Roderich Kiesewetter (r) und Alexander Gauland (l)
Roderich Kiesewetter (r) und Alexander Gauland (l) / Fotos: Antje Berghäuser

Ukrainekrieg - „Taurus nicht zu liefern, ist ein verhängnisvoller Fehler“

Seit mehr als vier Jahren wütet Russlands Krieg gegen die Ukraine. Während über Wege zum Frieden gerungen wird, stellt sich die Frage: Was kommt danach? Ein Streitgespräch zwischen Alexander Gauland (AfD) und Roderich Kiesewetter (CDU) über den Ukrainekrieg und den Umgang mit Russland.

Alexander Marguier

Autoreninfo

Alexander Marguier ist Chefredakteur von Cicero.

So erreichen Sie Alexander Marguier:

Eine ganz apodiktische Frage vorab: Gehört Russland zu Europa – und zwar weniger in geografischem Sinne, sondern ideell, als Kulturraum? Herr Gauland, wie sehen Sie das?

Cicero Plus

Ohne Abo Lesen

Mit tiun erhalten Sie uneingeschränkten Zugriff auf alle Cicero Plus Inhalte. Dabei zahlen Sie nur so lange Sie lesen – ganz ohne Abo.

Bei älteren Beiträgen wie diesem wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen. Wir bedanken uns für Ihr Verständnis.

Armin Latell | Sa., 21. März 2026 - 18:10

Roderich Kiesewetter? Davon abgesehen, hat Gauland bei mir zu 80% (mindestens) gepunktet. Dieser Kiesewetter sollte doch gleich in der Ukraine anheuern. Da kann er dann diesen Krieg zu seinem machen. Meiner ist es definitiv nicht, Deutschland hat wahrlich genug eigene, selbstgemachte Probleme, dank drittklassiger Leute wie dieser Kiesewetter. Immerhin: schön, dass ein AfDler mal zu Wort kommen durfte.

Stefan | So., 22. März 2026 - 00:25

Antwort auf von Armin Latell

Das ist ein Dauergast bei Markus Lanz und Expertise für Kriegsangelegenheiten der Republik.
Viele Kritiker (insbesondere aus linken, pazifistischen oder russlandnahen Kreisen) werfen ihm vor, er würde durch seine Forderungen nach massiver militärischer Unterstützung der Ukraine (Taurus, mehr Waffen, härtere Sanktionen) Deutschland in einen Krieg mit Russland hineinziehen. Begriffe wie „Kriegstreiber“ oder Vergleiche mit NS-Mentalität tauchen in Kommentaren und Gerichtsverfahren auf.
Es gab mehrere Gerichtsprozesse (z. B. Landgericht Ellwangen Januar 2026), weil er gegen beleidigende X-Posts vorging („Du hättest im 3. Reich Karriere gemacht“, „Kriegstreiber“, „Volksverhetzung“ usw.).
Er selbst berichtet regelmäßig von täglichen Bedrohungen und Beleidigungen.
Warum das wohl so ist, ist mir unerklärlich 😄

Vielleicht sollte man daraus entnehmen, dass die "Leute" - und es sind durchaus nicht nur Linke und sog. Russlandfreunde - die Schnauze voll haben von solcher Art Kriegsgebrüll. Kiesewetter entstammt wohl dem Milieu - heißt, er war aktiver Offizier. Aber gerade deshalb sollte er ein anderes Verständnis von Krieg, Gewalt und all dem Zeug haben. Aber man kennt das. Ehemalige Weltkriegsoffiziere sind oft nachträglich vom Krieg begeistert gewesen und stellten Schlachten nach, die sie dann gewannen. Also. Tiefer hängen. Jedem Tierchen sein Pläsierchen, sagt der Volksmund.

Peter William | So., 22. März 2026 - 12:22

Antwort auf von Armin Latell

Da fällt mir wieder Edge of Tomorrow ein. Steckt den Roderich Kiesewetter in eine Mannschaftsuniform und ab an die Front. Wenn er so scharf auf Krieg ist soll er erstmal in einem kämpfen damit er weiß wovon er redet!

Hans Jürgen Wienroth | Sa., 21. März 2026 - 18:29

Herr Kiesewetter möge sich doch bitte den Umgang der EU mit England ins Gedächtnis rufen, als diese ihren Austritt verkündeten.

War das nicht auch eine Art von (Wirtschafts-) Krieg? Wollte die (heilige?) EU da nicht auch den Austrittskandidaten niederringen?

Stefan | So., 22. März 2026 - 10:22

Antwort auf von Hans Jürgen Wienroth

Es ist nämlich völlig legitim, daß ein Staat die EU auch verlassen kann.
Es ist lediglich für sehr dumme Menschen eine unauflösbare Schicksalsgemeinschaft.

IngoFrank | Sa., 21. März 2026 - 19:58

nicht zufriedenstellend geklärt und unterschiedlich interpretiert.
Für mich, die NATO Osterweiterung nach dem Zusammenbruch des Ostblocks als Grenze der ehemaligen Oder Neiße Linie oder als „selbstständiger“ Beschluss der ehemaligen Ostblockländer von der Ostsee bis zum schwarzen Meer. Wobei der Begriff „freiwillig“ mehr als nur Interpretationen zulässt.
Egal wie, ob aus westlicher Überheblichkeit oder als die Macht des Geldes ursächlich für den NATO Beitritt dieser Länder war, auf alle Fälle wurden russische Sicherheitsbedürfnisse missachtet und führten zu Ankktion der Krim die historisch russisch war, und später zur kriegerischen Auseinandersetzung der Ostukraine die in der Mehrheit durch Russen bewohnt wird.
Egal wie,, sollte sich D die Unterstützung der Ukraine beenden und sollte sich mehr innenpolitischen Themen zuwenden. Bei dem Irak Krieg geht’s ja auch ……
Mit freundlichen Gruß a d Erfurter Republik

Ingbert Jüdt | Sa., 21. März 2026 - 20:08

... seinen Unsinn kann man in einem 1000-Zeichen-Kommentar unmöglich aufarbeiten. Die interessante Person ist Gauland als Vertreter einer verfemten, aber in der Wählergunst aufsteigenden Partei. Auch Gauland singt das falsche Lied vom russischen Imperialismus, aber er hat ein realistischeres Bild von einer möglichen Rolle Europas, er identifiziert europäische Sicherheitsinteressen nicht blind mit denen der USA, er erklärt Diplomatie nicht von vornherein für unsinnig, und er verweigert sich einer militärischen Eskalation.

Fragt sich, ob er dieses relative Maß an Besonnenheit einer Weidel-AfD injizieren kann, oder ob die Partei umso wahrscheinlicher im transatlantischen Gleichschritt marschiert, je näher sie einer Machtbeteiligung kommt.

Christa Wallau | Sa., 21. März 2026 - 22:37

Jedenfalls wäre er niemals zu dem unsrigen geworden, wenn wir uns - wie einst Schröder beim Irak-Krieg - in unserem eigenen Interesse aus diesem Krieg herausgehalten hätten.
Das russische Öl wäre weiter zuverlässig geflossen und unsere Wirtschaft stünde noch gut da; denn statt mit China hätten wir einen lebhaften Handel mit Russland aufbauen können.
Aber was kümmert unsere Politiker schon das Schicksal der Deutschen? Denen liegen halt die Ukrainer m e h r am Herzen - und natürlich die Armen und Bedrängten auf der Welt!
Unsere „Volksvertreter“ kämpfen mutig gegen eigene Bürger, die nicht islamfreundlich genug, nicht woke genug und nicht links-grün genug sind.
Sie treiben das eigene Land in die Hochverschuldung, um mit
Riesensummen die Ukraine u. sogar noch deren Deserteure zu unterstützen sowie Millionen von beliebigen weiteren Fremden, die sich als Asylanten ausgeben.
Trump: USA First!
Selenskij : Ukraine First!
XiJingPing: China First!

Merz: Deutschland stellt sich hinten an…

Inana | Sa., 21. März 2026 - 23:25

Das wirkliche Problem hier wird eigentlich nicht wirklich thematisiert. V.a. von Kiesewetter nicht. Deutsche Politiker sollen eigentlich nicht abstrakt durchsetzen, was die Ukraine will, sondern "Schaden vom deutschen Volk abwenden". Man hat oft den Eindruck, das fällt inzwischen völlig untern Tisch. Auch diese Idee, Sicherheit nur noch "europäisch" zu denken, müsste irgendwann mal diskutiert werden. Todernste Themen wie militärische Einsätze können nicht einfach ohne Debatte auf EU-Ebene verlagert werden und schon gar nicht im Endeffekt in Kiew entschieden werden.
Es ist leider wirklich so, dass AfD und teilweise noch die Linkspartei, die einzigen Parteien sind, die das überhaupt zu reflektieren scheinen. Bei allen anderen hat man den Eindruck, es geht v.a. darum, in anderen Staaten anzukommen.

hanno Woitek | So., 22. März 2026 - 11:00

man spürt förmlich das Leuchten in Ihren Augen, wenn Sie endlich mitschiessen könnten.

Walter Wissenbach | Mo., 23. März 2026 - 09:21

Das ist so ziemlich die gedankenloseste Losung, die man derzeit zu lesen und zu hören bekommt.
Wenn alle Staaten der Welt, die nicht unmittelbar vertraglich mit den von Hitlerdeutschland überfallenen Ländern verbündet waren, dasselbe erklärt hätten, sähe die Welt heute demnach besser aus? Das war damals etwas gaaanz anderes?

Damals hat man Krieg geführt, um sich gegen Hitler zur Wehr zu setzen.

Heute erklärt man seine Gegner zu Hitler, um Krieg führen zu können.