Regimenahe Demonstranten schwenken Nationalflaggen und die Flagge der libanesischen Hisbollah
Regimenahe Demonstranten schwenken Nationalflaggen und die Flagge der libanesischen Hisbollah / picture alliance / NurPhoto | Morteza Nikoubazl

Waffenruhe im Iran-Krieg - „Das Regime fühlt sich heute unbesiegbar“

Militärisch schwer getroffen – und dennoch politisch gestärkt: Laut Sicherheitsexperte Hans-Jakob Schindler geht das iranische Regime mit einem Gefühl der Unverwundbarkeit aus dem Konflikt. Die USA hätten strategisch nachgegeben – mit Folgen für die gesamte Region und Europa.

Clemens Traub

Autoreninfo

Clemens Traub ist Cicero-Redakteur. Zuletzt erschien von ihm das Buch „Future For Fridays?“ im Quadriga-Verlag (Bastei Lübbe).

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Hans-Jakob Schindler ist Senior Director des Counter Extremism Project und ehemaliger Koordinator des ISIL-, Al-Qaida- und Taliban-Beobachtungsteams des UN-Sicherheitsrats. Darüber hinaus gehört er dem Beraterkreis des Bundesinnenministeriums zur Prävention und Bekämpfung von Islamismus an.

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Markus Michaelis | Do., 9. April 2026 - 12:07

zu sein. Das iranische System, mit ausgetauschten Leuten, Gewinner. Die noch etwas langfristigere strategische Position von Iran ist mir aber nicht so klar: im eigenen Volk hat man zwar enormen national-religiösen Rückhalt, aber in der großen Masse ist man nicht beliebter geworden. Wenn man selber Richtung Atombombe geht, werden das weitere Staaten, auch direkte Konkurrenten Irans, auch tun. Die heroische Frontstellung gegen den Westen ist ein Auslaufmodell, weil der Westen von alleine seine Dominanzposition verliert. Was sonst hat Iran der Welt zu bieten, außer für alle Ärger zu machen?

In diesem Horizont halte ich die iranische Position für schwach. Welche Optionen hat man für diese Zukunft, wo Feindseligkeit gegen den Westen als Lebensinhalt nicht mehr ausreicht, Staaten drumherum prosperieren werden, die Welt sich weiterdreht? Auf ewig den religiös-nationalen Kämpfer geben? Das könnte sich als einzige Option auch als zu enge Sackgasse erweisen.

Hans Jürgen Wienroth | Do., 9. April 2026 - 14:27

Ich kann es nur immer wieder betonen: Mit Menschlichkeit gewinnt man keine Kriege. Wären die Alliierten im 2. Weltkrieg menschlich vorgegangen und hätten sich bemüht, die Zivilbevölkerung zu schonen, die Nazis wären noch immer an der Macht und würden ihren Terror in Europa verbreiten, alle Jahre wieder.

Amerikaner und Israelis hätten die Kasernen der Revolutionsgarden zerstören müssen, hätten bei jeder Massen- und Machtdemonstration in die Menge der Demonstrierenden feuern müssen, um diesen Krieg gegen den islamistischen Terror siegreich zu beenden.

Leider war „der Westen“ zu uneins, zu feige und zu unterwürfig unter den sich in Europa immer weiter ausbreitenden Islamismus. Damit sind nicht die in Europa friedlich lebenden Muslime gemeint! Aber es gibt zu viele, die hier die Weltherrschaft des Islam im iranischen Sinne und dem der Muslimbrüder mit Gewalt gegen die eingesessene Bevölkerung etablieren wollen.
Wo bleiben die „Verteidiger der westlichen (christlichen) Werte“?

Heinrich Donpaff | Do., 9. April 2026 - 15:18

Das weiß man bei Trump nie, da er ( in diesem Fall glücklicherweise) genauso unberechenbar wie die Mullahs ist, vielleicht sogar noch mehr, da man bei letzteren weiß, dass sie lügen, wenn sie den Mund aufmachen. Ich wette auf Wiederaufnahme der Kampfhandlungen binnen 14 Tagen
Auch Trump weiß, die Turbanfaschisten müssen weg, alle und restlos. Und: vergessen wir Israel nicht, die einzige Verlässlichkeit in dieser furchtbaren Gegend der Erde

Wolfgang Borchardt | Do., 9. April 2026 - 16:23

die vermeintliche militärische Stärke der USA zu überdenken. Man hat die gegnerischen Möglichkeiten ausgeblendet und zB die Straße von Hormus vergessen. Sind Trumps Berater so schlecht oder hat er sich in Führermanier über sie hinweg gesetzt?