Cherson
Eine Frau räumt die Trümmer eines bei Kämpfen zerstörten Hauses in einem Dorf nahe Cherson weg / picture alliance, Ondrej Deml

Reportage aus der Ukraine - Die Kälte dringt durch zerborstene Fensterscheiben in jede Ritze

Den Bewohnern des zerstörten Dorfs Nowoseliwka im Norden der Ukraine droht ohne Strom und Heizung der Kältetod. Der schleppende Wiederaufbau zeigt, was Menschen in der Region um Cherson blühen könnte.

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Schutt säumt die Piste, auf der Alberto Flores Cortez seinen Van durch das Dorf Nowoseliwka im Norden der Ukraine steuert. Die Häuser von rund 800 Einwohnern standen vor dem russischen Angriff auf die Ukraine am 24. Februar entlang des Wegesrandes. Jetzt fällt der Blick auf rußgeschwärzte Ruinen und Trümmer. Niemand bewegt sich auf der Dorfstraße. Der Krieg scheint alles Leben in dem ukrainischen Dorf unweit der Großstadt Tschernihiw und der ukrainischen Grenze nach Belarus und Russland unter sich begraben zu haben.

Doch der Schein trügt. Der Ukrainer mit bolivianischen Wurzeln nimmt den Fuß vom Gas. Die Bewohner von Nowoseliwka tauchen hinter einer Biegung auf. Sie bilden eine Schlange vor einem Haus. Es hat den Beschuss halbwegs heil überstanden. Das Haus gehört der Dorfschneiderin Oksana Dehtiarowa. Sie verteilt die Hilfsgüter, die Cortez und sein Team aus dem circa 140 Kilometer entfernten Kiew in die befreiten Orte im Norden der Ukraine bringen.

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Gabriele Bondzio | Do., 17. November 2022 - 17:10

Genau für solche alten, vergessenen Menschen würde ich sofort spenden.

Können sie nicht ein direktes Spendenkonto von Herrn Cortez bekannt geben, werter Herr Herr Rehman?

Gisela Fimiani | Do., 17. November 2022 - 17:39

Wievieler tragischer Berichte bedarf es noch? Erfahren wir nicht überreichlich aus der Geschichte, dass Kriege immer für unaussprechliches Leid sorgen. Wenn „Krieg die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln“ ist, hat die Politik versagt. Wer den Krieg als Mittel der Politik akzeptiert glaubt auch, ein bisschen schwanger sein zu können. Wer Folgen und Eigendynamiken ausblendet, handelt verantwortungslos und ignorant. Offensichtlich stehen wieder mehr Schreibtischgelehrte und Schlaubergerjournalisten zur Verfügung, die gern ihre Besuche im Kriegsgebiet machen, sich selbst und ihren Kindern die Kampfuniform aber nie anziehen würden. Statt ihrer sehnt man verantwortungsbewußte, weitsichtige und diplomatisch kluge Politiker herbei. Leider sind derartige „Helden“ rar. Die Hoffnung bleibt. Inzwischen werden zahlreiche Journalisten uns ihre „Haltungen“ zum Besten geben. Welchen Preis hat der Frieden?

Keppelen Juliana | Fr., 18. November 2022 - 09:30

in den Arm nehmen und ihnen alles erdenklich Gute zukommen lassen. Allein das Geschwätz und das Gebaren der Regierungsverantwortlichen in Kiew läßt den Verdacht aufkommen, dass ihnen das Schicksal dieser Menschen ziemlich egal ist und das Elend der einfachen Menschen ihnen eher zu Propagandazwecken um ihre Forderungen nach mehr Waffen und Dollars und Euros Nachdruck zu verleihen dient. Ja ich weiß Putin ist schuld aber in einem Krieg sind immer mehrere beteiligt und da sollte es doch möglich sein, dass eine Partei sich überlegt wie man das Elend und den Krieg beenden kann es sei denn man träumt vom Endsieg egal wieviel Leid und Elend dadurch noch ensteht. Dann aber sollte man aufhören die Öffentlichkeit mit "Tränendrüsenballaden" zu überschwemmen denn diese Elend wird sehenden Auges in Kauf genommen.

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