Grenze Ceuta
Kontrollen an den Grenzen von Ceuta / picture alliance/dpa | Europa Press

Invasion von Ceuta - Warum Ceuta und Melilla zu Spanien gehören

Marokko erhebt Anspruch auf Ceuta und Melilla. Die beiden Exklaven gehören allerdings schon seit 1580 bzw. 1497 zu Spanien – Jahrhundere, bevor Marokko Kolonie wurde. Bei 160.000 dort lebenden Spaniern ist eine „Rückgabe“ an Marokko undenkbar.

Autoreninfo

Max-Emanuel Hampel studierte Politikwissenschaft und Philosophie in Passau und Bari. Derzeit absolviert er ein Praktikum bei Cicero.

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Wie regiert man einen Teil des eigenen Landes, der viele Kilometer weit entfernt auf einem anderen Kontinent liegt? Die spanischen Küstenstädte Ceuta und Melilla, die durch die Straße von Gibraltar vom Hoheitsgebiet abgetrennt im Norden Afrikas und eingegrenzt von marokkanischem Gebiet liegen, werfen diese Frage auf. Trotz der geografischen Distanz gelten die Exklaven als integraler Bestandteil des spanischen Staatsgebiets und gehören trotz des Ausschlusses aus der Zollunion zur EU. Für das Nachbarland Marokko gelten die beiden Städte Ceuta und Melilla jedoch als Überbleibsel aus der Kolonialzeit, deren Zugehörigkeit zu Spanien bis heute bestritten wird.

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Thomas Hechinger | Do., 6. August 2026 - 19:38

Marokko wird sich die beiden Städte holen, wenn es die Zeit dafür gekommen sieht. Neben dem Völkerrecht gibt es auch das Recht des Stärkeren und Gerisseneren. Hat sich Ludwig XIV. um das Völkerrecht gekümmert, als er nach dem Elsaß griff? Hat sich Friedrich II. von Preußen um das Völkerrecht gekümmert, als er nach Schlesien griff? Hat sich das zaristische Rußland um das Völkerrecht gekümmert, als es nach der Krim griff? Irgendein Dokument findet sich immer, mit dem man die eigenen Ansprüche rechtfertigen kann. Notfalls fälscht man eines.
Nur wenn Spanien bereit ist, Ceuta und Melilla militärisch zu verteidigen, und es für Marokko zu „teuer“ erscheint, werden die Städte bei Spanien bleiben. Die Generalprobe mit der Invasion der 60.000 hat aus Spaniens Sicht nicht geklappt. Im Theater gilt das als gutes Zeichen für die Aufführung. Ob das in der Politik auch so ist, habe ich meine Zweifel.

Heidemarie Heim | Fr., 7. August 2026 - 09:59

Antwort auf von Thomas Hechinger

Und ob das geklappt hat lieber Herr Hechinger!Schauen Sie mal auf welt-tv,mit was die Ceutis momentan konfrontiert sind.Und wie vor Tagen schwanken die Zahlen von 1500-angenommenen 5000 minderjährigen Migranten plus Erwachense,die auf Friedhöfen usw. übernachten,in 150m langen Schlangen vor der örtlichen Polizeidienststelle stehen um sich registrieren zu lassen,weil sie sich als Minderjährige bessere Chancen ausrechnen aufs spanische Festland verbracht zu werden.Auf was sie laut Gesetz und Urteil ja nun tatsächlich Anspruch haben.Und man muss nun Schulen räumen,um die katastrophalen Verhältnisse der auf der Straße Lebenden,reihenweise auch medizinischen Notfällen irgendwie Herr zu werden.Da herrscht der absolute Notstand,was Madrid scheinbar peripher geht.Kontrollverlust seitens Spaniens wie bei uns.Und Marokko hat die Tore zurück geschlossen.Angeblich wird momentan über die Rücknahme all dieser Jugendlichen und jungen Männer verhandelt. Natürlich gegen was wohl? MfG

Thomas Hechinger | Fr., 7. August 2026 - 11:12

Antwort auf von Heidemarie Heim

Liebe Frau Heim, Sie haben meinen Beitrag mißverstanden. Ich habe mir die entsprechende Passage noch einmal durchgelesen und gebe gerne zu, daß ich das sehr wirr aufgeschrieben habe. Ich nehme daher die Schuld für das Mißverständnis auf mich. Das imaginierte Theaterstück, auf das ich metaphorisch anspiele, heißt: „Wie Spanien den Angriff auf Ceuta abwehrte“. Und da gab es eine Hauptprobe, nämlich den Angriff von 60.000, wahlweise 80.000 Marokkanern am 30. Juli 2026. Diese Hauptprobe ging im Sinne Spaniens schief. Die Invasoren drangen in Ceuta ein. Und demnächst kommt die Premiere. Nach der Theaterlogik müßte die jetzt erfolgreich sein, das heißt, daß es Spanien gelänge, den Angriff abzuwehren. Aber genau das stelle ich in meinem letzten Satz wieder in Frage: „Ob das in der Politik auch so ist, habe ich meine Zweifel.“
In meinem Kommentar waren das wohl ein paar Pirouetten zu viel. Ich habe ihn selbst kaum mehr verstanden.

Lieber Hechinger!Ich glaube,wir meinten über Umwege das selbige.Denn natürlich könnte keine Rede davon sein,egal aus wessen Sicht,dass Spanien und insbesondere mit seiner sozialistischen Regierung außer wie Sie anmerken mit massiver militärischer Gewaltanwendung oder wie bei uns 2015 befürchteten
"unschönen Bilder", nichts ausrichten kann zum Schutz der Grenzen.Und bei Urteilen wie dem zuletzt ergangenen wohl auch keinen gesteigerten Willen dazu haben.Und die beiden Exklaven samt Einwohnern mit dem Elend dermaßen im Stich lassen,dass sich sogar jetzt König Felipe bemuessigt fühlt sich dort um seine Untertanen persönlich zu kümmern. Derweil tuckert ein Boot der spanischen Küstenwache in den Gewässern herum,die eine für den 15.August angeblich angekündigte nächste Welle abwehren bzw. Anlandungen verhindern soll.Ein schlechter Witz,genau wie das ganze GEAS-Gedoense, über den keiner lachen kann. LG

Spanien müßte Truppen nach Ceuta und Melilla bringen. Und sie müßten so massiv auftreten, daß die möglichen Angreifer auch abgeschreckt werden. Das wäre der günstigste und wünschenswerte Fall. Im Zweifel müßten die Truppen aber auch bereit sein zu schießen. Das ist ein Gedanke, den man in Deutschland kaum zu denken, schon gar nicht zu sagen wagt. Ich habe es hiermit getan. Wir dürfen uns die Erzählung, hier handle es sich um arme Menschen, darunter auch Frauen und Kinder, die auf der Suche nach einem besseren Leben die Grenze überwinden wollten, nicht länger bieten lassen. Sie ist eine faustdicke Lüge. Es geht hier nicht um 20 Leute, die man mit 2 Zollbeamten, 10 Polizeibeamten und einem Polizeihubschrauber zurückhalten könnte. Wenn Zehn- oder Hunderttausende unfriedlich eindringen, ist das ein Angriff. Ein Angriff auf die Souveränität Spaniens, ein Angriff auf die Europäische Union. Man darf die Augen nicht länger vor der Wirklichkeit verschließen.

Heidemarie Heim | Fr., 7. August 2026 - 13:25

Antwort auf von Thomas Hechinger

Wem sagen Sie das?Doch das das war und ist bis scheinbar heute noch so, ein spezielles Merkmal unserer Willkommenskultur!Ich glaube,da haben wir den Spaniern sogar noch einiges voraus.Wir lassen nicht nur jeden ohne Papiere rein,dulden über Jahre,lassen durch sämtliche Instanzen klagen,und wenn die so ermittelte Ausreisepflicht festgestellt wurde,findet sich wie aktuell in Köln bestimmt noch ein besonders gutmenschlicher Mitarbeiter im Ausländeramt,der die Ausreise mit Hilfe sozialpädagogischer Betreuung in eine Integration mit dem Ziel der Einbürgerung umzuwandeln beabsichtigt für 500 Menschen mit Großfamilienanhang, die sich vereinzelt auch mal eine kleine Auseinandersetzung auf Kölns Straßen liefern.So wie man in ihrer eigentlichen Heimat,dem Balkan Probleme halt so löst;).Ein Foto sagt oft mehr als alles andere.Bei einem Beitrag heute gesehen die Beschilderung vorm Eingang der Behörde in Köln von oben nach unten:
Ausländeramt
Amt für Integration und Vielfalt
Bürgerdienste
LG

Gerhard Weißenberger | Fr., 7. August 2026 - 12:29

Antwort auf von Thomas Hechinger

Die EU ist wegen der hirnrissigen Entscheidungen des EuGH militärisch machtlos gegen den auf absehbare Zeit immer anschwellenderen Invasionsdruck aus dem Süden und Osten und damit städig erpressbar.
Es geht um Geopolitik und die Islamisierung. Es wird Zeit, dass sich die NATO damit beschäftigt, ab welcher Quantität pro Zeiteinheit eine Invasion Unbewaffneter als kriegerische Aggression zu beurteilen ist.

Walter Bühler | Do., 6. August 2026 - 19:48

Lieber Herr Hampel,

Am Ausgang des Mittelmeeres zum Atlantik erhebt nicht nur Marokko Ansprüche auf das Territorium anderer Staaten, sondern auch Spanien.

Denn seit 1704 herrscht England über Gibraltar, nachdem Gibraltar seit 1462 von Spanien, zuvor von den "Muslimen" und davor bis 711 von den Westgoten beherrscht worden war.

Ceuta gehörte erst ab 1415 zu Portugal, wie das Wappen bis heute zeigt. Erst 1658 kam es zu Spanien, also 46 Jahre, bevor Gibraltar zu England kam.

So stehts in Wikipedia.
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Übrigens: Die Falkland-Inseln nahe Südamerika

Nach der Unabhänggkeit Argentiniens von Spanien behauptete England seit 1833 seinen Besitzanspruch und richtete 1837 eine Kolonialverwaltung ein ... usw.

Jedenfalls: Ich denke, dass in dieser Welt fast alles denkbar und nichts undenkbar ist.
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Nix für ungut.

Jens Böhme | Do., 6. August 2026 - 20:06

Eine Debatte zur "Rückgabe Ceuta und Melilla" von Marokko aufzunehmen, nachdem Marokko ca. 40000 Freiwillige für einen Sturm auf Ceuta gefunden und erfolgreich durchführen lassen hatte - ist dasselbe wie ein von Russland angezettelter Krieg zur Rückgabe der Ukraine an Russland.

Klaus-Peter Götze | Do., 6. August 2026 - 23:58

für Volksbefragungen. Wenn die Einwohner von Ceuta und Melilla Spanier bleiben wollen, dann sollen sie zu Spanien gehören. Dasselbe gilt für die Falkländer. Die wollen bei Britannien bleiben, also -gut ist's.

Markus Michaelis | Fr., 7. August 2026 - 02:02

Im progressiven Lager wird mal gesagt, dass es eher keine Völker gebe, alles immer durchmischt wurde oder ähnliches. Dann sind irgendwelche Volksbezüge mit Ewigkeitsansprüchen auf bestimmte Gebiete und kulturell klar zugeordnete Dinge sehr wichtig.

Ist das eigentlich immer klar, wann welche Kriterien gelten?

Robert Hans Stein | Fr., 7. August 2026 - 10:25

Entscheiden sollten die, die es betrifft, die Bevölkerung der strittigen Territorien. Weil hier Gibraltar und die Falklandinseln erwähnt wurden - in beiden Fällen sind die Ergebnisse von Volksentscheiden sehr eindeutig zugunsten Großbritanniens ausgefallen. Die spanischen Exklaven werden zu fast 100% von Menschen bewohnt, die sich als Spanier verstehen, so what? Man könnte fortfahren mit ehemaligen Sowjetrepubliken, dem Balkan.... Die Entscheidungen sind von den jeweils Unterlegenen zu akzeptieren; wem es nicht passt, der möge sein Bündel schnüren.