Türkei diskriminiert Homosexuelle - Akzeptieren Sie, dass Gott alle seine Geschöpfe liebt!

Ausgerechnet im Ramadan hetzt der Chef der obersten Religionsbehörde in der Türkei gegen Homosexuelle. Der neue Kurs wirkt sich auch auf die von ihm finanzierten Moscheen in Deutschland aus, schreibt Seyran Ateş. Sie fordert die deutsche Politik auf, den Einzug des politischen Islam zu stoppen.

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Sind vor Allah nicht alle gleich? / dpa

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Seyran Ateş arbeitet als Anwältin und Publizistin. Sie ist Gründerin der liberalen Ibn Rushd-Goethe Moschee in Berlin.

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Seyran Ates, Mitbegründerin und Ideengeberin der liberalen Moschee

Es ist schon mehr als befremdlich, wenn ein sogenannter religiöser und geistlicher Führer im heiligen Monat Ramadan, dem Monat der schönen Dinge und Versöhnung, seine Freitagspredigt dazu nutzt, um gegen Homosexualität zu hetzen. So geschehen kürzlich in der Türkei. Der Islam ist extrem plural, Muslime interpretieren und praktizieren ihre Religion von Marokko bis Indonesien und darüber hinaus sehr vielfältig. Aber es gibt den einen oder anderen Kodex, den alle kennen und einhalten sollten.

Im heiligen Monat Ramadan sollten die Menschen sich noch mehr als im Rest des Jahres anstrengen, Gutes zu tun. Dazu gehört, andere Menschen, vor allem Kinder und Kranke, nicht zum Fasten zu zwingen, Streithähne zu versöhnen, nicht zu fluchen, nicht über andere schlecht zu reden, verzeihen, Verzicht üben und vieles mehr. Das klingt nach Bergpredigt. In der Tat, es gibt viele Parallelen in unseren Religionen.

„Der Islam verflucht Homosexualität“

Man sollte meinen, dass der Mann an der Spitze der türkischen Religionsbehörde das auch weiß. Offensichtlich ist ihm dieser Teil seiner Religion aber gerade entfallen. Denn der Fahnenträger des Herrn Erdogan, Ali Erbas, Chef der Diyanet, der obersten staatlichen Religionsbehörde der Türkei, der Menschen in Sachen Islam ein gutes Vorbild sollte, sät Unfrieden und hetzt gegen Lesben und Schwule.

Der Islam verfluche Homosxualität,verkündete er. Sie verursache Krankheiten wie Aids und sei eine Degenerationserscheinung. „Lasst uns zusammen handeln, um die Menschen vor diesem Bösen zu schützen.“ Was für ein geistlicher Führer ist dieser Mann, der Hass auf Menschen sät und somit deren Leib und Leben gefährdet? Die Antwort kann nur lauten, er ist ein Handlanger Erdogans und des politischen Islam, der zum Staatsislam geworden ist.

Keinen schwulen Nachbarn

Im Jahre 2009 sagten 87 Prozent der Befragten bei einer Umfrage der Istanbuler Bahcesehir-Universität, dass sie keinen Schwulen als Nachbarn haben wollen. Leider hat sich bis heute nicht viel daran geändert. Um es deutlich zu machen: Der Diktator und sein Handlanger sprechen bewusst und gezielt das Thema an, um der LGBTQI-Community in der Türkei das Leben noch schwerer zu machen als es ohnehin schon ist.

Als Atatürk, der Gründungsvater der Türkischen Republik, diese Behörde einrichten ließ, hatte er die Idee, den politischen Islam nicht nur zu verhindern, sondern zu vernichten. Die Trennung von Politik, dem Staat und der Religion war eines seiner wichtigsten Ziele und zudem Grundvoraussetzung der Demokratie. Nun nutzt Erdogan das Konzept von Atatürk, um den politischen Islam zu installieren und die in der Türkei leider nie wirklich gefestigte Demokratie gänzlich zu vernichten. Was für eine tragische Geschichte. Die Türkei war das einzige islamisch-laizistische Land, in der modernes Leben in Demokratie und Vielfalt möglich schien. Atatürk hat leider Lücken in seinem System übersehen und Schlupflöcher hinterlassen. Erdogan ist dabei, diese zu schließen.

Homosexualität wird auch in anderen Religionen und Ideologien nicht akzeptiert

Nun werden viele sagen, dass es nichts Besonderes ist, was da in der Türkei passiert. Das kommt nicht nur bei den Muslimen vor, dass sich ein Diktator und oberster Geistlicher so äußern. Der Papst findet Homosexualität auch nicht besonders gut, die orthodoxen Juden lehnen sie ebenso ab, wie die Evangelikalen. Putin scheint nicht begeistert von schwulen Männern, in Polen werden LGBTQI*-freie Zonen errichtet. Die Liste wäre unendlich fortzuführen. Aber sollten wir die Äußerungen des Diktators und seines obersten Geistlichen deshalb akzeptieren?

Nein, das wäre verantwortungslos. Denn solche Sätze haben nicht nur in der Türkei negative Auswirkungen und Folgen für die LGBTQI*-Community. Nebenbei bemerkt sprechen solche Menschen immer nur von Homosexualität und von  „sexuellen Neigungen.“ Damit zeigen sie, dass sie weder sprachlich noch thematisch im 21. Jahrhundert angekommen sind. Es handelt sich um sexuelle Identitäten, nicht um Neigungen. Was sexuelle Neigungen wirklich sind und welche sexuellen Neigungen von orthodox-religiösen heterosexuellen Männer und Frauen bevorzugt werden, ist ein anderes Thema. Aber welche Auswirkungen haben solche Äußerungen in Deutschland? 

Auswirkungen für Deutschland

Die Diyanet aus der Türkei bestimmt die Politik und religiösen Inhalte der Ditib in Deutschland. Das sollte langsam sogar jeder Kommunalpolitiker und jede Kommunalpolitikerin wissen. Dennoch zum Mitschreiben: Alles, was der Mann aus Ankara sagt, gilt auch für die Moscheen der Ditib in Deutschland. Ausnahmslos! Denn die Ditib und Diyanet sind eine Einheit.

Nun stellt sich die Frage, wie man in Rheinland-Pfalz und anderswo unter dem Radar von Corona auf die Idee kommt, die Ditib hof- und salonfähig zu machen, eventuell Staatsverträge abzuschließen und ihnen den Religionsunterricht zu überlassen? Wohlwissend, dass jeder Imam in Deutschland, der von ihr bezahlt wird, seinem Dienstherrn verpflichtet ist. Sollte einer von ihnen keinen Arbeitsvertrag haben, ist er aufgrund von sonstigen Vereinbarungen an die Anweisungen und Politik des Dienstherrn aus Ankara gebunden. Wenn sich nun einzelne Ditib-Moscheen von Ankara tatsächlich finanziell loslösen sollten, reicht das selbstverständlich nicht aus. Solange diese Moscheegemeinden von der Ditib finanziert werden, bleiben sie Handlanger von Erdogan. Sie sind erst dann von Ankara unabhängig, wenn sie ihren Namen und ihre Satzungen ändern, also neue Vereine oder sonstige Rechtsformen gründen.

Was wird im islamischen Religionsunterricht in Deutschland gelehrt?

Folgende Frage drängt sich nach alledem auf: Wenn die Ditib/Diyanet über die Inhalte des islamischen Religionsunterrichts bestimmt, was wird da zum Thema LGBTQI*-Identitäten wohl gelehrt werden? Mancher islamische Funktionär in Deutschland benötigt darauf nicht einmal eine Antwort aus Ankara. Burhan Kesici beispielsweise, Leiter des Koordinationsrats der Muslime, der die vier größten Islamverbände in Deutschland vertritt, sagte in einem Interview dazu, dass Islam und Homosexualität nicht vereinbar seien.

Im selben Interview sagte er übrigens, dass Imame nicht unbedingt Deutsch sprechen müssten und die Kenntnis der Landessprache ohnehin keine Voraussetzung für Integration sei. Ein sehr interessanter Ansatz. Ich persönlich habe nur gute Erfahrungen mit Herrn Kesici. Er ist zu mir stets freundlich und offen. Nach der Eröffnung unserer Moschee waren wir beide im Sommer 2017 zu Gast bei Stern-TV. Dort sagte er, dass er kein Theologe sei und auf theologische Fragen keine Antworten geben möchte. Immerhin war er bereit, mit mir aufzutreten. Herr Kesici hat laut Wikipedia-Eintrag Politikwissenschaften studiert. In seiner Hausarbeit über die Beziehung zwischen Staat und Religion im Islam aus dem Jahre 1996 geht er davon aus, dass der Islam eine Einheit zwischen Staat und Religion vorsieht. Sie seien nicht voneinander zu trennen.

Wie deutsche Politik den politischen Islam fördert 

Am Ende seiner besagten Arbeit schreibt Herr Kesici: „Ich möchte meine Arbeit mit einer gewagten These abschließen: Ein Staat kann keine Religion haben! Es sind die Menschen, die den Staat ausmachen. Wenn die Menschen nach dem Islam leben, dann wird die Ordnung von selbst islamisch, denn die Gesetze werden von Menschen gemacht, die eine bestimmte Wertvorstellung haben. Wenn diese Wertvorstellung auf dem Islam basieren, so werden die Gesetze auch nach islamischen Werten gemacht.“

So sehr ich die freundliche und offene Art des Herrn Kesici schätze, so sehr regt mich „die deutsche Politik“ auf, die Burhan Kesici neben Aiman Mazyek (Zentralrat der Muslime) zum Hauptgesprächspartner und Entscheidungsträger für die Muslime in Deutschland bestimmt. Auf diese Art und Weise mischt sich ein großer Teil „der deutschen Politik“ in die Entwicklung des Islam in Europa indirekt ein und ebnet dem politischen Islam den Weg.

Mein Appell an alle Entscheidungsträger und Entscheidungsträgerinnen „der deutschen Politik“ und die konservativen und orthodoxen Herren und Damen, die meinen, die Deutungshoheit über „den Islam“ zu haben: Akzeptieren Sie, dass der Islam plural ist, Gott alle seine Geschöpfe liebt, egal welche sexuelle Identität die Menschen haben. Davon werden sie selbst weder schwul, lesbisch oder transsexuell noch plötzlich zu einem echten Demokraten. Wir leben in Deutschland, und hier entwickelt sich gerade vieles zum Guten für die LGBTQI*-Community. Auch für muslimische LGBTQI*Menschen. Friede sei mit Ihnen. Ich wünsche allen einen gesegneten und friedlichen Ramadan.

Manfred Sonntag | Mo, 11. Mai 2020 - 18:18

Im Rahmen der linksliberalen Identitätspolitik sollen "Minderheitenrechte gewahrt bleiben". Aber warum soll das auf islamische erzreaktionär geprägte Verbände zutreffen? Auf der einen Seite der Kampf gegen "Rechts", auf der anderen Seite werden Vertreter islamistisch-faschistoider Organisationen unter dem Deckmantel der Religion hofiert. Weshalb werden die lange erkämpften Frauenrechte von unseren "Eliten" dem Deckmäntelchen "Religion" geopfert? Sind Linke und Linksliberale ebenfalls erzreaktionär und nicht mehr LINKS? Es interessiert sie scheinbar nicht wie die Muslimas vom Blockwart und von den Familienmitgliedern in ihrem Ghetto gepeinigt werden. Hauptsache 0,001 % "Frauen kommen in Führungspositionen". Salman Rushdie hat in der Autobiografie "Josef Anton" seine Flucht (in Europa) vor den islamistischen Mördern im Rahmen der Todesfatwa beschrieben. Abdel-Samad muss heute noch um sein Leben bangen. Wissen die deutschen Politiker überhaupt was sie tun? NEIN! NEIN! Und nochmals NEIN!

Ich zitiere Sie: "Wissen die deutschen Politiker noch, was sie tun?" Sie haben mit "nein" geantwortet. Ich halte dagegen und antworte mit "ja", sie wissen es. Die Kanzlerin gibt die Linie vor. Und die Politiker halten ihre Direktiven ein, obwohl sie es tatsächlich besser wissen. Solche Dummköpfe sind die nicht. Unter den Ja-Sagern gibt es zwei Kategorien. Die einen sind die reinen Opportunisten, die sich sagen: "Ich werde doch nicht meine Karriere und meinen schönen Posten gefährden, indem ich diese verrückte Politik nicht mitmache. Diese haben in der Regel kein schlechtes Gewissen. Die andere Kategorie weicht von den Ersteren nur ein klein wenig ab und sagt sich: "Es ist zwargefährlich, den Muslimen und der Ditib so weit entgegenzukommen. Aber hoffen wir einmal, dass es gut gehen wird." Diese verschließen also die Augen vor der Realität und ergehen sich im Gesundbeten. Wie gegenüber pubertierenden Kindern sagen sie sich: "Das wird sich schon auswachsen." Wer sind nun die Schlimmeren?

Tatsache: Religion ist Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln.
Tatsächlich wird auch in der BRD die positive Religionsfreiheit zur schrankenlosen Narrenfreiheit, die negative Religionsfreiheit existiert nur auf dem Papier.
Und die "Eliten" der politischen Klasse haben schlicht Angst denn bewaffnete Extremisten, im Gegegensatz zum überzivilisierten Bundesbürger, wissen wo "deren Haus wohnt" und im Zweifel auch wie es gesprengt werden kann.
Aus persönlicher Feigheit sind die Musterdemokraten schon lange eingeknickt und der Verweis auf die angebliche "Religionsfreiheit" ist nur eine billige Ausrede, mehr nicht.

Markus Michaelis | Mo, 11. Mai 2020 - 18:30

Zuerst mal meinen Dank und meine Hochachtung, Frau Ates, dass Sie sich für Ihre Sicht der Dinge einsetzen, die wahrscheinlich auch nicht allzuweit entfernt ist von meiner Sicht der Dinge.

Trotzdem ist es für mich grundlegend wichtig zu versuchen die Welt (die Menschen) so zu sehen wie sie ist.

"Wenn die Menschen nach dem Islam leben, dann wird die Ordnung von selbst islamisch": Damit hat Herr Kesici recht. Natürlich folgt am Ende alles den Wertvorstellungen der Menschen. Das GG würde (bis auf Extreme) dem auch nicht im Wege stehen.

Ich denke, wir gehen in D davon aus, dass unsere Werte von allen Menschen geteilt werden, weil sie universell sind. Der Islam denkt hier ähnlich. Dass die Welt bunter ist und "wir" uns etwa von DITIB abgrenzen, einfach als etwas anderes, ist nicht möglich, weil unsere Werte universell sind. Es kann leider nur den Weg geben DITIB zu akzeptieren oder nach universellen Kriterien als falsch zu erklären. Mit den Widersprüchen tut sich D schwer.

Ich wollte, Sie hätten Recht mit Ihrer Aussage: "Der Islam denkt hier ähnlich." Sie wollen damit sagen, dass der Islam die universellen Werte und das Grundgesetz respektiere. Aber Umfragen ergeben, dass eine Mehrheit von Muslimen das islamische Recht der Scharia höher stellt als das Grundgesetz. Bei Ihrer Aussage habe ich mich deshalb gefragt, wo Sie eigentlich leben? Lesen Sie doch einfach mal, was im Koran so alles zu finden ist! Da wird es von Gott erlaubt (der Koran ist nach dem Glauben der Muslime ja das direkte Wort Gottes), die eig. Frau zu schlagen, wird ihnen in vielen Suren nahegelegt, die Ungläubigen, also vornehmlich Christen, Juden und vom Islam Abtrünnige zu töten, Kriminellen Hände und Beine abzuhacken oder sie zu kreuzigen. In einer anderen Sure wird gefordert, Andersgläubige nicht zu Freunden zu nehmen. Oder es werden Juden schlimmer als Affen bezeichnet. Und bis zum heutigen Tag gibt es Fatwen, d. h. die Empfehlung, bestimmte Personen, die Häretiker sind, zu ermorden.

Ich meinte nicht, dass der Islam unsere universellen Werte vertritt. Ähnlich ist er darin, dass er auch universelle Werte vertritt, aber natürlich seine. Unser GG sind erstmal wertfreie Regeln, wie wir Beschlüsse fassen. Die ersten "Werte-Artikel" sind weit interpretierbar, was vom BVerfG auch gemacht wurde und wird. Mit einem entsprechend besetzten BVerfG würde das GG einer islamisch lebenden Republik weitgehend nicht im Wege stehen - was auch gut und ich denke beabsichtigt ist. Dafür ist die Politik da, unser aller Meinungsbildung, nicht das GG.

Meine Verwendung des Wortes "universell" ist mehr ein "Spiegel", um der Gesellschaft vorzuhalten, dass sie in weiten Teilen so tut, als vertreten wir universelle Werte, die irgendwie im GG abgebildet seien. Das ist nicht komplett falsch, aber weitgehend. An irgendeinem Punkt wird man schon sagen müssen, was man mag und was nicht. Zu hoffen, dass das immer "universell" abgedeckt ist, scheint mir Unsinn.

Sorry, aber "unsere" Werte sind nicht universell. Wären sie das hätten sie schon vor tausend Jahren gegolten, tatsächlich gelten sie bei uns erst seit einigen Jahrzehnten und das auch nicht überall. Außerhalb Deutschlands gelten "unsere" Werte noch weniger. Hinzu kommt, dass ich eigentlich unter liberal verstehe, dass man das weiß und versteht. Doch tatsächlich sind es die neuen "Liberalen" die genau das nicht akzeptieren, jedenfalls da wo es ihnen wichtig ist. "Universell" bedeutend für mich: Hier steckt besonders viel Tabu drin. Mehr nicht.

Romuald Veselic | Mo, 11. Mai 2020 - 18:33

Ich will nicht mit Klerikal-Thesen behelligt werden. Ich will nicht wissen, wer, warum u. wieviel am Tag betet, und was er essen/trinken darf/nicht darf. Ist private Angelegenheit. Ich kann nicht ausstehen, die ostentative/arrogante zur Schau getragenen Bekleidungsstücke, die einen "erhabener" machen u. sich damit von der Mehrheitsgesellschaft distanziert.

Z "Der Papst findet Homosexualität auch nicht besonders gut, die orthodoxen Juden lehnen sie ebenso ab, wie die Evangelikalen". Ist Tatsache. Aber es wird nicht repressiv durchgesetzt. Damit - nicht verbindlich.
Und es gibt kein Rechtssystem, das dies sanktioniert.
Nichtislamische Kleriker erzählen viel. Ob die Gläubigen dem folgen, ist andere Sache. Und: Es gibt keine Mechanismen (Sitten-Gestapo/Stasi) in unserem EU-Raum, die nur ansatzweise darüber entscheiden dürften, wie man sich anzieht, von wie vielen halbnackten Personen begleitet wird, u. in welcher Partnerschaft man lebt.

Ernst-Günther Konrad | Mo, 11. Mai 2020 - 19:00

liebe Frau Ates. Vielleicht sind Sie ja nur eine Verschwörungstheoretikerin. Wer weiß, wer weiß. Es sind genau die Parteien, die dem Genderismus, gegen Antisemitismus , deren Politiker selbst schwul oder lesbisch sind oder eine andere sexuelle Identität haben, den Kampf angesagt haben, die bei dem Thema Ditib Scheuklappen vor den Augen haben. Ich schätze Ihre Aussagen und Wertungen sehr.
Wer weiß, was man demnächst ausgräbt, um auch ihre Stimme versanden zu lassen.
In einem anderen Artikel hier im Cicero ist man sofort Verschwörungstheoretiker, wenn man gegen den Mainstream argumentiert oder kritisch schreibt. Aber die Tausende Menschen, die jetzt auf die Straße gehen wegen der Corona-Maßnahmen machen mir Hoffnung, auch für Sie.
Ich stimme Ihnen in allem zu. Sicher werden viele das im Forum auch so sehen. Aber, das reicht nicht. Man will Kritikern nicht zuhören, schon gar nicht diskutieren oder öffentlich gegeneinander unvoreingenommen ihre Meinung sagen lassen. Bleiben Sie gesund.

Chris Groll | Mo, 11. Mai 2020 - 19:22

Hätte durchaus einen Kommentar hierzu abgegeben, habe aber festgestellt, dass Kommentare von mir grundsätzlich Ihrer Zensur zum Opfer fallen. Darum schenke ich mir das. Übrigens Kommentare, die weder beleidigend noch diffamierend noch rassistisch sind. Wohl aber islamkritisch.

Gerhard Schwedes | Mo, 11. Mai 2020 - 22:52

In reply to by Gast

Erst einmal Respekt gegenüber dem "Cicero", dass er gegen den Zeitgeist überhaupt die Ditib-kritischen Artikel von Frau Ates wiedergibt. Dennoch musste ich eine ähnliche Beobachtung wie im Kommentar von Chris Groll machen. Der letzte Artikel von Seyran Ates war ganz schnell wieder aus dem "Cicero" verschwunden. Als Gründe kann ich mir vieles vorstellen - reale oder befürchtete Morddrohungen; Angst, in die islamophobe Ecke gestellt zu werden; Furcht, muslimische Leser zu verlieren - was auch immer. Der Islam arbeitet immer mit Angst. Und diese erzeugt er, wenn schon nicht mit der Drohung, in der Hölle zu schmoren, dann doch mit der Androhung von körperlicher Gewalt. Das ist einer der Gründe, dass so viele den Schwanz vor dieser Religion einziehen. Ohne die Angstmache als wirksames Instrument bekommen seine Adepten selber Angstattacken. Sie haben eine Heidenangst davor, dass ihnen in Scharen die eigenen Schäfchen davonlaufen. Wer mit Angst arbeiten muss, hat immer Dreck am Stecken.

Susanne Dorn | Mo, 11. Mai 2020 - 23:23

In reply to by Gast

…mache ich auch, Herr Groll. Auch ich habe den Eindruck, dass im CICERO über den Islam nicht diskutiert werden darf. Dabei ist es DAS Thema, das die Zukunft unseres Landes am meisten verändert.

In diesem Fall kann ich Ihnen nur empfehlen, bei diesem Thema zu anderen freien Medien zu wechseln, die in Foren Debatten über dieses Thema uneingeschränkt zulassen. Was auch richtig ist.

betrifft nicht nur das Thema Islam. Wir dürfen uns glücklich schätzen, wenn unsere (begründete) Meinung für veröffentlichungswürdig erachtet wird. Allerdings auch mein ganz massiver Eindruck: es wird je nachdem mit mindestens zweierlei Maß bewertet.

Liebe Redaktion des Cicero! Schon sehr, sehr seltsam, dass der Artikel von der sehr geschätzten Frau Ates bereits einen Tag nach seiner Veröffentlichung wieder in der Versenkung verschwand. Soll man das nun Feigheit nennen? Sie haben keinen einzigen Kommentar von meiner Seite hier veröffentlicht, obwohl ich nur offene Fragen an Frau Ates gestellt hatte, die dringend einer Antwort bedürfen. Ich denke, für dieses Verhalten bei Artikeln über den Islam hätte es der Leser verdient, dass ihm die Redaktion eine Antwort gibt. Sind Sie bereits so sehr vor dem Islam eingeknickt oder gar eingeschüchtert? Wissen Sie überhaupt, was für einen Bärendienst Sie mit diesem Verhalten der Demokratie leisten? Hamed Abdel-Samad, der mit einer Fatwa verfolgt wird, hat dem Islam völlig zurecht faschistische Tendenzen vorgeworfen. Schon aus diesem Grunde darf man nicht klein beigeben. So ähnlich muss es gewesen sein, als immer mehr vor den braunen Schergen der Hitler-Zeit einknickten.

Christa Wallau | Di, 12. Mai 2020 - 00:48

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... daß kritische Bemerkungen über den Islam inzwischen von Vielen
auch als "rassistisch" bezeichnet werden?
Dies macht z. B. die Muslima Lamya Kaddor regelmäßig, die gern in Talk-Shows
auftritt und bei t-online kommentiert.
Sie reklamiert diesen Begriff, weil er etwas kennzeichnet, das heute stark verpönt ist, einfach schnell mal für alles, was sich kritisch mit dem Islam auseinandersetzt, obwohl es sich hierbei um Religionskritik handelt, also mit "Rassenlehre" nichts zu tun hat. Auf diese Weise werden Sie zum Rassisten gestempelt, obwohl sie nichts Rassistisches von sich gegeben haben.

In ähnlicher Weise hängt man sich trickreich an Phobien ( = krankhafte Ängste) dran, indem man jeden, der Kritik am Islam übt, als "islamophob" bezeichnet.
Das heißt praktisch: Man dichtet einem Islamkritiker ein krankes Hirn an.

Tja, so ist das seit alten Zeiten: Man benutzt die Sprache, um das Denken zu
verändern bzw. in eine gewünschte Richtung zu lenken.
Da heißt es wachsam sein!

Ernst-Günther Konrad | Mi, 13. Mai 2020 - 07:54

In reply to by Gast

Ich stelle fest, dass ein Großteil meiner Kommentare veröffentlicht werden, außer bei Frau Hildebrandt. Wer mich liest dürfte mir bestätigen, dass ich versuche immer respektvoll und sachlich zu argumentieren und auch um keine humoristische Sichtweise verlegen bin. Selbst kleine Kurzkommentare zu Foristen werden bei Frau Hildebrandt von mir kommend nicht mehr freigeschaltet. Ich habe mich deshalb bei ihr zurückgezogen. Sie sitzt am längeren Hebel. Ja, auch ich habe festgestellt, dass beim Thema Islam Beiträge vor der 48 Stundenfrist geschlossen werden. Warum?
Liebe Redaktion. Es mag ja interne Gründe geben, warum das so ist. Ich lese z,.B. Herr Groll manchmal auch in anderen Foren. Immer sachlich und oft treffend. Das kann man von einem Herr Lenz hier nicht behaupten und dennoch bekommt er bei manchen Artikel bis zu 10 Kommentare an Mitforisten freigeschaltet. Das ist völlig in Ordnung. Er soll und kann sich hier austoben. Nur wird er manchmal übergriffig und dennoch lese ich es hier.

Gisela Fimiani | Mo, 11. Mai 2020 - 20:24

Vielen Dank, Frau Ates, das sie die gefährliche Verantwortungslosigkeit deutscher Politiker in Bezug auf die Islam-Repräsetanz deutlich benennen.

Gerhard Schwedes | Mo, 11. Mai 2020 - 21:36

Es gibt Persönlichkeiten, bei denen es einem warm ums Herz wird. Für mich gehören Sie zu diesen Persönlichkeiten. Dennoch bin ich skeptisch, was ihren Islam betrifft. Wie wollen Sie mit den Gewaltsuren des Koran umgehen, die zum Töten gegenüber Juden, Christen, Apostaten usw. aufrufen? Wie mit dem Leben des Religionsstifters Mohammed, wie mit der Herabwürdigung der Frau im Koran? Wollen Sie etwa sagen, die Gewaltsuren seien nicht das Wort Gottes, sondern nur jene aus der mekkanischen Zeit? Da geraten Sie dann aber ganz schnell mit vielen ihrer Glaubensbrüder über Kreuz. Und wollen Sie sagen, Mohammed war ein vortrefflicher Mensch - mit der Einschränkung: zumindest in Mekka. Und in Medina hat ihn halt der Teufel geritten, weil er dort eigenhändig gefangenen Juden die Köpfe abschlug? Kann ja jedem einmal passieren. Oder soll etwa die Lösung lauten: "Nur ein schlechter Muslim ist ein guter Muslim" - ganz nach dem Buchtitel von Leila Mirzo? Motto: Sehen wir halt einfach darüber weg.

Dorothee Sehrt-Irrek | Di, 12. Mai 2020 - 09:01

Sie beschreiben viele Baustellen, auch für die Bundesrepublik.
Von weitem in Bezug auf die Türkei:
Atatürk übertrieb in Bezug auf den Islam.
Die Spiritualität und Transzendenz einer Gesellschaft kann der Staat nicht vernachlässigen oder aber die Gesellschaft wird den Staat auswechseln.
Herr Kesici hat also nicht Unrecht und deshalb ist die Bundesrepublik eine durch und durch christliche Gesellschaft, deren irgendwann höchster Ausfluss die Aufklärung war und für mein Dafürhalten die evangelische Kirche, die nicht als eigene gedacht war.
Nietzsche zeigt den allgemeinen spirituellen Ansatz des Christentums als transzendentalen gesellschaftlichen Weg, frei nach dem Motto, Gott ist tot, es lebe Gott.
Unsere Gesellschaft blühte in dieser Transzendenz geborgen zu ihrer Vielfältigkeit auf, zu der auch Sie gehören.
Jesus predigte ALLEN und hoffentlich unterscheidet sich der Islam nicht sehr davon.
Es ist aber ein Problem, unsere Gesellschaft zu säkularisieren FÜR andere Religionen.
ABENDLAND

Dorothee Sehrt-Irrek | Di, 12. Mai 2020 - 09:28

Das Abendland, dann in der Zeit als christliches bleibt ein intensiver spiritueller Ort.
Leibniz sah die Verbundeheit des Christentums, des Judentums und des Islam als unter dem Dach GOTT des VATERS, dem, christlich wäre jetzt historisch zu kurz, ich würde vorsichtig sagen des "genealogischen Gottes".
Damit zeigte er m.E. auf diese Nähe im Sinne des VATERS/KINDER zwischen ABENDLAND und CHRISTENTUM, die ich für mich dann "andachte".
Sehr fraglich, ob Judentum oder der Islam sich darunter bekehren lassen.
Es wurde versucht als Assimilation/Eingemeindung, konnte aber weder die Eigenständigkeit der anderen Religionen auflösen, noch bislang Unterschiedlichkeiten aufeinander abstimmen.
Das Judentum blieb gefährdet und wurde fast vernichtet, der Islam et al. sollte nicht ähnlichen Widrigkeiten ausgesetzt werden.
Das versucht unser GG, das eines der Bundesrepublik ist, offen für Welt.
Man kann nicht Deutschland zur Welt machen, wenn man D vernachlässigt, man kann in/mit D Welt machen
RESPEKT

Dorothee Sehrt-Irrek | Di, 12. Mai 2020 - 09:48

Ich hätte es evtl. selbst so gesehen,
aber seit Nietzsches Zarathustra, auch eine Ehrung des Nahen Osten, weiss ich besser, dass es nie nur eine Frage des Wissens oder Glaubens ist, was sich entwickeln wird, sondern dessen was gelebt werden kann im Göttlichen, im Sein, in der Wahrheit etc.
Das hätte mir nicht gereicht, um ALLE Menschen zu schützen, aber als Mensch, Philosophin und Christin, darin, in alledem wieder Mensch, weiss ich, daß es sich IMMER, bei ALLEM um LIEBE handelt, also hoffentlich so Menschen schützt, deshalb liebe ich Mozart et al. so sehr.
Sie, liebe Frau Ates lieben auch Goethe und und und vor allem alle Menschen.
Ich kann also in allem irren und sperre mich auch gegen eine Verwissenschaftlichung des Lebens, es sei denn das Leben hält dort ausreichend Einzug, aber in der Liebe und für die Liebe irre ich hoffentlich nicht.
Das ist nicht einfach Säkularisierung, sondern Spiritualität und Transzendenz.
Das Leben und Lieben wird es schaffen, aber lassen Sie nicht nach!

Dorothee Sehrt-Irrek | Di, 12. Mai 2020 - 10:16

schrieb ich Leibniz?
Lessing war gemeint, Goethe aber genauso, der Schriststeller, Philosoph und Theologe war und viele mehr.
Wenn man einmal die Bedeutung einzelner herausragender Werke in ihrer Kommunikation aufeinander, ist ja zeitlich, begreift, dann kann man getrost glauben UND wissen.
Deshalb ist jede Öffentlichkeit, gesellschaftliche, religiöse, wissenschaftliche, politische etc. so wichtig, weil man dann um so besser die Ähnlichkeiten und Überschneidungen bemerken und naja, auch ausprobieren, leben kann.
Wüßte ich sonst jetzt, dass Prof.Dr. Streek zuerst BWL und Musikwissenschaft studierte?
Das Leben ist eben auch Musik und man kann ihm unterschiedlichst beispringen und aufhelfen.
Entschuldigung, es muss heissen Herr Prof.Dr. STREECK

Brigitte Miller | Di, 12. Mai 2020 - 11:50

nicht nur „der deutschen Politik“ ist wirklich unglaublich, aber auch ermüdend.
Wie viele aufgeklärte und aufgeweckte Muslime wie Frau Ates und andere müssen sich noch in dieser Weise äussern, bis endlich jemand zuhört?
Oder will man gar die Islamisierung, die "nicht stattfindet"?

Ulrich Mende | Di, 12. Mai 2020 - 20:02

In reply to by Gast

setzt man sich dem Vorwurf aus, ein islamophober Verschwörungstheoretiker zu sein. Es gibt aber definitiv Kräfte, die eine Islamisierung Europas wollen, z.B. Erdogan, Saudi Arabien, Moslembrüder in Ägypten...Man muss außerdem davon ausgehen, dass viele Moslems in D das ebenfalls begrüßen würden. Studien zeigen, dass ca. 40% der deutschen Moslems die Scharia über das Grundgesetz stellen. Und letztlich befördern auch viele Kulturmarxisten diesen Prozess - aus den verschiedensten Gründen.

Armin Latell | Di, 12. Mai 2020 - 12:14

Bleibt die Frage, was in den (Un)Verantwortlichen vorgeht, dem polit. Islam so den Weg zu bereiten. Diese Selbstvergessenheit, oder besser die Geringschätzung des Eigenen, des Selbst, habe ich nie verstanden. Ist es wirklich die „nie wieder Deutschland“ Ideologie, koste es was es wolle?
Eine echte Kennerin, Mitglied der islam. Glaubensgemeinschaft, Imamin, warnt. Nicht vor dem Islam selbst, sondern vor seinen extremistischen Funktionären. Erdogan: Es gibt nur einen Islam. Ich frage mich, wo in der Welt gibt es einen wenigstens ansatzweise liberalen und toleranten islam. Staat? Ist nicht überall dort die Scharia Teil der Rechtsprechung? Genaugenommen sind doch nicht nur LGBTQI* Gruppen im Visier der Scharfrichter, sondern einfach ALLE, die nicht deren Vorstellung und Vorgaben entsprechen. In Europa war das früher die Inquisition. Die Reduzierung auf nur eine Gruppe von Menschen reicht nicht aus.

Alexander Mazurek | Di, 12. Mai 2020 - 19:26

… alle seine Geschöpfe, völlig egal was sie tun, Hauptsache sie "glauben" tief und fest - eine lutherische Sichtweise.

Dorothee Sehrt-Irrek | Di, 12. Mai 2020 - 20:58

Beobachtern auffällt, dass die europäischen Staaten größtenteils durch und durch christlich geprägt und evtl. auch organisiert sind.
Zum einen unterscheiden sich die christlichen Religionen in ihrem Staats- und Religionsverständnis, gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, von Gottes Gnaden etc.
Es war nie der Papst auch der weltliche Führer, aber weltliche Führer mussten sich beugen.
Wenn sich politische Führer nicht an die "religiöse" Gestimmtheit der Bevölkerung halten, werden sie abgewählt.
Die Spiritualität differiert, aber der Stellenwert von Spiritualität und Religion ist evtl. sogar bis in die kleinsten Verästelungen sehr hoch.
Es gibt keine Trennung von menschlicher Sphäre und göttlichem Bereich, Säkularisierung meint nur, dass jeder gesellschaftliche Bereich selbstbestimmt ist, Rituale je für ihre Bereiche gelten, nicht dass ein Bereich komplett von Werten frei ist?
Das ist unsere "Religion", dass wir ALLE FREI sind in Gottes LIEBE oder in unserer LIEBE, it makes "no" difference

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