Reza Pahlavi
Reza Pahlavi ist der Sohn des letzten Schahs / Foto: Clara Molden/Telegraph/Camera Press/Picture Press

Reza Pahlavi im Portrait - Kronprinz ohne Land

Er ist der älteste Sohn des letzten Schahs und möchte den Iran in eine Zukunft ohne religiöse Herrscher führen. Unklar ist, ob die Bevölkerung Reza Pahlavi folgen will. Aus den USA agierend, ist er dem Mullah-Regime ein Dorn im Auge.

Clemens Traub

Autoreninfo

Clemens Traub ist Cicero-Redakteur.

So erreichen Sie Clemens Traub:

Paris, 23. Juni. Reza Pahlavi steht vor den Kameras, die Hände fest auf ein schmales Pult gelegt. Hinter ihm wehen zwei Flaggen der alten persischen Monarchie – Sonne, Löwe und Schwert auf grün-weiß-rotem Grund. Erst am Vortag hatten amerikanische Bomber iranische Atomanlagen attackiert; nun spricht der älteste Sohn des letzten Schahs zur Presse. „Das ist unser Berliner-Mauer-Moment“, sagt Pahlavi ohne einen Hauch von Zögern. Er sieht das Ende der Islamischen Republik zum Greifen nah – und die existenzielle Krise des Regimes als seine Chance.

Cicero Plus

Ohne Abo Lesen

Mit tiun erhalten Sie uneingeschränkten Zugriff auf alle Cicero Plus Inhalte. Dabei zahlen Sie nur so lange Sie lesen – ganz ohne Abo.

Bei älteren Beiträgen wie diesem wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen. Wir bedanken uns für Ihr Verständnis.

Heidemarie Heim | Mo., 22. September 2025 - 11:47

Wenn man sich weitere Beispiele unmöglich erscheinender Umkehrungen einst noch blühenderer Staaten wie z.B. den Libanon, einst als Paris des Ostens bezeichnet ansieht, mag man ermessen können, welche Mammutaufgabe ein solcher Umbruch einer ganzen Gesellschaft darstellt. Zudem innerhalb einer invasiv nach innen wie außen wirkenden Religion, die den Anspruch erhebt die allein wahrhafte zu sein. In einer Gegend, wo sie in all ihren Ausformungen o. unterschiedlichen Glaubenssträngen zudem auch alle politischen Alleinstellungsmerkmale erfüllt, die den dortigen Raum prägen. Eine Rückkehr zur Monarchie aufgrund irgend eines "direkteren Nachkommens Mohammeds" o. aufgrund uns unbekannter Stammeshierarchien, erscheint auch mir wenig praktikabel um eine Art von allen umzingelter 2.Demokratie im Nahen Osten zu schaffen. Ein im Grunde genommen zweiter Stachel im Fleisch aller übrigen autoritären Herrscher, die wohl ebenso wenig Interesse an einer westl. "Verweltlichung" ihrer Völker haben dürften.

Klaus Funke | Mo., 22. September 2025 - 11:57

Pahlavi ist seinem Volke fremd. Sowas geht nicht gut. Es gibt für den Schah-Sohn keine Basis im iranischen Volk und die religiösen Führer werden ihn kaum unterstützen. Ein Staatsstreich von oben und von außen muss scheitern. Sinnlose Mühe, sinnloses Blutvergießen. Reden wir nicht weiter darüber.