London

Terroranschlag in London - Gruppierung Ashab al-Jamin bekennt sich zu Angriff

Bei einem Terrorangriff in London wurden im jüdisch geprägten Stadtviertel Golders Green zwei Menschen verletzt. Ein Angreifer wurde festgenommen. Es handelt sich um einen 45-jährigen Mann. Mittlerweile hat sich eine Gruppierung namens Ashab al-Jamin zu dem Angriff bekannt.

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Bei einem als Terrorattacke eingestuften Messerangriff in London sind zwei Menschen verletzt worden. Die beiden Opfer seien Männer jüdischen Glaubens im Alter von 76 und 34 Jahren, sagte der Leiter der Anti-Terror-Einheit, Laurence Taylor. Der mutmaßliche Angreifer wurde festgenommen; es handelt sich um einen 45-jährigen Mann.

Mittlerweile hat sich eine Gruppierung namens Ashab al-Jamin zu dem Angriff bekannt. Einzelkämpfer der Gruppe hätten zwei „Zionisten“ im Stadtviertel Golders Green angegriffen und verletzt, heißt es in einer Stellungnahme, die die Gruppe auf pro-iranischen Kanälen im Internet verbreitete. In einem kurzen Clip zeigte die Gruppe auch Szenen des Angriffs, die Überwachungskameras und Augenzeugen gefilmt hatten.

Ermittlungen zum Täter

Premierminister Keir Starmer schrieb auf der Plattform X von einem „zutiefst entsetzlichen“, antisemitischen Angriff. Der Vorfall spielte sich im stark jüdisch geprägten Stadtviertel Golders Green ab. Charles III. sei „zutiefst besorgt“, teilte ein Sprecher des Monarchen mit. Der König befindet sich derzeit auf einem Staatsbesuch in den USA.

Die Staatsbürgerschaft des mutmaßlichen Angreifers und sein Hintergrund seien Gegenstand von Ermittlungen, teilte die Polizei mit. Der Londoner Polizeichef Mark Rowley sagte, der Festgenommene habe eine Vorgeschichte schwerer Gewalt und psychischer Probleme. Die beiden Opfer befinden sich im Krankenhaus und sind in stabilem Zustand.

Die islamistische Gruppierung, die bereits frühere Anschläge in Großbritannien für sich reklamiert hatte, verbreitete erneut eine Stellungnahme mit identischem Inhalt zu dem Angriff und veröffentlichte dazu Bildmaterial.

Politische Reaktionen

„Angriffe auf unsere jüdische Gemeinschaft sind Angriffe auf Großbritannien“, schrieb Starmer und kündigte an, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Londons Bürgermeister Sadiq Khan erklärte, die jüdische Gemeinschaft sei Ziel einer Reihe schockierender antisemitischer Angriffe geworden. „Es darf absolut keinen Platz für Antisemitismus in der Gesellschaft geben.“ Die Polizei habe ihre Präsenz im betroffenen Gebiet erhöht. Khan dankte den Rettungskräften und einer Nachbarschaftsinitiative für ihre rasche Reaktion.

Auch die Abgeordnete Sarah Sackman, in deren Wahlkreis Golders Green liegt, verurteilte den Vorfall: „Die Angriffe auf britische Juden sind ein Angriff auf Großbritannien selbst.“

Weitere Vorfälle in Golders Green

Zuletzt kam es in London zu mehreren Angriffen auf jüdische Einrichtungen, häufig Brandanschläge. Erst vor wenigen Wochen wurden vier Krankenwagen des jüdischen Rettungsdienstes Hatzola in Golders Green bei einem antisemitisch motivierten Brandanschlag zerstört. Mehrere Verdächtige wurden angeklagt.

Auch zu diesem Angriff bekannte sich die Gruppierung Ashab al-Jamin. Sie tauchte erstmals während des Kriegs der USA und Israels gegen den Iran auf und soll für mehrere Angriffe auf jüdische und westliche Einrichtungen verantwortlich sein. Ob die Gruppe tatsächlich existiert oder Teil einer Inszenierung ist, bleibt unklar. Es gibt Hinweise auf mögliche Verbindungen zum iranischen Staat.

Die beiden Verletzten werden laut BBC von Hatzola behandelt, einer von Freiwilligen betriebenen Organisation für Krankentransporte und Notfallhilfe. Auch eine jüdische Nachbarschaftsinitiative soll maßgeblich an der Festnahme beteiligt gewesen sein.

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