- Stabile Ordnungen werden durch Gewalt geschaffen
Der Krieg in der Ukraine ist kein historischer Ausnahmefall, sondern Ausdruck einer vertrauten Logik machtpolitischer Neuordnung. Was wie Chaos erscheint, folgt der inneren Struktur eines ungelösten Systemkonflikts, der seit dem Ende des Kalten Krieges fortwirkt.
Russlands Angriff auf die Ukraine gilt oft als kolonialer Reflex eines untergegangenen Imperiums. Doch diese Deutung greift zu kurz. Kriege sind nicht nur Ausbrüche roher Gewalt – sie formen neue Ordnungen, oft stabiler als zuvor. In diesem Licht erscheint Putins Krieg nicht als Akt imperialer Rückschau, sondern als verspätete Konfrontation zwischen Moskau und Washington – ein Machtkonflikt, den der Kalte Krieg nur eingefroren, aber nie entschieden hat.
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für die Interessen der USA und der US Konzerne ihr Leben opfern und ihr Land zerstören lassen. Es scheint ein großer Teil des Volkes hat das erkannt und hat lieber die Flucht ergriffen.
(und *innen selbstredend) - sie haben/hatten einfach die falschen Freunde... (und haben diesen 'Freunden' aus Rache auch - höchstwahrscheinlich gemeinsam mit anderen 'Freunden'... - noch die Gasleitung gesprengt... - aus ihrer Sicht vielleicht sogar zu Recht...?)
Für das ukrainische Mütterchen, die nur ihren Garten in Schuss halten und überleben will, interessiert sich tatsächlich: NIEMAND!! im näheren und weiteren Westen... 🇪🇺 🇺🇸 - und Putin natürlich auch nicht, der Richtigkeit halber.
Artikel wären, dass der Westfälische Frieden die europäische Staatenordnung zwar begründet hat, jedoch keinen dauerhaften Frieden. Die kriegerische Durchsetzung der französischen Machtinteressen nahm erst nach dem Friedenschluss noch mal richtig FAHRT AUF. Wesentlich zutreffender wäre der Wiener Kongress , der den Kriegsverlierer Frankreich IN DIE Gestaltung der Nachkriegsordnung einbezogen hat und so auf ein halbes Jahrhundert Frieden in Europa kam. Ansonsten lässt der Artikel einen etwas zwiespältigen Eindruck zurück. Muss es erst Krieg geben um zu einem stabilen Frieden zu kommen?
Im konkreten Fall hat Putin seit 2007 seine Vorstellungen deutlich gemacht (die UA nicht in der NATO) und Europa hat sie ignoriert. Wie der Frieden aussieht, wissen wir nicht, evtl. werden wir es nie wissen, wenn es zum Einsatz von Kernwaffen kommt.
Europa muss zu einem "modus vivendi" mit Russland kommen und Selensky mitteilen, dass es mit der Unterstützung gut ist, und er die Bedingungen Russlands akzeptieren sollte.
dies auch so sehen (würden), dann könnte man den unsinnigen Tod vieler junger ukrainischer und russischer Männer verhindern und einen Frieden machen. Dass die Ukraine aus diesem Frieden nicht mehr in der Form heraus kommt, in der sie in den Krieg gezogen wurde, ist leider dann eine unweigerliche Folge. Für mich eine Folge der zwar souveränen und nachvollziehbaren, aber fatalen Entscheidung der Ukraine, sich an den Westen zu binden. Wer entscheidet, muss die Folgen seiner Entscheidung tragen, niemand weiß das besser als Deutschland, auch wenn dieser Vergleich sehr hinkt.
Die Alternative, Russland in diesem Krieg niederzuzwingen und in die Bedeutungslosigkeit zu schicken, wäre gewiss nicht die bessere. Und wenn es so ist, wie der Autor schreibt, werden die Russen dies auch nicht zulassen, zur Not mit der nuklearen Alternative.
Das Geheule der EU-Polit-Clowns und die Bettelei Selenskyjs bringen uns nicht weiter, man sollte so langsam mal richtige Entscheider ans Ruder lassen.
aber nie zu fragen wagten"... - beeindruckende Abhandlung!
Hoffentlich lesen auch Panzer-Toni und Strack-Zimmermann und andere von dieser Putin-Hasser:innen-Fraktion mal hier..., alleine ich glaube es eher nicht...
Im Grunde bestätigt dieser professionelle Beitrag meine persönliche Einstellung zu den Ursachen des Ukraine-Konflikts, welche weit im Vorfeld des 23.02.2022 liegen und in jedem Falle aber geopolitischer Natur sind.
Putin ist nicht eines Morgens aufgewacht und hat laut ausgerufen: "JETZT! hole ich mir den Schatz der Ukraine!! Mir nach Kosaken...!!💥💣" - oder so ähnlich, wie es uns die lieben ÖRR-Medien jedoch direkt oder indirekt weiß machen wollen, nach wie vor.
Als 'Küchentisch-Forist' fehlen einem natürlich die historischen Kenntnisse um den Blick des Autors in gleich schlüssiger Weise zu entwickeln. Deshalb besonderen DANK! an Herrn Osthold!!
Ich würde gerne öfter von Ihnen hier lesen... ... 😉
Sehr gut!
Solche Gedanken finde ich als Beitrag wichtig - auch wenn man nicht allem folgt. Ich glaube Blair hat in seinen Memoiren Putin zitiert, der ihm diese Weltsicht sagte, was bei mir und uns im Westen nur 100% Gruseln hervorgerufen hat, ohne die verschiedenen Aspekte darin einzubeziehen.
Den Konflikt jetzt, sehe ich nur teilweise als Russland-USA. Russland wäre alleine zu schwach. Es ist eine Neuordnung Asien-Europa nach 200 Jahren europäischer Dominanz.
Völkerrecht, UN, Verhandlungen etc. klingen alternativlos, wenn man selber das Recht und die Institutionen aufgestellt hat. Asien sah das lange anders.
Hinter der westlichen Sicht steht auch ein Menschenbild, dass es letztlich EINE richtige Art von Mensch und Gesellschaft gibt, auf die es hinauslaufen muss, und nach deren universellen Regeln wird alles verhandelt. Aber ist das wirklich so: können Menschen und Gesellschaften nicht auch intrinsisch gegensätzliche Wege wählen und wie verhandeln wir das dann?
Es stimmt: in der langen Menschheitsgeschichte sind viele grundlegende Ordnungen, die über längere Zeit stabil gebieben sind, durch die nackte einseitige Gewaltausübung zustande gekommen.
Es ist auch richtig, dass diese Form der Gewaltausübung auch heute noch stattfindet, obwohl sie nach wie vor von uns Menschen, Völkern und Kulturen mit viel Tod und Zerstörung sehr teuer bezahlt wird.
Für die Opfer ist es dabei gleichgültig, ob sie der Gewalt von imperialen, von (angeblich) revolutionären oder von Selbstverteidigungs-Armeen zum Opfer fallen.
Bei aller notwendigen Nüchternheit glaube ich, dass die Politik sich weiterhin auf den Frieden und auf kluge und faire Verhandlungen konzentrieren muss, wie sie ja auch zum Westfälischen Frieden geführt haben.
Ein Frieden ohne Gespräche zwischen den ehemaligen Feinden wird nicht halten.
Es war falsch, dass der 2. Weltkrieg nicht mit einem umfassenden Frieden abgeschlossen wurde. Die wahren Verhältnisse in Mittel- und Osteuropa blieben ungeklärt.
Vieles hier ist sicherlich ganz richtig, aus meiner Sicht geht der Autor aber auf eins zu wenig ein. Und das ist die Rolle der neu oder neu-alten Staaten in Mitteleuropa, die das ganze Dynamik in Europa ändert. Und auch lange noch nicht neu geordnet ist. Und dieser Konflikt ist viel gefährlicher, weil er anti-kolonial ist. Die Polen, Balten - die Finnen bedingt auch und natürlich die Ukrainer definieren sich in ganz andere Weise über die Gegnerschaft zu Moskau, als das "Old Europe" oder auch die USA taten. Und ihr Einfluss auf die alten westlichen Staaten ist sehr groß und verändert eben auch den Konflikt. Wie sich das ordnet ist auch bisher noch nicht absehbar. Vermutlich muss man auch noch China als neue Macht mit Einfluss auf Russland mitdenken.
