- Putins Russland testet einen Namen
Was auf prorussischen Kanälen wie eine Groteske wirkt, ist in Wahrheit eine präzise gesetzte Provokation. Die „Volksrepublik Narva“ existiert nicht. Aber als Szenario wirkt sie bereits. Denn die russische Bedrohung besteht nicht erst dort, wo Panzer rollen.
Im Westen wurde Russland lange als berechenbare Macht im Rahmen einer im Kern stabilen europäischen Ordnung behandelt, obwohl der Kreml diese Ordnung längst systematisch infrage stellte. Spätestens seit Georgien 2008, der Krim-Annexion 2014 und dem Krieg gegen die Ukraine hätte klar sein müssen, dass Moskau bereit ist, Grenzen mit Gewalt zu verschieben und politische Mehrdeutigkeit strategisch zu nutzen. Unterschätzt wurde dabei nicht nur die militärische Gefahr, sondern auch die Wirksamkeit hybrider Instrumente: Desinformation, Einschüchterung, Einflussoperationen, Energieabhängigkeit und die gezielte Ausnutzung gesellschaftlicher Bruchlinien.
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Vereinigte Staaten von Kaliningrad, Islamische Republik Wolgograd - Die Konterrevolution in Russland wird furchtbar sein.
Herr Hartleb, Sie erzählen geistiges Wirrwarr, das Ziel ist ganz klar antirussisch - und dass ist auch Ihre eigentliche Aufgabe, dafür kriegen Sie von irgendwoher Geld. Wir fallen darauf nicht herein. Halten Sie Ihre Märchenstunde ab, wo Sie wollen. Dass CICERO Ihnen allerdings dafür Raum bietet, ist indes ein wirklich böses Zeichen. Es zeigt indes, warum CICERO immer noch oder immer wieder geduldet wird. Das sind die Alibis, die man benötigt. Wie sinnierte einst Heinrich Heine: "Ich kenne die Weise, ich kenne den Text, ich kenne die Herren Verfasser!" Adieu, Herr Hartleb, denken Sie sich was Besseres aus.
Ist das ein kaum noch benutzter pluralis majestatis? Wer ist das "wir" und wenn ja, wie viele?
Nach den von Russland angezettelten Kriegen, nach seinem Bruch des im Potsdamer Abkommen gegebenen Friedensversprechens, nach den unsäglichen Metzeleien an Menschen in der Ukraine hat die gesamte freie Welt Anlass genug, am russischen Friedenswillen zu zweifeln.
Ich - im Singular - zweifle daran, dass Ihr pro-russischer Kommentar gänzlich unbeeinflusst ist.
daß Russen beim Cicero neuerdings zu den geschützten Arten zählen. Das Zitat einer auf leidvoller Vergangenheit beruhenden finnischen Volksweisheit, in der die Russen nicht gerade gut wegkommen, wurde nicht veröffentlicht.
Bei Ihnen, Herr Wissenbach, offenbar nicht mehr. Sie müssen schon aushalten, was ich sage. Und der Vorwurf, ein "Putinist" zu sein, ist dumm und typisch deutsch. Ich bin niemandes Knecht, außer der meiner eigenen Laster. Und zu denen stehe ich. Um sinngemäß mit Thomas Mann zu sprechen, die "Russophobie" ist eine Grundtorheit unserer Zeit. Andere Leute, schlauere als ich, Bismarck zum Beispiel, wussten, warum man die Russen sich nicht zu Feinden machen sollte. Herr Wadephul und Herr Merz haben davon nichts gehört und vor allem nichts gelernt, und wenn sie tönen, dass Russland für immer unser Gegner wäre, ist das schon beinahe tragische Dummheit. Der Russland-Ukraine-Krieg wird in unseren Medien völlig falsch und hetzerisch dargestellt. Herr Goebbels würde sich freuen. Der Zusammenhang zu dessen Propaganda ist offensichtlich. Die Tradition, die Deutschland schon zweimal ins Verderben geführt hat, wird indes unbeirrt fortgesetzt. Unser Land ist immer noch geteilt - keine innere Einheit!
Na, was soll wohl mit diesem Beitrag, besser mit diesem Märchen, von einer "Volksrepublik Narva" bewirkt werden? Auf die Antwort muss man nicht lange warten. Sie wird uns gleich in der Überschrift gegeben, mit „Eine weitere russische Bedrohung besteht nicht erst dort, wo Panzer rollen“. Aha, wieder etwas in Sachen Propaganda dazu gelernt. Weiterlesen überflüssig!
Doch soll mit Florian Hartleb, der 10Jahre in Estland gelebt hat, im Cicero ein weiterer Kämpfer gegen Russland installiert werden? Sind ihm diesbezüglich Thomas Urban und Roderich Kiesewetter (CDU) nicht genug? Letzterer konnte doch im Cicero am 27. 02. in einem Streitgespräch mit Alexander Gauland (AfD) endlos seinen Hass auf Russland loswerden, bei dem Herr Gauland in seiner Erwiderung laufend von diesem unterbrochen und belehrt wurde.
Sollte meine Vermutung zutreffen, würde der Cicero sicher einen großen Fehler begehen. Jedenfalls braucht der Mainstream den Cicero nicht.
Das Magazin erfüllt eine subtile Hetzfunktion auf seine Weise. Im Grunde nicht weit weg von Correktiv und ähnlichen Blättchen. Im Konzert der Russophoben eine der zweiten Geigen.
Warum lesen Typen wie Sie dann überhaupt dieses Magazin? Wenn sie Putin immer noch für einen verkannten Friedensengel halte, bitte schön. Jeder hat das Recht auf seinen eigene naive Weltsicht. Aber bitte verschonen Sie doch die übrige Leserschaft mit Ihren Kommentaren!
dem CM dankbar für Artikel aus jeder Meinungsrichtung, insbesondere von Autoren, die vor Ort einschlägige Erfahrungen gesammelt haben, im Gegensatz zu etlichen Weltverstehern vom heimeligen Sofa aus. Jeder CM Leser kann dann den Artikel so interpretieren, wie er das für richtig hält. So mancher Kommentar erinnert mich durch Reflex- und schablonenartiges „Einordnen“ fatal an die Vorwürfe, die aus gleicher Richtung - zurecht - den sog. „Qualitätsmedien“ gemacht werden. Etwas mehr Toleranz gegenüber den CM Publikationen fände ich gut, angesichts der intellektuellen Trübsal bei ZDF, Spiegel und Co.
dann o.K, wenn es im Kram passt, wie z.B. im Kosovo. Wenn nicht, dann sind sie ein Sicherheitsrisiko. Bei den Katalanen übersteigen die Strafen für ein Referendum das Maß, das für Mord in Frage kommt und im ganzen Osten sind die Russen das Allerletzte.
Die Vorstellung, dass in einer Stadt in der ca. 90% russisch Sprechende leben Estnisch zur Umgangssprache wird, halte ich für wenig realistisch. Wenn ich mich in Jena im ÖNPV umhöre, dann wird Deutsch auch immer weniger gesprochen. Ich kann mich an einen Abend in Reval (Tallin) erinnern, an dem in der Gaststätte nur Russen waren und es ging entsprechend hoch her und der Umsatz stimmte. Wie die Esten sich eine wirtschaftliche Zukunft, als Trutzburg der EU ohne Kontakt mit ihrem größten Nachbarn vorstellen, bleibt ihr Geheimnis. Bei den Finnen soll es auch ohne die Petersburger nicht so toll laufen.
Dieser Satz ist eine Perversion und sagt nichts über Russland aus, sondern dokumentiert die zur Pathologie entartete Unfähigkeit des Westens, das eigene narzisstische Selbstbild noch irgendwie in Frage zu stellen.
In der gesamten Eskalationsgeschichte von 2013 bis 2022 hat sich Russland zivilisiert verhalten, weil es an einer Eskalationshemmung festgehalten hat, während es vom Westen mit einer »Schlag-mich-doch!«-Aggression schrittweise an die Wand gedrängt wurde: Maidan-Putsch, Sprachengesetze, Pogrome, Nazi-Integration, Gesprächsverweigerung und mehr. Dass ich nicht physisch gewaltsam bin, bedeutet jedoch nicht, dass ich kein Aggressor bin: ich lege es drauf an, den anderen zum Schlag zu provozieren. Ganz zum Schluss schallert mir der andere eine, und ich brülle »Aggressor!!« und »Völkerrecht!!«
Klassisches Muster, leicht erkennbar.
Es sei denn, ich kleistere wie Herr Hartleb die Selbstwahrnehmung mit Klischees zu, die heute in jedem anderen Kontext als »Rassismus« gelten würden.
Ihrer Entgegnung habe ich nichts hinzuzusetzen, sie ist vollkommen. Vielleicht noch: Ich habe Herrn Putin in Tambow im Jahre 2008 kennengelernt, ich stellte damals auf Vermittlung einer russischen Germanistikprofessorin meinen Roman über Sergej Rachmaninow vor. Zunächst war ich überrascht. Putin ist ziemlich klein, höchstens 1,68 cm. Er hat eine feste Hand. Er ist ein sehr gebildeter Mensch, der, wenn er nicht von Kameras umringt ist, sehr gut Deutsch spricht. Und er kennt sich in der Literatur aus, nicht nur in der russischen, sondern auch in der deutschen und französischen. Er wirkt ernsthaft und wohl kalkulierend. Das haben manche Politiker so an sich. Wir sprachen vielleicht zehn Minuten miteinander, ohne Dolmetscher. Er hat mir mein Buch signiert, es steht jetzt auf einem Ehrenplatz in meiner Bücherwand. Es ist immer von Vorteil, wenn man einen Politiker mal hautnah und intim erleben kann. Man bekommt ein anderes Bild. Deswegen sehe ich ihn aber keineswegs unkritisch.
Auch ich habe die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen – aber wir scheinen beide etwas gemeinsam zu haben: Sie hatten Ihre persönlichen Kontakte, bei mir lief dass über die Russin, mit der ich lange verheiratet war und die die Mutter meiner Kinder ist: wer einmal persönlichen Umgang mit Land, Leuten und Mentalität hatte, ist nie wieder blöde genug, um sich Dämonisierung aus den untersten Schubladen von Hass & Hetze als analytische Expertise verkaufen zu lassen.
Das ist das Gruseligste an dieser ganzen Besserwessi-Zivilisation seit 1990 (das sage ich als Wessi): werfen Sie all den distinguierten, sich für so zivilisiert haltenden Edelfedern und angeblich kühlen Analytikern nur das passende Feindbild hin, das sie von ganzem Herzen verabscheuen können, sei es »der Russe« oder »die Ungeimpften«: dann sehen Sie den Firnis der Zivilisation abplatzen, und diese Leute hassen und hetzen ein weiteres Mal, als ob es wieder '33 wäre.
es ist schon bemerkenswert, wie heftig die Putin-first-Fraktion auf die Einlassungen eines Autors reagiert, der immerhin von 2014 bis 2024 in Estland lebte und damit sicher über eine erhebliche Expertise verfügt.
Natürlich hat der liebe Wladimir bis zum letzten Tag vor der Großoffensive gegenüber westlichen Regierungsvertretern beteuert, keinesfalls in der Ukraine einmarschieren zu wollen.
Obwohl er bereits Jahre zuvor die Krim „kassiert“ hatte und seine Panzer massenhaft bereits an der ukrainischen grenze „Gewehr bei Fuß“ standen.
Was wusste Putin über Angela M. und Olaf S., was wir nicht wissen (sollen), weshalb sie nicht so reagierten, wie es die reale Faktenlage gebot?
War es bei Olaf Cum ex oder Wirecard?
Dieselbe Frage stellt sich heute angesichts des ambivalenten Verhaltens von Trump gegenüber Putin.
Sind es die kompletten Epstein-Akten? Oder eine andere Honig-Falle Putins, in die Trump geraten ist?
Das bestellte Gebell der Putinesen sollte allerdings niemanden beeindrucken.
Ihr Kommentar ist von Hass und sprachlichen Entgleisungen gezeichnet. Was haben Sie davon? Es kann doch bloß Angelesenes sein. Sowas taugt nicht viel.
Das kann ich Ihnen sagen, Herr Klein. Magazine fern des Mainstreams gibt es leider nicht viele. Neben Weltwoche, Nius und TE zähle ich den Cicero dazu. Allerdings hat letzterer für Putin/Russland und AfD wenig übrig. Das muss man halt schlucken.
Ein Friedensengel ist Putin gewiss nicht. Aber Bösewicht Nr. 1 ist er auch nicht. Alle Mächte bedienen eigene Interessen. Leichter fällt es dabei den Großmächten. Beugt man sich dieser Realität, geht das nicht ohne diese verstehen zu wollen. Von daher bin auch ich ein Versteher Putins wie einer der USA oder Chinas.
Geht es dabei um Schuldzuweisung, ist es den Unterstützern der Ukraine immer wichtig, vom „Angriffskrieg“ Russlands zu sprechen. Doch hat dieser Konflikt wirklich erst mit der Besetzung der Ukraine begonnen? Gab es dazu keine Vorgeschichte, die die USA und Nato schwer belasten? Da denke ich an die Rede Putins 2001 im Deutschen Bundestag, die großen Beifall fand, aber den USA gar nicht gefiel und somit Konsequenzen hatte.
Ja, das musste mal gesagt werden. Meinen Dank dafür.
