Kann sie Trump bändigen? / Foto: Evan Vucci/AP Photo/Picture Alliance/DPA

Susan Wiles im Porträt - Die Trump-Bändigerin

Als erste Stabschefin der US-Geschichte soll Susan Wiles den unberechenbaren Präsidenten unter Kontrolle halten. Für diesen Job ist die Politmanagerin prädestiniert.

Autoreninfo

Stephan Bierling lehrt Internationale Politik an der Universität Regensburg. Soeben erschien von ihm „America First – Donald Trump im Weißen Haus“ (C. H. Beck).

So erreichen Sie Stephan Bierling:

Susan Wiles hat den schwierigsten Job der Welt: als Stabschefin im Weißen Haus Präsident Donald Trump auf Kurs halten. Daran sind in dessen erster Amtszeit gleich vier Alphamänner gescheitert: Reince Priebus, Ex-Generalsekretär der Republikanischen Partei, bekam die internen Machtkämpfe nicht in den Griff und wurde von Trump nach nur sechs Monaten per Tweet gefeuert. John Kelly, Viersternegeneral a.D., flog nach anderthalb Jahren raus, weil er den Präsidenten mit seinen Ordnungsrufen genervt hatte. Mick Mulvaney, zuvor Chef des Haushaltsbüros, wollte Trump Trump sein lassen – was in dessen erstem Amtsenthebungsverfahren mündete. Er hielt 14 Monate durch. Mark Meadows hatte den Job das letzte halbe Jahr, als sein Boss Corona durch Bleichmitteltrinken besiegen wollte, die Lüge von der gestohlenen Wahl hinausposaunte und einen Mob am 6. Januar 2021 den Kongress stürmen ließ.

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Ernst-Günther Konrad | Sa., 29. März 2025 - 09:43

Die ist ja erst seit kurzem im Amt. Ich halte Trump durchaus für einen Narzissten und schwierigen Charakter. Seine oft sprunghaften Entscheidungen muss er ja inzwischen immer mal auch wieder korrigieren. Es wird sehr darauf ankommen, ob Wiles einen wirklichen Draht hat und im Charakter stark genug ist, ihm auch ggfls. den Kram hinzuschmeißen, wenn er es übertreibt. Ich denke aber mal, auch Trump wird doch aus der ersten Amtszeit gelernt haben. Wiles schützt sicher auch ihre zurückhaltende Art, aber auch die Tatsache, dass sie eine Frau ist und die haben eben auch eine ganz andere Art mit solchen widerspenstigen Typen umzugehen. Alleinerziehend, zwei Kinder, dennoch Karriere gemacht, warten wir es ab. Was in jedem Fall positiv ist, ist die Tatsache, dass sie die Dinge im Hintergrund regelt und ihren Bereich nicht ständig von sich aus in die Öffentlichkeit stellt. Manche sprechen da von "grauer Eminenz", andere nennen solche Menschen "Schlangenzunge". Welchem Typ sie wohl entspricht?

Klaus Funke | So., 30. März 2025 - 12:09

Zu solchen Leuten wie Herrn Bierling sagte man früher, bezogen auf Russland/Sowjetunion, "Kremlastrologe". Nun sind es "White-House-Fortune Teller". Kennt Herr Bierling die inneren Zusammenhänge und Rangkämpfe in Washington so genau, dass er eine Prognose wagen kann? Und dann gleich die große Kanone "Trump-Bändigerin". Nein, das ist ganz im Stile von BILD. Primitivjournalismus. No, mich hat der Artikel nicht überzeugt. Ganz schwach. Aber dafür hochspekulativ. Wenn sich CICERO mit solchen Artikeln als Insider präsentieren will - gähn - oh nein Gott. Und im Übrigen interessiert sowas die Leute nur mäßig. Man sagte auch "wenn in China ein Sack Reis umfällt". Etwa dieselbe Wertigkeit und Wirkung. Nee, CICERO denkt euch etwa Besseres aus. Ich hätte eine Idee. Wie wäre eine Artikelserie über Merkels geheimes Privatleben oder Macrons Liebesspiel mit einer Transe oder Putins Favoritin, wer ist die Frau an Putins Seite... usw. usw