Zwei Türken werden als Helden von Wien gefeiert - „Wir türkischen Muslime verabscheuen jede Art von Terror“

Weil sie einen Polizisten und eine Frau aus dem Kugelhagel gerettet haben, werden zwei türkisch-stämmige Kampfsportler in Wien als Helden gefeiert. Ihre Geschichte räumt mit allen Vorurteilen gegenüber Moslems auf – und wird gerade darum von einem türkischen TV-Sender verbreitet.

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Screenshot aus dem Instagram-Account con Mikail Özen

Autoreninfo

Antje Hildebrandt hat Publizistik und Politikwissenschaften studiert. Sie ist Reporterin und Online-Redakteurin für CICERO.

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Antje Hildebrandt

Er hörte Schüsse, als er am Montagabend im 1. Wiener Bezirk aus dem Auto stieg. Er sagt: „Ich dachte, es wäre ein Film oder so.“ Mikail Özen erkannte schnell, dass das, was er dort erlebte, blutiger Ernst war. Er und sein Freund Recep Gültekin, beide langjährige Kampfsportler, haben einer Frau und einem Polizisten aus dem Kugelhagel geholfen. 

Recep Gültekin wurde dabei selbst am Bein angeschossen. Blutverschmiert meldete er sich kurz nach seinem Einsatz mit einem kurzen Video auf Instagram, um seinen Freunden zu erzählen, was passiert war. „Leute, mir geht es gut. Ihr braucht euch keine Sorgen machen. Wir sind gerade sicher. Es ist alles okay.“ 

Kritiker setzten Islam mit Islamismus gleich

Es ist wohl kein Zufall, dass dieses Video jetzt von dem türkischen Rundfunk- und Fernsehsender TRT auf Twitter verbreitet wird. Denn der Attentäter, soviel gilt jetzt schon als sicher, hat im Auftrag der Terrormiliz Islamischer Staat gehandelt. Kaum hatten sich die Bilder der Schießereien im Internet verbreitet, da wurde Kritik an der Integrationspolitik der österreichischen Bundesregierung laut. Der Islam fördere Terror, hieß es auch in Deutschland. AfD-Fraktionschefin Alice Weidel forderte: „Alle Ausreisepflichtigen haben unser Land umgehend zu verlassen. Insbesondere Gefährder müssen sofort ausgewiesen und bis dahin festgesetzt werden.“ 

 

Dabei, auch das weiß man inzwischen, handelt es sich bei dem Täter um einen bereits wegen Terrorismusverdacht  vorbestraften 20-Jährigen mit mazedonischen Wurzeln, dessen Eltern bis dahin unauffällig als Moslems in Österreich gelebt haben sollen. Indem Kritiker jetzt aber Islam mit Islamismus gleichsetzen, stellen sie alle in Europa lebenden Muslime unter Generalverdacht. Diesen Eindruck will TRT Deutsch mit dem Video von Mikail Özen und Recep Gültekin revidieren.  

Die Helden von Wien 

Auch die beiden türkisch-stämmigen Österreicher wurden anfangs als Täter gehandelt. Es wurde das Gerücht, verbreitet, sie hätten selbst geschossen. Völlig unwahr, wie sich herausstellte. Jetzt werden die beiden wie Helden gefeiert.

Der öffentlich-rechtliche Sender TRT nutzt das Video, um das ramponierte Image der Türkei zu retten. Was der angeschossene Kampfsportler Recep Gültekin davon hält, ist nicht bekannt. Auf Instagram hat er ein Foto seiner blutverschmierten Hose gepostet. Sein Video endet mit den Worten: „Wir türkischen Muslime verabscheuen jede Art von Terror. Wir stehen zu Österreich. Wir stehen für Wien. Wir sind zu jeder Zeit zur Hilfe bereit.“ 

Günter Johannsen | Di, 3. November 2020 - 16:06

[Sure 2,191] Und tötet sie (die heidnischen Gegner), wo (immer) ihr sie zu fassen bekommt.
[Sure 2,216] Euch ist vorgeschrieben, (gegen die Ungläubigen) zu kämpfen, obwohl es euch zuwider ist. [Sure 4,76] Diejenigen, die gläubig sind, kämpfen um Allahs willen, diejenigen, die ungläubig sind, um der Götzen willen. Kämpft nun gegen die Freunde des Satans!
[Sure 8, 39] Und kämpfet wider sie, bis kein Bürgerkrieg mehr ist und bis alles an Allah glaubt!
[Sure 9,123] O die ihr glaubt, kämpfet wider jene der Ungläubigen, die euch benachbart sind.
[Sure 47,4-5] Und wenn ihr die Ungläubigen trefft, dann herunter mit dem Haupt, bis ihr ein Gemetzel unter ihnen angerichtet habt. [Sure 8,55] Als die schlimmsten Tiere gelten bei Allah diejenigen, die ungläubig sind und (auch) nicht glauben werden. [Sure 98,6] Die Ungläubigen unter den Leuten des Buches (Juden und Christen): Sie sind von allen Wesen am abscheulichsten! Hieraus resultiert das islamistische Morden deren Terroranschläge!

... warum haben Sie nicht selbst die von Ihnen behaupteten, konkret zu religiöser Gewalt aufrufenden Stellen im AT zitiert ... doch schwerer zu finden als gedacht?

Margaretha Graf | Di, 3. November 2020 - 20:18

In reply to by Karl Kuhn

Ich glaube Herr Lenz meint es nicht so. Er hat einfach Spaß daran, zu provozieren, d.h. er will nur spielen. Halten wir es mit Herrn Lenz wie Karl Valentin schon vorschlug: Nicht einmal ignorieren.

... ist es wirklich so schwer zu begreifen, dass es "Spinner" links, rechts und "oben" (=religiös) gibt? Manches erinnert mich an Merkel ... auch da wartet man auf Einsicht vergebens.
Wenn ich mir mal "spaßeshalber" die ÖRlichen anschaue und bei einer Nachrichtensendung einen Block mit drei Spalten (R/L/O) daneben lege ... dreimal darf man raten, wo die meisten Negativ-Meldungen angekreuzt sind - obwohl einem der klare Menschenverstand sagt, dass die Verteilung in etwas gleich sein wird. Das ZDF hat vielleicht eher dazu gelernt ... das eine Auge wird in deren Werbung immer weniger zugehalten - die Hoffnung stirbt zuletzt.

wissen, dass das Christentum sich auf den Neue Testament beruft (denn darum ging es wohl in Ihrem Kommentar). Seit langem wird darüber debattiert, ob das Alte Testament gänzlich zu vernachlässigen sei, da es der Botschaft des Neuen Testaments eher im Weg steht. Nichtsdestotrotz sind die Stellen aus dem AT, die Sie gerne neben dieser genannten Suren aus dem Koran sehen würden, vernachlässigbar. Wenn es z.B. heißt "Auge um Auge, Zahn um Zahn" ist das – verglichen mit der "Blutrache" zu dieser Zeit fast ein zivilisatorischer Fortschritt, der nämlich besagte, dass bei einer Bluttat nicht die ganze Sippe ausgelöscht werden sollte, sondern allein der Täter verantwortlich gemacht werden sollte. Fast modern schon, solch eine "Rechtsprechung", wenn man den Zeitpunkt betrachtet.

Hallo Herr Lenz!

Ich bin bekennender Atheist, wurde jedoch als Kind und früher Jugendlicher immer in die Kirche geschleift.
Getauft, konfirmiert - seit langem ausgetreten.
Folglich bin ich relativ bibelfest.

Das Alte Testament!?
... und dann kam Jesus!
"Euren Glauben lass ich euch, doch meinen Glauben schenk ich euch!
Und ich will ein neues Gebot geben. Liebet euren Nächsten wie euch selbst und Gott über alles!"

1532: die Constitutio Criminalis Carolina
Unter anderem die Basis der Inquisition, der "hochnothpeynlichen Befrahgung".

Das Alte Testament ist ad acta, die CCC ebenfalls.
Reformation, Aufklärung.

Der Koran, die Scharia sind für die Ewigkeit unveränderlich!
Der Islam ist zugleich eine Ideologie, ein Herrschaftsinstrument.
Das sollen die Anhänger "zu Hause" praktizieren, aber nicht HIER!

WELT-Chefredakteur Poschardt heute:
https://www.welt.de/debatte/plus219232422/Islamistischer-Terror-in-Wien…
Sehr Lesenswert!

Bleiben Sie gesund!

die Kommentare vom Anfang lesen.
Herr Lenz wendet sich mit seinem Verweis auf gewaltsame Behandlung von Ungläubigen im alten Testament gegen Herrn Johansson, erster Kommentar, mit seinen nun wiederholten Ansammlungen von Zitaten, wo der Koran die tödliche Behandlung der Ungläubigen vorgibt. Daß der Verweis auf die christliche, bzw. altestamentliche Doktrin, die vielen christlichen Sekten, die sich auf das alte Testament berufen, nicht fremd sein dürfte, keine praktischen Auswirkungen zeitigen, dürfte wiederum an dem staatlichen Gewaltmonopol liegen, der solches unchristliches Verhalten wiederum schützt.
Daß der Johannsche Kommentar am Artikel vorbeigeht, weil es sein Anliegen ist sich grundsätzlich an dem Islam zu reiben, der nicht zur europäischen Kultur passt, ist offensichtlich.
Daß die sich auf Herrn L. beziehenden Kommentare ebenso vorbeigehen, ist doch wohl eher der fehlenden Übereinstimmung mit Herrn L. zu verdanken, und verströmen mehr Empörung als thematis Sachlichkeit

Erstens handelt es sich bei den Schriften des Alten Testamentes um sehr viel ältere Schriften, ich sage auch gerne eine andere Generation und
zweitens geht es meiner Erinnerung nach - ich kann mich natürlich irren - um das Zurückdrängen der Bedrohungen des israelischen Volkes.
Das Abschlachten von Andersgläubigen habe ich nicht in Erinnerung.
Im Gegenteil war Moses ein ägyptischer Prinz, der für sein Volk der Israeliten stritt, weil der Pharao nicht sein Wort hielt und die Kinder israel nicht ziehen liess.
Nun sind wir Christen auch ganz gut bekannt mit dem Alten Testament und das Neue Testament sagt nicht, sucht sie die Söhne des Satans und lasst keinen leben.
Christus sprach zu Jehova im Sinne eines Sohnes zu einem Vater.
Wir lernen die 10 Gebote.
Das ist religiöse Hochkultur, wie das Christentum, "eine Generation später" ebenfalls.
Den Islamismus zähle ich nicht dazu.

Herr Lenz, bitte lenken Sie nicht immer vom Thema ab. Wenn Sie ein bisschen mehr Ahnung hätten, dann wüssten Sie, dass für einen gläubigen Christen das Neue Testament der Maßstab für seinen Glauben und Handeln ist. Das Alte, ist mit ein paar mehr oder weniger relevanten Geschichten und Gleichnissen nur Beiwerk. So habe ich das damals im Religionsunterricht gelernt!

Dem geschätzten Foristen @Lenz scheint in seiner böswilligen und die Gräueltaten des IS verharmlosenden Replik entgangen zu sein, dass nach den Hexenverbrennungen, dem 30jährigen Krieg und den sonstigen christlichen Gräueltaten das Zeitalter der Aufklärung (z.B. Große Franz. Revolution 1789) folgte. Und genau das fehlt dem Steinzeitislam und deren Vertretern. Die Relativierer und Beschwichtiger sehen gerne darüber hinweg.

ich greife ihren Einwand gegen Johannsen so auf, daß sie darauf hinweisen, daß jeglicher religiöse Glaube, so er aus dem privaten Umfeld in die Öffentlichkeit tritt, ein politischer Glaube wird, der die kulturellen und sozialen Abläufe und Verhaltensweisen gesellschaftlicher Subjekte bestimmen will. Und wer nicht in die Vorstellungen passt wird - wenn erforderlich - gewaltsam sanktioniert.
Religiöse Praxis im Privaten kann jeder treiben, so er unbedingt eine höhere Macht für sein Schicksal zuständig erklärt. Tritt dieser Glaube jedoch aus der Privatsphäre heraus als Anspruch an Jedermann, diesen sich eigen zu machen ist in seiner Natur immanent gewaltsam Ungläubigen den Widerstand auszutreiben und zur richtigen Religion zu verhelfen.

Ja, das AT ist unfassbar grausam. Aber der riesige Unterschied ist: Die Mordaufrufe im AT sind jeweils mit einem ganz konkreten (vermeintlich) historischen Ereignis verbunden, v.a. mit der sogenannten Landnahme der Israeliten. Nie in der nachbiblischen jüdischen Tradition wurden sie als bleibende Aufrufe gedeutet; selbst in der christlichen Kreuzzugspropaganda spielten diese Aufrufe, soweit ich sehe, keine Rolle (ungeachtet der Grausamkeiten der Epoche). Spätestens seit dem späteren 8. Jh. wurden aber die Aufrufe in Koran und Hadithen prägend für das sich entwickelnde schariatische Kriegsrecht (siyar). Es gibt genügend Literatur zum Konzept von dar al-harb und dar al-islam (Haus des Krieges vs. des Islams). Es ist leicht, sich in diese Materie einzulesen. Der jihad (auch der offensive jihad at-talab) ist somit untrennbar mit der Scharia im orthodoxen sunnitischen Sinn verbunden. Anders sieht es mit dem Abschlachten von Frauen aus, welches sich kaum mit der Scharia vereinbaren lässt.

Gewiß, es gibt da einige Stellen im Alten Testament (Die Tora, das jüdische Erbe im Christentum), die auch kritisch zu sehen sind.
Das predigt die Kirche heute aber nicht mehr. Sie ruft nicht mehr wie im Mittelalter zu Kreuzzügen auf.
Das macht den Unterschied zu den Predigten in den Moscheen und das, was z.B. ein Erdogan verlautbaren läßt. Da steckt man noch im Mittelalter fest.

Mir ist es letztlich schnuppe, ob sich der Islam reformieren läßt.
Darauf möchte ich vor allem k e i n e s f a l l s warten u. inzwischen die Muslime anflehen, sich doch - bitte, bitte - zu einer aufgeklärten Fassung ihres heiligen Buches durchzuringen.

Mir reicht die klare Feststellung, daß der Islam zur Zeit r e a l i t e r überall dort, wo er die vorherrschende Religion ist, n i c h t freundlich-tolerant gegenüber anderen Religionen auftritt, sondern - im Gegenteil - seinen Überlegenheitsanspruch täglich untermauert: Niemand darf an der Heiligkeit eines einzigen Wortes im Koran zweifeln! Jeder Muslim, der dem Glauben /der Scharia abschwört, wird als Verräter verfolgt.
So sieht's faktisch aus!

Ich fordere daher meine Regierung auf, sofort die notwendigsten Konsequenzen zu ziehen:
1. Jeder in DE lebende Muslim muß sich zu unseren säkularen Werten bekennen o. er muß das Land verlassen!
2. Imame, die nicht auf Deutsch predigen, sind auszuweisen o. mit Berufsverbot zu belegen!

... liebe Frau Wallau, Ihren Kommentar zu lesen.
Ich kann nur wieder unseren Dichterfürsten anführen:
Genieße mäßig Füll und Segen
Vernuft sei überall zu gegen,
wo Leben sich des lebens freut.
Dann ist Vergangenheit beständig,
das Künftige voraus lebendig,
der Augenblick ist Ewigkeit.

Nur leider ist der gesunde Menschenverstand dem heutigen Zeitgeist abhanden gekommen.

Gustav Schneider | Di, 3. November 2020 - 16:27

Gemeinsinn und Heldenmut werden vielerorts ja zeitgeistbedingt geradewegs aus den Köpfen herausgetrieben. Diese Männer haben sich jedoch als wahre Helden und Patrioten bewiesen. Es ist gut zu sehen, wenn gerade in schwierigen Zeiten das Menschliche obsiegt.

Vorbilder nicht nur für andere migrantischstämmige Mitmenschen, sondern für alle!

Holger Jürges | Di, 3. November 2020 - 16:32

Zitat:„Alle Ausreisepflichtigen haben unser Land umgehend zu verlassen. Insbesondere Gefährder müssen sofort ausgewiesen und bis dahin festgesetzt werden.“
Was, bitte, ist an dieser Forderung falsch ??
Der heldenhafte Einsatz der beiden Türken ist aller Ehren wert, sollte aber nicht den Blick auf die Realitäten versperren:
Nach all den blutig-schrecklichen Gräueltaten der letzten Jahre, die von gläubigen Moslems begangen wurden, ist nicht ein Moslem auf die Straße gegangen oder hat öffentlichkeitswirksam sein Mitgefühl gezeigt !
Hingegen strömten (auch aktuell nach Macrons Einlassungen) hunderttausende Moslems durch die Städte, als Mohammedkarrikaturen thematisiert worden sind.
Und, was ist mit unserer Freiheit, der Angst der Lehrer ? - Nein, Frau Hildebrand, sehen wir der Wahrheit ins Auge: Der Islam bedingt den Islamismus - beides ist untrennbar verwoben - es handelt sich um eine reine Machtideologie, die langfristig auch Ihr und unser Land einer Unterwerfung zufühern will !!

helfen nicht weiter, sondern erhöhen höchsens den Grad des Wohlbefindens und der Genugtuung bei rechten Populisten und Demagogen

"Ich hab's doch schon immer gewusst...Merkel..die Links-Grünen...und wieviele Muslime sind denn auf die Strasse gegangen? Bla bla...

Man darf sich erinnern: Es waren Muslime, die im Irak und Syrien gegen den IS gekämpft haben. Und heute kämpfen in Afghanistan Muslime gegen die Taliban.

Macht nichts, ab unter den Tisch, vergessen wir. Und sonnen uns lieber darin, es ja schon immer gewusst zu haben.

Gegenfrage: Wann hat die AfD jemals gegen Rechtsextremismus demonstriert? Gegen die Morde von Halle, Hanau, Kassel ??? Gegen die Treibjagden in Chemnitz? Ach nein, da war man ja selbst beteiligt.

man glaubt es kaum. Das Cicero-Abo hat sich aber auf jeden Fall gelohnt, um zu erfahren, wie die AfD-Nahen ticken.

Zu blöd, dass man für den Terror in Österreich jetzt nicht die olle Merkel verantwortlich machen kann. Da regiert ja die Lichtgestalt Kurz. Und türkische Jungs als Retter, da muss man schon einige rhetorische Klimmzüge machen.

Ich will nicht diese sinnlose Diskussion nähren, die sich daran aufreibt, inwiefern "der Islam" schlimmer ist.

Fakt ist: Ihr Argument zu Ende gedacht kann nur zwei Folgen haben.

Entweder A Sie wollen langfristig alle Moslems ausweisen oder B wir finden einen Weg, Menschen muslimischen Glaubens und aus typisch muslimischen Ländern stammend, zu integrieren. Dazu braucht es eine europäische Islam-Denkschule und befreundete Patrioten, die solchen Mitmenschen einen Weg in unsere Mitte weist.

Generelle Ablehnung wird jedenfalls nur eine Form schlimmer Gewalt nach sich ziehen - früher oder später.

Ihre Frage respektive These ist relativ einfach zu beantworten, Herr Schneider: Eine mögliche "Kompatibilität" der Muslime ist strikt gebunden an eine Assimilation gemäß unserer westlicher Werte ! - Ein "Dazwischen" gibt´s nun mal nicht, möchte man eine harmonische Zukunft anstreben...

Sebastian Kurz dazu: Zitat:"Aber diejenigen, die sich gegen unsere Gesellschaft stellen, diejenigen, die unser Lebensmodell ablehnen und auch bereit sind, es zu bekämpfen, die müssen wir bekämpfen. Es darf keine Toleranz gegenüber diesen Intoleranten geben.“

... sagte der Holländer Boerhave. Darum ein einfaches Beispiel: in mein Haus lade ich mir nur diejenigen ein, die ich gerne als Gäste haben will. Meine Gäste akzeptieren selbstverständlich die bei mir geltenden Verhältnisse. Eben deshalb kommen sie zu mir Tun sie es aber nicht, werden sie freundlich aber bestimmt darauf hingewiesen, entweder zu gehen oder sich der Gemeinschaft zu fügen, was im Übrigen auch Grundvoraussetzung für stetiges Verbleiben wäre. Folglich findet der Gast und nicht der Gastgeber den Weg zum Einklang. Kennen Sie jemand, bei dem das anders läuft?

Ich glaube der Zusammenhang ist komplexer. So erinnere ich daran, dass die Islamisten im Irak und in Syrien keine Probleme damit hatten Muslime zu töten. Genauso diente das friedliche Neue Testament im Mittelalter als Grundlage für vergleichbare Taten. Soll heißen: Ein Buch ist nur ein Buch. Wer will findet darin eine Rechtfertigung für das eigene Handeln. Die Forderung Gefährder auszuweisen unterstütze ich, nur ist die Zahl der Länder die diese aufnehmen sehr klein. Gäbe es irgendwo ein IS-Land, würden wir die dort hin schicken wollen? In der Frühen Neuzeit schickten europäische Länder diese Leute in die Kolonien. Vielleicht wäre der Mars eine Option?

Rolf Rattay | Di, 3. November 2020 - 16:52

Einzelne, die ,,Gutes tun,, sind immer Lichter in der ,,Dunkelness,,.
Aber gleich den Islamismus zu ,,rehabilitieren,, ist für mich einfach nur billig!
Warum versuchen die ,,Gutmenschen,, immer alles zu relativieren, damit es in ihr sozialistisches Weltbild passt?

Markus Michaelis | Di, 3. November 2020 - 16:56

Der Betreff ist provozierend - klar. Ich denke aber, dass das Thema wichtig ist. Unsere Gesellschaft/Politik versucht die Gemeinsamkeiten zu sehen und so eine gute Gemeinschaft für alle möglich zu machen. In der festen Überzeugung, dass wir alle Menschen sind und am Ende mehr Gemeinsamkeiten haben. Das ist sicher ein guter und wichtiger und in vielem zutreffender Aspekt.

In dieser Linie vermittelt der Artikel, dass "wir" zu schnell Vorurteile haben, andere als gewalttätig abzustempeln. Auch das ist ein richtiger Aspekt.

Nur hat es den Preis Vorurteile anzuheizen, dass "wir" zu schnell extreme und rassistische Vorurteile haben. Wann konvergiert das, wann divergiert es?

Ich glaube wir werden (für mehr Konvergenz) nicht drumherum kommen auch mehr Unterschiede herauszuarbeiten (Welt-, Geschichts-, Familienbild, Zugehörigkeiten, viele Dinge) . Nicht weil jemand schlechter oder gewalttätig ist, aber anders - alles berechtigt. Erst dann kann man überlegen, wie man damit am besten umgeht.

Rolf Rattay | Di, 3. November 2020 - 16:57

Wenn es so wäre, wie so manche uns suggerieren möchten, dann hätten wir das Problem Islamismus gar nicht!!!!
Nur wer Scheuklappen hat, der sucht wie das Huhn nach Korn!

Tomas Poth | Di, 3. November 2020 - 17:00

Es ist doch wunderbar das sich hier zwei junge Männer engagiert eingesetzt haben, für ihre Mitmenschen.
Nun blasen wir das doch nicht propagandistisch auf wie Erdogan, um den Islam zu Preisen oder zu entschuldigen.
Zwei Menschen haben anderen Menschen aus der Bedrängung geholfen.

Heidemarie Heim | Di, 3. November 2020 - 17:02

Generalverdacht? Wer hat denn nach der Rede von Macron seine Religion sofort völlig undifferenziert für seine Hetze gegen die Kreuzfahrernationen, Nazis und was weiß ich für generalisierte Beschimpfungen genutzt? Richtig! Nur solche Helden wie die beiden unerschrockenen, noch dazu in Verdacht geratenen, wahrscheinlich auch gerade aufgrund der Toberei und Hetze aus der Heimat ihrer Vorfahren, können das ramponierte Image der Türkei retten. Fehlt nur noch, dass sich der Despot in seinem 1000-Zimmer-Palast diese tapfere Tat der Beiden an die eigene Brust heftet. Der verletzte Recep Gültekin ließ sich noch nicht mal medizinisch behandeln, da er meinte, die Hospitäler hätten mit den schwerer Verletzten genug zu tun. Kein vernünftiger Mensch oder Kritiker hier wie dort hat wohl was gegen solche sich zum Rechtsstaat bekennenden Mitbürger und deren friedlich ausgeübten Glauben. Denn sie sind es letztendlich, die den Kopf für die islamistischen Extremisten und Erdogans Hetze hinhalten müssen!

Claus Frech | Di, 3. November 2020 - 17:11

Ich habe Achtung vor diesen beiden Moslems, die sich für unschuldige Opfer einsetzten. Nach den vielen Jahren in denen radikale Moslems weltweit Terror begingen, meine ich aber doch relativieren zu dürfen, in dem ich das Sprichwort zitiere: " eine Schwalbe macht noch keinen Sommer "

Johan Odeson | Di, 3. November 2020 - 17:12

Das was die beiden Männer getan haben war heldenhaft. Wenn das allerdings keine Österreicher mit Migrantenhintergrund gewesen wären, wäre das vermutlich nicht mal angesprochen worden. Das kennen wir aus ähnlichen Fällen von Zivilcourage in Deutschland. Nein. Es steht außer Zweifel, dass sich die Mehrheit der Muslime von diesen Verbrechen still distanziert, allerdings spielt die schweigende Mehrheit keine Rolle. Tonangebend sind immer die Extremisten. Auch die Mehrheit der Deutschen vor Hitler's Machtergreifung wollte keine Juden umbringen oder einen Krieg anfangen. Wichtig ist es deshalb aufzustehen und Gegenwehr zu leisten. Daran fehlt es allerdings. Stattdessen werden immer mehr Grundwerte unter Druck gesetzt, weil auch hie die Extremisten den Ton angeben. Wir lassen die integrationswilligen Muslime alleine im Regen stehen, paktieren mit den Extremisten und Linke gucken eh weg, weil's nicht ins Weltbild passt. Was wird sich ändern? Nix. Es wird nur blutiger.

Ines Schulte | Mi, 4. November 2020 - 08:56

In reply to by Johan Odeson

die sich für Ihre Mitmenschen oft selbst in Gefahr begeben. Aus Gründen des Ermutigens an Andere sollte man ausführlich darüber berichten. Leider berichtete nur der FOCUS in seinem aufrüttelnden Artikel mit der Schlagzeile "Der stille Held von Gera" über den 36-jährigen Kellner Stefan Werner, der ganz allein 3 Menschen vor 3 minderjährigen, jedoch justizbekannten Messerangreifern in Sicherheit brachte und erstversorgte. Wieviele "stille Helden" mag es noch geben, denen sich solche Erlebnisse tief eingraben und die sie im stillen Kämmerlein, von der Öffentlichkeit unbeachtet, mit sich ausmachen müssen?

Walter Bühler | Di, 3. November 2020 - 17:14

... ich kenne auch welche, und natürlich freue ich mich jedesmal über sie. Herr Özen und Herrn Gültekin verdienen natürlich auch meine Bewunderung und Dankbarkeit.

Aber es gibt eben leider auch die Islamisten, für die die Stellen im Koran, die Herr Johannsen zusammengestellt hat, zum alleinigen Lebensmotto und zur Grundlage ihres politischen Handelns geworden sind. (NB: Wer das Alte Testament kennt, wird sich an ähnlich lautende Stellen erinnern.)

Islamisten und vergleichbare Radikale stehen aber auch unter dem anderen biblischen Verdikt "Wer das Schwert nimmt, der soll durch das Schwert umkommen." Kein Staat kann eine Lage ausschliessen, in der nur noch dieses Verdikt als einzige Maxime des Handelns übrig bleibt. Das ist die schwere Stunde für Polizei und Militär, die in jedem Land eintreten kann, auch wenn es sich niemand wünscht. Dann müssen wir Polizisten und Soldaten in ähnlicher Weise unterstützen, wie es Herr Özen und Herrn Gültekin getan haben.

Yvonne Stange | Di, 3. November 2020 - 17:19

... alles nur Einzelfälle. Das gros sieht es garantiert nicht so. Siehe Koopman-Studie.

gabriele bondzio | Di, 3. November 2020 - 17:38

und sie haben geholfen, was anerkennenswert ist.
Richtig, bepackte Jungs. Die dürfte man(n)/frau nicht so leicht ins Boxhorn jagen. Es ist alles okay. Mikail Özen und seinem Freund gilt mein Respekt.
Jedoch sind zwei Muslime zu wenig. Das ich daraus meine Meinung über den Islam ändern werde.
Ist nicht Erdogan auch ein türkischer Muslim? Verabscheuet er jede Art von Terror? Gab es eine Demo unter in Frankreich, Österreich oder DE lebenden Muslimen. Welche diese Taten, die in den letzten Tagen passiert sind verurteilt haben?

"Der wahre Mensch wählt das Maß und entfernt sich von den Extremen, dem Zuviel und dem Zuwenig." (Novalis)

Wolfgang Jäger | Di, 3. November 2020 - 17:48

Man muss das Handeln der beiden Muslime anerkennen. Doch die Tatsache, dass das in der Türkei bereits wieder zur Propaganda hochstilisiert wird, sollte einen nachdenklich und skeptisch machen. Wir sollten aufpassen, dass wir diesen Fall nicht bereits wieder als Nebelkerze einsetzen, um den Blick auf die Fakten zu verstellen. Fakt ist der Koran mit seinen z.T. kriegerischen und menschenverachtenden Imperativen, Fakt ist Herr Erdogan mit seinen islamischen Hegemonieansprüchen, Fakt sind die tausendfachen illegalen Flüchtlinge, die weiterhin ins Land strömen. Fakt ist, dass es weiterhin keine konsequenten Ausweisungen bzw. Abschiebungen gibt. Fakt ist, dass wir alle Anstrengungen unternehmen müssen, um dem politischen Islam, den Salafisten und Islamisten und deren Sympathisanten klar die Grenzen setzen. Fakt ist, dass wir endlich bereit sei müssen, unsere Werte zu verteidigen. Fakt ist, dass wir es nicht hinnehmen dürfen, dass sich eine gewaltbereite "Religion" in Europa breitmacht.

aber auch, daß alle Ihre aufgezählten Fakten in D weder von der Politik noch von den Medien komplett ignoriert werden.
Selbst wenn nächstes Jahr eine andere politische Führung in D regieren würde, wäre von den zur Verfügung stehenden Kandidaten niemand in der Lage eine Änderung in Ihrem Sinne herbeizuführen.
Für mich ist der Lauf der Dinge nicht mehr aufzuhalten.
Wie es in D im Jahr 2050 aussehen wird, möchte ich garnicht wissen und werde es Gott sei Dank auch nicht mehr erleben.

Charlotte Basler | Di, 3. November 2020 - 17:54

Zuerst einmal Dank und Respekt an die mutigen Retter!
Natürlich gibt es die liebenswerten, hilfsbereiten, tollen, tüchtigen, integrieren, hochintelligenten (hab ich noch was vergessen?) Muslime. Es gibt auch en masse niederträchtige, gemeine, dumme, kriminelle Christen. Niemand zweifelt daran. Das ändert aber nichts daran, dass ein streng gläubiger Muslim, der auch noch in einer archaischen Kultur sozialisiert wurde, nur schwerlich zu unserer westlich liberalen Philosophie passt.
Und es lässt befürchten, dass ein erheblicher Teil der muslimischen Zuwanderer der letzten 10 Jahre eben nicht zu uns passt. Da wir ja auch wissen, dass nur ein sehr geringer Anteil "echte" Flüchtlinge sind, frage ich weiterhin: warum nehmen wir ALLE auf? Vielfach ohne Kenntnis wer und wie sie wirklich sind - und ohne klar definierte Bedingungen. WARUM?

Urban Will | Di, 3. November 2020 - 18:13

ein wenig zu leicht.
Dass es jetzt die Veröffentlichung dieser Geschichte brauchte, mag zwar Ihre Überzeugung sein, aber ein wenig – mit Verlaub – kindisch kommt es schon rüber.

Was wollen Sie sagen? Seht her, es gibt auch „gute Moslems“, die ihr Leben auf's Spiel setzen, um anderen zu helfen? Sprich: nicht alle sind Terroristen... Das hieße ja nichts anderes, als dass Sie selber es für wichtig halten, dies zu betonen (ein Bärendienst ggü den hier integrierten, unsere Regeln achtenden Moslems)
Glauben Sie wirklich, dass die Mehrheit oder gar alle Kritiker des Islam diesen mit Islamismus gleichsetzen?
Dass diese Menschen alle Moslems verachten oder gar als Terroristen ansehen?

Ich frage mich manchmal, was genau Sie leitet...

Und dann natürlich schnell noch einen in Richtung AfD nachgeliefert, als hätte Frau Weidels mehr als berechtigte Forderung irgendetwas mit dieser Problematik (Islam = Islamismus) zu tun oder würde gar dieses beinhalten.

Helmut Bachmann | Di, 3. November 2020 - 18:26

In Zeiten, in denen sich Islamofaschismus gerade in der Türkei immer breiter aufstellt, wird die Trennung zwischen dem Terrorismus und dem Islam(ismus) langsam lächerlich. Dass alle Muslime Islamisten seien, hat hingegen keiner behauptet. Leider sind es aber mehr als unsere Blauäugigen träumen. Vor allem sind die Übergänge zum frommelnden Islam fließend.

Fritz Elvers | Di, 3. November 2020 - 21:17

wie in diesem Forum muslimische Mitbürger und Muslime allgemein für diese grausamen Verbrechen in Mithaftung genommen werden.

Hat irgendjemand wegen der Verbrechen in Hanau etc. Deutsche dafür zur Verantwortung gezogen?

Karsten Paulsen | Mi, 4. November 2020 - 00:33

Dieser Held (Recep Gültekin) postete am 19. März 2016 zu dem Attentat auf dem Breitscheidplatz "mir tut es überhaupt net leid was in Berlin passiert ist."

Jost Bender | Mi, 4. November 2020 - 17:49

Zunächst: Nicht 'Kritiker' setzen Islamismus & Islam gleich, sondern Vertreter des pol. Islam wie Erdogan tun dies v.a ständig, indem z.B. Erdogan behauptet, der Begriff d. 'Islamismus' sei selbst Kennz. europ. "Islamophobie". Auch die Verbindung v. Terror & Islam ist ja keine feindselige Unterstellung, sondern wurde von jedem der islamistischen Attentäter v. Paris, Nizza, Dresden, Wien neu hergestellt.
Wer sagt: "Die Katze ist ein Tier", hat nicht gesagt: "Alle Tiere sind Katzen". Dennoch wird diese irrationale Aussageumkehr bei der Feststellung eines "islamistisch motiv. Anschlages" ständig unsachl. unterstellt. (s.o.)
Dass ausgerechnet Erdogan, dem der Terrorexp Neumann im DLR eine Mitschuld an der islamist. Terrorwelle in Europa zuweist, hier die Zivilcourage zweier Wiener Buben instrumentalisiert, hat eine spez. Ironie.
Dass sich geb. Wiener "türkische Moslems" nennen, (& islamist. Terroranschl. 2016 noch OK fanden), gehört zur schwierigen Ambivalenz d. Realität dieses Falles.