Flávio Bolsonaro
Der konservative Herausforderer Flávio Bolsonaro (links) im Jiu-Jitsu-Anzug neben seinem Vater Jair Bolsonaro / picture alliance / AP Photo/Andre Penner | Andre Penner

Wahlen am 4. Oktober - Rückt auch Brasilien nach rechts?

Kurz vor der Wahl liegen Flávio Bolsonaro und der linke Präsident Lula da Silva laut Umfragen fast gleichauf. Der Bolsonaro-Sohn holt auf, den Präsidenten haben Korruptionsaffären in seinem Umfeld geschwächt. Die Wahl ist auch eine Richtungsentscheidung: USA oder China?

Marcela Velez Plickert

Autoreninfo

Marcela Vélez-Plickert ist Wirtschaftsjournalistin und hat fünfzehn Jahre in Lateinamerika gearbeitet. Heute schreibt sie von London aus vor allem für die chilenische Zeitung Diario Financiero. Sie hat in Guayaquil, Santiago de Chile und London studiert.

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Es steht so viel auf dem Spiel. Nicht einmal die Jungfrau Maria bleibt im Präsidentschaftswahlkampf verschont. Wenige Tage vor der ersten Runde muss der Oberste Gerichtshof eine schwierige Frage entscheiden. Er soll urteilen, ob man Flávio Bolsonaro vorwerfen darf, er wolle die Jungfrau Maria – Nossa Senhora de Aparecida – nicht länger als Schutzpatronin Brasiliens anerkennen. Der Herausforderer von Präsident Lula da Silva bestreitet das. In sozialen Medien behaupten es aber Tausende. Das höchste Gericht ist gespalten. Ein konservativer Richter ordnete die Löschung der Posts an; ein anderer, einst Lulas Justizminister, hob die Anordnung wieder auf. Die Posse zeigt, wie weit die Polarisierung in Brasilien inzwischen reicht.  

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Ernst-Günther Konrad | Do., 1. Oktober 2026 - 12:48

Also auch dort das oberste Gericht parteipolitisch besetzt, urteilt je nach politischer Herkunft. Willkommen im Kreise der Bananenrepubliken, zu der auch Deutschland inzwischen gehört. Und was wäre so schlimm, wenn Bolsonaro gewinnen würde? Offenbar ist dort das Land gespalten in links und rechts und von einer Mitte lese und höre ich eigentlich nichts. Dafür oder dagegen. Erinnert mich auch an unser Land, wo ein links-grünes Parteien Konglomerat ebenso unser Land in rechts und links spalten will, weil sie nicht akzeptieren wollen, dass die Bürger Mitte rechts wollen. Mögen die Brasilianer dem Bewerber die Mehrheit geben, den sie für den richtigen handeln. Ich kann nicht beurteilen, wer das Land besser führen würde. Da dürfte jeder Leichen im Keller haben.