Lula
Lula da Silva feiert seinen Wahlsieg / dpa

Wahl in Brasilien - Lulas schwieriges Comeback

Mit äußerst knappem Vorsprung hat der ehemalige Präsident Luis Inácio da Silva sich in den brasilianischen Wahlen gegen den Amtsinhaber Jair Bolsonaro durchgesetzt. Er wird es schwer haben, sein linkes Programm durchzusetzen - denn viele Brasilianer haben ihn nur als kleineres Übel gewählt. Und woher soll in Zeiten der Wirtschaftskrise das Geld für seine Sozialprogramme kommen?

Autoreninfo

Andrzej Rybak, geboren 1958 in Warschau, ist Journalist und lebt in Hamburg. Er arbeitete mehrere Jahre als Redakteur und Reporter für Die Woche, den Spiegel und die Financial Times Deutschland, berichtete als Korrespondent aus Moskau und Warschau. Heute schreibt er als Autor vor allem über Lateinamerika und Afrika.

So erreichen Sie Andrzej Rybak:

Es war die knappste Entscheidung bei einer Präsidentschaftswahl in der Geschichte Brasiliens. Am Ende setzte sich Luis Inácio da Silva, von allen nur Lula genannt, mit nur 2,1 Millionen Stimmen Vorsprung gegen den amtierenden Präsidenten Jair Bolsonaro durch – eine Differenz von gerade einmal 1,8 Prozent der Stimmen.

Cicero Plus

Ohne Abo Lesen

Mit tiun erhalten Sie uneingeschränkten Zugriff auf alle Cicero Plus Inhalte. Dabei zahlen Sie nur so lange Sie lesen – ganz ohne Abo.

Bei älteren Beiträgen wie diesem wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen. Wir bedanken uns für Ihr Verständnis.

Gerhard Lenz | Mo., 31. Oktober 2022 - 15:20

trotz Amtsbonus, und trotz eines besonders von seiner Seite besonders schmutzig geführten Wahlkampfes.

Bolsonaros Niederlage fiel wesentlich knapper aus als erwartet. Besonders bei Evangelikalen, Besserverdienenden sowie Militärs und Polizei ist der Rechtsextremist beliebt.

Dagegen erfuhren Mittelstand und sozial Schwache während Bolsonaros Regierungszeit eine wesentliche Verschlechterung ihrer Lebensbedingungen.

Lula steht in der Tat vor einer Mammutaufgabe. Wie in beinahe jedem demokratischen Staat dieser Erde ist die Bevölkerung gespalten: sozial eingestellten Reformern und Progressisten um Lulas stehen die reaktionär-faschistischen Anhänger Bolsonaros gegenüber.

Da ist eine Versöhnung mehr als illusorisch. Lula wird nicht nur mit der schwierigen wirtschaftlichen und finanziellen Situation des Landes zu kämpfen haben, sondern auch mit einem rücksichtslosen politischen Gegner, dem die Interessen der Bevölkerungsmehrheit völlig gleichgültig sind.

Tomas Poth | Mo., 31. Oktober 2022 - 19:40

Die Brasilianer haben sich zur Hälfte für einen korrupten, kriminellen Linkspopulisten entschieden.
Cum-Ex-Olaf hat umgehend gratuliert.
Was will uns das sagen?

Kai Hügle | Di., 1. November 2022 - 05:19

Antwort auf von Tomas Poth

Dass Bolsonaro verloren hat.
Hier ein paar Zitate des abgewählten Präsidenten:

"Ich würde dich nie vergewaltigen, weil du es nicht wert bist."
(2003 in der Abgeordnetenkammer zu der Parlamentarierin Maria do Rosário)

"Ich könnte einen homosexuellen Sohn nicht lieben. Ich werde da nicht scheinheilig sein. Ich würde es vorziehen, dass mein Sohn bei einem Unfall ums Leben kommt, als dass er hier mit einem Typen mit Schnurrbart auftaucht."
(2011 im Interview einer Zeitschrift)

Na ja, und dann sowas hier:

https://www.n-tv.de/mediathek/videos/politik/Fallschirmjaeger-feiern-Bo…

Sehr unappetitlich, in Deutschland würde das ein Strafverfahren auslösen.
Aus der geschichtlichen Zeitnähe interpretiert man dies natürlich als Hitlergruß.
Aber nicht vergessen, es ist der alte Cäsarengruß.
Was die Fallschirmspringer sich dabei gedacht haben, wissen Sie es?
Aber das was sie schreiben ist nur eine Ablenkung von der Tatsache, daß Lula ein krimineller Linkspopulist ist.
Beim kanzlerrenden Olaf müssen wir noch warten ob es zu einer Anklage kommt.

Sie haben gefragt, was das zu bedeuten hat, wenn Scholz und andere Staatsmänner Lula zu seinem Wahlsieg gratulieren. Ich habe es Ihnen erklärt.

Der alte Caesarengruß, sicher doch…