- In Washington wird der Ausnahmezustand zur Routine
Ein bewaffneter Mann eröffnet das Feuer auf Secret-Service-Agenten, wenige Blocks vom Weißen Haus entfernt. In Europa hätte ein solcher Angriff tagelang Schlagzeilen produziert. In Washington nimmt man ihn kaum noch zur Kenntnis.
Vor einem Jahr stand ich mit meinen Kindern genau dort, wo am Montag die Schüsse fielen. Die National Mall im Frühling, die Monuments im Gegenlicht – Touristen, Schulklassen, Pendler auf dem Weg ins Büro, Jogger, die ihre Runden um den Reflecting Pool drehen. Es ist das Herz der amerikanischen Hauptstadt, zugleich Freilichtmuseum und Geschäftsviertel, Treffpunkt von Schulausflügen und Lobbyisten. Man fotografiert, man läuft, man trinkt Kaffee vor dem Smithsonian.
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