Viktor Orban
Viktor Orbán / picture alliance / Anadolu | Robert Nemeti

Streit um Druschba-Pipeline - „Orbáns Kurs ist ohne den innenpolitischen Druck nicht zu verstehen“

Während die Ukraine auf Milliardenhilfe angewiesen ist, droht Orbán mit dem Platzen des Kredits, um Ungarns Energieinteressen durchzusetzen. Im Interview erklärt Sebastian Hoppe, wie der Streit um die Druschba-Pipeline Energie, Wahlkampf und Krieg verknüpft.

Clemens Traub

Autoreninfo

Clemens Traub ist Cicero-Redakteur. Zuletzt erschien von ihm das Buch „Future For Fridays?“ im Quadriga-Verlag (Bastei Lübbe).

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Dr. Sebastian Hoppe ist seit März 2025 wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsschwerpunkt Politische Ökonomie und Integration am Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien (ZOiS). Er promovierte an der Universität Jena zur politischen Ökonomie staatlicher Strategien im Fernen Osten Russlands. Zuvor war er u.a. an der FU Berlin, der SWP, der University of Sussex und der Universität Leipzig tätig. Er studierte Politikwissenschaft, Internationale Beziehungen und Geschichte in Leipzig und Moskau.

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Armin Latell | Fr., 27. Februar 2026 - 18:25

an die Verbrecher in der Ukraine ist einer zu viel. All das Geld ist definiv weg, auch in privaten Kanälen versickert. Die 3 von der Tankstelle + die 3 Wetter Taft Werbefläche zündeln solange, bis sie direkt an die Benzinkanister kommen. Zu diesem provozierte Krieg hätte es nie kommen dürfen, oder er müsste schon längst wieder beendet sein. Das wird aktiv verhindert. Ich hoffe, Orban setzt sich durch!

Walter Buehler | Fr., 27. Februar 2026 - 18:27

Herr Hippe und Herr Traub erwähnen nicht , dass die Ukraine seit Beginn des Krieges die Pipeline durch die Ukraine nicht unterbrochen hat, sondern im Gegenteil Milliarden Dollar an Transitgebühren kassiert hat.

Hierzu wären von seriösen Journalisten konkrete Zahlen zu erwarten, auch auf welchen ukrainischen Konten die Gebühren geblieben sind. Schließlich ist der Korruptionsverdacht gegen Selenski und seine Entourage kein Geheimnis mehr.

Die NICHT durch die Ukraine führende NS-2 Pipeline ist von der Ukraine in einem terroristischen Akt zerstört worden.

Warum hat sie die Leitung durch das eigene Land offen gelassen? Diese Leitung wäre doch viel leichter zu unterbrechen gewesen.
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Ich glaube, dass in jedem Krieg völlig blindes Vertrauen in die Kriegspropaganda einer Seite ein Verständnis der tatsächlichen Vorgänge unmöglich macht.

Ich glaube auch, dass die EU von der Ukraine keinen Dank für ihre Hilfe zu erwarten hat, solange die Nationalisten in Kiew an der Macht bleiben.

Klaus Funke | Fr., 27. Februar 2026 - 18:47

Die Ukraine und all die "Unterstützer" sorgen für den Abwärtstrend in Europa. Selensky hat keine Skrupel, uns alle mit hinab in die Hölle zu reißen. Wann wird dieser Mann endlich gestoppt. Die Russen scheinen es nicht zu wollen oder nicht zu können. Ich tippe auf Nichtkönnen. Putin hat fertig. Es muss einer ran, der dem Westen den Stiefel ins Genick setzt. Warum nicht die atomare Karte spielen? Dann würde der Westen zurückschrecken und die USA würden ebenfalls innehalten. Vor dem Sommer muss Schluss sein mit dem verdammten Ukraine-Poker. Entweder mit aller Gewalt oder komplettes Zurückziehen. Anders geht es nicht. QED

die sogenannte Kubakrise. Da standen wir alle, die ganze Welt, vor der atomaren Auslöschung. Die Amis hätten das durchgezogen, verantwortungslos wie sie heute noch sind. Die Sowjets haben sich zurückgezogen. Putin trägt im Gegensatz dazu die Verantwortung dafür, Nuklearwaffen nicht einzusetzen. Das Resultat wäre mindestens das sofortige Ende des Lebens in Mittel-und Westeuropa. Und genau dort lebt meine Familie und ich, Sie wohl auch. Wir sollen das Pfand für das Ende dieses Krieges sein? Putin ist berechenbar, er hat, wie es seine Art ist, auch schon angedeutet, was geschieht, wenn die 4 Dummköpfe wirklich direkt und aktiv eingreifen. Eine 'chirurgische Aktion' wie in der Ukraine wird er dann nicht durchführen. Wenn es hart auf hart kommt, werden die Amis nicht Washington, New York oder auch nur eine ihrer anderen Städte für Berlin, Paris oder London opfern. Mit Medwedjew wären wir vllt. schon an ihrem Traumziel.

Hans Jürgen Wienroth | Fr., 27. Februar 2026 - 20:41

Ist die Welt wirklich so eindeutig, wie sie hier dargestellt wird? Hat die Ukraine nicht die ungarische Sprache, wie übrigens auch die russische, auch in den Landstrichen verboten, wo ein großer Bevölkerungsanteil diese als „Heimatsprache“ nutzte? Man stelle sich den Aufschrei vor, man dürfe z. B. in unserem Land nicht mehr „türkisch“ sprechen.

Können Ungarn und die Slowakei über die hier genannten Pipelines tatsächlich mit ausreichend Öl aus anderen Quellen versorgt werden und kann das Öl dort auch weiter verarbeitet werden? In Schwedt z. B. bedurfte es großer Anpassungen, weil das neue Öl eine andere Zusammensetzung hatte. Ist das EU-Öl ggf. auch „russisches Öl“, das nur über z. B. Indien geliefert wird?

Welchen Einfluss nimmt die EU auf den Wahlausgang über die internationalen „Zivilgesellschaften“, deren Offenlegung der Finanzierung die EU verhindert hat? Warum wohl?

Alles nur Verschwörungstheorien oder warum sonst wurde das hier nicht angesprochen?

Walter Buehler | Fr., 27. Februar 2026 - 22:08

Die ukrainische Führung hat die außerhalb ihres Landes verlaufene Pipeline NS2 sprengen lassen.

Warum hat sie das mit der Druschba-Pipeline bis heute nicht getan, die quer durch die Ukraine verläuft? Da wäre es doch ganz einfach gewesen.

Wieviel Öl aus der Druschba-Pipeline hat die Ukraine eigentlich selbst für sich behalten?

Auf welchen Konten sind die hohen Transit-Gebühren gelandet?

Ich finde, das sind wichtige Fragen, die beantwortet werden sollten.
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Wenn Partnerstaaten innerhalb der EU mit der Ukraine-"Politik" (oder Selenski-Politik) der "willigen" EU-Staaten nicht einverstanden sind, wird in in Deutschland sofort eine einseitige Kampagne gegen sie gestartet.

Daraus kann der Keim für das Scheitern des (an sich wunderbaren) europäischen Konzepts entstehen, das die EU ursprünglich verwirklichen wollte.

Michael Kaufmann | Fr., 27. Februar 2026 - 23:17

Wie in letzter Zeit so oft scheinen die Kommentare die fehlenden Informationen zu liefern die guter Journalismus leisten sollte.
Aber aus welchen Gründen auch immer nicht willens ist.

Dagmar Lubig | Sa., 28. Februar 2026 - 10:24

Antwort auf von Michael Kaufmann

Beispielsweise lese ich hier, daß Slowakei und Ungarn weitgehend am Status quo festhalten, anstatt Lieferungen über Kroatien zuzustimmen.
Aber, seit dem Besuch von Rubio in beiden Ländern, und einer aktuellen Anfrage an Kroatien, ist bekannt geworden, dass Kroatien Lieferungen an beide Länder abgelehnt hat, übrigens auch ein Mitglied der EU.

So viel zum dem angeblichen Zusammenhalt der EU-Länder untereinander!!!
Die EU gestaltet sich eher als Knute für die jenigen Regierungschefs, die der selbsternannten EU-Chefin zu unbequem werden!
Tja, bis dato ist es am bequemsten dem "Leithirsch" dieser institution zu folgen, aber entsprechend sieht der ganze "Laden" aus.