US-Wahl 2020: Trump vs. Biden im Liveblog - Trump sprengt Grenzen des demokratischen Wettbewerbs

Vier weitere Jahre Donald Trump oder Rückkehr zum Altbewährten unter Joe Biden? Heute Nacht entscheiden die USA über ihren neuen Präsidenten. An diesem Morgen zeigt sich: Es wird verdammt knapp. Trump erklärt sich zum Sieger der Wahl und verlässt damit demokratische Gepflogenheiten.

Live-Übertragung der Rede von Präsident Donald Trump aus dem Weißen Haus / dpa

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Herzlich willkommen zu unserem Liveblog zur US-Wahl 2020. In den nächsten Stunden werden wir Sie hier über die ersten Auszählungen und Ergebnisse auf dem Laufenden halten. Wir haben eine lange Nacht hinter uns und freuen uns, dass Sie noch oder schon wach sind. Denn es bleibt spannend.

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Antje Hildebrandt
Antje Hildebrandt

13:51

Noch sind gar nicht alle Stimmen ausgezählt, da gratuliert eine französische Politikerin Donald Trump schon zur „Wiederwahl“: Marine Le Pen, Chefin der rechtspopulistischen Partei „Rassemblement national“. „Ich glaube, die Wiederwahl von Trump ist besser für Frankreich“, verkündet sie im Tonfall einer Gewinnerin, die dieses Ergebnis auch als ihren eigenen Erfolg für sich verbucht. In einem Statement für die BBC verkündet sie das „Ende einer alten Weltordnung“ und vergleicht Trumps „Wiederwahl“ mit dem Brexit, der Ablehnung der EU-Verfassung durch „french people“ und dem Siegeszeug nationalistischer und patriotischer Bewegungen in Europa. Logisch, dass sie damit auch ihre eigene Partei meint.  
 

christoph schwennicke
Christoph Schwennicke

 

12:30

„Trumps Angriff auf die Demokratie", schreibt der Außenpolitikchef der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Klaus-Dieter Frankenberger.
Und weiter: „In den zurückliegenden Monaten des amerikanischen Präsidentenwahlkampfes hat man ja schon vieles erlebt, und fast immer war Donald Trump der Verursacher der Aufregung. Etwa, wenn er systematisch Zweifel an einem „fairen“ Wahlausgang zu säen suchte und wenn er sich eine Niederlage nur als Folge eines Betrugs vorstellen wollte. Was Trump nun in der Wahlnacht zum Besten gab, übertrifft alles und sprengt die Grenzen dessen, was in einem demokratischen Wettbewerb erlaubt und legitim ist."

christoph schwennicke
Christoph Schwennicke

11:04

Es ist nicht alles schlecht an und bei Facebook. Der Historiker und Cicero-Autor Michael Sommer kommt dort zu folgendem Fazit:

„Am Wahltag in den USA lohnt immer auch ein Blick auf die anderen Urnengänge. Im Haus sehen die Demokraten wie die sicheren Sieger aus (keine Überraschung), bei den wenigen Gouverneurswahlen gibt es nur eine Veränderung (Montana went red), im Senat werden sich die Republikaner wohl souveräner behaupten als erwartet (Colorado und Alabama wechseln die Farbe, die GOP führt in Michigan). Diese Wahl ist kein Scherbengericht über die Republikaner.“

 

christoph schwennicke
Christoph Schwennicke

10:36

Alles verquer, kaum Strukturen und Muster zu erkennen im bisherigen Wahlstand. Die Swing States und manche andere haben unerwartet in die jeweils andere Richtung ausgeschlagen als vernutet. Alles schaute bislang auf Florida, Georgia und Ohio. Jetzt kommt es auf drei Staaten an, die vorher teilweise weniger auf dem Radar waren: Pennsylvania, Michigan und Wisconsin. Dort werden sie der Masse der Briefwahlunterlagen nicht Herr und alles verzögert sich. Nach unserer Zeit bis mindestens heute Abend.

 

alexander-marguier
Alexander Marguier

10:19

Mit seiner Erklärung, er habe die Wahl gewonnen, hat Donald Trump heftige Kritik und teilweise blankes Entsetzten über die politischen Lager hinweg ausgelöst. Der Gouverneur von Pennsylvania, Tom Wolf, sprach auf Twitter von einer Attacke auf die Wahlen, die Stimmen und die Demokratie. In Pennsylvania sind die Stimmen noch nicht ausgezählt. Wolf, ein Mitglied der Demokraten, versprach, dass in seinem Bundesstaat sämtliche Stimmen ausgezählt werden würden und kündigte einen fairen Fortgang der Wahl an. Der den Republikanern nahestehende Wahlrechtsanwalt Benjamin Ginsberg sprach bei CNN von einem nie dagewesenen Vorgang. „Was der Präsident heute Abend gesagt hat, ist nicht nur beispiellos und entbehrt nicht nur jeder rechtlichen Grundlage, es ist wirklich ein Bärendienst für all die anderen Männer und Frauen, die heute als Republikaner auf dem Wahlzettel stehen“, so Ginsberg. In Deutschland nahm FDP-Chef Christian Lindner Trumps Selbsternennung zum Wahlsieger zum Anlass für ein Statement. Gegenüber Bild sagte Lindner, es sei „bestürzend“ zu sehen, wie der Präsident „seinem Mitbewerber vorwirft, die Wahl zu stehlen.“ In Wahrheit läge der Verdacht nahe, dass Trump selber „genau das“ versuche, wenn „er die Auszählung abgegebener Stimme unterbinden will“.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat sich angesichts des engen Rennens um die US-Präsidentschaft besorgt gezeigt, dass sich die Diskussion um den Wahlausgang lange hinziehen könnte. „Es wird möglicherweise auch so geschehen, wie wir das schon mal erlebt haben: dass man eben noch sehr sehr lange darüber diskutiert, falls das Wahlergebnis knapp ist“, sagte Altmaier am Mittwoch im ZDF.

bastian brauns
Bastian Brauns

08:35

Der amtierende US-Präsident Donald Trump hat gesprochen und seine Worte hatten es in sich. Fakt ist, in vielen Staaten (z.B. Georgia, Arizona, Pennsylvenia ...) wird derzeit noch ausgezählt. Donald Trump sagte folgende Sätze:

- „Frankly, we did win this election“ („Ehrlich gesagt haben wir diese Wahl gewonnen“)

- „This is a major fraud on our nation" („Dies ist ein schwerwiegender Betrug in unserer Nation“)

- „So we'll be going to the US Supreme Court. We want all voting to stop. We don't want them to find any ballots at four o'clock in the morning and add them to the mess.“ („Also werden wir zum Obersten Gerichtshof der USA gehen. Wir wollen, dass alle Abstimmungen aufhören. Wir wollen nicht, dass sie um vier Uhr morgens Stimmzettel finden und sie dem Chaos hinzufügen.“)

Donald Trump hat sich also zum Sieger erklärt, bevor überhaupt entscheidende Swingstates ausgezählt sind. Er hat bislang keinen Beweis erbracht, worin dieser schwerwiegende Betrug besteht. Sein Argument ohne Beleg: Die Briefwahl. Er wolle nicht, dass nun plötzlich irgendwoher Wahlzettel zu seinen Ungunsten auftauchen. Warum und wie er also das Oberste Gericht der USA anrufen will, bleibt unklar. Der Verdacht liegt nahe, dass er diese Verwirrung bewusst erzeugen will. Immerhin hatte er diesen Move mehrfach vorab angekündigt.

08:01

marko-northe
Marko Northe

Jetzt spricht Trump. Hier können Sie sein Statement im Livestream von NBC sehen:

 

jakob-arnold
Jakob Arnold

07:14

Donald Trumps Wählerdemographie hat sich offenbar verändert im Vergleich zur Wahl 2016. Aber sicherlich anders als Sie es erwartet haben. Umfragen zufolge konnte Trump seinen Rückhalt bei allen Wählergruppen steigern, außer bei weißen Männern. Bei Latinos hat er wohl hinzugewonnen. Bei älteren Menschen hingegen verloren. Mehr dazu finden Sie hier, bei Reuters.

 

 

 

marko-northe
Marko Northe

07:00

Jetzt, da Biden kurzfristig eine Rede gehalten hat, lässt Donald Trump nicht lange auf sich warten. Auf Twitter kündigt er ein Statement an:

 

 

06:50

bastian brauns
Bastian Brauns

Ein betont gut gelaunter und optimistischer Joe Biden hat als erster der Kandiaten eine öffentlichen Ansprache gehalten. Und er wollte ein klares Signal setzen: „It ain't over till every vote is counted.“ Etwas anderes bleibt ihm auch kaum übrig. Denn weder wurde Florida geholt, noch Ohio und auch North Carolina tendiert in Richtung Donald Trump. „We believe we're on track to win this election“ - Biden versucht seinen Anhängern Geduld zu verordnen. Und ein wichtiger Satz in Richtung des amtierenden US-Präsidenten: Es sei nicht an ihm, Joe Biden, und nicht an Donald Trump, sich zum Sieger zu erklären. Zum Sieger erklären würden sie alleine die Wähler.

Trump reagierte umgehend (über Twitter): „We are up BIG, but they are trying to STEAL the Election. We will never let them do it. Votes cannot be cast after the Polls are closed!“ Das klingt ein wenig danach, als sehe er sich als Sieger, dem der Sieg gestohlen würde. Und deshalb reagiert Twitter wiederum umgehend und markiert dessen Tweet mit folgenden Worten: „Einige oder alle der Inhalte, die in diesem Tweet geteilt werden, sind umstritten und möglicherweise irreführend in Bezug auf die Beteiligung an einer Wahl oder einem anderen staatsbürgerlichen Prozess.“

marko-northe
Marko Northe

06:24

Laut NBC-Reporter Geoff Bennett will Joe Biden um 00:30 Uhr ET (06:30 Uhr deutscher Zeit) ein Statement abgeben. Für eine Concession Speech, in der ein Kandidat seine Niederlage zugibt, ist die Lage allerdings eigentlich zu unklar. Sehen Sie hier die Rede live:

 

bastian brauns
Bastian Brauns

06:10

Guten Morgen an jene Leserinnen und Leser, die gerade aufgestanden sind!

Die Vorsichtigen unter Ihnen haben es sicher schon geahnt. So klar, wie es manchen schien, ist ein Biden-Sieg keineswegs. Alles sieht aktuell eher nach einer heftigen Zitterpartie aus als nach einem Erdrutschsieg. Egal, wer von den beiden Kandidaten am Ende gewinnen wird, er wird ein in zwei hart zementierte Lager gespaltenes Land zu führen haben. Klar ist auch, sollte Trump gewinnen, wird das seine Macht in der Republikanischen Partei stärken, weil er mit einem Sieg seine internen Kritiker zum Schweigen bringen wird.

Es könnte sich als nicht ausreichend erweisen, dass die Biden/Harris-Kampagne so stark und beinahe ausschließlich auf das Thema schlechtes Corona-Management des Präsidenten gesetzt hat. In zahlreichen Umfragen zeigte sich immer wieder, dass den Wählern die persönliche ökonomische Situation wichtiger ist als Corona. Und hier wird Donald Trump fast durchweg eine höhere Kompetenz zugeschrieben.

Es wird spannend, wie Donald Trump darauf reagieren wird, dass Wisconsin heute noch keinen Sieger wird benennen können. Auch Michigan braucht wohl noch Zeit bis Freitag. Pennsylvania hat noch rund zwei Millionen Briefwahlstimmen auszuzählen. Genug Zeit, um sich als Sieger dieses Wahltages auszurufen, bevor alle Ergebnisse auf dem Papier offiziell sind. Es werden wohl aufregende Tage. Für die USA. Und für den Rest der Welt.

jakob-arnold
Jakob Arnold

05:22

Donald Trump gewinnt mit Florida laut Fox News den ersten großen Swing State. Damit würde er 29 wichtige Wahlmänner auf seiner Seite wissen. Auch Ohio wird er voraussichtlich holen. Joe Biden hingegen gewinnt laut dem Fernsehsender den Bundesstaat Arizona nach 2016 für die Demokraten zurück.

marko-northe
Marko Northe

04:58

Die Stimmung hat sich deutlich gedreht: An US-Wahlbörsen wird Donald Trump nun als Sieger der Wahl gehandelt, gestern lag er mit einer Chance von 35 Prozent noch deutlich hinter Herausforderer Joe Biden. Seitdem die ersten Wahllokale geschlossen haben, geht für Trump die Kurve deutlich nach oben:

wahlboersen
Screenshot: smarkets.com
bastian brauns
Bastian Brauns

 

 

 

 

 

 

04:02

Eines wird jetzt deutlich: Jene, die in den vergangenen Tagen und Stunden einen Erdrutschtsieg von Joe Biden voraussehen wollten, dürften allmählich leiser werden. Tatsächlich kann ein zu starker Fokus auf die sogenannten Early Votes, also die Briefwahlstimmen, die Sicht vernebeln. Joe Biden profitierte von diesen deutlich mehr als Trump. Aber die Stärke des aktuellen US-Präsidenten liegt offensichtlich in seiner Aufholjagd am Wahltag selbst. Je stärker ihm die Mobilisierung gelingt, desto wahrscheinlicher kann er doch noch vorbeiziehen.

ohia
Screenshot New York Times

In einigen Staaten hat sich das nun schon gezeigt. Florida geht ziemlich sicher an Donald Trump. Ohio ist so ein Staat, den er unbedingt gewinnen muss, um Präsident zu bleiben. Und auch dort dreht sich gerade der Wind zu seinen Gunsten. Aber es bleibt spannend.

Kurz: Das Rennen ist wahnsinnig knapp. Fällt Ohia doch noch an Biden, kann es plötzlich ziemlich deutlich in die andere Richtung gehen.

eva-schweitzer
US-Korrespondentin
Eva Schweitzer

03:35

Nicht nur der Präsident wird gewählt, auch ein Drittel des Senats steht zur Wiederwahl an. Derzeit haben die Republikaner dort die Mehrheit. Aber nur knapp. Wenn die Demokraten vier Sitze dazugewinnen, kontrollieren sie den Senat, und können dann entweder einem wiedergewählten Präsidenten Trump das Leben schwer machen oder einem gewählten Präsidenten Biden das Leben leicht. Mitch McConnell aus Kentucky, der Mehrheitsführer der Republikaner im Senat, hat bereits gegen seine demokratische Herausforderin Amy McGrath gewonnen, obwohl die spektakuläre 84 Millionen Dollar für den Wahlkampf ausgegeben hat.

McConnell, der zum siebten Mal angetreten ist, war der starke Mann hinter der Übernahme des Supreme Court, des höchsten Gerichts der USA mit Konservativen. Auch der Republikaner Tom Cotton siegte — wie erwartet — in Arkansas. Die meisten Rennen sind aber noch offen, darunter auch das von Lindsey Graham in South Carolina, ein einstiger Trump-Kritiker, der zu dunklen Seite der Macht übergelaufen ist. Hier ist Lindsey, als er noch ein junger Yedikrieger war:

jakob-arnold
Jakob Arnold

02:42

Joe Biden kann den County Mecklenburg in North Carolina deutlich für sich entscheiden. Der County ist benannt nach der deutschen Prinzessin Sophie Charlotte, Herzogin zu Mecklenburg. Damit sollte ihrer Trauung mit dem britischen König George III. gedacht werden. Jetzt kommt es darauf an, wer in Vorpommern gewinnt.

marko-northe
Marko Northe

02:07

Die neuesten CNN-Hochrechnungen sind da: Demnach gewinnt Biden in Massachusetts, Delaware, DC, Maryland, Vermont, Trump siegt in Oklahoma. Im besonders wichtigen Florida liefern sich beide Kandidaten ein Kopf-an-Kopf-Rennen, für Trump stehen die Chancen allerdings besser.

bastian brauns
Bastian Brauns

02:00

So, für die Vieräugigen unter den Müden: Wir haben gerade eine Webseite entdeckt, auf der man vier Sender zugleich anschauen kann. Einfach die Sender Ihrer Wahl anklicken. Wir haben uns mal für CNN, Fox News, MSNBC und die Live-Karte von NBC entschieden. Wenn Sie diese Einstellung auch mögen, einfach diesem Link folgen.

tv
Vierfache Übersicht

 

 

eva-schweitzer
US-Korrespondentin
Eva Schweitzer

01:56

Mal etwas historischer Background: Warum haben die USA eigentliches ein Electoral College; die Wahlmännerversammlung, die den Präsidenten bestimmt?

Das US-Wahlrecht geht im Prinzip auf Old England zurück. So wie das Mutterland ein House of Commons, ein Unterhaus, und ein House of Lords, ein Oberhaus hat, haben die USA einen Repräsentantenhaus, das dem Unterhaus entspricht, und einen Senat, der dem Oberhaus entspricht. Jeder Bundesstaat entsendet zwei Senatoren, unabhängig davon, ob er 400.000 Einwohner hat, wie North Dakota, oder vierzig Millionen, wie Kalifornien. Der Präsident ist wie ein König, der sich alle vier Jahre zur Wahl stellen muss, er kann nicht von einer parlamentarischen Mehrheit abgewählt werden. Das Electoral College allerdings haben die USA nicht aus England geerbt, das kommt daher, dass die USA ursprünglich ein Staatenbund waren und kein Bundesstaat. Und an der Sklaverei.

Die Wahlmänner des Electoral College rekrutieren sich anteilig aus jedem Bundesstaat und anders als beim Senat entspricht die Zahl der Wahlmänner auch so halbwegs der Bevölkerung des Staates. Aber nur halbwegs. North Dakota hat drei Wahlmänner und das hundert Mal so bevölkerungsreiche Kalifornien 55 Wahlmänner. Warum nicht 333? Weil das Wahlrecht der USA die bevölkerungsarmen ländlichen Staaten der Prärien, wo die weißen Farmer wohnen, vor den bevölkerungsreichen Staaten und ihren Großstädten bevorzugt, wo sich Afro-Amerikaner und Einwanderer tummeln. Damit soll eine „Tyrannei der (schmutzfüßigen) Mehrheit“ vermieden werden, so ähnlich eigentlich wie beim preußischen Ständewahlrecht. Die Wahlmänner in (fast) jedem Staat geben 100 Prozent ihre Stimmen dem Kandidaten, der die einfache Mehrheit hat. Dieses Winner-Takes-All-System wiederum stammt ebenfalls aus dem englischen Recht.

Das Electoral College entstand in einer Zeit, als Afro-Amerikaner noch nicht wählen durften. Aber gezählt wurden sie durchaus, und zwar als drei Fünftel einer Person. Das hieß, Staaten mit vielen Sklaven hatten mehr Wahlmänner und damit mehr Einfluss, als es ihnen von den tatsächlichen Wählerstimmen her zugestanden hätte. Das war der so genannte „Slave Bonuss“.

Nach Abschaffung der Sklaverei galten die Schwarzen als ganze Person und durften wählen  auf dem Papier. Tatsächlich ließen sich die Staatsregierungen allerlei einfallen, das zu verhindern, von Lese- und Geschicklichkeitstests bis dahin, dass nur Männer wählen durften, deren Großväter bereits gewählt hatten. Aber die Staaten behielten immer noch die volle Zahl der Wahlmänner, denn auf dem Papier durften die Afro-Amerikaner ja wählen, nur nicht in der Wahlkabine.

Und heute? 1965 verbot es Präsident Lyndon B. Johnson den Bundestaaten, Afro-Amerikaner vom Wählen abzuhalten. Aber einfach wird es ihnen immer noch nicht gemacht. Viele schwarze Männer sind vorbestraft und dürfen nicht wählen, wer keinen Führerschein hat, kann sich im Wahllokal nicht richtig ausweisen und in schwarz geprägten Bezirken gibt es längere Schlangen und weniger Wahllokale. Aber der Bundesstaat behält trotzdem die volle Zahl der Wahlmänner.

 

bastian brauns
Bastian Brauns

01:28

Auch wenn es im Grunde eine Binsenweisheit ist, der New York Times Journalist Nate Cohn weißt darauf hin: Die sogenannte Exit-Polls sind nicht aussagekräftig genug, um die Zusammensetzung der Wählerschaft zu messen.

eva-schweitzer
US-Korrespondentin
Eva Schweitzer

01:15 

Es ist eine Wahl der Rekorde: Die meisten Journalisten, das größte internationale Interesse, die — aller Wahrscheinlichkeit nach — höchste Wahlbeteiligung und die höchste Anzahl an Wählern, die schon vorab wählten, teils via Briefwahl, teils über persönliche Stimmabgabe. Voraussichtlich um die 70 Prozent waren es, fast 100 Millionen Wähler. Bei der Wahl geht es um viel, da möchte niemand stundenlang vor dem Wahllokal warten und dann womöglich für die Abgabe zu spät dran sein.

Und es ist die Wahl, zu der die Anwälte so früh wie nie einreiten. Die Rechtsbeistände der Republikaner bestreiten bereits, dass die „Absentee Ballots“, die per Briefwahl abgegebenen Stimmen, gültig sind, zumindest die in demokratischen Bezirken. Und ein Bundesrichter hat auf Veranlassung der demokratischen Anwälte die Bundespost, den United States Post Service dazu verdonnert, in Kellern und Speichern nachzugucken, ob irgendwo noch eine Kiste mit ungezählten, abgegeben Stimmen verlorengegangen ist.

Apropos Anwälte; Jane Meyer, die Reporterin beim New Yorker, die für organisierte Kriminalität zuständig ist, mutmaßt, dass Trump im Fall einer Abwahl womöglich ein Strafverfahren droht. Er hat Schulden, die er nicht bedienen kann, das Finanzamt ist hinter ihm her wegen einer fragwürdigen Immobilienabschreibung, und seine Hotels haben, wegen Corona, stark an Wert verloren. Die Deutsche Bank will die Zusammenarbeit mit ihm aufkündigen. Seine Nichte Mary Trump vermutet gar, ihr Onkel würde nach einer verlorenen Wahl Amerika verlassen. Aber wohin? Nach Moskau? Für einen amerikanischen Präsidenten wäre das sehr, sehr ungewöhnlich.

marko-northe
Marko Northe

 

01:05

Laut CNN-Hochrechnung gewinnt Trump in Indiana, eine Überraschung ist das allerdings nicht. Auch 2016 siegte Trump in dem Bundesstaat gegen Hillary Clinton. 

bastian brauns
Bastian Brauns

 

01:03

Für alle Nachtschwärmer oder die extrem frühen Lerchen. Hier einmal in der Übersicht die Schließzeiten (unserer Zeit) der Wahllokale in den entscheidenden Battleground States.

1:00 Uhr: Georgia
1:30 Uhr: North Carolina und Ohio
2:00 Uhr: Pennsylvania, Florida, New Hampshire
3:00 Uhr: Michigan, Minnesota, Texas, Wisconsin, Arizona
4:00 Uhr: Nevada und Iowa

eva-schweitzer
US-Korrespondentin
Eva Schweitzer

00:46

Die ersten Ergebnisse: Biden führt in Kentucky, Trump in Indiana. Kentucky wurde 2016 mit großem Vorsprung von Trump gewonnen, und Indiana ebenfalls. Aber das bedeutet noch nicht viel, da erst ein Bruchteil der Stimmen ausgezählt wurde. Wir halten Sie auf dem Laufenden.

marko-northe
Marko Northe

00:40

Joe Biden wird in der Wahlnacht wahrscheinlich nur dann eine Rede halten, wenn die Ergebnisse feststehen. Reportern in Wilmington, Delaware, sagte der Präsidentschaftskandidat: "Wenn es etwas zu sagen gibt, werde ich es sagen. Wenn nicht, werde ich warten, bis am nächsten Tag die Stimmen ausgezählt sind." Die Wahlergebnisse wird Biden mit seiner Familie von zu Hause aus verfolgen. Donald Trump beobachtet den Wahlabend vom Weißen Haus aus.

eva-schweitzer
US-Korrespondentin
Eva Schweitzer

00:31

In Amerika gibt es blaue und rote Staaten. Die roten sind die konservativ-republikanischen. Warum? Weil die US-amerikanischen Fernsehanstalten das auf ihren Karten zur Wahl einst so festgelegt haben. Und wirklich, was schert Amerika der Rest der Welt, für den rot die Farbe des Kommunismus ist? Nun gibt es Staaten, die mal rot und mal blau sind, Staaten, die (fast) immer blau sind und Staaten, die immer rot sind, oder so gut wie immer. Einer davon ist Texas.

In Texas, der zweitgrößte Bundesstaat (nach Kalifornien) ist alles größer als anderswo. Hier werden Truthahnkeulen statt Hühnchenflügel serviert und die Steinbrocken in den Bergen sind so groß sind wie Häuser. Hier wird der Kampf um das Fort Alamo gegen die Mexikaner immer noch gefeiert (erstaunlicherweise von den Verlierern, den weißen Siedlern). Texas ist das Land von Sam Houston, der erste Gouverneur, der eine Indianerin heiratete, der Cowboys, der Dallas Cowboys (ein Footballclub), der Ewing-Ölfamilie in Dallas, das Land, in dem John F. Kennedy erschossen wurde, Young Sheldon aufwuchs und George W. Bush nicht geboren wurde.

Texas könnte in diesem Jahr erstmals an die Demokraten gehen. Klar, sicher ist das nicht, aber was ist schon sicher. Denn nur noch rund 40 Prozent der Texaner sind weiß. Fast genauso viele sind Latinos; Städte wie El Paso und San Antonio sind zu mehr als 80 Prozent hispanisch, und die wählen mehrheitlich Demokraten. Wenn sie dürfen; viele sind Immigranten oder minderjährig. Noch. Und auch die Weißen sind nicht alle Trump-Fans. Kein Wunder, dass Texas schwer umkämpftes Pflaster ist, bis dahin, dass Trump-Anhänger kürzlich versuchten, einen Biden-Harris-Bus von der Straße zu drängen. Die Schlacht um das Alamo wird in diesem Jahr neu geschlagen. Gewinnen auch diesmal die Mexikaner?

bastian brauns
Bastian Brauns

00:14

Vielleicht ist es noch zu früh, um unser Mikrowellen-Popcorn rauszuholen. Aber seit Mitternacht (MEZ) schließen die ersten Wahllokale in den USA. Zuerst sind die Bundesstaaten Kentucky und Indiana dran. So richtig spannend wird es wie schon geschrieben ab 1 Uhr (MEZ). Dann schließen die ersten Wahllokale zum Beispiel in den Battleground-States Florida und Georgia.

cokeAlso, machen Sie's wie die damals 98-jährige Louise Bourgeois, bleiben Sie wach und trinken Sie ne Coke!

 

marko-northe
Marko Northe

00:01

Sind die Republikaner etwa auf dem Holzweg? Anthony Scaramucci, früherer Kurzzeit-Pressesprecher von Trump, weist auf eine interessante Umfrage des konservativen US-Senders Fox News hin: Demnach seien 72 Prozent der Amerikaner für ein staatliches Gesundheitswesen, 70 Prozent für mehr Investitionen in erneuerbare Energien. „Hey, Republikaner, Eure Plattform ist überflüssig. Hey Demokraten, Zeit, selbstbewusster zu werden“, twittert Scaramucci, der nach zehn Tagen im Amt von Trump abgesetzt worden war.

 

23:51

jakob-arnold
Jakob Arnold

Die Märkte. Die Märkte. Blickt man auf die wichtigsten Kurse der New Yorker Börse scheint der heutige Wahltag ein durchaus positive Dynamik zu entfalten. Die Frage ist nur, woher nehmen die Analysten diesen Optimismus? Ob Biden oder Trump, beide Kandidaten kündigten eigentlich Apokalypsen an, sollte der jeweils andere Kandidat gewinnen. Aber wenn auch ein Change hin zu Biden in die Hölle führt, dann bedeutet das ja auch eine gewisse Beständigkeit. Und die lieben bekanntlich die Märkte. Denn Beständigkeit heißt Sicherheit, heißt Planbarkeit.

 

bastian brauns
Bastian Brauns

23:33

A propos Lindt:

 

eva-schweitzer
US-Korrespondentin
Eva Schweitzer

23:25

New York in Coronazeiten ist ohne Touristen, aber vor dem hochgesicherten Trump Tower tummeln sich trotzdem Neugierige. Ein „Biker gegen Trump“ lässt sich von seinen Freunden fotografieren. Drei Männer streiten über die Wahl. So richtig mögen sie beide Kandidaten nicht. „Biden ist senil“, sagt einer und der zweite nickt. „Trump doch auch“, sagt der Dritte.

schweiz-schweitzer
Selbst Lindt aus der
neutralen Schweiz
verbarrikadiert sein
Geschäft / Eva
Schweitzer 

Als die beiden abziehen, frage ich den dritten, wen er gewählt hat. „Biden“, sagt er, aber er will nicht, dass die anderen das erfahren. „Das sind meine Cousins“.

Kurz darauf kommt er um die Ecke: Donald J. Trump; natürlich nicht der echte, sondern ein Halloween-Kostüm. Auf der anderen Straßenseite demonstriert eine Frau im Ruth-Bader-Ginsburg-Kostum. Derweil sind ringsum immer noch Bauarbeiter beschäftigt, Geschäfte zu verbrettern. Das wird eine langweilige Post-Trump-Zeit.

jakob-arnold
Jakob Arnold

23:00

Wann mit ersten Ergebnissen zu rechnen ist?

Die Wahl 2016 war gegen 4:30 Uhr deutscher Zeit ziemlich sicher entschieden. Dieses Mal wird es vor allem darauf ankommen, wie schnell die Briefwahlstimmen ausgewertet werden. Erste ernstzunehmende Hochrechnungen werden kommen, wenn die Staaten ihre Wahllokale schließen: In Florida wird das beispielsweise 2 Uhr morgens deutscher Zeit der Fall sein. Also noch etwa zwei Stunden. Da Florida ein echter Battleground ist, lohnt sich das Wachbleiben.

bastian brauns
Bastian Brauns

22:55

Zwar ist heute der Wahltag für die US-Amerikaner, aber einigen Instagram-Nutzern wird etwas anderes gesagt. Instagram zeigt fälschlicherweise eine Benachrichtigung oben in den Feeds an, die einfach lautet: „Morgen ist Wahltag“. Das ist durchaus bedeutsam, wenn man annimmt, dass sich viele Menschen nur noch über diese Plattform zu informieren scheinen. Jedenfalls wurde Instagram umgehend mit Beschwerden von Nutzern (auf Twitter!) überschwemmt, berichtet das Onlinemedium protocol.

instagram

Das Unternehmen reagierte und empfiehlt einen Neustart der App. Instagram-Sprecher Raki Wane wollte aber offenbar nicht damit rausrücken, wie vielen Nutzern diese veraltete Meldung angezeigt wurde. Fakt ist aber, dass „Morgen ist Wahltag“ noch heute um 13:45 Uhr Eastern Time zu sehen war. Laut Instagram sollten alle Nutzer „bald“ genauere Informationen über ihr Benachrichtigungscenter erhalten. Na dann wird's Zeit, so lange wie die Schlangen vor den Wahllokalen sind.

marko-northe
Marko Northe

22:32

Falls Ihnen das hier alles viel zu aufregend ist, haben die Kollegen der New York Times etwas für Sie: Den Election Distractor“, eine interaktive Seite, die garantiert nichts mit den US-Wahlen zu tun hat. Sie können hier virtuelle Fliegenpilze bewässern, sich Tiefseefische anschauen oder etwas über galaktische Nebel lernen. Beruhigend.

jakob-arnold
Jakob Arnold

22:07

Ein Biden-Sieg könnte Arbeitsplätze kosten – bei CNN und MSNBC. Eine ehemalige Produzentin für MSNBC dazu: „Ich denke, sie werden sich sehr verloren fühlen, weil sie im Moment weitgehend von Trump und diesem Gefühl des Chaos abhängig sind.“ Man kann den Kollegen nur einen Trump-Sieg wünschen. Bei der Washington Post können Sie mehr zu dieser These lesen. Dem Blatt dürfte ein ähnliches Problem bevorstehen wie den Kollegen der liberalen Fernsehsender, falls Biden gewinnt.

bastian brauns
Bastian Brauns

21:57

Die Maß an Live-Berichterstattung ist im Vergleich zu 2016 exponentiell gewachsen. Die Bild-Zeitung spielt sogar Theater-AG und hat das Oval Office für ihren Live-Talk nachgebaut. Das Ganze sogar crossmedial: ZEIT-Urgestein Josef Joffe wird zugeschaltet, was den Medienkritiker Boris Rosenkranz zu diesem netten Tweet veranlasste.

Ob Bild oder jemand anders (wir?) bei den kommenden Europawahlen vielleicht auf die Idee kommt, das Brüsseler Büro von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nachzubauen? Aber vielleicht wäre das auch schon wieder zu viel „Europe first“.

moritz-gathmann
Moritz Gathmann

21:52

 

marko-northe
Marko Northe

21:45

Besonders nett ist das nicht: Diese Frau zeigt Donald Trump in Arlington, Virginia, den Mittelfinger, als seine Wagenkolonne an ihr vorbeifährt. Allerdings passt die Geste ja durchaus zum Niveau des etwas unflätigen Präsidenten.  

An Arlingtonian shows President Trump a finger as his motorcade makes it’s way back to the White House after a stop at their campaign headquarters in Rosslyn. pic.twitter.com/q3TfGnSusn

— Jay Westcott (@jwestcottphoto) November 3, 2020
christoph schwennicke
Christoph Schwennicke

21:21

Geht doch nichts über gute Nachbarn: Während US-Präsident Donald Trump als erster Amtsinhaber ernsthaft um seine Wiederwahl bangen muss, kommt ein kleiner Seitenhieb aus dem Nachbarland Kanada. Dessen Premierminister Justin Trudeau und Trump sind sich zeit der gemeinsamen Amtszeit in kühler Distanz unverbunden geblieben. Jetzt sagt Trudeau, dass  er froh sei, dass in Kanada nie die Sehnsucht nach dem aus seiner Sicht laxen Umgang mit dem Corona-Virus politisch Raum gegriffen habe:

We are extremely lucky in Canada that all different orders of government, and for the most political parties, have worked together to be there to support Canadians, to support our scientists and our front-line health workers and to work in a coordinated way,“ sagte Trudeau nach Angaben des Toronto Star.

Frei übersetzt heißt das: Haben wir ein Glück, dass bei uns im Unterschied zu den USA Regierung, Parteien Wissenschaft und Gesundheitssystem Hand in Hand gearbeitet haben. Oder noch knapper: Gut, dass ich nicht Trump heiße und so agiere wie er. Dem Umgang Trumps mit dem Virus misst Trudeau dem Bericht zufolge einen maßgeblichen Anteil am Ausgang dieser Wahl bei.

 

jakob-arnold
Jakob Arnold

21:04

„Narzissmus“ ist mein persönliches Unwort des Jahres 2020. Egal, was man macht, alles soll schlussendlich nur zeigen, dass man sich für den Nabel der Welt hält. Das Wort ist mittlerweile ausgelutscht. Den #DearAmerica-Trend in Twitter-Deutschland kann man jedoch nicht anders deuten. Deutsche twittern, dass sie ganz böse mit den USA wären, wenn sie sich verwählten. An den Amerikanern dürfte das vorbeigehen, schon alleine, da die meisten mahnenden Deutschen ihre Tweets in deutscher Sprach verfassen. So oder so: Das Problem der US-Wahl ist wahrscheinlich, dass wir Deutschen nicht mitwählen dürfen.

marko-northe
Marko Northe

21:01

Joe Biden spricht gerade zu seinen Anhängern in Philadelphia, Pennsylvania, einem der hart umkämpften Bundesstaaten. Er trägt Maske und spricht in ein Megaphon, wirkt dabei fitter, als Präsident Trump bei seinem Auftritt vor einer Stunde. Der Ex-Vizepräsident gibt sich siegessicher und freut sich über den hohen Frauenanteil unter den „54% of the voters are women, I'll tell you what.“

alexander-marguier
Alexander Marguier

20:45

Was waren das doch für schöne, weil eben auch hoffnungsvolle Zeiten, als Barack Obama zum ersten Mal für die Präsidentschaft kandidierte. Wie unglaublich jung er damals war (und auch aussah), insbesondere im Vergleich zu den heutigen Anwärtern auf das höchste Staatsamt. Und, ganz ehrlich gesagt, war Obamas Kampagnen-Song „Yes we can“, komponiert vom Black Eyed Peas-Musiker will.i.am, schon ein genialer Wahlkampf-Soundtrack. Auch, wenn das Lied damals unter schwerem Kitsch-Verdacht stand. Zwölf Jahre ist das jetzt schon her. Wenn Sie in Erinnerungen schwelgen wollen, dann schauen Sie hier: 

 

bastian brauns
Bastian Brauns

20:30

Die Demokratische US-Senatorin Elizabeth Warren macht gerade nochmal klar, dass es für Menschen, deren moralischer Kompass noch funktioniert, eigentlich nur eine Entscheidung geben kann. Sie twittert, sich für Joe Biden und Kamala Harris zu entscheiden, sei „moralischer Imperative“. Ihr wird übrigens nachgesagt, dass sie auf den Posten der Finanzministerin unter einer Biden-Regierung spekuliert.

 

alexander-marguier
Alexander Marguier

20:21

Die Briefwähler werden dieses Mal in Amerika ganz besonders wichtig sein. Aber wie funktioniert eigentlich die Auswertung ihrer Stimmen? In den USA gibt es keinen Bundeswahlleiter wie in Deutschland. Dafür spielt die Nachrichtenagentur AP in den Vereinigten Staaten eine wichtige Rolle. Warum das so ist, hören Sie bei den Kollegen vom Deutschlandfunk.

eva-schweitzer
US-Korrespondentin
Eva Schweitzer

20:19

Trumps erster Auftritt im US-Bundesstaat Virginia! Er wirkt ein wenig müde. Noch niemals habe es so viele Demonstrationen gegeben wie bei dieser Wahl, nicht in der ganzen Geschichte der USA und nicht in der Geschichte der ganzen Welt, sagt er. Das sei gut. Sehr gut! Auch ihm gehe es sehr gut, nur seine Stimme sei rau. Er klingt, als habe er Nägel gegurgelt.

Trump verweist auf den „unglaublichen Erfolg“ seiner Regierung, leider vom „China-Virus“ beeinträchtigt. Aber auch da habe seine Regierung einen „unglaublichen Job" getan. „Gewinnen ist leicht, verlieren ist schwer“, sagt er noch. Was er tut, wenn er verliert, darüber will er nicht reden. Dann spricht er über die Auszählung; es sei „gefährlich“, wenn Tage nach der Wahl noch Stimmen gezählt würden. Die Auszählung sollte am heutigen 3. November beendet sein.

alexander-marguier
Alexander Marguier

20:14

Was macht eigentlich Stormy Daniels, Donald Trumps Bekanntschaft aus dem Erwachsenen-Genre der amerikanischen Filmindustrie? Dafür, dass sie damals für ihre Verschwiegenheit eine gute Abfindung erhalten hat, müsste sie sich eigentlich für ihren einstigen Gönner ins Zeug legen. Doch anstatt Wahlkampf für Trump zu machen, reüssiert sie neuerdings als eine Art standup comedian mit erotischer-gruseliger Beimischung. Aber sehen Sie selbst.

christoph schwennicke
Christoph Schwennicke

20:11

No risk no fun: Der britische New Statesman, traditionell linksliberales Pendant zum konservativen Spectator, bei dem einst ein gewisser Boris Johnson Chefredakteur war, sagt zu 90,4 Prozent einen Wahlsieg für Joe Biden voraus. Und schaut dafür nicht in die Glaskugel, sondern auf das eigene „News Statesman’s election model“. Die Redaktion gibt Amtsinhaber Donald Trump demnach eine 9,3 prozentige Chance. „On electoral college numbers, the most likely outcome is Biden getting 339 electoral votes, and Trump 199“, schreibt das Blatt. Das wäre weit weg von einer Hängepartie und viel deutlicher zugunsten des Demokraten als der redaktionseigene Generator das 2016 im Falle Hilary Clintons ausgespuckt hatte.

eva-schweitzer
US-Korrespondentin
Eva Schweitzer

19:30

Eine Frage zur Wahl ist: Wie wählt das jüdische Amerika? Traditionell wählen amerikanische Juden zu mehr als zwei Drittel die Demokraten, und die werden wohl auch heute die Mehrheit hinter sich bringen, trotz Trumps jüdischen Schwiegersohn und seinem Einsatz für Israel, angefangen mit der Verlagerung der US-Botschaft nach Jerusalem. Allerdings interessieren sich die meisten amerikanischen Juden mehr für die USA, können Benjamin Netanyahu nicht ausstehen und sind eher liberal. Nicht zufällig gilt ihnen die verstorbene liberale Verfassungsrichterin Ruth Bader Ginsburg als Ikone. Sie sehen es mit Sorge, wenn Trump-Anhänger gegen Immigranten marschieren, unter Rufen „Jews will not replace us“. Dazu kommt, dass Kamala Harris, Joe Bidens Vize, mit einem jüdischen Mann verheiratet ist und von dessen Töchtern „adoptiert“ wurde.

Einiges aber hat sich 2020 geändert. Da sind die Orthodoxen im New Yorker Stadtteil Brooklyn, die Haredi, die verärgert sind, weil der demokratische Gouverneur Andrew Cuomo ihnen wegen Corona große Hochzeiten und Beerdigungen verboten hat und die Trump mögen. Deren Zahl hat sich durch Immigration aus Israel und Russland immens verstärkt. Hingegen waren iranische Juden in Los Angeles bisher eher konservativ; nun aber wenden sich die jüngeren von Trump ab, dessen Iranpolitik sie für zu kriegerisch halten. Am wichtigsten aber ist Florida, wo Trump vor vier Jahren mit nur 70.000 Stimmen gewann. Hier leben 650.000 Juden, knapp zehn Prozent der Floridianer. Die werden seit Monaten von jüdischen Lobbygruppen bearbeitet. Die Republikaner weisen darauf hin, dass demokratische Abgeordnete wie Ilham Omar laufend Israel kritisieren, die Demokraten erinnern daran, dass Trump nach einer Demonstration von weißen Supremacisten von „very fine people“, sehr gute Leute gesprochen hat, statt sich zu distanzieren. Nun ist alles möglich, auch ein wochenlanger Streit um die Auszählung, wie im Jahr 2000.

bastian brauns
Bastian Brauns

19:25

Ein nachvollziehbar heiserer Donald Trump hat gerade in Arlington, Virginia gesprochen. Auf die Frage, wie seine Rede ausfallen würde, auch im Fall einer Niederlage, sagte er: „Winning is easy. Losing is never easy. Not for me it’s not.“ Was aus diesem never easy später folgt, lässt er aber offen.

alexander-marguier
Alexander Marguier

19:07

Wolfgang Ischinger, der Chef der Münchener Sicherheitskonferenz, warnt davor, die US-Wahl aus deutscher Sicht überzubewerten. „Egal, ob Joe Biden oder Donald Trump die nächste amerikanische Präsidentschaft bestreitet – ich rate dazu, weder in Euphorie zu verfallen noch in Panik“, so Ischinger gegenüber Cicero. Auch unter Biden würde nicht alles so wie früher werden. „Denn auch unter ihm würde man auf die amerikanische Zustimmung zu bestimmten außenpolitischen Projekten nicht notwendigerweise dauerhaft zählen können.“ Ischinger, einst deutscher Botschafter in den Vereinigten Staaten, erinnerte in diesem Zusammenhang an die Kündigung des Klimaabkommens, des Iran-Deals oder diverser Rüstungskontrollverträge. Diese Tendenz würde sich auch unter einem demokratischen Präsidenten nicht plötzlich umkehren: „Das transatlantische Paradies wird sich nicht mehr einstellen.“

jakob-arnold
Jakob Arnold

 

19:04

Falls es für Donald Trump in den USA nichts wird:

eva-schweitzer
US-Korrespondentin
Eva Schweitzer

 

18:54

Eins ist klar: New York City wird mit überwältigender Mehrheit an die Demokraten gehen. Trump ist in seiner Heimatstadt alles andere als beliebt; viele erinnern sich noch, wie er Handwerker nicht bezahlte, nicht an Afro-Amerikaner vermietete, seinen Beton von Anthony „Fat Tony“ Salerno bezog und sein Geld aus schattigen russischen Quellen. Wer in New York City wohnt, könnte auch „Che Guevara“ auf den Wahlzettel schreiben. Denn dank des amerikanischen Wahlrechts, das alle Stimmen dem Sieger zuerkennt, wird das keinen Einfluss auf die Chancen von Biden haben. Auch der Staat New York, der drittgrößte der USA, wird für Biden stimmen. Das ist dem demokratischen Gouverneur Andrew Cuomo zu verdanken, der seit Beginn der Corona-Krise als eine Art Schattenpräsident agiert und sich in täglichen Botschaften auf CNN an die Amerikaner wendet.

Aber das heißt nicht, dass die Wahlnacht in New York langweilig wird. Auf den Straßen wird viel los sein. Deshalb hat Macys, das große Kaufhaus am Herald Square, schon mal seine Fenster mit Brettern vernagelt. Auch andere Luxusläden, wie Saks an der Fifth Avenue, Ralph Lauren und Prada sind verbrettert, und natürlich, die Banken. „Wir wären einer der ersten, die geplündert würden“, sagt der Manager eines großen Wein- und Spirituosengeschäfts am Broadway trocken.
Trump selber wird im Weißen Haus feiern, mit ein paar hundert Gästen. Eigentlich hatte der Präsident eine Wahlparty im Trump International Hotel am Central Park geplant, aber das hat die New Yorker Stadtverwaltung verboten, wegen Corona. Zu gefährlich. Was aber potentielle Aufstände angeht; das Weiße Haus ist massiv mit Metallgittern und Beton gesichert. 

moritz-gathmann
Moritz Gathmann

 

18:29

Tino Künzel, seit 2004 Redakteur bei der Moskauer Deutschen Zeitung, schreibt: „Um es auf einen knackigen Nenner zu bringen: Die US-Wahlen gehen den Russen am Arsch vorbei. Keiner verspricht sich irgendetwas davon. Die russisch-amerikanischen Beziehungen sind auf dem Tiefpunkt. Und niemand glaubt, dass es nach den Wahlen besser wird, höchstens schlechter.
Als Beleg dafür hier eine Online-Umfrage der Zeitung Kommersant vom heutigen Dienstag zur Frage, welcher der beiden Kandidaten besser für Russland wäre:
Biden: 7 Prozent, Trump: 20 Prozent, keiner von beiden: 30 Prozent, ist mir egal: 43 Prozent. Dass die beiden letzten Antworten zusammen über 70 Prozent ausmachen, spricht Bände. Und das auf der Seite des Kommersant, wo sich Russen versammeln, die an Politik und Wirtschaft interessiert sind. Im Kreml würde man wohl aus diversen Gründen Trump gern weiterregieren sehen. Aber sicher nicht unter dem Gesichtspunkt der bilateralen Beziehungen, da macht man sich nach den letzten vier Jahren sicher keine Hoffnung mehr. Eher geht es da um die Außenpolitik: Unter Trump haben sich die USA aus vielen Regionen zurückgezogen, was Handlungsmöglichkeiten für den Kreml eröffnet hat. Außerdem reibt man sich im Kreml sicher auch die Hände angesichts des Chaos, das Trump in den eigenen Reihen anrichtet. Offiziell kommentiert der Kreml die bevorstehende Wahl allerdings nicht: Traditionell heißt es, man ‚respektiert den Willen des amerikanischen Volkes‘.“

 

alexander-marguier
Alexander Marguier

18:01

Wie sieht eigentlich der Zeitplan für den weiteren Wahlverlauf aus? Die Vereinigten Staaten verfügen über insgesamt elf verschiedene Zeitzonen, da verliert man schon mal den Überblick. Die Washington Post hat dazu eine sehr schöne Übersicht mit anschaulichen Grafiken erstellt, die wir Ihnen nicht vorenthalten wollen.

 

bastian brauns
Bastian Brauns

 

17:50

Die Schlangen in diesem Jahr sind nicht nur wegen der wohl sehr hohen Wahlbeteiligung so lang wie hier in Pennsylvania. Corona hält die Leute auf Abstand. Vorbildliche Demokraten.

 

christoph schwennicke
Christoph Schwennicke

17:28

Sieht man immer vor allem das, was man sehen möchte? Oder hat die Kollegin gute Quellen im Biden-Team? Der konservative Spectator meint jedenfalls auf der Website seiner US-Ausgabe zu registrieren, dass den Demokraten auf den letzten Metern die Düse geht. "Too little, too late", so das Fazit der Autorin Amber Athey. Endspurt versemmelt.

marko-northe
Marko Northe

 

17:14

In der Kleinstadt Tipp City, Ohio, ist ein SUV gegen ein Kirchengebäude gefahren, in dem sich ein Wahllokal befindet. Dabei soll es sich allerdings wahrscheinlich um einen Unfall gehandelt haben. Wegen der aufgeheizten Stimmung im Land fürchten viele, dass es am Wahltag zu Attentaten oder Unruhen kommt. 

 

bastian brauns
Bastian Brauns

 

17:10

Habe mal ein Fundstück aus unserem Redaktionsflur von 2016 geknipst. Was kommt da auf uns zu? Würde wohl auch für Biden gelten.

marko-northe
Marko Northe

 

 

16:28: 

Dass Biden und Trump nicht gerade Freunde sind, dürfte bekannt sein. Ein Appell eint die beiden allerdings, wenn man ihre Twitter-Profile vergleicht: Vote! 

marko-northe
Marko Northe

 

16:18: 

In sämtlichen Umfragen lag bis zuletzt der demokratische Herausforderer Joe Biden vor Amtsinhaber Donald Trump. Doch dass das nichts heißen muss, wissen wir spätestens seit der letzten Präsidentschaftswahl 2016. Damals wurden Hillary Clinton ebenfalls weitaus größere Chancen ausgerechnet, Trump gewann letztlich aber doch. Entscheidend dürften auch in diesem Jahr die sogenannten Swing States sein: Arizona, Florida, Georgia, Iowa, Michigan, Nevada, New Hampshire, North Carolina, Ohio, Pennsylvania, Texas, Wisconsin und Virginia. Unser Korrespondent Daniel C. Schmidt hat sich in den nicht festlegungsfreudigen Bundesstaaten umgeschaut.

alexander-marguier
Alexander Marguier

15:57:

Erdrutschsieg für Joe Biden! In der winzigen Siedlung Dixville Notch (New Hampshire) nahe der kanadischen Grenze hat der demokratische Kandidat sämtliche fünf abgegebenen Stimmen auf sich vereinigen können. Allerdings ging in Dixville Notch die Präsidentschaftswahl vor vier Jahren zugunsten Hillary Clintons aus. In der nahegelegenen Ortschaft Millsfield, wo es ebenfalls schon ein sehr frühes Ergebnis gab, gewann Donald Trump gegen Biden mit 16 zu fünf Stimmen. Mit anderen Worten: Das Rennen ist wohl noch offen.

 

marko-northe
Marko Northe

15:52:

Herzlich willkommen zu unserem Liveblog zur US-Wahl 2020. In den nächsten Stunden werden wir Sie hier über die ersten Auszählungen und Ergebnisse auf dem Laufenden halten. Wir haben uns auf eine lange Nacht vorbereitet und freuen uns, wenn Sie dabei sind.

 

 

 

Bernd Muhlack | Di, 3. November 2020 - 18:55

Gibts da auch was von Claus Kleber?

Ich werde nachher bei WDR zwei olle Tatorte gucken.
Ein Münster und ein Schimanski.
Danach Gute Nacht.

Ich hoffe, dass Biden gewinnt.
Warum?
Weil ich diese täglichen Trump-Kommentare hasse!

Holger Jürges | Di, 3. November 2020 - 19:20

In reply to by Bernd Muhlack

...den dröge/obstinaten Erwartungsjubel "pro Biden" in den Medien werd´ich mir auch ersparen, Herr Muhlack: Morgen, nach dem Aufstehen, weiß ich dann früh genug, ob alles wieder in der Hand des ollen Establishments ist oder Trump erneut "ein Tanz" auf dem Deck des weltlichen Narrenschiffs gewährt wurde.

P.S.: Haben Sie denn nun meine Nachricht an Sie gelesen, die ich neulich hinterlassen hatte ?

"Latürnich" (Asterix - Die Lorbeeren Cäsars), also natürlich hatte ich Ihre Nachricht gelesen. Vielen Dank. Ich hatte Ihnen auch geantwortet, leider verschwand dies im ciceronischen Nirwana.
Kann ja mal vorkommen.

And the winner is:
... a white elderly man!
Hail to the Chief!

Gerhard Lenz | Mi, 4. November 2020 - 00:10

In reply to by Bernd Muhlack

ME TOO!

Heute, geschätzter Herr Muhlack, haben die US-Bürger die große Chance, die Welt ein wenig besser, friedvoller und optimistischer zu machen und ein finsteres Kapital der US-Geschichte zu beenden.

Und das können sie, indem sie einen narzisstischen Rassisten und pathologischen Lügner, der die Welt zunehmend destabilisiert, und von dem man fürchten muss, dass er eines Tages aus einer infantilen Trotzhaltung heraus einen hübschen kleinen Weltkrieg anzettelt, vom Amt des US-Staatsoberhauptes abwählen.

Allerdings fürchte ich, dass man das bei der AfD anders sieht. Dort schätzt man "Typen wie Trump".

Bleibt zu hoffen dass wir morgen früh gemeinsam den Sieg Bidens feiern können - nicht weil Biden so ein toller Kandidat ist, sondern weil Trump schlicht eine personifizierte Katastrophe darstellt.

In diesem Sinne - keep going - have a hopefully lovely, peaceful and most pleasant day.

America, get rid of Trump!

gemeinsam den Sieg Bidens feiern können -" ...ich las in der welt: "Anfangs scheinbar komfortable, teils haushohe Vorsprünge der Demokraten schmelzen dahin wie Eiswürfel in einem Glas Cola, die im heißen Wüstenstaat Arizona serviert wird."
Und in der Wahlberichtserstattung hier, dass die Latinos verstärkt für Trump votiert haben- trotz seiner Einwanderungspolitik. Gibt ihnen das nicht zu denken?

Aber sei es wie es sei!

Reinhold Schramm | Mi, 4. November 2020 - 14:08

In reply to by Bernd Muhlack

Die vorgebliche Demokratie und Freiheitsliebe dienten doch allenfalls zur Vernebelung der Hirne. Führten die USA doch seit dem WK II. schon mehr als 150 Kriege und Putsche in aller Welt, stets als notwendigen Einsatz für Freiheit und Demokratie. In überprüfbarer Wahrheit jedoch für geopolitische Interessen und zur Sicherung und Durchsetzung von (eigenen)Wirtschafts- und Rohstoffinteressen am fremden Territorium und fremden Eigentum.

Es bedürfte für die Schaffung einer Demokratie in den Vereinigten Staaten die drastische Reduzierung und Halbierung der derzeitigen Rüstungsausgaben. Und für alle Bürgerinnen und Bürger, unabhängig von deren migrantischen Herkunft und Hautfarbe, ein einheitliches und kostenfreies Bildungssystem und einen allgemeinen Zugang für eine umfassende Gesundheitsversorgung.

PS: Die allgemeine Volksverdummung, quer durch alle sozialen Schichten und Klassen, so vom Tellerwäscher bis zum Multi-Millionär, kennt eben keine Grenzen.

Tomas Poth | Di, 3. November 2020 - 19:49

... Da stehen sie nun die Schlotterhosen, auf Blättern grüner Teichseerosen...
Lurchi und seine Freunde von den Salamanderschuhen über die Grünen Kröten die Stunk im See gemacht hatten.

Ja, die RotGrüne Community hofft natürlich auf Biden, aber es braucht den Trump um diese Community in ihrem unseligen Lauf zu stoppen.

Joachim Kopic | Mi, 4. November 2020 - 15:39

In reply to by Tomas Poth

... oder haben sie vergessen, was sich in Thüringen getan hat ... von ganz oben wurde die DEMOKRATISCHE Wahl für "ungültig" erklärt!
Mir persönlich ist es völlig schnuppe, wer der beiden "alten weißen Männer" gewinnt, auch wenn beide dunkleren Teint haben als die "dunkle" demokratische Vizepräsidenten-Anwärterin (...die mindestens soviel Power wie Trump ausstrahlt ;)

Simone Buechl | Di, 3. November 2020 - 21:02

Vielen Dank an die Cicero-Redaktion für den informativen und amüsanten Live Ticker.
Als US-Amerikanerin im Herzen (u.a. durch Verwandtschaft) werde ich den Wahlkampf gespannt verfolgen, obwohl ich mir weder von Biden noch von Trump große Veränderungen erwarte und mir sicher bin, dass sich die Erde morgen auch noch drehen wird ;)

Fritz Elvers | Mi, 4. November 2020 - 01:08

In reply to by Simone Buechl

es kommt zu einer Polumkehr (Polsprung). Die Erde wird sich dann zwar weiterhin um ihre Achse drehen, nur das Magnetfeld kehrt sich um.

Olli Land | Mi, 4. November 2020 - 10:08

In reply to by Simone Buechl

und mit der aktuellen Lage und der sich hinziehender Auszählung der nicht wenigen Briefwahlstimmen in Pennsylvania und Michigan wird es wohl noch einige Tage dauern. Die ggf. daran anknüpfende rechtliche Schlacht wird ja gerade vorbereitet. Das wird noch ein richtig schmutziges Schauspiel werden.
Am Ende müssen sich die Demokraten auch die Frage gefallen lassen, ob sie wirklich keinen besseren Kandidaten oder bessere Kandidatin hatten, als den 77 Jahre alten Biden. Viele haben Biden nicht seiner Person wegen gewählt, sondern da Trumps Verhalten jenseits ihrer moralischen Werte lag.
Für viele ist aber das vollkommen inakzeptable Verhalten von Trump nicht ausreichend genug gewesen, um Biden zu wählen. Im Endeffekt kann es also sein, dass Trump die Wahl nicht wegen seiner Stärke, sondern auch wegen der Schwäche des Gegenkandidaten gewinnt.

Walter Ranft | Mi, 4. November 2020 - 08:19

Jean Claude Juncker in umfänglicher und bedächtiger Betrachtung:

Man solle sich nicht täuschen: Mit Biden gäbe es eine zivilisiertere Auseinandersetzung, aber keine "Rückkehr" zum früher Gewohnten; auch keine Veränderung in der amerikanischen China-Politik: ARD-Interview, in den frühen Morgenstunden im Rahmen der ARD-Wahlberichterstattung ...

"Rückkehr" erwarten auch Röttgen und Harbeck nicht: ARD-Gespräch mit Tina Hassel am heutigen frühen Morgen ...

Tobias Schmitt | Mi, 4. November 2020 - 10:27

Selbst hier macht man jetzt Politik von der Rückbank gegen Trump. Manchmal sind es Feinheiten Wortwahl oder bei der Auswahl der Themen, die Wiederholung bestimmter Umstände oder Ähnliches - und manchmal ist plump und unverhohlen. Ich finde das nicht nur beschämend und lächerlich, weil es zeigt, dass Trump im Grunde Recht mit seinen Anschuldigen hat, sondern auch bedenklich. Die Medien diskreditieren und attackieren ihn ununterbrochen. Es ist vollkommen egal was er macht - selbst zum Frieden im nahen Osten gab es kaum ein gutes Wort. Und an dieser Stelle muss man einfach sagen, dass es nicht mehr Journalismus, sondern nur noch Aktivismus ist. Wenn sie Zeitungen und Journalisten zu Wahlhelfern degradieren lassen, dann müssen sie sich auch so behandeln lassen. Der Sinn einer freien Presse ist sicher nicht, dass sie einem bestimmtem Bewerber ins Amt verhilft. Gab ja mal einen schönen Artikel hier, in dem genau das Thema behandelt wurde.

Olli Land | Mi, 4. November 2020 - 16:58

In reply to by Tobias Schmitt

Stauts jetzt ist das was viele befürchtet haben:
Trump erklärt sich vorzeitig als Sieger
Trump gibt Statements ab, die Wahl zu stoppen
Und Biden überholt Trump in Michigan und seine Siegeschancen steigen. Trump redet von Betrug.

Erinnert mehr an Länder wie Belarus und andere Diktatoren.

Und hier im Cicero Forum gibt es immer noch welche, für die ist solches Verhalten alles nicht der Rede wert. Kann doch drüber wegsehen. Unglaublich.

Dr. Andreas Oltmann | Mi, 4. November 2020 - 20:48

Herr Schnitt, ich stimme Ihnen voll zu! Unsere Öffentlich-Rechtlichen sind sich einig in ihrer Überheblichkeit und moralisierenden Besserwisserei. Man könnte auf die Idee kommen, die Demkratie mit allen ihren unterschiedlichen Facetten sei in Deutschland erfunden worden - und nicht uns von den Westmächten mit sanfter Gewalt aufgedrückt worden. Die Krönung der derzeitigen Trump-Empörung ist der Podcast täglich im NDR mit Ingo Zamperoni und seiner Ehefrau unter dem anmaßenden Titel : Amerika, wir müssen reden! Diese Überheblichkeit und dieses Sendungsbewusstsein ist erschreckend - ich fühle mich an den Satz erinnert „am deutschen Wesen soll die Welt genesen“. Hatten wir das nicht schon mal??