Foto: Mann im Anzug am Rednerpult, unsicherer Vorschlag Marco Rubio; Straße mit Windrädern.
US-Außenminister Marco Rubio; Windpark in Stößen-Teuchern / picture alliance / Panama Pictures | Dwi Anoraganingrum / picture alliance/dpa | Jan Woitas

Rubios „Klimasekte“-Rede - Wenn Klimapolitik zur Identitätsfrage wird

Auf der Münchner Sicherheitskonferenz hat US-Außenminister Marco Rubio mit der „Klimasekte“ abgerechnet. Damit zieht er die Debatte weg von Emissionspfaden, Technologien und Kostenkurven – hin zu Kulturkampf und Souveränität. Was bedeutet das für Europa?

Florian Hartleb

Autoreninfo

Dr. Florian Hartleb ist Professor für International Relations an der Modul-Universität Wien sowie Autor des im Herbst 2025 erschienenen Buchs „Teenager-Terroristen. Wie unsere Kinder radikalisiert werden – und wie wir sie schützen können“.

 

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Mit der Chiffre „Klimasekte“ hat US-Außenminister Marco Rubio auf der Münchner Sicherheitskonferenz 2026 einen Deutungsrahmen gesetzt, der Klimapolitik nicht als nüchternes Risiko-Management, sondern als ideologisch motivierte Selbstschädigung markiert. Das ist mehr als Polemik: Wer „Sekte“ sagt, erklärt die Gegenseite nicht nur für falsch, sondern für irrational – und entzieht ihr damit den Anspruch, überhaupt noch ernsthaft verhandlungsfähig zu sein. Genau darin liegt die politische Funktion dieses Framings: Es soll nicht überzeugen, sondern entwerten.

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Markus Michaelis | Mo., 16. Februar 2026 - 11:13

Ja, Europa sollte Prioritäten setzen und sichtbar Dinge liefern, die funktionieren - das sehe ich auch so. Ich kann auch die Einschätzung von Prof. Hartleb teilen, dass Rubios Worte zumindest zum Teil diese Framing-Funktion haben (andere Teile wollen vielleicht einfach Klarheit über Standpunkte schaffen, oder andere Dinge).

Was mich fragend zurücklässt ist, dass mit keiner Silbe darüber nachgedacht wird, dass europäische Klimapolitik doch auch geframt war. Man kann sich immer Extrembeispiele suchen, wo "die Gegner" irgendwas irrational angezweifelt haben und die EU wissenschaftlich-ökonomisch-politisch 100% richtig lag. Aber insgesamt war die EU-Klimapolitik auch ein Framing, eine politisch gesetzte Investitionslenkung aber auch viele andere Ziele eingewoben. Vieles von dem, was Prof. Hartleb hier Rubio vorwirft, sollte man wenigstens mit ein paar Gedanken auch bei der EU ansprechen.

A. Müller | Mo., 16. Februar 2026 - 11:19

Ein bezahlbares, zuverlässiges und robustes System der Energieversorgung ist mit wetterabhängigen Erneuerbaren nicht zu realisieren! Zumindest solange nicht, bis die Speicherfrage zufriedenstellend gelöst ist. Eine Industrienation mit Batteriespeichern am Laufen halten? Eher unrealistisch! Wobei... vielleicht hat sich das mit der Industrie auch bald erledigt. Energiewende nach bisheriger Machart = Milliardengrab für Steuergelder und Subventionen.
Hart aber wahr!

Richtig, Herr Müller.

Da fällt mir als erstes ein: Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es zurück. Nur weil man ideologisch „DER WISSENSCHAFT“ glaubt, muss nicht jeder dem folgen. Wer hat nur das (wissenschaftlich unsinnige!) Narrativ von den „klimaneutralen erneuerbaren Energien“ erfunden? Ich kenne keine Diskussion über die Klimaauswirkungen von Solar- und Windkraftwerken noch die über das CO2 (kann man das Beziffern?).

Wir haben uns mit Gas und Öl abhängig gemacht und werden mit den „Erneuerbaren“ unabhängig ist genau so ein ideologisches Narrativ. Wir können nicht annähernd genug Energie damit erzeugen und werden statt von Russland jetzt von China abhängig, die uns aus der Ferne „den Saft abdrehen“ können. Das befeuern wir noch durch chin. E-Autos, die unsere Landschaft ausspionieren.

Mir als „Naturwissenschaftler“ scheint die gesamte Klimadiskussion gespickt mit vielen Glaubenssätzen. Der größte ist: Wir retten mit unserem CO2-Verzicht die Welt. Geht mehr Überheblichkeit?

auf zwei großen Lügen. Lüge Nr. 1: Der Klimawandel ist vom Menschen gemacht. Lüge Nr. 2, der vom Menschen gemachte Klimawandel läßt sich aufhalten, wenn man nur kein CO2 mehr ausstößt.

Darauf basiert der Machtanspruch der grünen Sekte, denn sie bietet sich als alleinigen Heilsbringer für die sich angeblich anbahnende „Klimakatastrophe“ an.

Richtig wäre aber folgende Darstellung: es gibt den Klimawandel, er ist real, es gab ihn schon immer, er ist maximal vom Menschen beeinflußt, nicht aber versursacht und er läßt sich nicht aufhalten, egal was wir machen. Wir müssen uns daher anpassen, dazu brauchen wir mehr und nicht weniger Technik, denn nur die kann uns retten!

Es ist erschreckend wie viele Menschen auf die Grünsekte reinfallen, denn es ist offensichtlich, daß die von allen am wenigsten Ahnung von Wissenschaft & Technik haben. Demnach sind sie gar nicht in der Lage Lösungen zu bieten, denn sie verstehen noch nicht einmal das Problem, das sie vorgeben lösen zu wollen!

„Klimabewegten“ sind eine Sekte. Sie wollen Macht, bieten sich selbst als Heilslösung für ein Problem an, daß sie weder verstehen noch lösen können. Deswegen müssen sie jeden diskreditieren & diffamieren, der ihren „Thesen“ widerspricht.

Rubio nennt das Kind beim Namen, das ist längst überfällig. Daß die Sekte und ihre Anhänger Probleme mit Wahrheit/Realität haben ist nichts Neues!

„Wer „Sekte“ sagt, erklärt die Gegenseite nicht nur für falsch, sondern für irrational – und entzieht ihr damit den Anspruch, überhaupt noch ernsthaft verhandlungsfähig zu sein. Genau darin liegt die politische Funktion dieses Framings: Es soll nicht überzeugen, sondern entwerten.“

Das, was der Autor Rubio vorwirft, macht die Sekte mit allen die ihr widersprechen und es genau dieses Verhalten der Sekte, daß offene Diskussionen und Lösungsfindung verhindert. Sekten wie die „Klimabewegten“ sind nie offen, sie haben immer recht, dulden keinen Widerspruch!

Der Autor verwechselt leider Ursache und Wirkung!

Angelika Sehnert | Mo., 16. Februar 2026 - 11:48

Fakt ist, dass die ideologiegetriebene Klimapolitik dem Klima, gemessen am weltweiten CO2 Ausstoß,nicht geholfen hat. Der deutsche Rückgang am global gesehen ohnehin verschwindend geringen Anteil geht auf die Verlagerung der Industrieproduktion bzw. auf das Sterben etwa der Stahl- Glas- und Aluproduktion zurück.
Fakt ist, dass die überstürzte, völlig unorganisierte sog. Transformation gigantische Summen verschlungen hat. Geld, das allen Bürgern fehlt.
Fakt ist, dass jede noch so gut begründete Kritik an der sog. Energiewende desavouiert wurde, die Kritiker gleich mit.
Fakt ist, dass mit der Klimapolitik gleichzeitig ein gigantisches Umverteilungssystem geschaffen wurde, dessen Nutzen und Effizienz gegen Null geht. Beispiel: Windparks, die oft unverkäuflichen, oft gar keinen Strom produzieren, sind für Wohlhabende hervorragende Investments mit traumhaften, vor allem risikolosen Renditen-Steuerfinanziert.
Kontrafaktisches Handeln als einzige Option zuzulassen ist sektiererisch.

Dirk Nowotsch | Mo., 16. Februar 2026 - 12:03

Ich greife gerne Rubios Bezeichnung "Klima-Sekte" auf! Hat sich doch ein riesiger Machtblock entwickelt, der alles andere unterdrückt und jede andere Meinung zensiert! Vorrangig, deutet ja der Autor sogar selbst an, ist diese Sekte aktiv, um Vermögen im gewaltigen Ausmaß umzulagern, in die Taschen der Sektenmitglieder (Windkraftspekulanten, Energiekonzerne, Spekulanten aller Couleur). Gerade die CO2 Bepreisung, eine nette Umschreibung für die Enteignung und den Diebstahl von Milliarden, ist ein negativ Beispiel! Per Gesetz legitimierter Raub! Der Autor wirbt um Akzeptanz, während die Großverdiener am "Klimawandel" selbst mehr als 60% der Emissionen erzeugen! Und schaut man sich den Poller- und Fahrverbots-Schwachsinn in unseren Städten an, bleibt keine Frage mehr offen! Diesen Wahnsinn kann man sich nur mit dem Wort "Sekte" erklären! Es ist höchste Zeit, gegen zu steuern! Das die USA "übersteuert" liegt aber an dem jahrelangen Gebaren der Klimasekte!

Angelika Sehnert | Mo., 16. Februar 2026 - 12:26

Die von überwiegend linksgrünen Ideologen forcierten Lösungen zur Energieerzeugung im 21. Jh., vor allem der enge zeitliche Rahmen,haben genau das Gegenteil von dem bewirkt,was der Autor fordert. Wohlstand wurde vernichtet, Sicherheit gefährdet, Energie extrem verteuert. Planbar und robust sind die sog. Erneuerbare Energien,um sie es hier geht, schon gar nicht. Abhängig sind wir statt von Russland nun von China, das mehr oder weniger ein Monopol auf alle Komponenten hat, die es für diese sog. Energiewende braucht.
Niemand, der in der Lage ist sich gedanklich mit Zukunft zu beschäftigen, wird abstreiten, dass wir neue Formen der Energieproduktion, weg von den fossilen Trägern, brauchen. Ganz einfach,weil Öl und Gas endlich sind.
Eine Diskussion über den besten, effizientesten,volkswirtschaftlich sinnvollsten Weg in eine fossilfreie, sichere Energieversorgung der Zukunft wurde von den Ideologen nie zugelassen, sondern verhindert. Rubio hat genau das angesprochen. Mit Recht!

Das liegt daran, daß die Ideologen nichts verstehen, sie haben weder von der Technik noch vom Klima noch von irgendeiner anderen echten Wissenschaft Ahnung. Hätten sie Ahnung, so bräuchten sie keine ideologischen Vorgaben, denn sie könnten selbst denken.

Das ist auch der Grund für die Lösungsarmut, denn sie verstehen nichts bzw. nur sehr wenig. Eine Brennstoffzelle ist ihnen zu hoch, das ist Zauberei, sie verstehen nicht was da passiert, sie haben Angst davor.

Batterien verstehen sie zwar auch nicht, sie kennen sie aber von klein auf, von den „schönen“ Dingen, von ihren Spielzeugautos, Telefonen, Wackelhasen etc. Deswegen propagieren sie sie als Lösung für alles, obwohl sie ökologisch katastrophal sind. Da sie keine Ahnung haben, sehen sie den Schaden, den sie verursachen auch nicht.

Wie soll jemand der die Technik nicht versteht, sie ablehnt, Lösungen für technisch hochkomplexe Probleme liefern? Das ist so, als würde ein gehörloser Blinder versuchen ein Flugzeug zu landen.

Brigitte Miller | Mo., 16. Februar 2026 - 12:57

Dr. Hartleb plädiert für ein energisches "weiter so", aber mit mehr Selbstbewusstsein?

Klaus Funke | Mo., 16. Februar 2026 - 13:35

Herr Hartleb verteilt Haltungsnoten und sagt die Antwort gleich an, die er erwartet. Bravo! Ein tolles Demokratieverständnis. Ja, die westeuropäischen Eliten und bisher auch die USA verstanden Klimapolitik als Ideologie. Man hat gefälligst dran zu glauben. Wer es nicht tut, ist irgendwie ein Feind oder dumm. Dabei ist dieser Klimawahn weder wissenschaftlich noch realpolitisch wirklich zu begründen. Warum beugen sich China, Indien, Russland und nun auch die USA nicht mehr (oder noch nie) diesem Dogma. Es geht um Deutungshoheit und um Weltbeherrschung. Früher im Kalten Krieg begründete der Ostblock alles mit der Frage: "Bist Du für den Frieden?" und hatte alle sofort im Sack. Wer dagegen war, musste ein Feind sein. Genauso ist es jetzt mit der Klimafrage. Man folgt demselben Schema. Dabei kümmert sich unsere liebe Erde einen Scheißdreck um unsere Klimadiskussion. Sie und vor allem die Sonne sind unsere Klimamacher und nicht der kleine, dumme Mensch. Klar, ihr Grünen Idioten? Nun strickt.

Enka Hein | Mo., 16. Februar 2026 - 13:44

...den bei der Klimasekte werden andere Ansichten als Leugner, Verschwörungsthetoretiker oder Nazi delegitimiert.
Und wenn der Autor von "bezahlbaren, robusten und kontrollierbaren Energiesystem" spricht, so sind wir seit 2011 mit Abschaltung der KKW auf dem Holzweg.
Denn was Emissionspfade, Technologien und Kostenkurven angeht werden wir durch die Klimasekte angelogen.
Wir haben keine stabile oder günstige Energie.
Hier sei der Klimakasten dringend der Vortrag von Prof. Sinn "Energiewende ins Nichts" empfohlen. Damals wie heute aktuell.
Wer unter Jubel Kühltürme von der sichersten und stabilsten Energie einreißt, muss einer Sekte angehören.
Und es ist eine ideologische Klimasekte, den sie lässt keine anderen Götter=Energiequellen zu, als Wind und Solar.

Thomas Veit | Mo., 16. Februar 2026 - 13:52

zwischen 'Pest und Kolera' - sinngemäß?

Gibt's denn keinen 'normalen' Mittelweg?

Trump geht's GRUNDSÄTZLICH nur ums Geschäft, das muss jedem klar sein: Für "$$$ Drill baby drill...!! $$$" verkauft er seine Großmutter..., und sein Land (und die Umwelt sowieso) - weil er wohl genug davon hat...

DAS sollte eindeutig nicht unser Weg sein - grundsätzlich!

Nichtsdestotrotz müssen wir uns auch von verquerer und vor allem sinnloser/nichtwirksamer Umweltideologie befreien und Pragmatismus zeigen..., auch beim Umweltschutz. Klassischen Umweltschutz abzuschaffen halte ich auf jeden Fall für falsch..., Atomkaft allerdings für dringen notwendig um ausreichend preiswerte Energie für Wohlstand und Wachstum und UNABHÄNGIGKEIT zu sichern.

Umwelt- und Klimaschutz muss PRAGMATISCH - heißt realistisch - erfolgen, auf der Grundlage sicherer wissenschaftlicher Erkenntnisse und NICHT nach Klimaglauben oder Weltuntergangs-Panikmache.

Trump/USA/China sind aber auch keine Orientierung FÜR UNS, mMn.

Lisa Werle | Mo., 16. Februar 2026 - 14:24

wird im Beitrag von Hartleb konstatiert. Ach ja? In Europa ist sie es doch! Wo wurden denn von Linksgrün (plus CDU) die so notwendigen ‚grauen Zonen‘ freigeräumt, in denen angeblich 'Kompromisse' entstehen? Freigeräumt wurden kompromisslos und ohne Rücksicht auf Mensch und Natur intakte Wälder, um überall Windräder zu betonieren, selbst dort, wo sie Umwelt massiv zerstören und nichts an Ertrag beisteuern.
‚Sonne und Wind‘ schicken eine Billionen-Rechnung, die den Wohlstand unseres Landes kostet. Die All-Electric-Ideologie ist zur Identitätsfrage mindestens der Grünen geworden, ebenso wie die Abschaltung funktionierender Kernkraftwerke. Weil in Japan ein Tsunami u.a. ein Kernkraftwerk beschädigte und Merkel die Wahl in BW zu gewinnen trachtete mit grüner Politik. Was scheiterte. Gewählt wurde das Original. Klimapolitik wird von linksgrün eben nicht rational betrachtet, sondern ideologisch motiviert radikal umgesetzt, auch wenn damit eine unfassbare Selbstschädigung einhergeht.

Walter Buehler | Mo., 16. Februar 2026 - 17:27

... routinierter Politikberater versteht Prof. Hartleb zweifellos viel von "Framing".

Er ist in Europa.ja selbst ein herausragender Experte und Praktiker auf diesem Gebiet.
Gewohnt, seine politischen Gegner immer ungestört "framen" zu können, ist er völlig verstört und empört, wenn er selbst einmal öffentlich in einen Rahmen hineinprojiziert wird, der ihm missfällt.
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Rubio hat nicht den Klimaschutz als Sekte bezeichnet. Als Klimasekte bezeichnet er die starke und laute Gruppe von Politikern (und "Wissenschaftlern"), die unter dem MANTEL des Klimaschutzes eine irrationale und ideologische Wirtschaftspolitik betreibt.

Diese aus Menschen bestehende "Sekte" schadet den betroffenen Ländern - das meint Rubio.
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Getroffene Hunde bellen.
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Manchmal brennen sie aber auch - wie hier besonders im letzten Absatz - nur noch ein Tischfeuerwerk von verschwurbelten und abgedroschenen Phrasen ab.
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Ein wenig mehr Seriosität und Substanz wäre auch bei einem deutschen Professor ganz nett.

Achim Koester | Di., 17. Februar 2026 - 10:02

nur aus grundlastfähigen Kraftwerken kommen, und da wir nicht, wie Norwegen, Wasserkraft im Überfluss haben, bleibt nur die mittlerweile inhärent sichere und emissionsfreie Kerntechnologie übrig. Kernfusion ist noch in weiter Ferne (so weit weg wie die Sonne), aber SMR und der im Bau befindliche Dual-Fluid Reaktor bieten hervorragende Zukunftsperspektiven, man muss nur wollen.