Zwei Personen mit roten Kappen; eine mit "MAKE AMERICA", eine mit "MAKE IRAN" Schriftzug. Foto.
Wer hat den Huf auf - MAGA oder MIGA? / picture alliance / NurPhoto | Beata Zawrzel / picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow

Zoff bei den Republikanern - Zerbricht MAGA am Iran?

Trumps Krieg gegen den Iran spaltet die MAGA-Basis und wirft alte Glaubenssätze und Loyalitäten über Bord. Steht gar eine dauerhafte Abspaltung des „America First“-Flügels und damit eine grundlegende Verschiebung im US-Parteiensystem bevor?

Autoreninfo

Jan Uphoff studiert Politikwissenschaft in Bremen.

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In gewisser Weise war die Reaktion von Tucker Carlson absehbar. Kaum hatte sich Donald Trump auf die Seite Israels geschlagen und an den ersten Luftschlägen gegen den Iran beteiligt, gingen im isolationistischen Lager der Präsidentenbewegung alle Sirenen an. Als „absolut widerlich und böse“ bezeichnete der ehemalige Fox News-Moderator und heutige Podcaster den Angriff der USA. Für ihn und viele seiner Anhänger ist klar: Vor allem Israel und dessen Großmachtstreben stehen hinter der Eskalation im Nahen Osten – nicht amerikanische Eigeninteressen. Folgerichtig sei jede amerikanische Beteiligung an Gefechten in der Region grundsätzlich fragwürdig.

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Thomas Veit | Do., 5. März 2026 - 08:31

junge Mann - Herr Jan Uphoff - immer wieder über komplexe politische Themen schreibt... - hier entwickelt sich eine neue Generation 'unverseuchter' Journalisten die Hoffnung macht...

Chapeau!

Wolfgang Borchardt | Do., 5. März 2026 - 09:06

Wähler eine herbe Enttäuschung darstellen. Hat er doch hoch und heilig versprochen, Kriege zu beenden und keine zu beginnen. Selbst J. D. Vance geht auf Distanz und befürwortet das militärische Eingreifen im Iran nicht. Der deutsche Außenminister kritisiert die ablehnende Haltung Spaniens, die seiner Auffassung nach die Einheit Europas beschädigen. Er muss wohl eher die I d e e der Einheit Europas meinen. Und bis jetzt gibt es in Europa unverändert souveräne Staaten, die ihre Meinung vertreten dürfen. Was Herrn Uphoff angeht, schließe ich mich gern anderen Kommentatoren an: Wenngleich er seine Zukunft noch vor sich hat, liefert er schon jetzt Qualitätsjournalismus. Man darf dem Cicero für diesen (nicht mehr ganz) Neuzugang danken

Angelika Sehnert | Do., 5. März 2026 - 09:42

Das zugrunde liegende Problem ist die wirtschaftliche Lage der USA. Der Lebensstandard ist immer noch hoch, aber viele Mittelstandsfamilien haben finanzielle Probleme. Durch die Globalisierung sind nun mal die verlässlichen, gut bezahlen Jobs in der Industrie für die man eben kein 100 000 $ Studium benötigte, weg. Die Flexibilität des Arbeitsmarkts wird hier gerühmt, hat aber für Betroffene oft brutale Auswirkungen. Die Folgen wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Unsicherheit, sind Abstiegsängste, die bis weit in die Mittelschicht reichen. Hinzu kommt der spaltende Kulturkampf, den die Linke befeuert hat. Lange Rede, kurzer Sinn: Würde es allen John Does gut gehen, hätte Trump deutlich weniger Probleme mit seinen Wählern. Nicht zu vergessen: es sind die Söhne und Töchter aus der unteren Mittelschicht, die mit Aussicht auf einen sicheren Job mit exzellenter Gesundheitsversorgung in die Armee eingetreten sind und die nun wieder in einen Krieg geschickt werden könnten.

Maria Arenz | Do., 5. März 2026 - 09:52

Nachdem inzwischen aus der US-Regerung sehr widersprüchliche Aussagen bez. Kriegsziel zu hören sind und Trump sogar "Boots on the Ground" nicht mehr ausschließt, darf man gespannt sein, wessen boots das sein werden. Am Ende gar deutsche, nachdem Merz sich so eifrig als Befürworter dieses Krieges geoutet und öffentlich präsidiales Lob dafür kassiert hat. Lob, auf das er in Deutschland nach einem Jahr gebrochener Versprechen vergebens wartet.