Treptower Park
Sowjetisches Ehrenmal im Treptower Park in Berlin / picture alliance / Joko | Joko

Ukrainekrieg - Moskaus weg zurück führt über Berlin

Alle Beteiligten sind sich bewusst, dass der Ukrainekrieg irgendwann enden wird. Und fest steht bereits: Deutschland – und nicht die USA – wird die Bedingungen für Russlands Wiedereingliederung nach dem Krieg bestimmen.

Autoreninfo

Andrew Ryvkin ist Journalist und Analyst und schreibt für Air Mail und The Atlantic über Russland sowie die Beziehungen zwischen den USA und Russland. Zuvor war er in der russischen Politik und den Medien tätig und hielt Vorlesungen an Universitäten wie Harvard und Yale über die politische Kommunikation des Kremls.

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Seit Russlands großangelegter Invasion in der Ukraine haben sich die Medien stärker auf Russlands Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten als auf die mit der Europäischen Union konzentriert. Das Weiße Haus wurde – unabhängig davon, wer dort gerade im Amt ist – als einziger westlicher Gesprächspartner des Kremls in diesem Krieg dargestellt. Diese Sichtweise erinnert jedoch eher an den Kalten Krieg als an die Realität vor Ort. 

Es ist die EU, die eine Grenze zu Russland hat; es sind die EU-Sanktionen, die der russischen Wirtschaft am meisten geschadet haben; und es ist Europa, das der wichtigste Verbündete der Ukraine ist. Selbst wenn ein Waffenstillstand erreicht wird, werden diese Realitäten bestehen bleiben. Moskau hat daher ein grundlegendes Interesse daran, eine Einigung mit der Europäischen Union zu erzielen. Aus diesem Grund betreibt Russland hinter den Kulissen Diplomatie mit der EU, insbesondere mit Deutschland.

Zukunft der eingefrorenen russischen Vermögenswerte

Moskau spielt das Ausmaß herunter, in dem die EU-Sanktionen die russische Wirtschaft beeinträchtigt haben, obwohl Europa russische Vermögenswerte in Höhe von Hunderten von Milliarden Euro eingefroren und seine Einkäufe russischer Kohlenwasserstoffe drastisch reduziert hat. Selbst im fünften Jahr des Krieges hat sich Russlands Neuausrichtung auf China nicht als so profitabel erwiesen wie einst der Handel mit der EU. Nach Angaben der chinesischen Zollbehörde belief sich der Handel zwischen Russland und China im Jahr 2025 auf insgesamt 228 Milliarden US-Dollar. Zum Vergleich: Russlands Handel mit der EU belief sich im Jahr 2021, vor der Invasion der Ukraine, auf 282 Milliarden US-Dollar. 

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Was die Rückkehr Russlands auf die Weltbühne nach dem Krieg angeht, hat die EU das entscheidende Wort über die Zukunft der eingefrorenen russischen Vermögenswerte, die Integration des Landes in das globale Bankensystem und – nicht minder wichtig – den Zugang zu den europäischen Märkten. Moskau ist sich bewusst, dass es, wenn es jemals wieder Zugang zu diesen Vermögenswerten erhalten will, einen klaren Kanal zur EU und insbesondere zu Deutschland, der größten Volkswirtschaft des Blocks, benötigt.

Inoffizielle Kommunikationskanäle mit Moskau

Die Haltung Frankreichs und Deutschlands zu Hintertürverhandlungen mit Russland hat sich im Laufe des andauernden Krieges gewandelt. Zu Beginn glaubten viele Politiker, dass direkte Gespräche mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin dessen Entscheidungen beeinflussen könnten – daher auch die zahlreichen Telefonate zwischen Putin und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron Anfang 2022. 

Deutsche und, in gewissem Maße, auch französische Unterhändler standen daraufhin vor einer zentralen Frage, die weniger mit Sanktionen oder den Entwicklungen auf dem Schlachtfeld zu tun hatte als vielmehr mit Putin selbst: Würde der russische Präsident den Krieg in der Ukraine beenden, ohne seine maximalistischen Ziele zu erreichen, wenn dies im langfristigen Interesse Russlands läge? 

Vertreter des außenpolitischen Establishments in Paris und Berlin kamen zu unterschiedlichen Schlussfolgerungen. Frankreich versuchte, auf zwischenstaatlicher Ebene Kontakt zu Russland aufzunehmen, während Deutschland wenig Hoffnung hegte, dass Verhandlungen mit Putin zu sinnvollen Ergebnissen führen würden, und stattdessen begann, nach inoffiziellen Kommunikationskanälen mit Moskau zu suchen.

Kommunikationskanäle offen halten

Deutschlands Optionen waren rar gesät. Innerhalb der russischen Elite gab es keine klare Antikriegsfraktion, da das offene Eintreten für eine solche Position den Ausschluss aus der Elite so gut wie garantieren würde. Auch machte es wenig Sinn, sich an die russischen Sicherheitsdienste zu wenden. Obwohl diese über beträchtliche Macht verfügen, sind sie nach wie vor entschieden kriegsbefürwortend und zutiefst antiwestlich eingestellt und waren bislang nur bereit, sich in Fragen wie dem Gefangenenaustausch zu engagieren. Berlin blieb nichts anderes übrig, als nach Personen aus Putins Umfeld zu suchen, die noch immer sein Ohr hatten, aber als rationaler galten als der russische Präsident selbst.

Nach Angaben von Personen, die mit den inoffiziellen deutsch-russischen Verhandlungen vertraut sind, wurde der russische Milliardär Roman Abramowitsch als eine solche Persönlichkeit identifiziert. Es wurde nie erwartet, dass er Putin dazu bewegen könnte, bei grundlegenden Fragen wie Territorialfragen oder dem Krieg selbst einen Kurswechsel vorzunehmen. Vielmehr liegt sein Wert in seiner Fähigkeit, die Kommunikationskanäle offen zu halten und bei eng definierten humanitären Fragen zu helfen.

Berlin und Moskau unterhalten auch andere Hintertürkanäle. Seit mindestens Anfang 2024 hat Deutschland eine Reihe von Treffen in Baku und Abu Dhabi abgehalten, an denen ehemalige deutsche Politiker und mit dem Kreml verbundene Persönlichkeiten teilnahmen. Offiziell dienen die Treffen der Erörterung einer möglichen Wiederbelebung des Petersburger Dialogs, jenes deutsch-russischen Forums, das 2001 von Gerhard Schröder und Putin gegründet und 2021 von Berlin offiziell beendet wurde. 

Die deutsche Delegation wird von Beamten aus dem Kabinett der ehemaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie ehemaligen Mitgliedern der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa geleitet. Keiner von ihnen bekleidet derzeit ein Regierungsamt, doch alle verfügen über umfangreiche Netzwerke in Deutschland und ganz Europa.

Der Krieg wird irgendwann enden

Auf russischer Seite gehören Viktor Zubkov, ehemaliger Ministerpräsident und Vorsitzender des Aufsichtsrats des russischen Gasriesen Gazprom, sowie Valery Fadeyev, Leiter des russischen Menschenrechtsrats und Berater Putins, und Alexey Gromyko zur Delegation. Diese Persönlichkeiten sind zwar nicht so medienwirksam wie Kirill Dmitriev – Putins in Kiew geborener und in Harvard ausgebildeter Gesandter bei US-Präsident Donald Trump, der regelmäßig in den amerikanischen Medien auftritt –, doch innerhalb Russlands haben sie deutlich mehr politisches Gewicht. Zubkow war Putins Stellvertreter in St. Petersburg, wo die beiden enge Freunde wurden, und er gehört nach wie vor zu den langjährigen Vertrauten des Präsidenten. Gromyko leitet das Europa-Institut der Russischen Akademie der Wissenschaften, das den Kreml in Fragen der Politik gegenüber der Europäischen Union berät.

Putin hat signalisiert, dass er in territorialen Fragen keine Kompromisse eingehen will und weiterhin entschlossen ist, den Krieg fortzusetzen – zumindest so lange, bis die Donbass-Region eingenommen ist. Sollte die Region eingenommen werden, würde dies Putin – obwohl sie strategisch unbedeutend ist – ermöglichen, im eigenen Land einen Sieg zu verkünden und möglicherweise eine politische Krise in der Ukraine auszulösen – was Russland bei seinen Bemühungen helfen würde, den Rest des Landes zu erobern. 

Putin verfolgt dieses Ziel, obwohl sich die wirtschaftliche Lage Russlands zunehmend verschlechtert und die Ukraine immer erfolgreicher darin ist, Ziele tief im Inneren Russlands zu treffen. Dennoch sendet aus Sicht des Kremls eine Delegation, der Putins enger Freund, einer seiner Berater und einer der führenden Russland-Experten für Europa angehören, das Signal aus, dass Moskau die Gespräche ernst nimmt, auch wenn sie das Kernproblem des Krieges nicht sofort angehen können.

Beide Seiten sind sich bewusst, dass der Krieg irgendwann enden wird, und beide Seiten werden einen stabilen Kommunikationskanal benötigen, um zumindest ein gewisses Maß an Normalität in Sicherheits- und Wirtschaftsfragen wiederherzustellen. Aus europäischer Sicht ist Putins Hinwendung zu China eher von der Notwendigkeit als von strategischen Überlegungen getrieben. Viele europäische Entscheidungsträger glauben, dass Russland strukturell weiterhin auf Europa ausgerichtet ist und dass die Aufrechterhaltung einer zunehmend untergeordneten Beziehung Russlands zu China über Jahre hinweg den langfristigen Interessen Moskaus zuwiderläuft. 

Verhandlungen über Territorium und Sicherheit

Putin hat bei mehr als einer Gelegenheit erklärt, dass Russland an einer Wiederaufnahme der Gasexporte nach Deutschland interessiert ist und dass dazu lediglich eine politische Entscheidung in Berlin erforderlich sei. Die AfD, die als russlandfreundlich geltende rechte deutsche Partei, hat erklärt, dass sie im Falle eines Regierungsantritts die Gaspipelines wieder in Betrieb nehmen würde.

Sollte es schließlich zu einer Einigung in der Ukraine kommen, werden diese Hintertürkanäle wahrscheinlich eher ausgebaut als abgeschafft. Die Regierungen werden weiterhin die Verhandlungen über Territorium und Sicherheit führen, doch Wirtschaftsführer, Banker und ehemalige Amtsträger könnten bei Diskussionen über Sanktionen, eingefrorene russische Vermögenswerte, Investitionen, Wiederaufbau und die Wiederherstellung wirtschaftlicher Beziehungen zunehmend an Bedeutung gewinnen. Daher lohnt es sich sowohl für Moskau als auch für Berlin, diese Beziehungen aufrechtzuerhalten, da dadurch letztendlich umfassendere Verhandlungen möglich werden.

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Dorothee Sehrt-Irrek | Do., 6. August 2026 - 10:51

Ich hoffe sehr, dass sich Russland als eur-asisches Land erkennt und seine m.E. Bedeutung für ganz Asien akzeptiert.
Es ehrt Europa ganz sicher, dass evtl. eine tiefe Zu-Neigung der Russen zu Europa besteht.
Ich sage mal et vice versa.
Was will Putin mit der ganzen Ukraine?
Ich halte das für ein ängstliches Denken und darin Russland fremd.
Wenn es so viele Kontakte gibt, bin ich ja beruhigt.
Aber so, wie europäische Staaten jetzt evtl. ihr Gold aus den USA holen, sollte Russland sich nie wieder so abhängig von Europa machen oder vom Euro.
Ich hoffe doch sehr, dass das russische Geld in der Schweiz lagert, alles andere wäre evtl. NAIV
Ich mag Russland, aber deshalb wähle ich doch nicht die AfD.
Ich empfinde diese mittlerweile gängige "Gleichsetzung" fast schon als "ehrabschneidend", aber so leicht lasse ich mir meine Würde nicht nehmen.
Der eine Kratzer hier, der andere da, Schönheit geht anders, aber Mühe zählt auch.
"Anmut sparet, nicht noch Mühe" Brecht

Ingbert Jüdt | Do., 6. August 2026 - 11:26

Allerdings fragt es sich, welche »maximalistischen Ziele« Russland unterstellt werden. Was das Donbass angeht, wird Europa begreifen müssen, dass es die Ukraine selbst war, die das Donbass verzockt hat, nämlich spätestens mit der Verschärfung der Sprachengesetze 2019. Man stelle sich das zwischen Spanien und Katalonien vor. Es wäre innerhalb der EU undenkbar und der Skandal deterministisch erwartbar gewesen. Man kann nicht eine signifikante Minderheit kulturell aus der Nation hinausdefinieren und zugleich Anspruch auf ihr Territorium erheben. Minsk II hätte das indirekt über eine stärkere Föderalisierung adressiert, ist aber von Kiev mit europäischer Duldung sabotiert worden.

Das Haupthindernis liegt in der Weigerung der europäischen Nationen, das aus USA-Hörigkeit geborene eigene diplomatische Versagen nach 2014 einzugestehen. Russland will eine europäische Friedensordnung, keinen eingefrorenen Konflikt. Stellt Europa sich aber dumm, kann Russland noch die Region Odessa einkassieren.

Das größte Problem bei uns ist aber das unglaublich irrationale Chaos, das bei den außenpolitischen Prinzipien unserer politischen Klasse herrscht.

Die Mehrheit dieser Klasse glaubt in vollem Ernst, dass unsere Außenpolitik sich nicht auf Frieden und Sicherheit für unser Land konzentrieren dürfe, sondern vorrangig den Zielen eines irrlichternden Feminismus und eines extrem partikulären "Lokal"-Nationalismus im Osten Europas dienen müsse.

Die Absurdität dieser Haltung wird noch stärker, wenn man sieht, wie dieselbe Klasse sich voll Pathos gegen ihre innenpolitische Opposition wehrt, wenn diese patriotische Prinzipien wieder zur Geltung bringen will. Wer in der Opposition im Interesse des eigenen Landes außenpolitisch für eine Friedenspolitik eintritt, wird von dieser herrschenden Klasse als "Nazi" diffamiert.

Urban Will | Do., 6. August 2026 - 11:29

irgendwann wieder mit Europa interagiert. Wohl erst, wenn dort wieder Politiker und keine Kindsköpfe wie Merz und Konsorten regieren.
Dass derzeit die hier erwähnten Gespräche laufen, hat mich sehr gefreut (und überrascht).
Und dass der Autor ohne Schaum vor dem Mund über die Rolle der AfD redet, ebenso.
Eine Kanzlerin Weidel wird täglich wahrscheinlicher und unter ihr würden sich die Verhältnisse mit Russland schnell ändern und mM nach auch bessern. Der Krieg könnte schneller enden als viele glauben.
Der AfD „Russländnähe“ zu unterstellen, bloß weil sie den altparteilichen Singsang nicht mitsingen, ist kindisch.
Kriege schaffen Fakten, Grenzen sind Fakten. Zu glauben, die Ukraine würde ihre alten Grenzen zurück erobern, ist Träumerei, auch wenn Dank westlicher Hilfe viele Schläge in R gelingen (was die wiederum brutalst erwidern, siehe gestern, Angriff auf Kiev, 17 Tote).
Und Kriege werden mit Realpolitik beendet, nicht mit stupidem Gebrüll.

Karl-Heinz Weiß | Do., 6. August 2026 - 11:45

Das sind interessante Gedankengänge. Man sollte aber das Geschichtsverständnis Putins ernst nehmen: der Ukraine kommt keine staatliche Souveränität zu, Kiew ist die Wiege Russlands. Damit liegt er auf gleicher Wellenlänge wie Xi bezüglich Taiwan. Gesprächskanäle offenhalten ist immer gut, aber (wie der Iran-Konflikt beweist) gibt es unterschiedliche Verhandlungsstrategien.

Walter Bühler | Do., 6. August 2026 - 12:14

Antwort auf von Karl-Heinz Weiß

... militärische Fähigkeiten, einem Verhandlungs-"Partner" einen realen Schrecken einzujagen als wir Deutsche oder auch wir zerstrittenen Europäer.

Es wird aus Mangel an Technik und Personal noch sehr lange dauern, bis auch wir einmal Einzelpersonen im sicheren Hinterland ermorden können (oder dürfen).

Ich vermute mal, dass das Offenhalten von Gesprächskanälen unser wichtigstes außenpolitisches Instrument bleiben wird.

Dorothee Sehrt-Irrek | Do., 6. August 2026 - 12:29

Antwort auf von Karl-Heinz Weiß

Nur weil die Kuomintang Taiwan auch als Nationalchina bezeichnen, generierte sich China nicht von Taiwan her, sondern von der Mongolei?
National mag Taiwan sein durch die nationale Haltung der Kuomintang, aber in China gab es immer einen starken Kaiser, der alles zusammenhielt.
Die Kuomintang sind evtl. eher Militär und Bürgerliche?
Xi Yinping ist für mich klar "kaiserlich", wie auch Putin.
Russlands Wiege dürfte Moskau sein; Belarus, Ukraine und die anderen "Satellitenstaaten" drumherum.
Deshalb sind die Polen, Tschechen, Slowaken oder auch Deutschland auch Germanen oder von mir aus auch Prussen.
Ich gebe zwar viel auf die Prussen, aber von mir aus können das ALLE sein, wenn sie unbedingt wollen, nur nicht alle IN Prussen.
Entweder sind das Märchen oder haltbare Analysen...

hat "Einigungen" allerdings ganz anders erzielt. Aber beim Thema Iran scheint das nicht zu funktionieren. Hoffen wir, dass sich sein Schicksal nicht an den Iden des März erfüllt!

Jens Böhme | Do., 6. August 2026 - 12:26

Der längste Krieg dauerte weit über 700 Jahre um die Rückeroberung der Iberischen Halbinsel durch Europäer von den Muslimen.

Armin Latell | Do., 6. August 2026 - 13:10

Kanäle wirklich gibt und diese auch Einfluss haben. Warum wird das nicht publik gemacht? Und ganz besonders: warum prangert der ukrainische Alleinherrscher das dann nicht öffentlichkeitswirksam an? Ganz sicher wäre er damit nicht einverstanden. Dass Deutschland als Kriegspartei irgendwelche Bedingungen wird stellen können, wage ich zu bezweifeln. Wegen der Freigabe widerrechtlich beschlagnahmter russ. Vermögenswerte? Ein Land, abgewirtschaftet, gesellschaftlich zerstört, das sich auf Gedeih und Verderb fremden Mächten ausgeliefert hat, das nur noch als Zahlmeister fungiert, dysfunktional bis ins Kleinste, das nichts mehr von Interesse für die Russen hat? Ich fürchte eher ein anderes Szenario: dass Schland irgendwann Konsequnzen dafür wird tragen müssen, dass es für und mit der Ukr Waffen gegen Russland nicht nur bezahlt, sondern auch noch produziert. Medwedjew hat die Ziele ja schon öffentlich benannt. Meine Meinung: Schland wird wie bisher nichts zu melden haben-nicht unter Merz!

Hans Süßenguth-Großmann | Do., 6. August 2026 - 14:23

geht von einen Sieg der UA aus, zu mindestens erzählt sie nichts anderes. Ich habe aber wieder
den "Kriegserklärer der Theresianischen....." gehört, der aktuell Stufe 11 -12 der, bis 21 gehenden Beschreibung der Eskalationsstufen der Russen, sieht. Bei 13 fängt es an nuklear zu werden.
Also ich sehe den Sieg der UA nicht und befürchte bei einer Kapitulation der UA den Zusammenbruch der staatlichen Ordnung dort.
Insbesondere sehe ich die Demobilisierung als problematisch an.
Ich glaube die EU wird die Russenmilliarden dringend dazu brauchen um die UA einigermaßen zu stabilisieren. Und sie wird dringend Gas aus Russland kaufen müssen, wenn sie wieder einigermaßen konkurrenzfähig bleiben möchte.

Was Sie sagen, ist schlüssig und wird auch so eintreten. Selensky wird eines Tages "verschwunden" sein und mit ihm Milliarden Fördergelder aus den USA und der EU. Die USA und Polen werden sich die Ukraine aufteilen. Viel bleibt nicht von diesem Land. Selensky wird eine Fußnote sein, nicht mehr, wiewohl er viel zu lange als "das Gesicht der Ukraine" wahrgenommen wurde. Unverdientermaßen, wie man ehrlicherweise zugeben muss. Er hat "seinem Land" ungeheuer geschadet. Eine ganze Generation junger Männer geht auf sein Konto, denn er hätte, wenn er wirkliche Verantwortung für seine Landsleute trüge, diesen Scheiß-Krieg längst beenden können. Aber es trifft auf ihn der Spruch von Kaiser Wilhelm II. zu: "Der Krieg bekommt mir wie eine Badekur!" Selensky hat, wie niemand sonst, an diesem Krieg verdient. Und das wollte er, solange es irgend geht, ausdehnen... QED

Ernst-Günther Konrad | Do., 6. August 2026 - 14:38

Ich kann Ihrer Sichtweise einiges abgewinnen. Nur in einem sollten wir uns klar sein. Mit diesen Kriegstreibern, die derzeit das Sagen haben wird das nichts werden. Und überhaupt. Warum sollte man mit Deutschland verhandeln wollen. Überall wird doch erzählt, dass Putin uns bald angreift und neben der AFD ist er doch der Dauerschuldige, was immer in diesem Failed State passiert. Sie reden vom Ende des Ukrainekrieges und dann müsste Putin sich ja Europa also auch uns kriegerisch zuwenden, wenn man den Kriegsbefürwortern Glauben schenken mag. Und täuschen Sie sich mal nicht. Sollte Vance oder ein anderer strammer Republikaner Trump folgen, werden die USA sehr wohl beim Thema Russland mitmischen. Die wollen nämlich nicht, das wir uns den Russen wieder annähern. Nur haben das unser Außenkanzler und seine Nullnummern um ihn herum noch nicht gemerkt.

Klaus Funke | Do., 6. August 2026 - 16:20

"Es ist die EU, die eine Grenze zu Russland hat; es sind die EU-Sanktionen, die der russischen Wirtschaft am meisten geschadet haben" - hier fehlt die Anmerkung, dass die Sanktionen vor allem uns in Deutschland am meisten geschadet haben. Zitat: "Berlin blieb nichts anderes übrig, als nach Personen aus Putins Umfeld zu suchen, die noch immer sein Ohr hatten, aber als rationaler galten als der russische Präsident selbst." Das ist doch Pfeifen im Walde. Gibt es denn tatsächlich belastbare Kontakte, die bis an Putins Ohr reichen? Zitat: "Putin hat signalisiert, dass er in territorialen Fragen keine Kompromisse eingehen will und weiterhin entschlossen ist, den Krieg fortzusetzen – zumindest so lange, bis die Donbass-Region eingenommen ist." Und genau das wird passsieren. Man höre us-amerikanische Spezialisten wie McGregor und Scott Ritter, wobei letzterer nicht als unbedingt objektiv eingeschätzt werden muss. Egal, Putin resp. Russland wird i.d. Konflikt siegen. Alles andere ist Phantasie.