- „Trump, Putin und Xi haben die gleiche Denkweise“
In ihrem Buch warnen der ehemalige Spezialist für Terrorabwehr beim dänischen Auslands- und Militärgeheimdienst FE, Jacob Kaarsbo, und der Journalist Steffen Nyboe McGhie vor einer Aushöhlung der Demokratien in Europa durch Trump und Putin. Im Interview erklärt Kaarsbo, warum.
Jacob Kaarsbo war Spezialist für Terrorabwehr beim dänischen Auslands- und Militärgeheimdienst FE.
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... die sehr tief und fest eintrainierte (und eingewurzelte) Unterwerfung der EU=USE unter die USA hat die USA in eine unerreichbar komfortable Lage gebracht (Computer-Industrie, Kontrolle der Welt-Navigation über Satelliten und Nukleartechnologie).
Macht es für die EU nach den vergangenen Jahrzehnten überhaupt noch Sinn, sich gegen die USA zu wehren?
Nach solchen Events wie dem NATO-Gipfel in Ankara habe ich das mulmige Gefühl, dass es für die EU-Staaten folgerichtiger wäre, einfach die Eingliederung als Bundessstaaten in die USA zu beantragen.
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Dabei wäre es allerdings möglich, dass die USA die gesamte EU in dem Zustand, in dem sie ist, gar nicht haben wollen.
Es lohnt sich für die USA ja auch jetzt schon nicht, im Vasallenland Deutschland den Botschafterposten zu besetzen. Und hat das irgendwelche negative Folgen für die USA?
Nein.
So einfach kann man es sich machen!
Erster Denkfehler: Trump und Putin lassen sich nicht symmetrisch bewerten. Dass Putin »Macht vor Recht« ginge, ist pure Projektion. Die verhängnisvolle Weichenstellung fand in den 90er Jahren statt, als die Neocon-Scharfmacher die Außenpolitik der USA zu bestimmen begannen. Von dort leitet sich der geopolitische Elendszustand der Gegenwart her.
Zweiter Denkfehler: Die USA destabilisieren die Welt nicht erst seit Trump. Aus demselben Grund wie oben. Was Bush jr. angefangen hat, ist unter den demokratischen Präsidenten nicht besser geworden.
Dritter Denkfehler: Europa ist schon lange kein Schaufenster der Demokratie mehr. Eine Brüsseler Kommission, die die bürgerlichen Grundrechte per »Sanktionen« ins Mittelalter (vor Geltung der Magna Carta Libertatum) zurückdreht und nationale Regierungen, die das billigen, setzen »Macht vor Recht« wie jeder Schurkenstaat.
Kaarsbo bedient nur die zombifizierte »Wir-sind-die-Guten«-Selbstwahrnehmung des Westens.
Ich finde es ok, wenn Europa (oder EU) sagt, dass es unabhängiger von anderen Machtblöcken sein will. Ich teile auch kritische Sichtweisen in Bezug auf Trump, Xi, Putin sowieso. Was ich nicht teile ist eine aus meiner Sicht zu naive, selbstbezogene Betonung von "Recht". Welches Recht soll das denn sein? Wer setzt das denn? Die UNO - mit einer Stimme für jeden Staat: Deutschland erkennt eine 1700-Seelen Pazifiknation an und hat schon eine Gegenstimme, mit genauso viel Gewicht wie China? Afghanistan, Fußball-WM in Katar, die Nicht-Wahl Deutschlands in den Sicherheitsrat und vieles mehr zeigen glaube ich recht deutlich, dass es nicht so ist, dass eine große Menschheit einig hinter den Ideen Deutschlands oder der EU steht.
Ich fände es richtiger, international weniger von absoluter Gerechtigkeit zu reden. Das ist meist mehr selbsterklärt, als mit einem echten Mandat der Menschheit. Dafür sollte man klarer sagen, wo eigene Interessen und Werte liegen, und wo Trump etc. diese verletzen.
... beruht wohl auf dem hoch moralisierenden und hoch spekulativen Selbstbild unsere politischen und sozialen Führungsschicht, das der übrigen Welt in penetranter Weise präsentiert worden ist. Das aber war und ist in der Realität mit maximaler Selbstverzwergung und weitgehender Handlungsunfähigkeit gekoppelt.
Man kann nur davon träumen, dass in unserer politischen und sozialen "Elite" und "Prominenz" irgendwann einmal nüchterne, ernsthafte und pflichtbewusste Menschen wieder Einfluss gewinnen.
da war nichts von Selbstbewusstsein, die reinste Schleimspur gegenüber "Daddy" Trump.
Warum kommt niemand auf die Idee, dass man wieder "friedliche Koexistenz" machen kann? Was hat es der UA gebracht sich gegen den größten Nachbarn in Stellung zu bringen? Wie soll der Frieden aussehen?
und schon lange vorher wird das Recht des Stärkeren hauptsächlich von den usa praktiziert. Wieviele Kriege habe die schon vom Zaun gebrochen? Man kann das verurteilen, aber es war schon immer so und wird auch immer so bleiben. Zumal dann, wenn "die Werte", von denen die EU Häuptlinge faseln, nur von einer Seite bestimmt, die andere überhaupt nicht gefragt wird. Die Phrase "wertebasiert" kommt ausschließlich aus dem dekadenten Westen, ein schönes Kind, aber tot geboren, wie sich heute zeigt. Etwa so wie feministische Außenpolitik.
Bemerkenswert finde ich immer wieder, dass es "Experten" gibt, die behaupten zu wissen, wie oder was Machthaber denken. Oder wissen Geheimdienstler das, weil es zum Job gehört? All seine Unterstellungen und Behauptungen könnte man auch auf die Macrons und Merzens der EU übertragen. Aber die sind genauso unfähig wie die UvdL. EU als geopolitischer Riese? Gott bewahre!
