Donald Trump mit einem Wolf an der Leine
Donald Trump läutet eine neue Weltordnung ein – der Wolf ein passenden Sinnbild / Illustration: Lehel Kovács

Trumps Außenpolitik verstehen - Willkommen in der Wolfswelt

Die amerikanische Außenpolitik unter Donald Trump scheint erratisch zu sein. Um sie zu verstehen, muss man die unterschiedlichen Strömungen innerhalb seiner Maga-Bewegung kennen: Primatisten, Priorisierer und Restrainers.

Autoreninfo

Marc Saxer ist Mitglied der SPD-Grundwertekommission. 2021 erschien sein Buch „Transformativer Realismus. Zur Überwindung der Systemkrise“.

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Der amerikanische Angriff auf Venezuela und die Entführung des Präsidenten Nicolás Maduro haben weite Teile der Welt in Aufruhr versetzt. Doch der Jubel über die Beseitigung des Tyrannen und die Hoffnung auf Demokratie für das geschundene venezolanische Volk sind schnell verflogen. Stattdessen zeichnet sich ab, dass sich die zweite Reihe des dortigen Regimes durch einen Deal mit Washington an der Macht halten dürfte. Donald Trump verzichtete selbst auf die üblichen Demokratiefloskeln und erklärte offen, es gehe um den Zugriff auf Venezuelas gewaltige Erdölvorräte. Für den Angriff holte der amerikanische Präsident nicht einmal die Zustimmung des US-Kongresses ein, lediglich die Ölmultis habe er vorab informiert.

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C. Schnörr | Sa., 7. Februar 2026 - 19:53

… Artikel, wie auch der zeitgleiche Artikel zur Pflanzenzucht und etliche Artikel davor, dass mein Abonnement des CM gut investiert ist: Leute kommen zu Wort, die wissen wovon sie reden, im Gegensatz zu den zwangsfinanziertem ideologischen ÖRR Framinganstalten. Was diesen Artikel und das deutsche wie europäische „Führungspersonal“ betrifft, habe ich keine Hoffnung mehr, dass die in dem Artikel zusammengefassten Erkenntnisse verstanden werden, noch dass Maßnahmen über das Wahlkampf-taktische Fordern ergriffen warden.

Jens Böhme | Sa., 7. Februar 2026 - 20:04

Russland ist kein GlobalPlayer. Dessen Feldzug in die Ukraine dauert statt drei Wochen demnächst vier Jahre. Politisch und wirtschaftlich ist Russland tot. Das Offensichtliche dauert nicht mehr lang. Es endet für Russland, wie der sowjetische Afghanistanabzug 1988 (und nachfolgender Zusammenbruch des Systems) oder wie der Vietnamabzug 1975 der USA.

Thomas Veit | So., 8. Februar 2026 - 09:37

Antwort auf von Jens Böhme

Vergleich mit Vietnam und Afghanistan.

Sollte sich die US-Strategie bezüglich der Ukraine nicht wieder 180° diametral drehen (?) kann man wohl mit höchster Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass Russland mindestens seine Minimalziele erreichen wird >> die dauerhafte Besetzung der östlichen Gebiete der Ukraine - davon kann man ausgehen.

Eine 'Glanzleistung' ist diese 'militärische Spezialoperation' aber natürlich trotzdem nicht für die russischen Streitkräfte... - das ist klar.

Markus Michaelis | Sa., 7. Februar 2026 - 23:34

Der Artikel fasst gut und interessant die verschiedenen Optionen und Strömungen der USA im Umgang mit China zusammen. Ein zentraler Punkt ist, welche Rolle die USA in der neuen, multipolaren Welt anstreben. USA-China ist vielleicht der größte Aspekt der "neuen Welt", aber es gibt viele andere, rund um Staaten, Religionen, Demografien. Die Statiken verschieben sich an vielen Stellen.

Es gibt sicher auch Aspekte, die am besten mit "Wolfswelt", "Bruch des Völkerrechts" beschrieben sind, aber es sind glaube ich nicht die wesentlichen. Ich glaube, hier ist eher die "deutsche Mitte" mit ihrer Weltsicht in einer Sackgasse gelandet. Für die sich abzeichnende Welt stellen sich viele "echte" Fragen, d.h. solche, die auch beim besten Willen aller Teilnehmer keine einfachen Lösungen haben, weil die Dinge nicht widerspruchsfrei sind, weil es verschiedene Willen und Sichtweisen gibt. Darauf immer nur "Wolfswelt, Verletzung von Völkerrecht+Menschenrechten" beizutragen ist unterkomplex, zu wenig.

Thomas Veit | So., 8. Februar 2026 - 09:52

im Verhältnis zu dem was man/Frau sonst so zu diesem Thema - Vormachtstellung der USA in der Welt und die Strömungen dazu innerhalb der USA - hier erfährt...

Da ist das Totalversagen eines ÖRR garnicht mit eingeschlossen...

halte ich für gut. Vollkommen ok ist auch, wenn Sie die Dinge anders bewerten als ich - das ist ein Punkt, auf den ich hinauswill: wir werden nicht alle zur selben Weltsicht kommen. Und ja, jeder Artikel kann immer nur Teilaspekte herausgreifen und beleuchten.

Mein Teilaspekt: was bringt es uns in der jetzigen Situation eine Wolfswelt und einen Bruch des Völkerrechts zu beklagen? Die Situation zwischen den größeren Staaten ist doch weit weg davon, dass jeder blind auf den anderen einhaut. Was soll das Völkerrecht sein und wer legt es fest? Die Regeln einer neuen Ordnung entstehen daraus, dass man die Interessen anderer versteht, verschiedene "Wirs" zulässt und abgrenzt und Gleichgewichte findet, nicht daraus, dass man Universalität proklamiert und alle anderen als Wölfe anklagt. In Spitzen ja, aber nicht als Prinzip. ZB Maduro war etwa für mich ein Wolf, einigen wird man sich darüber nicht.

Angelika Sehnert | So., 8. Februar 2026 - 10:04

Internen Richtungsstreit innerhalb der US- Regierungen gab es schon immer, man sollte das nicht überbewerten. Im Pentagon haben nach wie vor Profis das Sagen, die die politischen Diskussionen weitgehend meiden, aber mit Sicherheit einen enormen Einfluss haben.
In Europa, vor allem in Deutschland wird einfach nicht mehr verstanden, was Geo- und Machtpolitik bedeuten. Man kann oder will z.B. nicht verstehen welche enorme strategische Bedeutung Grönland auch für die Verteidigung Europas hat. Man versteht nicht, dass die Supermächte, die USA und China mit Russland gerade den Kuchen aufteilen. Die Trump- Administration versucht, zugegeben ziemlich rücksichtslos, verlorenes oder nicht ausreichend geschütztes Terrain zurückzugewinnen. Dabei fordern sie Europa auf, endlich wieder ein schlagkräftiger Verbündeter zu werden und nicht nur weinerlich über das Völkerrecht zu räsonieren.
Die USA als Weltmacht und Verbündeten abzuschreiben wäre der nächste fatale Fehler Europas nach dem Greendeal…

Hans Süßenguth-Großmann | So., 8. Februar 2026 - 11:14

den das Regieteam in Belorussland gedreht hat, hat mich dahingehend in Erstaunen versetzt, dass die Hoffnung auf eine Karriere als Model nicht nach Mailand, Paris usw. geht sondern nach China und das man Chinesisch lernt. Der chinesische Einflussbereich beginnt also in Brest Litowsk ( im Herzen der ehem. Rzeczpospolita ).
Eine großer Erfolg der europäischen Politik!!!
Alles andere wird sich auch richten. Wenn Israel nicht mehr durch die USA in dem Maße wie bisher unterstützt wird, müssen
sie kleinere Brötchen backen und sich mit den Arabern vernünftig einigen.
Taiwan ist auf den Schifftransport von Energieträgern und Nahrungsmittel angewiesen und diesen kann China auf jeden Fall empfindlich und nachhaltig stören. Auch die beste Festung kann nicht ohne Nachschub gehalten werden.
Ich hoffe, dass Trump bis Juni mit Selenski Erfolg hat. Anonsten, Flugzeugunglück?

Dorothee Sehrt-Irrek | So., 8. Februar 2026 - 12:08

Habe ich richtig gelesen, die Golfstaaten sollen Israel seine evtl. "Hegemoniebestrebungen" über Turk/Arabien bezahlen?
Bitte, wenn sie so wollen...
Ich bin mittlerweile doch für eine NATO-"Ablösung", auch weil Europa damit in eine zu große Abhängigkeit zu evtl. "Großmachtbestrebungen" der Türkei gezogen werden könnte.
Ich bin langfristig für eine europäische Hanse, das ist aber eigentlich schon die EU und Nichtangriffspakte mit den USA, Russland und anderen Anrainern, aber dafür steht doch schon eigentlich die UNO?
Es gab in der Ukraine einen Putsch und Segregationsbemühungen des Donbas und der Krim.
Ersteres sollte völkerrechtlich missbilligt und letzteres anerkannt werden.
Ich befürchte aber, dass in dieser vielleicht "offenen" Situation zum allgemeinen "Halali" geblasen wird.
Ich erkenne keine Vormachtstellung der USA über die Welt an., habe aber nichts gegen den Dollar als Leitwährung".
Es dürfte schwierig werden, den Dollar gegen eine Weltwährung abzulösen.
So etwas braucht Zeit?

und siehe da, es gibt sogar ein Spiel mit dem Namen:)
Die USA würden dann vielleicht immer noch US-Dollar nach "Gutdünken" drucken, aber die weltweiten Auswirkungen wären evtl. nicht mehr so groß?
Ein überdimensionierter Euro ist wohl auch nichts für ein Exportland wie die Bundesrepublik Deutschland?
Vielleicht beauftragt man u.a. Chistine Lagarde und Jens Weidmann damit ff?

Angelika Sehnert | So., 8. Februar 2026 - 13:35

In Europa wurde nach dem Fall des Eisernen Vorhangs verlernt,Geopolitik und damit Machtpolitik zu betreiben. Man glaubte blauäugig an das Ende der Geschichte und hat z.B. die Entwicklung und geopolitischen Absichten Russlands und Chinas ignoriert und z.B.den Aktivitäten Chinas in Afrika oder sogar in Europa teilnahmslos zugesehen. Die Globalisierung sicherte gute Geschäfte, Nachteile wie Abhängigkeit und Deindustrialisierung hat man in Kauf genommen, Verteidigungs- gar Kriegsfähigkeit war kein Thema. Zusammen mit einer geradezu aberwitzigen Energiepolitik hat sich Europa selbst verzwergt. All das holt uns jetzt ein.
Es gibt Lehren aus der Geschichte. Eine davon ist, dass nur ein wirtschaftlich erfolgreiches Land,das seine Verteidigung aus Steuermitteln finanzieren kann, stark genug sein kann um abwehrbereit zu sein. Die andere: Großmächte streben immer nach territorialer Arrondierung.Das sind für meisten Europäer(noch) inakzeptable Wahrheiten, trotz des Ukrainekriegs vor der Haustür.

Heidemarie Heim | So., 8. Februar 2026 - 14:29

Eigentlich hat so ein Rudel Wölfe wenig erratisches wenn es darum geht sich zu behaupten gegen andere Rudel und deren Ansinnen in fremdes Revier einzudringen. Auch die Hierarchien und die damit verbundenen Regeln des Zusammenlebens oder im Fall der Fälle Überlebens abhängig davon ob der Alpha was taugt, sind bewundernswert klar strukturiert bzw. dem natürlichen Umfeld und seinen Gefahren angepasst. Und Kenner der wilden Vorfahren unserer beliebten, inzwischen durch bedarfsgerechte Züchtungen aller Art degenerierten Haustiere, bescheinigen dem "Bösen Wolf" dennoch eine wenn auch ab und an grausam erscheinende höhere soziale Kompetenz als man sie z.B. in einem Löwenrudel vorfindet. Da gibt es im Vergleich zu den hundeartigen keinerlei Welpenschutz durch einen im Kampf überlegenen König der Tiere, der so gar nichts mit dem aus den Disneyproduktionen zu tun hat. Denn die neue Majestät murkst als erstes die Nachkommen seines Vorgängers ab! Dann lieber weiter unter Wölfen leben;) MfG