Kein seltener Anblick in den USA: Obdachlose mit Drogenproblemen leben in Zelten wie hier in Philadelphia / picture alliance

Opioid-Krise in den USA - Mehr Todesopfer als Schusswaffen und Autounfälle zusammen

Die Opioid-Krise kostet täglich Hunderte von Amerikanern das Leben. Wirksame Behandlungen könnten die Zahl der Todesfälle deutlich senken, doch medikamentöse Therapieansätze stoßen sowohl bei Ärzten als auch bei Patienten auf Widerstand.

Autoreninfo

Lisa Davidson ist Journalistin, freie Autorin und Podcast-Host. Sie lebt in Virginia, USA. 

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Mehr als 100.000 Amerikaner sterben jährlich an einer Überdosis. Laut dem amerikanischen Center for Disease Control and Prevention sind dafür in erster Linie Opioide verantwortlich. Ein einfacher Vergleich rückt die schockierende Zahl in Perspektive, denn Opioide fordern in den Vereinigten Staaten mehr Todesfälle als Schusswaffen und Autounfälle zusammen. 

Eine Lösung für das Problem gibt es bereits. Effektive Medikamente wie Methadon und Buprenorphin könnten die Zahl der Todesfälle bei Opioid-Abhängigen deutlich verringern, doch laut New York Times erhält nur knapp ein Viertel der möglichen Kandidaten die so dringend notwendigen Behandlungen. Die Öffentlichkeit schenkt der Gesundheitskrise hingegen genauso wenig Aufmerksamkeit wie ihrer ungenutzten Lösung, was in der Zuspitzung einer bereits jahrzehntelangen Gesundheitskrise resultiert.

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Ingo Frank | So., 2. April 2023 - 12:29

und nicht die Frage, was kann ich als Bürger dieses Staates dazu beitragen. Ich sehe das bei der Behandlung von „Suchterkrankungen“ egal ob Rauschmittel, Alkohol oder Nikotin usw. die
a l l e der Gesundheit nicht zuträglich sind zuerst einmal den „Willen“ diese Sucht zu besiegen als Grundvoraussetzung. Letztendlich meine ich, alles eine Kopf- Sache.
Ich würde mich als „leidenschaftlichen“ Raucher bezeichnen. Aber es gab einen Schlüsselmoment der mich zur Erkenntnis brachte, jetzt ist Schluss. Und ich rauchte meine letzte Schachtel F6 auf und das war‘s dann. Einfach war es nicht mit den Nebeneffekten, aber ich wollte es schaffen und habe es geschafft und das ist schon Jahre her.
Mit freundlichen Grüßen aus der Erfurter Republik

Peter Sommerhalder | So., 2. April 2023 - 13:12

und auch Kanada haben vor allem ein Schmerzmittelproblem. Es ist viel zu leicht an starke Schmerzmittel zu kommen und dann ist halt leider Gottes der Weg nicht mehr weit zum Heroin...

Sind wirklich nicht zu unterschätzen, die starken Schmerzmittel, die Nebenwirkung der Schmerzmittel sind einfach zu toll...

Ingo Frank | So., 2. April 2023 - 17:26

Antwort auf von Peter Sommerhalder

Ja es ist so, für jede Kleinigkeit (Beschwerde = Krankheit ? ?) steht ein Mittel zur Verfügung und ist schnell zugänglich oder steht zu Verfügung. Schier unendlich die Auswahl …. Ich sehe nicht nur die Vielfalt, sondern neben der Gefahr der Abhängigkeit, viel mehr die Gefahr bei unkontrollierter Einnahme die gegenseitige eventuelle Unverträglichkeit der eingenommenen Medikamente. Dazu eine Unmenge an Nahrungsergänzungsmittel…..
Aber, es ist halt ein Geschäft, wie jedes andere …..
Mit freundlichen Grüßen aus der Erfurter Republik

Christa Wallau | So., 2. April 2023 - 13:24

bloß nicht alles zum Wohl der Menschen!
Im Gegenteil: Egoismus und n i c h t die Mitmenschlichkeit regieren in einem Land, das dezidiert diejenigen am meissten anhimmelt, die es zum Milliardär gebracht haben - auf welchen Wegen auch immer.
Der Zweck (reich zu werden) heiligt in den USA alle Mittel!
In einer Gesellschaft, die sich dem Kapitalismus u. Konsumismus verschreibt, o h n e gleichzeitig eine vernünftige (nicht ausufernde!) Sozialpolitik u. -kontrolle zu betreiben, werden alle schwachen Menschen abgehängt u. zynisch ihrem Schicksal überlassen. Kommunisten u. reine Kapitalisten stehen sich da in nichts nach.

Was eine gesunde Gesellschaft (Volk) braucht, ist eine SOZIALE MARKTWIRTSCHAFT; denn diese hat sich bewährt, z. B. in Deutschland nach dem 2. Weltkr. Dazu ist es aber unbedingt nötig, daß bei der Mehrheit eine gemeinsame Überzeugung exisitiert (z. B. der christliche Glaube o. ein ausformulierter Humanismus), welche die Werte liefert, an denen sich alle Bürger orientieren.

Albert Schultheis | So., 2. April 2023 - 16:30

Als Symptom des Niedergangs der US-amerikanischen Zivilgesellschaft und Kultur. Seit Jahren beobachte ich den Zerfall des amerikanischen Mittelstands. Als ich in den späten 70er Jahren mit einem Stipendium in Californien studieren durfte, war ich fasziniert von der kulturell hochstehenden, aufgeschlossenen und wohlhabenden amerikan. Gesellschaft. Heute, 45 Jahre später, bin ich schockiert über den zerrütteten Zustand der einstmals mondänen Städte San Franzisco und Los Angeles. Viele meiner damaligen Kommilitonen und Freunde haben es nie geschafft in einen halbwegs mittelständigen Lebensstandard - trotz Studium. Es ist traurig das alles mitanzusehen. Dazu kommt heute die feindschaftliche Spaltung der Gesellschaft aufgrund der linken Bullshit-Agenda und der jüngsten verbrecherischen Kriege, wie sie Amerika wohl seit den Tagen des Bürgerkriegs nicht mehr erlebt hat. Da lob ich mir doch einen verrückten Trump, der als einziger Präsident seit Jahrzehnten keinen Krieg vom Zaun gebrochen hat.

What for a bullshit!

Die USA, ein Land, in dem das Geld regiert, in dem es nicht einmal ein halbwegs vernünftiges Sozial- oder Krankensystem gibt, in dem sozial Schwache oft genug gnadenlos ins Elend abrutschen, das aber andererseits von politischen (Trump, Bannon) Vollpfosten und jeder Menge Wander- und Wunderpredigern im christlichen Gewand verblödet wird, und in dem jeder Depp mit einer Pumpgun herumfuchteln kann, weil ihm die Verfassung das erlaubt, Opfer einer linken Agenda?

Das ist so unfassbar absurd, da muss man gar nicht lange überlegen, wer in diesem Forum so etwas verzapfen könnte.

Zweifelsfrei haben die USA außenpolitisch genug Dreck am Stecken: seien es Einmischung in interne Angelegenheiten anderer Staaten oder kriegerische Aktivitäten in Ländern wie dem Irak.

Wenn eine solche Kritik allerdings von Foristen kommt, die andererseits einen russischen Kriegsverbrecher loben, könnte ich laut losprusten.

What a load of mush!

What shall's!
Aber immerhin
"Zweifelsfrei haben die USA außenpolitisch genug Dreck am Stecken: seien es Einmischung in interne Angelegenheiten anderer Staaten oder kriegerische Aktivitäten in Ländern wie dem Irak."
Super, Lenz, weiter so! Haben Sie Mut, an dem Roten Faden weiterzudenken - nicht aufhören ...! Dann kommen Sie auch noch dahinter, was in Kiew und im Donbas gelaufen ist. Tipp: Orangene Revolution, Regime Change, Denkpanzer, Zbigniew Brzinsky, Maidan-Massaker, Nuland, Hunter Biden, ... Obama, Putsch, ... NATO, ...

Ernst-Günther Konrad | So., 2. April 2023 - 19:49

Überwiegend ein schlechtes Vorbild. Das Gesundheitssystem in den USA hat schon immer gekrankt. Nicht erst jetzt, wo solche Probleme offen zu Tage treten. Und wir dürfen nicht vergessen, dass es amerikanische Politiker und Militärs waren, die mit Drogen (LSD) über ihre Soldaten in Vietnam unter das gemeine Volk schlechthin brachten und einige dabei sehr reich wurden.
@ Ingo Frank - ich rauche noch immer leidenschaftlich gerne, habe aber allen Respekt vor denen, die konsequent die "Letzte" rauchen und allen "Kämpfen" des Entzuges entgegentreten und durchhalten und aufhören. Ich gebe Ihnen völlig recht, der Wille macht es und die Selbstdisziplin.
@ Peter Sommerhalder - ja, darüber habe ich auch schon mehrfach gelesen. Eine Apothekenpflicht für bestimmte Schmerzmittel, so wie bei uns scheint es nicht zu geben. Der Kram liegt bei Walmart im Regal.
@ Christa Wallau und @ Albert Schultheis - kann Ihnen nur zustimmen. Das amerikanische Volk macht sich selbst kaputt mit ihren Drogen.