Yoon Suk-yeol
Südkoreas neuer Präsident Yoon Suk-yeol fällt mit scharfer Rhetorik auf / Woohae Cho

Südkoreas neuer Präsident - „ Werde ihm Manieren beibringen “

Südkoreas neuer Präsident Yoon Suk-yeol ist so polemisch, dass er schon mit Donald Trump verglichen wurde – gegenüber Nordkorea könnte das sogar von Vorteil sein.

Autoreninfo

Felix Lill ist als Journalist und Autor spezialisiert auf Ostasien.

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Mit seinen Drohungen habe der Nachbar im Norden „nichts zu gewinnen“, verkündete der künftige Präsident im Süden über soziale Medien. Es war Ende März, Nordkorea hatte gerade den erfolgreichen Test einer Interkontinentalrakete vollbracht – den schon zwölften dieser Art allein in diesem Jahr. Die nun abgefeuerte Waffe hatte eine Reichweite von rund 6000 Kilometern. Yoon Suk-yeol aber gab sich demonstrativ unbeeindruckt. Schließlich will der Konservative, der im Mai als neuer Präsident Südkoreas vereidigt wird, gegenüber dem verfeindeten Bruderstaat ohnehin schwerere Geschütze auffahren. Im Wahlkampf forderte er weitere Raketenabwehrsysteme aus den USA und eine Wiederaufnahme regelmäßiger Militärmanöver. Unter der nun scheidenden liberalen Regierung waren diese weitgehend ausgesetzt worden, um Verständigung mit Pjöngjang zu suchen.

Doch die Zeit der Annäherungen, das hat Yoon Suk-yeol mehrmals zu verstehen gegeben, ist vorbei. „Wenn ich die Gelegenheit erhalte“, sagte er Anfang des Jahres über Nordkoreas Regierungschef Kim Jong-un, „werde ich ihm Manieren beibringen.“ Dazu müsse sich Südkorea ausrüsten, um einen militärischen Erstschlag durchführen zu können. Nur so werde man den „ungezogenen Bengel“, wie der 61-jährige Yoon den 38-jährigen Kim auch schon nannte, unter Kontrolle bringen.

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Dorothee Sehrt-Irrek | Fr., 29. April 2022 - 13:45

Hauptsache die wunderschöne Landschaft und die hochzivilisierten und hochkultivierten Koreaner, Nord wie Süd bleiben darüber erhalten.
Im Moment fällt mir gar nicht ein, was Nordkorea eigentlich zur Erfolgsgeschichte Koreas in den Jahrhunderten beigetragen hat. Für den Süden fällt mir für die jüngste Zeit die genannte IT-Branche und die ausgezeichnete Filmindustrie ein.
Letztere bitte kreativ und nicht ausbeuterisch an der Gesundheit ihrer vielen Stars.
Ich schaue gar nichts anderes mehr. Das kommt daher, dass trotz der vielen Martial Arts Filme, immer noch genug zum Träumen bzw. Erinnern bleibt und erst der Witz. Da kann sich die beschriebene Art von Politik vielleicht eine Scheibe abschneiden.
Ich habe auch asiatische Verwandte... ich bin gesegnet...:)
Empfehle ganz Unkundigen auch die diversen Youtube Spaziergänge z.B. in Seoul, Busan?, Tokio, Kyoto ff.
Begonnen habe ich aber mit unglaublich guten chinesischen/Honkongfilmen, sowie japanischen.
Okay, Asien ist gesegnet!

Dorothee Sehrt-Irrek | Sa., 7. Mai 2022 - 17:57

Antwort auf von Dorothee Sehrt-Irrek

Selbstverständlich würde Nordkorea darauf verweisen, die Hauptlast des Kampfes um die Souveränität Koreas getragen zu haben, politisch wie militärisch.
Die unweifelhaften Stärken und Verdienste beider Landesteile scheinen sich nicht zu verbinden.

Ernst-Günther Konrad | Fr., 29. April 2022 - 14:22

Zwei Staatsführer, die beide mit den Säbeln rasseln und einer ständig Raketentests macht und behauptet, er habe Atomwaffen. Aka. Der neue will also von den USA militärisch aufgerüstet ggfls. einen Angriffskrieg führen können. Könnte es sein, das sich dort ein aktueller Kriegsherd entwickelt? Bislang war der Verrückte in Nordkorea "nur" mit Show-Einlagen von Raketentests und wüste Beschimpfungen bekannt geworden. Und nun soll ihm ein ebenso kriegslüsterner Präsident Süd-Korea den Schneid abkaufen. Stehen am zwei Verrückte gegenüber mit der Lunte in der Hand und spielen mit dem offenen Feuer? Ob sich die Südkoreaner mit der Wahl dieses Mannes einen Gefallen getan haben wird die Zukunft weisen. Jedenfalls wird die ohnehin schon angespannte Lage dort mit Sicherheit noch befeuert mit den geostrategischen Interessen der USA in der Region. War der Vorgänger den USA zu lasch, braucht es jetzt einen "Hardliner" als Präsident in Süd-Korea? An was mich erinnert mich das nur? Ich muss nachdenken.

Joachim Kopic | Fr., 29. April 2022 - 22:16

Die Welt ist auf dem besten Weg, eine gute zu werden ... und wenn nicht, dann hat sie es nicht verdient, zu existieren.
Satire zum Wochenende!

Bernhard Homa | Fr., 29. April 2022 - 22:37

Sieht nach der Methode Reagan aus ("evil empire", SDI usw.) – stimme aber Herrn Lill zu, das könnte zumindest mal ein neuer Impuls werden. Allerdings muss der neue Präsident dafür beweisen, dass er auch den zweiten Teil der Methode Reagan beherrscht: vorne laut und grob die Zähne fletschen, hintenrum sachbezogen verhandeln – bei letzterem hatte jedenfalls Trump arge Defizite