum Schweigen gebracht wurden z.B. Rabin.

Yitzhak Rabin wurde erschossen, ermordet. Die andere Bürger Israels, von denen Sie sprechen, sind Linke und dort genau so von Übel wie hier. Allerdings dürfen sie in Israel frei und offen ihre Meinung vertreten und auch demonstrieren. Tut mir leid, alles andere ist in meinen Augen linkes Gerede.

Hans Süßenguth-Großmann | Mo., 30. März 2026 - 22:18

Antwort auf von Hans Süßenguth…

ich bin in der DDR in der 5 km Sperrzone aufgewachsen, Kontrollpunkte an allen Ecken. Daran habe ich mich bei Israelreise erinnert gefühlt, die im wesentlichen durch die Westbank führte. Dann Männer, die die Uzi tragen wie bei uns Akten- oder Gelenktaschen. Das hat mir nicht gefallen.

Chris Groll | Di., 31. März 2026 - 11:18

Antwort auf von Hans Süßenguth…

Sehr geehrter Herr Süßenguth-Großmann, auch mir gefielen die Mauern zwischen Israel und dem Gazastreifen nicht, aber es war der einzige Schutz vor eindringenden Terroristen aus dem Gazastreifen.
Als wir vor Jahren dort waren, gabe es täglich Raketenangriffe von den Nachbarstaaten. Das ist für die Bewohner ein schlimmer Zustand gewesen. Aber Israelis lassen sich nicht einschüchtern und das ist auch gut so.
Vielleicht kommt auch bei uns der Zeitpunkt, daß es besser ist, sich gegen Terrorangriffe zu schützen.

Heidemarie Heim | Mo., 30. März 2026 - 17:38

Weil der feige und sich hinter Papier und Brandmauern versteckende Opportunist nichts mehr hasst, als den Mut und die Stärke Anderer sich auch kraft der Verzweiflung einem übermächtigen Aggressor entgegen zu stellen, sein Volk gegen innere und äußere Feinde zu verteidigen und vor der Vernichtung zu bewahren. Und das die Israelis und Juden mit Blick auf ihre Historie diesem Ziel, den Erhalt ihrer Staatlichkeit alles unterordnen und dabei keine faulen Kompromisse mehr eingehen und Gewalt mit Gegengewalt beantworten wenn sie angegriffen werden, dafür brauchen sie bestimmt keine Resolution aus NY oder die Anmerkungen deutscher Politiker und einer Regierung, die es zulässt, dass auf deutschen Straßen der islamische und linke Antisemitismus in Form von Demos fröhlich Urstände feiert oder nach einem der barbarischsten Massaker an Juden freudigen Herzens Küchlein rumgereicht werden. Kehrt vor der eigenen Tür...u. einfach mal die Moral dahin schieben wo die Sonne nicht hinein scheint! MfG