JD Vance besteigt Air Force Two
Diplomatie wieder mal gescheitert: US-Vizepräsident JD Vance verlässt Islamabad nach den geplatzten Friedensgesprächen mit dem Iran / picture alliance/dpa/POOL AP | Jacquelyn Martin

Waffenstillstand im Iran-Krieg - „Frohe Botschaft“ auf Kosten der Menschen im Iran und Israel

Ein Waffenstillstand wird zur „frohen Botschaft“ erklärt – als wäre damit bereits Frieden geschaffen. Doch hinter der Sprache der Diplomatie bleibt der Konflikt unverändert bestehen. Während politische Akteure Entspannung verkünden, bleibt die Frage, auf wessen Kosten diese Ruhe erkauft ist.

Autoreninfo

Nasrin Amirsedghi ist Deutsch-Iranerin und Sprachdozentin in Berlin. Sie lebt seit 42 Jahren im Exil in Deutschland.

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Dieser Text entsteht nicht aus sicherer Distanz. Er entsteht aus der wachsenden Unerträglichkeit einer Kälte, mit der heute über Leben und Tod gesprochen wird, als handle es sich um eine Haushaltsdebatte oder eine diplomatische Fingerübung. Zwei Wochen Waffenstillstand – zwei Wochen, in denen sich die Welt selbstzufrieden auf die Schulter klopft, während sie in Wahrheit nichts anderes erreicht hat, als dem Henker eine Pause zu gewähren, um seine Klinge neu zu schärfen.

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Ingo Frank | Mo., 13. April 2026 - 08:13

dem aus meiner Sicht nichts aber auch gar nichts hinzuzufügen ist. Danke
MfG a d Erfurter Republik

Dem kann ich mich zu 100 % anschließen, lieber Herr Funke!
"Zwei Wochen Waffenstillstand – zwei Wochen, in denen sich die Welt selbstzufrieden auf die Schulter klopft, während sie in Wahrheit nichts anderes erreicht hat, als dem Henker eine Pause zu gewähren, um seine Klinge neu zu schärfen." Das ist für mich der zentrale Satz. Offensichtlich spielen die versklavten und die schon ermordeten Menschen im Iran keine Rolle? DIE sind aber der Hauptgrund, warum dieser Kampf gegen diese Mörder-Mullahs bis zu Ende dieses menschenverachtenden Regimes geführt werden muss. Das Iranische Volk und Israel hat sich auf Trump verlassen und wird nun im Stich gelassen ... den islamistischen Henkern ausgeliefert?

Und im Trittbrettfahren haben wir es seit WK II bis zur Meisterschaft gebracht. Erst recht, was die Moral und die Gesundung am deutschen Wesen betrifft lieber Herr Johannsen! Wenn ich da noch an das "Helmlieferungsangebot" denke, welches eine deutsche Regierung mittels einer militärisch völlig unbeleckten Verteidigungsministerin der Ukraine vor mehr als 4 Jahren! u. bis dato wie vielen Toten????, Kriegskrüppeln, Erfrorenen u. sonstigen Opfern? durch eine zynisch genannte "Spezialoperation" der Russen machte.Wahrscheinlich weil man dachte wie Trump im Iran, die müssen sowieso in ein paar Tagen o. spätestens 4 Wochen die weisse Fahne schwenken, u. die paar überzähligen Kopfbedeckungen können wir dann verschmerzen. Und danach die Springprozessionen wegen jedem elenden Panzer u. dazu die German Angst wenn Moskau mit Atomkrieg drohte, was sogar den Brüdern in China irgendwann über die Hutschnur ging.Aber viel bedeutender für UNS als das Kriegselend....Gas u. Öl fehlen!Unverschämtheit!MfG

Robert Hans Stein | Mo., 13. April 2026 - 09:00

Was zu tun wäre, folgt aus diesem Aufruf logisch. Allein, wer hätte die Macht, das Notwendige zu erledigen - gegen Verbündete wie Xi und Putin, gegen die Stimmung der US-Amerikaner, gegen die zu zaghaften europäischen und arabischen Partner der USA, gegen einen Common Sense, der in Israel die Ursache allen Übels sieht, und nicht verbohrte Muslime (nicht nur Islamisten!!!) in aller Welt, nebst linken und rechten antisemitischen Unterstützern.

Thomas Veit | Mo., 13. April 2026 - 09:43

Nur geht bzw. ging es in der realen Politik des Westens und auch ALLER anderen Akteure nie um das iranische Volk oder 'Gerechtigkeit' für selbiges, genau so wenig wie im Ukraine-Konflikt übrigens...

Um was es den großen Akteuren wie den USA bzw. 'dem Westen', China und Russland tatsächlich geht im von und aus nahen Osten kann sich jede selbst überlegen... 🤔

"Was sich hier zeigt, ist mehr als das Versagen einzelner Akteure. Es ist die Haltung einer sogenannten Weltgemeinschaft, die ihre Werte beschwört – und sie im entscheidenden Moment preisgibt" -- Genau so! Diese 'Werte' existieren de facto so garnicht..., noch nie! Sorry!

Natürlich gibt es 'im Westen' auch Pllitiker:innen die die freiheitlich-liberalen Werte des Westens vertreten und auch ehrlichen Herzens versuchen umzusetzen..., nur sind das idR nicht jene die über Nationale Interessen und letztendlich Krieg oder Frieden oder einen System-Change o.ä. entscheiden. Insofern gilt oben gesagtes...

Heidemarie Heim | Mo., 13. April 2026 - 12:19

Welche Gemeinschaft? Unter einer Gemeinschaft versteht man lt. WiKi-Erklärbärfunktion plus meiner persönlichen Interpretation von Gemeinschaft mit all ihren Facetten bzw. schönen Schöpfungen wie z.B. "Wertegemeinschaft", eine soziale Gruppe, die durch ein starkes "Wir-Gefühl", Vertrautheit und gegenseitige Unterstützung "verbunden" ist. Doch wie vertraut oder verbunden kann der Mensch, sein nächstes soziale Umfeld, sein Land mit der ganzen Welt und einer Natur sein, in der trotz Aufklärung und Fortschritt außerhalb seiner "Höhle" zwar keine Säbelzahntiger o. gefräßige Dinos mehr lauern, aber immer noch das Recht des Stärkeren und das Fressen vor der Moral gilt? Oder Bündnisse auf geduldigem Papier geschlossen sich als Tiger entpuppen, die man sich bestenfalls noch vors Bett legen kann sollte man Beistand, zumindest Empathie o. gar Handeln erhoffen. Grenzwert ist und bleibt der eigene Tellerrand geehrte Frau Amirsedghi! Dagegen kämpften sogar Götter vergebens. MfG

Hans Süßenguth-Großmann | Mo., 13. April 2026 - 19:44

Kunst des Möglichen soll Bismarck gesagt haben und er wusste, wovon er sprach. Frau Baerbock hat den "Opa" aus dem AA verbannt und sie wusste nicht so richtig wovon sie gesprochen hatte.
Das Regime im Iran durch eine Intervention von außen zu stürzen ist unmöglich, wie es sich zeigt. Und eine "Weltgemeinschaft", deren dringendstes Anliegen der Regimesturz im Iran ist, gibt es nicht. Da war die Entscheidung für den Angriff kein Kunststück.
Also es bleibt nur übrig, was nach der Hochphase des kalten Krieges gemacht wurde, die Anerkennung der friedlichen Koexistenz. Das schließt die Anerkennung des Irans und das Existenzrechts der Palästinenser ein.

Latyo Hawxa | Di., 14. April 2026 - 00:50

Antwort auf von Hans Süßenguth…

'Das schließt die Anerkennung des Irans und das Existenzrechts der Palästinenser ein.'
Tut mir leid, aber diesen Satz verstehe ich nicht.
Es geht nicht darum, den Iran anzuerkennen, sondern die Menschen im Iran von der verbrecherischen Mullah-Herrschaft zu befreien. Oder wollen Sie die Mullahs anerkennen?
Und was das Existenzrecht der Palästinenser betrifft, so wird es m.W. von niemandem bestritten, auch nicht von Israel. Israel bestreitet lediglich das Recht der Palästinenser, den Staat Israel anzugreifen. Umgekehrt wird allerdings ein Schuh daraus: Die Palästinenser bestreiten das Existenzrecht Israels.

Die Politik des "R2P" führt zu nichts. Ich finde das gegenwärtige im Regime im Iran auch grenzwertig, aber es scheint noch über genügend Rückhalt zu verfügen. Die gegenwärtige Aktion Israels und der USA verstärken den Rückhalt noch, denn es kann ja keiner dafür sein, wenn Städte, Schulen usw. bombardiert werden. Das ist Dialektik, das Gutgemeine führt auch in die Katastrophe
Zu Israel, die Siedlungspolitik kein Zeichen dafür, dass man es mit den Palästinensern gut meint. Ich denke Netanjahu und seine Kumpels wollen sie los werden, egal wohin.