Fahnenmast in Kramatorsk
Ein 80 Meter hoher Fahnenmast im Zentrum von Kramatorsk / Bild: Moritz Gathmann

Konfrontation zwischen Ukraine und Russland - Kriegsangst im Donbass

Im ukrainisch kontrollierten Teil des Donbass fürchten die Menschen seit Putins Anerkennung der „Volksrepubliken“ Donezk und Luhansk nichts so sehr wie eine Rückkehr des Krieges. Ein Stimmungsbild aus der Stadt Kramatorsk.

Autoreninfo

Moritz Gathmann ist Chefreporter bei Cicero. Er studierte Russistik und Geschichte in Berlin und war viele Jahre Korrespondent in Russland.

So erreichen Sie Moritz Gathmann:

In Kramatorsk, 50 Kilometer von der Frontlinie entfernt, ist es sonnig und frühlingshaft warm an diesem Mittwoch. Eine überdimensionale ukrainische Flagge weht auf einem 80 Meter hohen Fahnenmast im Zentrum der Stadt. „Wir haben Angst. Und wir beten jeden Tag zu Gott, dass es keinen Krieg geben wird“, sagt Alla, Verkäuferin in einem Pelmeni-Geschäft in der Nähe des Fahnenmastes. „Wir erinnern uns alle noch zu gut daran, wie es 2014 war.“

Es ist Tag drei, nachdem Wladimir Putin mit seiner Anerkennung der „Volksrepubliken“ in der Ostukraine per Handstreich die Figuren vom Schachbrett der Diplomatie gefegt und Fakten geschaffen hat, auf die der Westen seitdem nach Antworten sucht.

Cicero Plus weiterlesen

  • i
    Alle Artikel und das E-Paper lesen
    • 4 Wochen gratis
    • danach 9,80 €
    • E-Paper, App
    • alle Plus-Inhalte
    • mtl. kündbar
Tomas Poth | Mi, 23. Februar 2022 - 18:33

Das ist doch die Normalität!
Warum sollen sie für die Interessen eines Ukrainischen Oligarchen oder eines russischen Oligarchen ihr Leben geben?!
Warum wird in den Oblasten wo die Russen die Mehrheit bilden, die russische Sprache als Nebensprache herabgestuft?
Warum soll Russland seinen Leuten nicht zur Hilfe kommen dürfen?
Warum soll die US-Nato Waffen liefern, um die Russen der Ukraine zu bekämpfen und zu töten?
Die Ukraine muß ihre Probleme mit allen Bevölkerungsteilen einvernehmlich selbst lösen. Sonst gibt es gar keine Lösung oder Fortsetzung des Bürgerkriegs.
Selenskji ist nur eine Marionette der ukrainischen Oligarchen und der US-Nato.

Werner Zillig | Mi, 23. Februar 2022 - 22:01

... und kupfere irgendwo ab:

"Liest hier eigentlich niemand quer, auch mal die Gegenseite? Die vielen Russen, die Putin für die Verkörperung der politischen Rationalität schlechthin halten? Alle befangen in ihrer Blase, die Putin-Verehrer und die Putin-Verteufler. Es mag ja sein, dass Putin der neue Zar ist. Was aber, wenn die Russen sich einen neuen Zaren wünschen?

Summa: Der Hinriss liegt exakt da, wo niemand mehr auch nur versucht, die anderen Sichtweisen zu verstehen."

Bernhard Homa | Do, 24. Februar 2022 - 00:13

Leider mittlerweile viel zu selten: mal mit denjenigen sprechen, die vor Ort am meisten betroffen sind. Und schon zeigt sich: es ist nicht nur schwarz-weiß und alles sehr kompliziert.
Respekt an Herrn Gathmann, sich da jetzt hinzutrauen - wer weiß schon, was im Donbass oder sonst wo in Osteuropa als nächstes passiert ...

Ernst-Günther Konrad | Do, 24. Februar 2022 - 08:32

Und ich mag mit diesen Fragen ergänzen, werter Herr Poth. Wohin werden die nicht nur allein durch kriegerische Handlungen, sondern auch durch die aussichtlose wirtschaftliche Lage in ihrer Existenz bedrohten Ostukrainer hin fliehen? Eine Frau mit Kindern nach Belgien und wohin die meisten anderen Ukrainer? Ins Kernland des Problems? Wir beiden dürften wissen, wie die Hilfe des Westens und das heißt natürlich vor allem Deutschland aussehen wird, oder? Ich vermute mal, wir brauchen weiteren Wohnraum, viel Geld und Sprachkurse demnächst.

Angsichts der realen & schwerwiegenden Folgen v. Putins völkerrechtswidriger Invasion in d. Ukraine für Mio Menschen finde ich Ihre 'launig'-unsachlichen 'Verbrüderungsnoten'(*) und die unablässige Wiederholung offensichtlich falscher Behauptungen aus Putins Propaganda-Repertoire absolut unangebracht & widerwärtig: Ihr (*:"Wir beiden dürften wissen...")-Geraune & Ihre Andeutung, ausgerechnet dieses Land polemisch als "Kernland des Problems" zu (fehl-)etikettieren, ist ähnlich absurd+unsachlich, wie die meisten Posts, die wir auf diesem Portal von Ihnen zur aktuellen Krise zugemutet bekommen. Bitte belassen Sie derlei faktenferne Einschätzungen zukünftig in Ihrer Blase, tauschen Sie sich doch bitte auf telegram o. einem anderen Medium untereinander aus.
Niemand, der seinen eigenen Kopf noch auf dem Hals trägt, möchte zum x-ten Mal Ihre & Putins irre These v.d. "Marionetten-Regierung" in Kiew zugemutet bekommen. Lassen Sie's einfach bleiben! Bitte! Die Lage ist zu ernst für sowas.