Spionage-Affäre in Bulgarien - Mit Pistole und Gold im Bett

In Bulgarien soll Staatspräsident Radew mit einer Drohne Fotos aus dem Schlafzimmer von Regierungschef Borissov geschossen und veröffentlicht haben. Ist das ein bizarrer Streit unter Rivalen, oder steckt dahinter eine politische Intrige?

schlagzeilen-bulgarien-spionage-radew-borissov-drohne-schlafzimmer-offentlichkeit-prasident-medien
Staatspräsident Radew soll Ministerpräsident Borissov mit einer Drohne im Schlafzimmer fotografiert haben/ dpa

Autoreninfo

Frank Stier ist Korrespondent für Südosteuropa und lebt in der bulgarischen Hauptstadt Sofia.

So erreichen Sie Frank Stier:

Ein bizarrer Nachbarschaftsstreit zwischen Bulgariens Ministerpräsident Boyko Borissov und Staatspräsident Rumen Radew skandalisiert die bulgarische Öffentlichkeit. Beide wohnen auf dem weitläufigen Gelände der Residenz des früheren kommunistischen Staats- und Parteichefs Todor Schivkov in Sofias Nobelvorort Bojana.

Borissov residiert in der Villa Sevkoja, Radew in der benachbarten Villa Kalina. Nachdem am vergangenen Mittwoch das radikaloppositionelle Onlinemedium Afera.bg kompromitierende Fotos aus Borissovs Schlafzimmer veröffentlicht hat, bezichtigte der Regierungschef das Staatsoberhaupt, ihn per Drohne auszuspionieren. „Präsident Rumen Radew erlaubt sich, eine Drohne steigen zu lassen, um mich zu filmen. Vom Staatsschutz haben sie mir gesagt, dass die Chinesen ihm die Drohne geschenkt haben”, erklärte der Ministerpräsident auf einer unverzüglich einberufenen Pressekonferenz. Einige Dutzend Minister und Parteigänger stärkten ihm dabei den Rücken durch Applaus. 

Angebot auswählen und weiterlesen

  • Tagespass
    i
    • 24-Stunden-Zugriff auf alle Inhalte
    3,90 €
  • Monatsabo
    i
    Unsere Empfehlung
    • 4 Wochen gratis
    • danach 9,80 €
    • E-Paper, App
    • alle Plus-Inhalte
    • mtl. kündbar
     
    0,00 €
  • 3-Monatsaktion
    i
    • 3 Monate lesen, 2 zahlen für 19,60 €
    • danach 9,80 pro Monat, mtl. kündbar
    • E-Paper
    • alle Plus-Inhalte 
    19,60 €
Ernst-Günther Konrad | Fr, 19. Juni 2020 - 16:36

Wer da Dreck am Stecken hat, weiß ich nicht. Ist mir auch egal. Das soll das bulgarische Volk bei den Wahlen beurteilen. Das alles hat so einen Hauch von Strache in Österreich. Vielleicht sehen wir das auch im neuen James Bond. Das einzige was mich immer stutzig und sehr vorsichtig macht ist der Umstand, wenn jemand schon so lange im Amt ist, bei Borrisov schon 11 Jahre, sich natürlich das Machtdenken stark ausgeprägt haben und er eben auch mit unsauberen Mitteln arbeiten könnte. Das kennen wir doch alles auch von uns, oder?
So, so, der Staatspräsident soll dahinter stecken.
Bilder soll es geben, wonach Borrisov mit Pistole und wie praktisch auch noch sofort sichtbar mit Euroscheinen und Goldbarren in der halboffenen Nachtischschublade daneben schläft?
Hat der kein Liebesleben, da wäre doch sicher mehr gegangen?
Eine Drohne wurde möglicherweise benutzt. Ganz schlechtes Kino würde ich sagen. So ein bisschen Krimi im Cicero ist ja auch mal ganz nett, wenn das Drehbuch stimmt.

Unter der deutschen Präsidentschaft soll die EU-Kommission zwei- und dreistellige Milliardenbeträge an die " Führungsfiguren " der Mitgliedsländer, zur weitgehend freien Verwendung, zu vergeben haben. Für Bulgarien werden die Beträge sicher nicht so groß sein wie für Spanien oder Italien, für eine lukrative Weiterentwicklung der Regime wird es aber genug sein. Die Leute, die eine Wirtschaftsentwicklung in ihren Heimatländern bräuchten, können ja weiterhin in den deutschen Fleischfabriken, auf den Straßen und Baustellen der reichen Länder arbeiten - dafür wird sich die Kommission und das EU-Parlament mit aller Kraft einsetzen. Freude schöner Götterfunken.

Ihr Kommentar zu diesem Artikel

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.

Liebe Leserinnen und Leser,
wir freuen uns über jeden Kommentar und wünschen uns eine konstruktive Debatte. Beleidigende, unsachliche oder obszöne Beiträge werden deshalb gelöscht. Auch anonyme Kommentare werden bei uns nicht veröffentlicht. Wir bitten deshalb um Angabe des vollen Namens. Darüber hinaus behalten wir uns eine Auswahl der Kommentare auf unserer Seite vor. Um die Freischaltung kümmert sich die kleine Onlineredaktion von Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr. Am Wochenende werden Forumsbeiträge nur eingeschränkt veröffentlicht. Nach zwei Tagen wird die Debatte geschlossen. Wir danken für Ihr Verständnis.