Mladic
Denkmal des Genozids von Srebrenica; Mladic im Internationalen Strafgerichtshof / picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Armin Durgut; picture alliance / ANP | Jerry Lampen

Zum Tod des Kriegsverbrechers Ratko Mladic - Jetzt ist der Mann, der Menschen massakrieren ließ, weil sie „nichtserbisch“ waren, Geschichte

Die übelste Unmenschlichkeit, die Ratko Mladić verkörperte, hat ihn in ein Gefängnis nach Den Haag gebracht. Nun ist der „Schlächter von Bosnien“ in seiner Zelle gestorben. Seine Verbrechen waren so gravierend, dass ein „Vergessen“ nicht in Betracht kam.

Autoreninfo

Alexander Rhotert forscht als Politikwissenschaftler zum ehemaligen Jugoslawien seit 1991. Er war 20 Jahre für UN, Nato, OSZE, OHR und EU tätig, zumeist zur Friedensumsetzung auf dem Westbalkan. Als Oberstleutnant und Interkultureller Einsatzberater der Bundeswehr arbeitete er zu Kosovo und Bosnien und Herzegowina. 
 

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Nun ist er tot, der erste Völkermörder in Europa nach Hitler: der vom Kriegsverbrechertribunal der Vereinten Nationen (UN) wegen des Völkermordes von Srebrenica für schuldig gesprochene „Schlächter von Bosnien“, General Ratko Mladić. Der serbische Oberkommandierende während des Bosnien-Krieges verstarb gestern in seiner Zelle im UN-Gefängnis in Scheveningen bei Den Haag im Alter von 84 Jahren, von denen er dort die letzten 16 verbracht hatte. Zuvor hatte er sich über 15 Jahre durch Flucht der internationalen Strafverfolgung entzogen. In dieser Zeit wurde er überwiegend durch staatliche serbische Behörden beschützt. 

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... der alles sieht und alles weiß.

Ich weiß nur, dass militärische Sieger sich schon immer und überall als Vertreter des Guten betrachtet haben, und nach ihrem Sieg die eigenen Taten gerne als "gerechte Strafen" entschuldigen.
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Der Nationalismus im ehemaligen Jugoslawien war (und ist) nach meiner Erinnerung nicht nur eine Ideologie von Politikern und Militärs aus der serbischen "Nation" (oder "Rasse" oder "Ethnie").

Daher betrachte ich den slawischen oder baltischen Partikularismus, den Bruderhass zwischen "Nationen" (oder "Rassen" oder "Ethnien" ...), mit großer Sorge, und nicht mit dem weiten Herzen des Alt-Terroristen und Möchtegern-Guerilla-Führer Joschka Fischer, dem damals auch Herr Rhotert gedient hat.

Ich halte es für falsch, wenn man diesen giftigen Hass zwischen Nachbar-Völkern juristisch quasi zementiert. Das halte ich für eine sehr große Gefahr in Europa, namentlich in Osteuropa.

Aber wie gesagt, meine Meinung kann natürlich auch falsch sein.

Fiat Pax!

Welche Gnade hat dieser Unmensch denn seinen unschuldigen Opfern angedeihen lassen? Und welchen Frieden konnten deren Angehörigen u. Überlebenden seiner an Zivilisten angerichteten Gemetzel finden, während der Herr unterstützt u. bewundert von Gleichgesinnten weiter sein Leben feiern konnte bis man ihn vor ein irdisches Gericht stellte, wo er sich für seine Untaten wie jeder andere Verbrecher zu verantworten hatte? Und sollte die serbische Regierung mit Rückhalt ihrer Bevölkerung diesem Völkermörder auch noch für seine Taten ein Heldenbegräbnis 1.Klasse zukommen lassen, ist es nicht nur eine an Pietätlosigkeit nicht zu überbietende erneute Demütigung u. Schlag ins Gesicht seiner Opfer u. deren Angehörige, sondern dann können wir alles vergessen was den menschlichen Gedanken von Schuld und Sühne auch nur im Ansatz ausmacht. Allein der Gedanke o. Wunsch, dass man von den Opfern verlangt, sie mögen doch keinen Hass entwickeln,Rache empfinden usw. ist doch total lebensfremd. MfG

Walter Bühler | Sa., 29. August 2026 - 09:19

Antwort auf von Heidemarie Heim

... und ich habe als Kind und Jugendlicher viel Hass von Franzosen auf Deutsche und viel Hass von Deutschen auf Franzosen erlebt. BEIDE fühlten sich als Opfer, und beide (ja auch die Deutschen!) konnten Vorfälle berichten, die ihnen jeweils den Opferstatus bestätigt haben.

Ja, es erschien total lebensfremd und aussichtslos, dass diese Menschen jemals beginnen würden, keinen Hass mehr zu entwickeln und die Lust auf Rache zu verlieren.

Oder denken Sie an den absurden Hass zwischen Katholiken und Protestanten, der im dreißigjährigen Krieg Millionen Opfer gefordert hat. Wie groß war die Leistung der Menschen, die auf den Frieden von Münster und Osnabrück hingearbeitet haben!

Mein Kommentar richtet sich im Übrigen gar nicht an betroffene Menschen aus Ex-Jugoslawien, sondern an den deutschen "Politikwissenschaftler" und Bundeswehroffizier Rhotert, der 20 Jahre lang für UN, Nato, OSZE, OHR und EU in Ex-Jugoslawien an der Herstellung des heutigen Zustandes aktiv beteiligt war.

Und angesichts solcher menschlichen Abgründe wie der Lebensvernichtung durch Charaktere wie Mladic und andere,die die Schöpfung und das Menschenbild mit Füßen traten und auch heute noch treten,verbietet es sich für mich,deren Bestrafung bzw. die Verhinderung weiterer Untaten durch den Entzug von Freiheit auch nur in Frage zu stellen.Nennen Sie es Rachegefühle oder Hass von mir gegenüber solchen Subjekten. Wegen mir auch primitiv bzw. unzivilisiert.Aber jeder Hinweis darauf,dass die Opfer solcher auch noch was ihre Schuld betreffend uneinsichtigen,sich feige aus ihrer Verantwortung ziehenden Täter, wie o. wann ihr Traumata zu bewältigen u. zu beenden hätten,Bruderhass, Misstrauen gegenüber alten Feinden doch um des lieben Friedens willen aufgeben sollten,bringt mich an die Grenze dessen, wofür ich noch Verständnis aufbringen kann. Schon gleich gar nicht den geringsten Funken für diesen u. andere Massenmörder. Herr Konrads Worte bzgl. göttlichen Gerichts mögen greifen! Nix für ungut!FG

Ernst-Günther Konrad | Fr., 28. August 2026 - 16:11

Mag man ihn irdisch *bestraft* haben. Jetzt aber, wo er tot ist und ins sog. Jenseits einzieht, wird er sich für seine Taten in einer ganz anderen Welt vor Gott zu verantworten haben. Und wahrscheinlich wird er irgendwann wiederkommen und das Leid derer durchleben müssen, die er in diesem Leben mit seinen Taten entmenschlicht hat.
Denn trotz seiner 84 Jahre hat er zu Lebzeiten hier nicht soweit ich weiß verstanden, was er getan hat.

Jens Böhme | Sa., 29. August 2026 - 09:50

Das Staatsbegräbnis ist ihm gewiss. Er hat nach serbischer Diktion den Islam aufgehalten, den Islam zurückgedrängt, die serbische Nation vor der Vernichtung verteidigt. In Kriegen ist jeder zivile Ort ein Hort von Feinden oder dessen Nachwuchs. Ich empfehle dem Autor eine israelische Patrouille durch einen palästinensischen Ort zu begleiten. Oder den Bericht zur Schlacht von Mogadishu vom 3./4. Oktober 1993 zu lesen (Black Hawk Down). Oder Afghanistan zu den verschiedensten Besatzungen. Am Schreibtisch ist die Welt einfacher zu erklären, als wenn man mittendrin ist.

Klaus Funke | Sa., 29. August 2026 - 18:26

Da leben noch einige. Was ist z.B. mit denen, die die Palästinenser nicht zu den Menschen zählen und sie komplett ausrotten lassen oder sie zumindest komplett und zwangsweise umsiedeln wollen, wobei sie bekanntlich schon eine ganze Menge haben hinschlachten lassen, darunter auch vermehrt Kinder, Frauen und Alte. Warum wird dies alles tabuisiert? Gnauso wie die Tatsache, dass jener hochgefährliche Staat illegal und heimlich Atomwaffen angeschafft hat. Solche Waffen in solchen Händen!? Was, wenn einer der üblen Hardliner an den toten Knopf kommt? Und keiner sagt was, es wird darüber geschwiegen. Warum? Warum? Warum sitzen keine Hebräer vor dem intern. Gerichtshof? Es ist alles eine einzige Schande. Es gibt keine Gerechtigkeit. Auch nicht für die, welche sie ständig einfordern.