- Die Kirchen und der „ehrbare“ Antisemitismus
Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) wirft Israel wegen des Kriegs in Gaza „Apartheid“ vor. Der Terror der Hamas wird in der ÖRK-Erklärung nicht erwähnt. Empathie mit dessen jüdischen Opfern sucht man vergebens. Die Dämonisierung Israels macht auch vor den Kirchen nicht halt.
Der Zentralausschuss des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK) hat auf seiner Tagung vom 18. bis 24. Juni in Johannesburg (Südafrika) Israel wegen seiner Politik gegenüber den Palästinensern verurteilt und gefordert, diese als „Realität der Apartheid“ zu benennen. Des Weiteren ruft die Erklärung zu Sanktionen gegen Israel auf. In mehreren Stellungnahmen verteidigte der Vorsitzende des Zentralausschusses des ÖRK, der frühere EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm, diesen Beschluss.
Es wird der Realität dieses Landes nicht im Ansatz gerecht und ist schlicht falsch, den historisch mit Südafrika verbundenen politischen Kampfbegriff der „Apartheid“ auf den Staat Israel anzuwenden. Israel ist der einzige demokratische Rechtsstaat, die einzige pluralistische Gesellschaft im Nahen Osten. In Südafrika war „Apartheid“ bis 1994 ein brutales System alle Lebensbereiche umfassender rassistischer Diskriminierung. Israel hingegen kennt bei allen Unvollkommenheiten weder Rassegesetze noch eine Herrschaft einer Minderheit über eine Mehrheit. Arabische Israelis sind Teil des politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebens. Eine solche Teilhabe war unter der südafrikanischen Apartheid undenkbar.
Die Koexistenz aller religiösen und ethnischen Gruppen im Land ist Gegenstand vielfältigen Engagements israelischer Bürger und leidenschaftlichen innenpolitischen Streits. Die Nachbarstaaten Israels müssen sich mit Diskussionen um Diskriminierung nicht auseinandersetzen, haben sie doch praktisch alle Juden und viele Christen von ihrem Territorium vertrieben. Dazu indes ist vom Weltkirchenrat nichts zu hören. Der Begriff „Apartheid“ ist eindeutig besetzt, trägt zur Dämonisierung bei und taugt nicht für selbstverständlich legitime Kritik an konkreter Politik einer israelischen Regierung. Diese Vokabel gehört zur identitätspolitischen Munition der Israelkritiker und ist nichts anderes als Ausdruck eines umgekehrten Rassismus, den der französische Philosoph Pascal Bruckner treffend beschreibt. Indem jeder Weiße automatisch zum Rassisten abgestempelt wird, versucht man, sich ein neues Fundament für die Legitimation des Judenhasses zu verschaffen.
Ein politischer Kampfbegriff taugt nicht als emotionales Zugeständnis
Dass der Beschluss ausgerechnet am Ort des früheren Apartheid-Regimes gefasst wurde und Südafrika heute militärisch mit Russland und China kooperiert, sollte jedem denkenden Zeitgenossen mehr als eine Fußnote wert sein. Vor diesem Hintergrund eine „Führungsrolle der südafrikanischen Regierung im Streben nach Gerechtigkeit“ zu attestieren, ist unangemessen und spricht dem vermeintlich völkerrechtlichen Impetus Hohn. Das Etikett „Apartheidstaat“ ist im Hinblick auf Israel verwerflich. Ein politischer Kampfbegriff taugt nicht als emotionales Zugeständnis, wie es rechtfertigende Stellungnahmen Heinrich Bedford-Strohms nahelegen. Vielmehr handelt es sich um einen gefährlichen, erschreckend tauglichen Versuch, die Fähigkeit des Staates Israel, sich diplomatisch und militärisch zu verteidigen, zu schwächen. Es gibt kein Recht auf außen- und sicherheitspolitische Naivität. Hier geht es um politische Verantwortung und auch um historische Verantwortung der Kirchen.
Besonders schwer wiegt das Fehlen jeglicher Empathie mit Juden in der Erklärung des ÖRK. Die Tatsache, dass es die Hamas war, die mit dem blutigsten Pogrom an Juden seit der Schoa am 7. Oktober 2023 die Gewaltspirale in Gang gesetzt hat, wird nicht erwähnt. Mit keiner Silbe wird die bedingungslose Freilassung der Geiseln und Rückgabe der Toten gefordert. Ebenfalls verschwiegen wird, dass Israel seit seiner Staatsgründung 1948 um sein Existenzrecht kämpft. Dieses Dokument ist damit gleichermaßen Ergebnis und Beispiel einer massiven und systematischen Dämonisierung des Staates Israel. Diese ist so weit fortgeschritten, dass grundlegende Tatsachen geleugnet werden und Israel stets auf die Täterrolle abonniert ist. Dass Israel in seiner schieren Existenz bedroht wird, wird systematisch ignoriert.
Der Hamas, dem Iran und seinen Proxys geht es in einem kaum beschreibbaren Sinne um die physische, die existenzielle Auslöschung der Juden. Dies richtet sich nicht nur gegen einen Staat, sondern gegen dessen Sein selbst in jedem einzelnen menschlichen Exemplar. Die Schoa ist weder eine nur innereuropäische Angelegenheit noch ein Verbrechen unter vielen, sondern beansprucht als singulärer Zivilisationsbruch Platz im Gedächtnis der Menschheit. In einer früheren Erklärung des ÖRK, die überhaupt die Hamas erwähnte, wird der Euphemismus „fehlende Achtung des Völkerrechts durch die Hamas“ verwendet. Wer Dietrich Bonhoeffer mit gutem Grund als Vorbild nennt, betont auch hier und heute die Verantwortung der „Kirche vor der Judenfrage“. Israel ist heute leider nicht „von guten Mächten treu und still umgeben“, sondern täglich an mehreren Fronten existenziell bedroht.
Das Massaker und die israelischen Geiseln verschwanden schnell aus der Wahrnehmung der Öffentlichkeit
Medial hatte Israel den Krieg bereits verloren, noch während die Killerkommandos auf seinem Gebiet aktiv waren. Die palästinensische Propagandamaschinerie leistete weltweit und so auch in Deutschland ganze Arbeit. Eine ebenso perfide wie effektive Kommunikation, die vom ersten Tag an Israel und seinem Verbündeten Deutschland die Schuld an den Toten in Gaza gab. Der Hamas und ihren Unterstützern gelang damit eine unerträgliche Täter-Opfer-Umkehr. Nicht die Hamas wird aufgefordert, endlich zu kapitulieren, um dem Krieg ein Ende zu setzen, sondern Israel wegen seiner Kriegsführung verurteilt. Für viele scheint es geradezu eine Befreiung zu sein, sich endlich offen gegen Israel stellen zu können.
Israel hatte keine andere Wahl, als auf dieses größte Massaker an Juden seit der Schoa mit militärischer Härte zu reagieren. Das haben ihm viele nicht verziehen. Israel steht in einem tragischen Dilemma. Weil die Hamas nie einen Abstrich an ihrem Ziel machte, Israel zu vernichten, kann Israel aus purem Überlebensinteresse gar nicht anders, als einen Vernichtungskampf gegen die Hamas zu führen. Diese hat die palästinensische Bevölkerung als Geisel und Schutzschild genommen. Israel kann daher die Hamas nur angreifen, indem es auch zivile Opfer in Kauf nimmt. Diese Verluste versucht die israelische Armee dadurch zu minimieren, dass sie die palästinensische Bevölkerung regelmäßig warnt, bevor sie losschlägt. Dennoch hatte Israel von Anfang an einen großen Teil der Weltöffentlichkeit gegen sich. Das Massaker und die toten wie die noch lebenden israelischen Geiseln verschwanden schnell aus der Wahrnehmung der Öffentlichkeit.
Israelbezogener Antisemitismus, der sich als Israelkritik ausgibt, aber antisemitische Erzählungen bedient, ist besonders häufig. Er ist gesellschaftlich besonders anschluss- und deshalb salonfähig. Nach Aussage des Weltkirchenratsvorsitzenden Bedford-Strohm seien Juden in aller Welt „wegen des Handelns der israelischen Regierung antisemitischen Angriffen ausgesetzt“. Antisemitismus braucht keinen Anlass, sondern sucht sich immer neue vermeintlich logische Rechtfertigungen. Will man ihn haftbar machen, verleugnet er sich und nennt sich im Zweifel Antizionismus. Dass israelbezogener Antisemitismus es gesellschaftlich so leicht hat und gar als „ehrbar“ gilt, wie es Jean Améry schon vor Jahrzehnten hellsichtig beschrieb, liegt insbesondere daran, dass er an eine emotionale Infrastruktur anknüpft.
Israel führt einen Krieg gegen Feinde der westlichen Gemeinschaft
Dafür ist auch die ÖRK-Erklärung exemplarisch. Von besonderer Bedeutung für gegenwärtige Herausforderungen wie Systemwettbewerb und hybride Konflikte ist das Denken in David-und-Goliath-Kategorien. Wer davon ausgeht, dass wirtschaftliche und militärische Schwäche ein Indiz für moralische Überlegenheit und umgekehrt wirtschaftliche, technologische und militärische Stärke ein Zeichen moralischer Fragwürdigkeit seien, spielt bewusst oder unbewusst Diktatoren und Terroristen in die Hände. Denn in diesem Reflex ist das Eintreten für das Selbstverteidigungsrecht leistungsfähiger demokratischer Rechtsstaaten kontraintuitiv. Die Propaganda der Hamas und Putins Desinformationsaktivitäten machen sich diesen Mechanismus zunutze.
Ein verbindendes Element bei Antisemitismus aus verschiedenen politischen Lagern und kulturellen Milieus ist die Verachtung des normativen Westens, eines ideengeschichtlichen Ortes und einer Wertegemeinschaft. Der Erfolg liberaler, rechtsstaatlich und marktwirtschaftlich verfasster Gemeinwesen wird als Imperialismus diffamiert. Dabei beruht er auf der Achtung der Würde und Freiheit jedes Einzelnen. Die Grundrechte der Wissenschafts-, Religions-, Eigentums- und Berufsfreiheit, Meinungs- und Pressefreiheit führen regelmäßig auch zu erfolgreicheren Gesellschaften, in denen es mehr persönliche Freiheit, mehr Innovation und mehr Wohlstand gibt.
Mit reflexhafter Sympathie für den Schwächeren kann man eine antiwestliche Haltung ohne große intellektuelle Anstrengung demonstrieren. Recht wird aber nicht dadurch zu Unrecht, dass es vom Stärkeren geltend gemacht wird. Israel führt einen Krieg gegen Feinde der westlichen Gemeinschaft und das an mehreren Fronten. Die Verachtung alles Westlichen, das man zum Unterdrücker alles anderen stilisiert: Das ist die eigentliche Auseinandersetzung, um die es hier zugleich geht. Auch intellektuelle Redlichkeit im Umgang mit moralischen und strategischen Dilemmata ist ein moralisches Gebot.
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gelangt, daß die Kirchen - sowohl die evangelische wie die katholische - nicht mehr über Bischöfe und andere führende Leute verfügen, die mit einem Mindestmaß an kritischem Denkvermögen bzw. Intelligenz ausgestattet sind.
Es gab lange Zeiten, in denen gerade in den kirchlichen Institutionen und Hochschulen Menschen wirkten, die Hervorragendes im Hinblick auf Geisteswissenschaft und Moral-Philosophie bzw. -Theologie leisteten.
Joseph Ratzinger (Papst Benedikt XVI.) war noch eine solche Persönlichkeit.
Tempi passati!
Heute kommt von den Kirchen (jedenfalls in Deutschland) nur noch Gutmenschen-Gebrabbel und die Belehrung, daß man sich dem Zeitgeist öffnen solle - sonst (fast) nichts mehr!
Da klinke ich mich dann lieber aus und lese
Thomas von Aquin oder Augustinus.
Mein christlicher Glaube bleibt davon unberührt.
Frau Teuteberg für Ihre klaren Worte.
Diese Kirche ist inzwischen nur noch ein Abgrund an moralischer Verkommenheit.
Schade, daß ich nicht austreten kann.
So könnte ich wenigstens noch ein kleines Signal mehr setzen, daß dieser Verein abgewirtschaftet hat.
Das Anbiedern an linke Zeitgeistigkeit ist Tag für Tag Sargnagel für Sargnagel.
verhält sich wie jede andere 'NGO' welche staatlich (fast) vollalimentiert wird... ... - das ist doch natürlich, oder? /Ironie
Mit dieser Gepflogenheit fing es an um die sensiblen Seelen anderer Religionsanhänger zu schonen geehrte Frau Teuteberg! Doch wenn man sich in den Weltreligionen etwas besser auskennt, wovon ich bei Ihnen wie vielen Anderen ausgehe, so weiß man auch, dass diese Geste als Zeichen der Schwäche und Unterwerfung gewertet werden kann durch Andersgläubige sowie den Unmut der eigenen religiösen Anhänger erregt. Respekt erlangt man durch Stärke oder Charisma wie sie z.B. dem Dalai Lama eigen ist. Und dieser Respekt ist hinsichtlich solch für mich persönlich perfiden Vorgehens, bewusster Ignoranz sowie der Beförderung von weltweitem Antisemitismus durch Christen schon lange flöten gegangen. Ausgerechnet Bananen möchte man sagen, denn diese gehören nach den Juden zu den meist Verfolgten und nicht Geduldeten, was unsere "ehrbaren" Streiter und Führer aber nicht davon abhält im Chor der Verfolger kräftig mit zu singen. Zum fremd schämen! Mehr sage ich als Ex-Protestantin dazu besser nicht! MfG
Wir erleben Zeiten, in denen es kaum noch jemand gibt, der christlich-konservative Werte verteidigt. Und diejenigen, die es wagen, sie zu verteidigen, werden als Nazis etikettiert.
Die Kirche selbst mit ihren charakterlosen Pfaffen und die sich vermeintlich-heuchlerisch "christlich" nennenden Politiker entpuppen sich als die schlimmsten Verräter der Demokratie, des Christentums und der Aufklärung. Daran wird auch Frau Teuteberg nichts mehr ändern können. Schließlich war es gerade ihre Partei, die den Weg in den Irrsinn gepflastert hat. Die FDP ist deswegen ja auch in der Versenkung verschwunden. Selbstverschuldet. Und der CDU wünsche ich das ebenso.
Aber der Beitrag zeigt, dass sie weiß, wovon sie spricht, besnders gegen Ende.
Israel ist daas Projekt einer liberalen, säkularen, bürgerlich-demokratischen Welt, die leider im Begriff steht, diese ihre entscheidenden Charakteristika zu verlieren. Dass Linke, die nie etwas mit den demokratischen westlichen Gesellschaften am Hut hatten, gegen Israel sind, überrascht sowieso nicht. Muss man sich wundern über die Positionierung der Kirchen? Nein, denn sie suchen Anschluss an diesen alles beherschenden linken Zeitgeist.
Übrigens möchte ich daran erinnern, dass Frau Teuteberg - Dank für diesen Artikel - ihre Stellung als Generalsekretärin der FDP unter Lindner einbüßte. Persönlich fand ich das grundfalsch; sie war wohl zu liberal im Wortsinn.
Von Israel als einzigem demokratisch aufgebautem Rechtsstaat in der Region habe ich nach den schlimmen Ereignissen des 7.Oktober erwartet, daß ein Entschluß resultiert, der Welt zu verkünden, daß man aus der Spirale der Gewalt aussteigt... und auf einen sozialpsychologisch-wissenschaftlich fundierten Prozeß der Deeskalation und des Mit-Ein-Ander über einen Zeitraum von sagen wir 5-10 Jahren setzt, der die gegenseitigen Verletzungen aufarbeitet.
Die Honorare der dafür nötigen Fachleute ließen sich für den Gegenwert von ein paar Panzern oder Kampfjets lange bezahlen.
Daß Israel eine Gesellschaft in einem Traumafolgezustand ist, liegt auf der Hand... die andere Seite ist es auch.
Das tendiert zu ewigen Rachebedürfnissen und wechselseitigen Schuldzuweisungen.
Die Wissenschaften vom Menschen haben längst einen Stand erreicht, mit solchen Dingen lösungsorientiert umzugehen, aber "Draufhauen" und "Aufrechnen" ist derzeit wieder in Mode... und meine Hoffnungsträgerin Teuteberg spielt mit...!
nach dem grauenhaften Überfall am 7.Oktober nicht freundlich /besonnen reagiert und
als Therapeut und Mediator agiert hat, ist ihm wirklich schwer anzulasten. Sarkasmus aus.
Einen Leserbeitrag, der sowas abseits der Realität der Möglichkeiten im Nahen Osten liegt, habe ich selten gelesen. Schlicht abwegig. Hisbollah, Al-Fatah, Hamas haben nie Frieden gewollt, immer wieder Kompromisse platzen lassen, zaghafte Friedensversuche mit Raketenangriffen torpediert. Diese wollen den Tod der Israelis. Es ist völlig absurd zu glauben, Gespräche am runden Tisch mit Pfefferminztee, Räucherstäbchen und pädagogisch geschulten Streitschlichter*innen, würde eine Befriedung in der Region erreichen können.
verlaufende Betrachtung, die des Foristen Herbert Schulz-Gora... - mMn nicht undiskutabel, warum nicht?
Wir gesagt 180° diametral - aber vielleicht hätte eventuell möglicherweise vielleicht eine 90°- Seitwärtsbewegung Israels in seiner Reaktion verglichen mit dem tatsächlichen aktuellen Vorgehen, welches eindeutig bewusst! und gezielt! auf die Auslöschung oder alternativ die Vertreibung der Palestinänser aus dem Gazastreifen abzielt, auch schon viele Menschenleben gerettet - auch das von Kinder, Frauen udd Unbeteiligten...🤔
Herr Schulz-Gora hat vollkommen recht: wir haben uns schon wieder viel zu sehr an's Draufhauen, Eskalieren, Einmarschieren und das Militärische gewöhnt... - angeleitet von einer staatsinteressengesteuerten Medienlandschaft (global übrigens). Ob das immer die tatsächlichen Interessen der betroffenen Menschen nach z.B. FRIEDEN und LEBEN widerspiegelt möchte mal dahingestellt lassen... ...
DAS meint Herr Schulz-Gora mMn mit seinem zuspitzenden Beitrag - zu Recht!
Sorry werter Herr Schultz-Gora! Vielleicht helfen Sie mir auf die Sprünge. Wie man z.B. ganz lösungsorientiert einem Elternpaar, Ehemann/frau, Geschwistern deren Lieben als Geiseln bis heute noch in Händen dieser Schlächter sind oder als Leichen mit dem Kühllaster zurück kommen erklärt, dass sie ja schließlich im dort einzigen Rechtsstaat leben, nebenbei nicht unerhebliche Stunden, Tage, Wochen ihres Lebens in einem Schutzraum wegen Raketenbeschuss durch die lieben Nachbarn verbringen müssen und ob es überhaupt und überdies nicht besser wäre um des lieben Frieden willens ihr z.B. vom Iran abgesprochenes Existenzrecht aller Rachsucht enthoben freiwillig und rechtsstaatlich korrekt aufzugeben.
Es wird Sie vielleicht nach meinem erbosten Gegenkommentar verwundern werter Herr Schultz-Gora, aber wenn die von mir ebenfalls überaus geschätzte Frau Teuteberg morgen eine liberal-konservativ ausgerichtete Partei gründen würde ginge ein Mitgliedsantrag meinerseits erstmalig zur Post. MfG
Frau Teuteberg schreibt eigentlich das Wesentliche. Wer einmal in Südafrika während der Apartheit war kann die Richtigkeit ihrer Feststellungen nur unterstreichen. Nebenbei bemerkt, auch heute ist dieses Land kein Hort von Demokratie. Wer Israel kennt weiß, dort leben Drusen , Äthiopier, Araber(20%d.isralischen Bevölkerung),Weiße und POC miteinander. Keine rassisch getrennten Busse und Toiletten! Der moderne Antisemitismus bedient sich der 3D's(Delegitimierung, Dämonisierung. Doppel -standard`s).Heute braucht es nicht mehr Narrative wie "Die Weisen von Zion".
Man kann Israel (und allen Menschen und Staaten) viel vorwerfen - ich bin da erstmal Relativist, weil Menschen sich offensichtlich über wenig einig sind und selbst bei gutem Willen alles voller innerer Widersprüche steckt.
Aber Apartheid scheint mir nicht richtig zu passen. Israel will ja gerade im Ideal eher einen rein jüdischen Staat. Es geht auch nicht darum, dass irgendwer minderwertiger wäre. Das scheint mir alles nicht die Punkte zu treffen, um die es geht - und die sicher auch ausreichend gegensätzlich sind, aber irgendwie nicht Apartheid.
Mit derselben Logik könnte ich auch den Ukrainekrieg und letztlich jeden Konflikt als Apartheid bezeichnen, aber trifft es das und hilft das weiter? Oder übersehe ich da etwas?
Na ja - die falsche Verwendung von Begriffen - wie hier Apartheit - ist ja Absicht, soll framen. Frauenmorde werden sprachlich in die Nähe von Genoziden gestellt, migrationskritische Meinungen als Nazi tituliert. Rassismus, der ja auf die Überlegenheit bestimmter „Rassen“ gegenüber anderen abstellt, wird nunmehr auch angenommen, wenn Kritik gegenüber der Religion des Islam geäußert wird. Oder - Frauenfeindlichkeit wird unterstellt, wenn ein Hetero-Mann sich kritisch über eine offenkundig intellektuell überforderte Politikerin äußert und/oder die charakterlich sehr fragwürdig ist.
Sie beschreiben sehr schön die 'Verwirrungen/Verirrungen' in unserer aktuellen Diskurskultur - ganz allgemein.
Der 'Apartheid-Artikel' von Frau Teutenberg passt da nur allzu gut... ...🤔
Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland sollten im Bezug auf Antisemitismus ihre Worte besonders sorgfältig abwägen. Martin Luthers ausgeprägter Judenhass ist auch 500 Jahre nach der Reformation innerkirchlich nicht aufgearbeitet. Die 2017 beim Reformationsjubiläum bestehende Chance blieb weitgehend ungenützt. Herr Bedford-Strohm ist um große Worte weiterhin nicht verlegen. Bei diesem Thema wären differenzierte Aussagen hilfreich gewesen.
Herzlichen Dank für diesen Artikel Frau Teuteberg! Ich frage mich, wie Sie es in der EKD noch aushalten?
Glauben ist nicht von der Zugehörigkeit zu einer Religion abhängig. Glaube ist höchstpersönlich und ich habe da meine grünen Bücher von Abdru Shin, Gottesdienste und Gesprächskreise (bei Bedarf) und das Glück, dass meine Frau gemeinsam mit mir diesem Weg folgt. Die Vertreter der Amtskirche haben bei mir längst verloren. Ich schrieb schon oft, man kann und darf Kritik auch an Israel üben. Das Vorgehen ist durchaus in Teilbereichen auch kritisch zu sehen. Aber hier von Apartheit zu reden und den Grund des Krieges so völlig auszublenden macht nur noch sprachlos.
@ Christa Wallau - wie immer treffend formuliert.
"Die Tatsache, dass es die Hamas war, die mit dem blutigsten Pogrom an Juden seit der Schoa am 7. Oktober 2023 die Gewaltspirale in Gang gesetzt hat, wird nicht erwähnt."
SORRY! DAS ist eben auch eine heute übliche Verzerrung der Historie. Tatsache ist, dass die de facto selbe Gewaltspirale von welcher die Autorin spricht seit der Staatsgründung Israels 1948 im Gange ist... Indirekt bestätigt sie diesen Fakt umgehend: "Ebenfalls verschwiegen wird, dass Israel seit seiner Staatsgründung 1948 um sein Existenzrecht kämpft."
Und mit welchen Mitteln kämpft Israel u.a. seit 1948 um sein Existenzrecht? Mit direkter oder indirekter GEWALT gegen seine Nachbarn und gegen die Palästinenser. Das ist ein Fakt - und keine friedenstiftende Uno-Resolution diesbezüglich wurde von Israel umgesetzt - im Gegenteil.
Dass die Gegenseite zu terroristischen Mitteln greift mit dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober ist 'nur' eine weitere Stufe auf der Eskalationsskala an der BEIDE SEITEN fleißig bauen - 50:50...🤔
Was Sie "Fakt" nennen, ist ein Gespinst.
Leider machen Sie nicht den Eindruck, als könnte Ihnen historische Aufklärung weiterhelfen.
Dass auch ein Mann wie Bedford-Strohm nach einer Reihe von Humanitätsduseleien in diese Kategorie aufgedrückt ist, ist außerordentlich bedauerlich.
"Israel führt einen Krieg gegen Feinde der westlichen Gemeinschaft"
Und - Sorry! - Auch das ist doch KEIN Rechtfertigungsgrund für ein derart übermassives Vorgehen Israels gegen die palästinensische Bevölkerung - seit 1948, incl. Wasser- und Landraub, um nur mal zwei wichtige objektiv belegte Punkte nennen...
Geht's noch...!?
Wenn Sie schon Ihr Wissen über die Ursprünge des Konfliktes hier ausbreiten, dann sollten sie auch erwähnen, dass es die Palästinenser und ihre arabisch-islamischen Brüder waren, die den Teilungsbeschluss der UN nicht anerkannten und sich umgehend anschickten, "die Juden in's Meer zu treiben". Und "From the river to the sea" klingt auch nicht nach einem Friedensangebot, sondern nach ungezähmten Vernichtungswillen. Israel stellt keines Staates Existenzberechtigung zur Disposition. Und ich wage die Behauptung, die Palästinenser hätten längst (seit 1948?) ihren eigenen Staat, würden sich nicht berechtigterweise von Israel als existenzielle Bedrohung wahrgenommen. Welche widerwärtigen Motive hinter dieser weltweit grassierenden Täter-Opfer-Umkehr stehen, will ich hier nicht erörtern. Ich räume aber gerne ein, dass einige üble Figuren in der israelischen Regierung ihren Nutzen aus der Situation ziehen.
waren dummerweise seinerzeit an der Ausarbeitung des UN-Teilungsbeschlusses 1947 NULL! beteiligt, sie wurden NICHTEINMAL ANGEHÖRT, obwohl es auchund vordringlich um IHR Land ging..., auf welchem sie genau wie die Juden seit Jahrtausenden siedelten und lebten - nur um Ihre offensichtlich unzureichenden historischen Kenntnisse in dieser Sache mal etwas aufzufrischen, sehr geehrter Herr Stein.
Die Palestinänser wurde nicht zuletzt im UN-Gründungsbeschluss zugunsten Israels 1947 einfach VOLLSTÄNDIG IGNORIERT. Das sind die Fakten... - alles andere leitet sich daraus ab. Die Palestinänser waren an der Erarbeitung des UN-Beschlusse 1947 absolut NICHT beteiligt!! Nicht eingeladen... ...! Perfekt, oder?
Alles historisch belegt übrigens und von neutralen Historikern heute auch so bewertet..., das finden Sie natürlich nicht 'in der Tagesschau' u.ä. kurzfristorientierten Medien/Berichten/Bewertungen... [medial analog zum Ukraine-Konflikt übrigens: der begann auch erst am 23.02.2022 /Sarkasmus]
Wenn Sie sich schon auf Ihre Geschichtskenntnisse berufen, dann beginnen Sie bitte nicht willkürlich da, wo es Ihnen am besten in Ihr Argumentationsmuster passt. Der Platz hier reicht nicht, das auszudisktieren. Nur soviel: Einen Staat Palästina gab es nie, folglich auch keine Interessenvertretung der arabischen Bevölkerung. Die ganze Region war Verfügungsmasse der Sieger nach dem 1. Weltkrieg. Den Juden hatte maneine nationale Heimstatt in Aussicht gestellt. Bei den Arabern war man davon ausgegangen, dass in den Weiten des Nahen Ostens genug Platz auch ohne den schmalen Küstenstreifen Palästina bleibt. Und wenn von Landraub/Vertreibung die Rede ist, dann gestatte ich mir den Hinweis auf eine knappe Million vertriebener Juden aus den arabischen Ländern von Marokko bis zum Schatt el-Arab.
Auch deshalb finde ich den Beitrag von Frau Teuteberg gut und wichtig, weil sie einigen bei Linken beliebten, im Grunde aber unsinnigen Prämissen widerspricht, z.B. Arm=gut; Reich=böse (vereinfacht).
zur Disposition." ist selbstredend - Sorry! - schlichtweg FALSCH!
Israel boykottiert seit Jahrzehnten aktiv - Siedlungspolitik, Land- und Wasserraub u.a. - und als Staatspolitik die u.a. von der UN vorgeschlagene ZWEISFAATENLÖSUNG - schon mal gehört?
Wer das negiert sollte besser nicht mitdiskutieren...
