- „Es werden viele illusorische Debatten geführt“
Nach dem Ukraine-Gipfel gehen die Debatten über die Zukunft des Krieges weiter. Oberst a.D. Ralph Thiele warnt: Eigene europäische Strategien fehlen, Friedenstruppen bleiben illusorisch – eine Eskalation des Krieges ist realistischer als ein baldiger Frieden.
Oberst a.D. Ralph Thiele ist Vorsitzender der Politisch-Militärischen Gesellschaft in Berlin. Er diente unter anderem im Planungsstab des Verteidigungsministers, im Private Office des Nato-Oberbefehlshabers sowie als Direktor an der Führungsakademie der Bundeswehr. Thiele ist Herausgeber des Buches „Hybrid Warfare“ (2021).
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Ein interessantes Interview! Aber z. B. den Punkt, dass Selenskyj und die Ukraine überhaupt Achtung verdienen, halte ich für unangemessen. Selenskyj hatte im April 2022 in Istanbul die faire Chance den Krieg zu beenden und hat sich von einem Russlandfeind Johnson überfahren lassen. Seit der Zeit hat Putin noch einige Angebote, die natürlich auch die berechtigten Interessen Russlands (Ende der NATO-Osterweiterung, Entwaffnung der NAZI-Truppe ASOW-Bataillon, kein Beitritt der Ukraine in die EU, entmilitarisierte Zone Ost-Ukraine) berücksichtigen sollten, gemacht. Das wird bei uns nur unter den Teppich gekehrt! Vergessen wird auch Putins Rede 2001 vor dem Deutschen Bundestag - und das bis heute. Und last but not at least: Russland hat die Ukraine nicht überraschend "überfallen"! Putin hat im Dezember 2021 vor dem eigentlichen Einmarsch im Februar 22 Biden vorgewarnt, dass er bei Nichtbeendigung der Unterdrückung der Bevölkerung der Ostoblaste eingreifen würde. Was war da der Überfall?
... sehe ich bei Herrn Thiele viel realistische Sachkenntnis, die ich wichtig finde. Die erwarte ich von allen deutschen Militärexperten, entdecke sie aber leider nur sehr selten.
In der Ukraine fährt die Eisenbahn pünktlich und bequem, trotz des Krieges, was ich sehr bewundere, mehr als die kämpfenden Söldner und Milizen.
In Deutschland fahren die Eisenbahnen, wann sie können und manchmal gar nicht.
So ein Staat will Krieg führen?
Die bei uns immer noch herrschende Schlaraffend-Mentalität bei weiter sinkender Leistungs- und Verteidigungsbereitschaft hat immer noch nicht begriffen, dass ein Krieg nicht auf Fahrrädern, sondern mit Verbrennermotoren kommt. 30km-Zonen und Diesel-Fahrverbotszonen schrecken ihn nicht ab. Er wird sich weder an die 4-5-Tagewoche halten noch in der Urlaubszeit eine ruhige Pause machen.
Nein, ihr Helden in den Parteifunktionären und in den Medien, das heutige Deutschland wäre einem Krieg hilflos ausgeliefert. Maulheldentum schadet nur.
... im letzten Satz muss es heißen: "Ihr Helden in den Parteien..."
Nix für ungut.
möglichen westlichen Interessen..., so wie die Ukraine selbst auch. Westliche Dekadenz und Überheblichkeit spätestens seit der MSC 2007 - aber eigentlich auch schon vorher... - haben ursächlich zu genau der Situation geführt in der sich die Ukraine und Europa (EU) heute befinden... ... - zweifelsohne.
Dieser Sachverhalt - historisch seit 2007 bestens belegt... - sollte jeder Analyse vorangestellt werden.
Thiele: "In unserer Debatte fehlt jedoch vollständig die Perspektive Russlands." - So war es de facto seit 1990..., nocheinmal bewusst! seit 2006..., und so ist es bis heute - als ob wir uns das wirklich leisten könnten, Europa und auch Deutschland (siehe auch Artikel...).
Russland wird nicht 'einfach so irgendwie verschwinden', aus Europa..., wie Stack-Zimmermann u.a. sich das in ihrer naiven Unbedarftheit so vorstellen - eher im Gegenteil.
Trump hat die Diplomatie wieder salonfähig gemacht. Er hat Putin ins Boot geholt, egal was die Europäer sagen. Viele von uns hier im Forum schrieben schon lange. UA wird nicht gewinnen. UA wird Gebiete abtreten müssen. Ob man will oder nicht wird man mit Putin irgendwann reden müssen und dieser Zeitpunkt ist jetzt gekommen. Europa hat sich verzockt und wird die Rechnung dafür zahlen müssen. Aber Einfluss haben die keinen mehr. Das war vielleicht mal so. Und ob man will oder nicht. Die beiden Großmächte USA und Russland werden sich nicht in die Suppe spucken lassen von den Europäern. Die entscheiden ganz allein, was in UA weiter passiert und Trump wird Selenskij sagen, wo es lang geht. Der erste Schritt ist gemacht. Jetzt müssen Putin und Selenskij an einen Tisch. Und ja, ich teile die Auffassung, dass man sukzessive die Kriegshandlungen deeskaliert und langsam auslaufen läßt. Russland hat alle Zeit der Welt, für Selenskij wird es politisch eng und ihm gehen die Soldaten aus.
und guter Beitrag. Nur bei "müssen Diplomatie wieder ernst nehmen" musste ich lachen. Diplomatie mit der russophoben Kallas und der selenskyihörigen Ursula v. d. Leyen kann ich mir nicht vorstellen. Und auch unsere "Russland darf nicht gewinnen" Schwurbler sind meilenweit weg von Diplomatie die merken noch nicht mal in ihrem Wahn wie Selenskyi sie ganz nach belieben am Nasenring durch die Arena zieht. Auch diese vielgelobte Einigkeit ist eine Fata Morgana wie man ganz kurz an der Reaktion von Salvini auf Frankreichs Vorstellungen erkennen konnte. Übrigens finde ich es ist besser uneins zu sein als geschlossen in die Irre zu gehen. So gesehen bewahrt uns diese Uneiheit evtl. vor einem noch größeren Desaster.
Ergänzung zu "ein interessantes Interview": Zbigniew Brzeziński hat in seinem Buch "Amerika, die einzige Weltmacht" u. a. ausgeführt, das alles getan werden muss eine Kooperation Russlands (u. a. Bodenschätze) und Deutschland (Industrie, Entwicklungspower, Marktpräsenz) verhindert werden muss, da dies das "Hegemoniestreben" der USA massiv behindern würde! Die USA und ab 2012 Obama/Biden haben mit Kriegen in Afghanistan, im Irak, Pakistan, Jemen, Somalia, den Philippinen, Libyen und Syrien etwa 5 Millionen Tote und endlos viele Flüchtlinge zu verantworten. Dafür gab es den Friedensnobelpreis! Russland hat außer gegenüber ehemalige Sowjetstaaten keine militärischen Interventionen durchgeführt! Nur im zweiten Weltkrieg hat sich die Sowjetunion gegen NAZI-Deutschland ich denke zu Recht gewehrt. Wadepohl behauptet: „Russland wird für immer ein Feind für uns bleiben“! Wie kommt er dazu? Darüber sollte man nachdenken. Hier läuft sehr vieles gegen Russland und für die Ukraine total schief!
macht die Schwäche Europas für alle sichtbar. Dafür sollte man ihm danken und sich an die eigene Nase fassen. Seltsam ist, dass die Europäer ganz genau wissen, was die Anderen alles falsch machen, aber nicht die poltische Stärke entwickeln, um es besser zu können.
Sie wollen es einfach nicht.
Es ist für sie eben einfacher das Vorgekaute zu schlucken, als selbst adäquat in der Welt tätig zu werden.
Das zeigt sich schon beim Versuch eine europäische Armee auf die Beine zu stellen und hört damit auf die Ukraine bis zum Nimmerleinstag unterstützen zu wollen.
Der Traum ist aus. Keine NATO Mitgliedschaft für die Ukraine, das ist ein Fakt und mit der EU Mitgliedschaft gräbt man erneut ein Groschengrab. Dann besser Albanien aufnehmen ... da ist wenigstens noch etwas Substanz vorhanden.
Deutschland zahlt in jedem Fall für so ziemlich alles und setzt dafür sogar noch das politische Regelwerk hierzulande außer Kraft.
Bürger, lasst alle Hoffnung fahren oder wählt hier die Aspiranten endlich einmal wirklich ab.
Noch eine Ergänzung zu "ein interessantes Interview": Selenskyj ist nur ein armer dummer Tor, der sich, wenn auch gut bezahlt und noch hochgeehrt, vor den Karren "grauer mieser kriegstreibender Eminenzen" spannen lässt. Wenn der Tor sein ihm aufgetragenes Werk getan hat, kann er gehen. Ihm ist zu wünschen, dass er dann immer noch "gute Freunde" wie den Lügenbaron Merz, Macron, die ihn busselnde v. d. Leyen, Keir Starmer etc. hat. Ich denke, die lassen ihn fallen wie die bekannte heiße Kartoffel. Die Motivation dieser Gestalten ist nur ihre eigene Macht, ihre Gier im Verbund mit der Waffenlobby. Auch das sollte Herr Thiele oder auch ein anderer Interviewer nicht aus dem Blick verlieren und einmal thematisieren.
Selenskis Tage sind gezählt, so oder so. Das weiß er und das weiß man auch in Washington. Und natürlich in Moskau. Schade, dass die Ukrainer nicht selber aktiv werden und sich einen Führer wählen, der zu ihnen passt und der ein wirkliches Herz für seine Landsleute hat. Selenski und sein engster Zirkel - das sind die klassischen Kriegsgewinnler. Vor dem Krieg mehr oder weniger unbekannte Typen, nachher Milliardäre geworden. Auf wessen Kosten? Auf Kosten der US-Amerikaner und der eigenen Landsleute. Freilich Putin ist auch kein Engel. Aber er hält Kurs und seine Landsleute halten zu ihm. Und das freiwillig. Die Propaganda des Westens fruchtet in Russland nicht. Während die Ukrainer mehrheitlich vom Westen verarscht wurden. Warum merkt das keiner? Egal. Der Krieg endet mit dem K.O. der Ukraine. Der Westen hat alles getan, dass es so wird. Nur gesteht es sich keiner ein. Ich denke, im Spätherbst ist Schluss. "Friedenstruppen" wird es nicht geben. Russland bleibt Sieger. Der Westen bankrott
Die Raketen auf Russland bewirken Raketen auf die Ukraine. Jetzt sind wegen der Pipeline Ungarn und die Slowakei verärgert und die überlegen sich wie sie Selensky verärgern können.
Die wahrscheinlichste Lösung wird sein, dass die Russen den restlichen Donbass einnehmen, "whatever it takes" und dann abwarten.
Das Frau Kallas als oberste Diplomatin Europas bezeichnet wird, bezeichnet deutlich das ganze Elend Europas.
"In unserer Debatte fehlt jedoch vollständig die Perspektive Russlands. Für uns bedeutet eine „Friedenstruppe“ nur, eine Verstärkungstruppe der Ukraine zu sein, die aufpasst, dass die Russen nichts Falsches machen. Frieden heißt auch, russische Sicherheitsinteressen zu berücksichtigen – davon höre ich hierzulande nichts. Deshalb lässt Ikenberrys Schlussfolgerung vermuten, dass wir mit den derzeitigen Ansätzen keine Chance auf eine dauerhafte Friedenslösung haben."
