Akesson
Schwedendemokrat Jimmie Akesson / picture alliance / TT NYHETSBYRÅN | Pontus Lundahl/TT

Schwedendemokraten auf dem Vormarsch - In Schweden etabliert sich Rechtsaußen in der Mitte

Jimmie Akesson will Minister werden, seine Partei rückt in die Mitte – trotz rechtsextremer Wurzeln. Schweden erlebt einen politischen Umbruch mit Folgen für Regierung, Nato-Kurs und Gesellschaft.

Autoreninfo

Jens Mattern ist freier Auslandskorrespondent für Polen, das Baltikum und Skandinavien.

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Jimmie Akesson, Chef der rechten Partei „Schwedendemokraten“ (SD), hat in der vergangenen Woche wichtige Ansagen gemacht. So meinte der 46-Jährige während des Demokratiefestivals „Almedalsveckan“ auf der Insel Gotland, bei dem sich Parteivertreter für fünf Tage zum Anfassen zeigen, gegenüber Sveriges Radio: „Es ist ganz klar, dass es sich bei mir um einen Kandidaten für das Amt des Regierungschefs handelt.“ 

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Ernst-Günther Konrad | Do., 3. Juli 2025 - 12:01

Auch dort wurde inzwischen erkannt, das links-grüne und liberale Politik, die Probleme nicht löst, sondern vergrößert. Und die Moderaten (dürfte die CDU in Schweden sein) vergeigt ebenso ihre Chance, gemeinsam mit den SD zu regieren, wie bei uns. Und was passiert? Die haben durch ihr Verhalten dem SD gegenüber das gleiche Problem, wie unsere UNION mit der AFD. Demnächst dürfen die Moderaten dann als kleinerer Partner mit den SD regieren. Gut so. Warum glaubt man eigentlich allen anderen Parteien ihrer *Läuterungen* nur nicht den SD? Aus demselben Grund wie bei uns. Man fürchtet sie, weil sie die Probleme nicht nur erkennen und klar benennen, sondern auch angehen wollen. Merz sollte nach Schweden schauen, wie es seinen Scheinkonservativen demnächst ergehen wird. Es beruhigt mich ungemein, das in Europa die Konservativen wieder auf dem Vormarsch sind und diese Linksfaschisten verdrängt. Hallo Frau Grönhall, wie denken sie als Deutsche in Schweden über diese politische Aussichten?

Christa Wallau | Do., 3. Juli 2025 - 13:19

Da werden in Schweden ja wohl mit Sicherheit die Lichter der Demokratie bald erlöschen, wenn dort jetzt Menschen an die Macht kommen, die ähnliche Ansichten vertreten wie die AfD, welche im - ach so - wachsamen Deutschland zu gleicher Zeit (!) sogar v e r b o t e n werden soll, um "unsere Demokratie" zu retten.

Unvorstellbar: In Schweden dürfen jetzt "Nazis" mitregieren.
Welch ein Untergangs-Szenario!

Oh, ihr verblendeten Schweden!
Schaut nach Deutschland:
"Wir schaffen das!" - blöken dort noch immer viele Schafe.
Unsere Altkanzlerin u. viele deutsche Bürger verteidigen bis heute ihre Politik der "Herzen". Merkel fällt ihrem Nachfolger, der krampfhaft kleinste Schritte zu unternehmen versucht, die katastrophalen Folgen der wilden Einwanderung einzudämmen, permanent in den Rücken.

Tja, wer handelt da wohl vernünftiger?
Schweden oder Deutschland?

Meine Antwort auf diese Frage kennen alle, die meine Kommentare schon länger lesen.

Jens Böhme | Do., 3. Juli 2025 - 20:09

Antwort auf von Christa Wallau

"Da werden in Schweden ja wohl mit Sicherheit die Lichter der Demokratie bald erlöschen..." - Genau und dann durch ganz Schweden Fackelumzüge *grins*

Ann-Katrin Grönhall | Do., 3. Juli 2025 - 14:39

Ich lebe seit vielen Jahren in Schweden und bin über den Richtungswechsel der Politik durchaus nicht böse.
In Schweden wurde zu lange, zu weit links regiert und nun rückt es politisch nach rechts und das ist gut so.
Ob Akesson, die Probleme ,welche er vorgibt lösen zu können ,auch wirklich lösen kann bleibt zu hoffen und ist zumindest bedeutend realistischer als eine Problemlösung mit einer sozialdemokratischen Regierung!

Die SD distanzierte sich von Gustaf Ekström.
und Akesson, schmiss zu extreme Mitglieder aus der Partei.
Die SD ist eine rechte Partei - nicht mehr und nicht weniger.
Das der Parteichef den Kontakt zur radikaleren Szene wie Rechtsrockbands hält, nun ja: In Deutschland hält der Bundespräsident den Kontakt zu Linksrockbands.

Wolfgang Borchardt | Do., 3. Juli 2025 - 17:52

Antwort auf von Ann-Katrin Grönhall

Rechtsruck von links in die Mitte. Links macht zu viele Fehler, das sind Punkte für andere. Die deshalb zu verbieten, ist nicht so einfach, wie man glaubt.

H. Stellbrink | Do., 3. Juli 2025 - 17:38

Die politische Linke sah sich schon immer auf dem Weg des gesellschaftlichen Fortschritts zu Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Dazu müssen die gesellschaftlichen Umwälzungen unumkehrbar gemacht werden, denn es darf keinen Rückschritt vom Fortschritt hin zum weltlichen Paradies geben. Dafür wird die Freiheit als erstes geopfert, und die Brüderlichkeit notfalls erzwungen.
Die Mehrheiten der Völker Europas wollen das nicht mehr. Sie haben genug. Das, was Trump in den USA an linken Phantastereien abschafft, will man hier mit zivilisierteren Mitteln erreichen. Die Einzigen, die eine solche Veränderung erreichen können, sind die rechten Parteien. Bei der fundamentalen Weigerung des politischen Establishments, substanzielle Veränderungen zuzulassen, stört auch deren radikalere Vergangenheit immer weniger. Wenn es anders nicht geht....