Pro-Israel-Demonstration
Demonstration gegen das Totschweigen israelischer Vergewaltigungsopfer am 24. Februar 2024 in London / picture alliance / Sipa USA | SOPA Images

Vergewaltigung als Terrorwaffe - Die Wahrheit des 7. Oktober – und der Versuch, sie zu relativieren

Ein neuer Bericht dokumentiert systematische sexualisierte Gewalt der Hamas am 7. Oktober mit tausenden Videos, Zeugenaussagen und forensischen Analysen. Ein Artikel der New York Times versucht bereits, ein Gegennarrativ zu etablieren – gestützt auf fragwürdige Quellen und unbelegte Vorwürfe.

Ingo Way

Autoreninfo

Ingo Way ist Chef vom Dienst bei Cicero Online.

So erreichen Sie Ingo Way:

Eigentlich können es selbst die böswilligsten Pro-Palästina-Aktivisten nun nicht mehr leugnen – aber sie werden es natürlich trotzdem tun: Bei ihrem Pogrom vom 7. Oktober 2023 hat die Hamas systematisch sexuelle Gewalt als Waffe und Terrorinstrument eingesetzt. Das ist das Ergebnis des Berichts der „Civil Commission on October 7th crimes by Hamas against women and children“, einer regierungsunabhängigen Organisation, die Ende 2023 von der israelischen Juristin Cochav Elkayam-Levy gegründet wurde.

Der Bericht unter dem Titel „Silence no more: Sexual terror unveiled“, der am 12. Mai veröffentlicht wurde, fußt auf mehr als 10.000 Fotos und Videos, die größtenteils von den Tätern selbst aufgenommen und verbreitet wurden – insgesamt mehr als 1800 Stunden Bildmaterial – sowie über 430 Zeugenaussagen und Interviews. Auch forensische Analysen wurden ausgewertet.

Der Bericht beschreibt Vergewaltigungen und Gruppenvergewaltigungen, sexuelle Folter und Verstümmelung, erzwungene Nacktheit, Hinrichtungen in Verbindung mit sexueller Gewalt – auf dem Nova-Musikfestival, auf Straßen, in Wohnhäusern, Kibbuzim, Militärstützpunkten – sowie sexuellen Missbrauch von Geiseln während ihrer Gefangenschaft im Gazastreifen. 

In einem dokumentierten Fall zwangen die Terroristen Menschen, sexuelle Gewalt gegen eigene Familienangehörige zu verüben. Israelische Geiseln, Frauen wie Männer, wurden durch sexuelle Erniedrigung systematisch bedroht. Die Taten erfüllen nach Einschätzung der Kommission die Kriterien für Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und genozidale Handlungen nach internationalem Recht.

Der Autor räumt ein, dass es für die Berichte keine unabhängige Bestätigung gibt

Lange Zeit haben internationale Menschenrechts- und Frauenorganisationen zu diesen Verbrechen geschwiegen, sie oft sogar angezweifelt. Das ist nun nicht mehr möglich. Das Interesse der Öffentlichkeit hält sich dennoch in Grenzen. In den meisten Medien wird der neue Bericht höchstens unter „ferner liefen“ vermeldet. Barbarische, ja genozidale Gewalt gegen Israelis als Auslöser des Gazakrieges – das könnte schließlich das bequeme Narrativ von Israel als wildgewordenem Aggressor ins Wanken bringen.

Einige gingen noch einen Schritt weiter und haben sich entschlossen, der Veröffentlichung des Berichts über sexualisierte palästinensische Gräueltaten zuvorzukommen und prophylaktisch mit einem Gegennarrativ zu kontern. So veröffentlichte die New York Times bereits einen Tag zuvor – als längst bekannt war, dass der israelische Bericht erscheinen würde – einen langen Artikel ihres Kolumnisten Nicholas Kristof unter dem Titel „The Silence That Meets the Rape of Palestinians“ („Das Schweigen angesichts der Vergewaltigung von Palästinensern“). Die These des Artikels: In israelischen Gefängnissen finde systematische sexuelle Gewalt gegen palästinensische Gefangene statt.

Kristofs Quellen sind ganze 14 Palästinenser, von denen die meisten anonym bleiben, die behaupten, in israelischen Haftanstalten von Gefängnispersonal vergewaltigt worden zu sein. Der Autor räumt ein, dass es ihm nicht gelungen ist, für die Berichte unabhängige Bestätigungen zu finden, entschließt sich aber trotzdem, seinen Informanten uneingeschränkt zu glauben. 

Hinweise darauf, zu welchem Zeitpunkt, in welcher konkreten Haftanstalt und unter welchen Umständen die behaupteten Taten stattgefunden haben, fehlen in dem Artikel. „Die israelische Regierung weist Vorwürfe zurück, sie würde Palästinenser sexuell missbrauchen, genauso wie die Hamas bestritten hat, israelische Frauen vergewaltigt zu haben“, schreibt Kristof, als ließe sich aus dem dokumentierten Umstand, dass die Hamas lügt und vergewaltigt, die Schlussfolgerung ziehen, dass Israel zwangsläufig dasselbe tut.

Kristofs Hauptinformant, der auch namentlich genannt wird, ist Sami al-Sai, der als Journalist aus dem Westjordanland vorgestellt wird und der von grausamer Folter und Vergewaltigung mit einem Gegenstand in einem israelischen Gefängnis berichtet. Al-Sai erzählte seine Geschichte bereits Ende vergangenen Jahres der ARD-Korrespondentin Sophie von Tann, deren Interview mit ihm unkritisch in der Tagesschau ausgestrahlt wurde. Pikant daran: Bereits 2017 hat al-Sai eine ähnliche Geschichte erzählt. Damals soll es allerdings die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) gewesen sein, die ihn gefoltert habe. Die PA hatte al-Sai seinerzeit festgenommen, weil er Berichte über palästinensische Gefangene in Israel an die Hamas im Gazastreifen weitergegeben hatte.

Der vermeintliche Gewährsmann Olmert dementiert

Die wildeste Anschuldigung aber stammt von einem weiteren angeblichen Journalisten, diesmal aus Gaza, der anonym bleibt. Dieser behauptet, in einem israelischen Gefängnis von einem speziell abgerichteten Hund vergewaltigt worden zu sein – eine anatomische und biologische Unmöglichkeit. Um solchen Horrorgeschichten Glaubwürdigkeit zu verleihen, beruft sich Kristof außerdem auf Berichte der Schweizer Menschenrechtsorganisation Euro-Med, die systematische Folter in israelischen Gefängnissen belegen sollen. Auch Euro-Med hatte bereits die Geschichte von den israelischen Vergewaltigungs-Hunden kolportiert. 

Eine Schweizer Menschenrechtsorganisation – das klingt so schön neutral. Allerdings wurde Euro-Med von Ramy Abdu gegründet, einem Palästinenser aus Gaza, der bis heute Vorsitzender dieser NGO ist. Am 7. Oktober 2023 bejubelte er auf Twitter/X das Massaker der Hamas. Noch im vergangenen Dezember empfahl er auf derselben Plattform kritiklos eine Publikation der Hamas, „in der sie Behauptungen zurückweist, am 7. Oktober seien Zivilisten gezielt angegriffen worden“, so Abdu. „Dem Bericht zufolge wurden die Kämpfer angewiesen, Zivilisten, Krankenhäuser, Schulen und medizinisches Personal zu meiden, und Israel wird vorgeworfen, Falschinformationen zu verbreiten.“ Gleichzeitig wirft sein Verein Euro-Med Israel Genozid vor. Kaum eine neutrale Quelle.

Zu allem Überfluss behauptet Kristof in seinem NYT-Artikel auch noch, er habe dem früheren israelischen Premierminister Ehud Olmert seine Rechercheergebnisse vorgelegt, und dieser habe sie bestätigt. Olmert, ein vehementer Gegner der Netanjahu-Regierung und scharfer Kritiker des israelischen Vorgehens im Gazastreifen, wandte sich daraufhin entsetzt an die Redaktion der New York Times mit einer Stellungnahme: „Der Artikel von Herrn Kristof enthält Behauptungen von außerordentlicher Schwere: dass israelische Behörden die Vergewaltigung von Kindern angeordnet hätten, dass Hunde als Instrumente sexueller Übergriffe eingesetzt worden seien und dass systematische sexuelle Folter staatliche Politik sei. Ich habe diese Behauptungen nicht bestätigt. Wie ich Herrn Kristof bereits mitteilte, liegen mir keine Erkenntnisse vor, die diese Behauptungen stützen. Daher stellt die Platzierung meines Zitats im Anschluss an Seiten voller solcher Anschuldigungen meine Ansichten falsch dar.“

Gerüchte statt Fakten

Darauf also fußt Kristofs „Recherche“: 14 größtenteils anonyme Informanten, darunter ein Journalist mit Hamas-Nähe und ein weiterer mit einem massiven Glaubwürdigkeitsproblem (über das Verhältnis der übrigen zur Hamas kann nur spekuliert werden), eine Menschenrechts-NGO mit offensichtlichen Hamas-Sympathien und ein Ex-Premier, der bestreitet, gesagt zu haben, was Kristof ihm unterstellt. Die legendären Faktenchecker der New York Times scheinen beide Augen zuzudrücken, wenn es um den Staat geht, den man in linksliberalen Redaktionen am liebsten hasst.

Falls in israelischen Gefängnissen Fälle von Misshandlung vorkommen, was nicht auszuschließen ist, stehen diese dennoch in keinem Verhältnis zu der massiven, pogromartigen, genozidalen Gewalt der Hamas und ihrer „zivilen“ Gefolgsleute am 7. Oktober 2023 und danach. Letztere sind gut dokumentiert. Für erstere reicht das Gerücht.

Bei älteren Beiträgen wie diesem wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen. Wir bedanken uns für Ihr Verständnis.

soistes | Mi., 13. Mai 2026 - 17:42

in gewissen politischen Kreisen. Diese kognitiven & kollektiven Denkstörungen zieht sich durch alle Länder dieser Welt.

Solange diese sich auf freie Meinungsäußerungen berufen, können wir von der bürgerlichen Mitte beruhigt sein, dass die Meinungsfreiheit funktioniert. Ironie off.

Ich muss mich gerade sehr schwer zurückhalten um nicht sowas von unflätig zu werden, was diese irritierenden Primaten sich hier erlaubt haben.

Zum Glück werden hier in Deutschland bald neue Gesetze in Kraft treten, die unsere jüdischen Mitbürger besser schützen. So kann das hier nicht weitergehen!

Wer die Wahrheit so verdreht, dass sich die Balken brechen, sollte der Blitz beim Sch..... treffen.

Aber ich vergaß, digitale Vergewaltigungen sind deutlich schlimmer, sorry.

Nein beide sind pervers & abartig.

Ich hätte ein paar sehr gute Ideen wie diese Hamas Verbrecher ein paar sehr nette Spielkameraden im Kerker zugeführt bekommen könnten. Aber das schreibe ich hier lieber nicht rein.

Besonders was Blitzeinschläge betrifft haben Sie mein vollstes Verständnis!Doch leider sind die Örtlichkeiten aus meiner Kindheit, in denen man zum Ziel solch Geschehens werden könnte selten geworden;).Wohingehend wir keine Übereinstimmung erzielen können betrifft Ihre Anmerkung bzw. Hoffnung bezüglich neuer,restriktive wohl nur verschärfter Gesetze,was den Schutz unserer jüdischen Mitbürger betrifft geehrte(r) Soistes!Denn die von Ihnen beschriebenen bzw. gemeinten Primaten sind weder des Lesens noch Schreibens fähig. Wobei man den in der Natur lebenden echten Vertretern ihrer Art unrecht tut,die bei näherer Betrachtung ein in der Regel besseres Sozialverhalten u.a. Empathie mit ihren Herdenangehörigen an den Tag legen als die 👑 der Schöpfung.
MfG

Jens Böhme | Mi., 13. Mai 2026 - 19:17

Weil Gerüchte wahr sind, können die Straftaten aus den Gerüchten anderswo angewandt werden und als kollektive Verzweiflung heruntergespielt werden. Dann müssen die Judenmörder und -vernichter der letzten Jahrhunderte rehabilitiert werden. Deren wichtigste Argumente waren Gerüchte und Hass.

Markus Michaelis | Mi., 13. Mai 2026 - 22:39

meist nur schwer nachzuvollziehen. Letztlich muss man meist bestimmten Personen oder Institutionen vertrauen. Bei der Gewalt des 7. Oktober scheint es mir immerhin sehr klar zu sein: das war breit öffentlich und auch genauso gedacht. Die Täter haben ihre Taten selber gefilmt und live oder anschließend ins Internet gestellt. Es war also beabsichtigt, dass die ganze Welt erfährt, was von wem ausgeführt wurde. Meines Wissens nach.

G. Fischer | Do., 14. Mai 2026 - 08:29

Es ist immer wieder ein in Erinnerung rufen von menschlichen Greueltaten, die nachfolgende Taten rechtfertigen. Auf beiden Seiten des Konflikts werden Belege und Beweise gesammelt, die es nicht mehr braucht, um die Welt vom Bösen des Anderen zu überzeugen. Ein Gegenüberstellen und Bewerten von Verbrechen, welches schrecklicher oder weniger schrecklich ist, hat noch nie zur Konfliktlösung beigetragen.

Chris Groll | Do., 14. Mai 2026 - 09:04

Sie brauchen sich keine Mühe zu geben, den Antisemitismus der heutigen Gesellschaft offenzulegen. Sie können Tatsachen und Wahrheiten schreiben wie Sie wollen. Linke sind Antisemiten und haben zur Zeit leider noch die Mehrheit und die Macht.
Hätten beim Massaker vom 7. Oktober 2023 die Verbrecher nicht selbst gefilmt und alles ins Internet gestellt, würde auch dieses Massaker als Lüge dargestellt.
Es gibt zwei TV-Magazine "Faszination ISRAEL" und
"Fokus Jerusalem" , die sich lohnen anzusehen.
Nur wer eine vorgefestigte antijüdische Einstellung hat, wird auch dem dort gesagten und gezeigten nicht glauben.
Die Menschen werden es erleben, wenn der Islam hier die Macht übernommen hat. Dann ist es zu spät. In meinen Augen ist jetzt schon keine Änderung zum Besseren mehr möglich.
Hoffe nur, daß ich nicht wieder gecancelt werde.

Chris Groll | Do., 14. Mai 2026 - 09:06

Wie ich richtig sehe, ist mein Kommentar wieder gecancelt worden. Sind es die Worte Islam oder was löst diese Cancelung aus?

Chris Groll | Do., 14. Mai 2026 - 09:10

Antwort auf von Chris Groll

Möchte meinen Kommentar noch dahingehend ergänzen, daß es ich mir überlege, ob ich mein ABO noch weiter behalten soll.
Ein Medium, was zensiert, ist leider kein freies Medium, sondern gehört in die Kategorie der Mainstreamblase. Ein Medium, was keine freie Meinungsäußerung zuläßt, ist überflüssig. Auffallend ist für mich nur, daß es immer Kommentare betrifft, die pro Israel sind und gegen den Gegener (nenne das Wort hier nicht)

Chris Groll | Do., 14. Mai 2026 - 09:11

Antwort auf von Chris Groll

Möchte meinen Kommentar noch dahingehend ergänzen, daß es ich mir überlege, ob ich mein ABO noch weiter behalten soll.
Ein Medium, was zensiert, ist leider kein freies Medium, sondern gehört in die Kategorie der Mainstreamblase. Ein Medium, was keine freie Meinungsäußerung zuläßt, ist überflüssig. Auffallend ist für mich nur, daß es immer Kommentare betrifft, die pro Israel und gegen die islamischen Terroristen ist.

Jens Böhme | Do., 14. Mai 2026 - 15:15

Antwort auf von Chris Groll

Glauben Sie wirklich, beim Cicero liest man vorab die Leserkommentare? Mein Kommentar ging auch nicht durch, weil KI nicht humanoid liest, geschweige begreift.

Chris Groll | Do., 14. Mai 2026 - 17:21

Antwort auf von Jens Böhme

Nein, ich glaube nicht, daß man die Leserkommentare vorab liest. Ich habe wenig Ahnung von KI, glaube aber, daß diese KI so programmiert ist, daß gewisse Einstellungen (Worte, Aussagen) nicht erwünscht sind und darum zensiert werden.
- Aber auch das ist trotzdem Zensur. -

Lutz Friedl | Do., 14. Mai 2026 - 09:28

Dass sich diesmal internationale Sozialisten mit Judenhassern der Hamas und anderen Islamisten solidarisieren, nachdem die nationalen Sozialisten vor 85 einen Genozid an den Juden vollbrachten , hat schon ein Geschmäckle .

Heidemarie Heim | Do., 14. Mai 2026 - 16:57

Was soll man zu Menschen wie diesen Herr Kristof und anderen Relativierern/innen,die unfassbare Barbarerei damit rechtfertigen,dass auch andere Verbrechen begehen oder Terroristen und ihre zivile Anhängerschaft für ihre Freiheit, Land oder ihren religiösen Fanatismus kämpfen noch sagen, geehrter Herr Way?Die von den geschundenen,ueberlebenden Geiseln der Hamas u. deren Opferangehörigen allen Ernstes
verlangen, dass diese wieder Vertrauen zu ihren palästinensischen Nachbarn haben sollen und so scheint es, wohl in ihrer Rolle als Opfer einer "Konfliktlösung" eher im Wege stehen. Ich fass' es nicht!
Shalom und MfG