- Vom Aufstand zur Auffangstation
Der Zulauf ehemaliger Tory-Größen stärkt und schwächt Nigel Farages Reform UK zugleich. Mit jedem prominenten Überläufer wird noch deutlicher: Eine Partei, die als Revolte begann, verwandelt sich zur Auffangstation eines gescheiterten Establishments.
Spätestens als die ehemalige konservative Abgeordnete Joanne Cunningham ihre Kandidatur für Reform UK bei der Londoner Bürgermeisterwahl bekanntgab, ließ sich das Muster nicht mehr übersehen. Schon zuvor hatte sich ein Teil des konservativen Politikbetriebs um die Tories herum – Thinktanks, Stiftungen, prominente Publizisten – in Richtung Reform bewegt. Im Herbst vollzog Danny Kruger als erster amtierender Tory-Abgeordnete im Schattenkabinett den Bruch mit der Altpartei. Er galt als jemand, der die ideologische Erneuerung der Partei hätte leiten können. Doch mit den Tories sei in Großbritannien keine politische Kehrtwende zu erreichen, so Kruger im September. Das Momentum liege nun bei Reform UK.
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Auf dem Kontinent, um eine immer noch gängige britische Bezeichnung für Europa zu verwenden, kann man kaum ermessen, wie tiefgreifend der Vertrauensverlust über alle sozialen Schichten hinweg in die Politik, resp. die Politiker in Großbritannien ist. Die in ihren verkrusteten Strukturen gefangenen Parteipolitiker sind nicht in der Lage, die ganz alltäglichen Probleme der Bevölkerung anzupacken, als da sind: Folgen der irregulären Migration, Wohnungsnot und Mietpreise, hohe Lebenshaltungs- und Energiekosten, Gesundheitssystem. Hinzu kommt ein gesellschaftlich angespanntes Klima, Stichworte sind Meinungsfreiheit, Islamisierung, und eine erdrückende Erbschaftssteuer. Weder bei den Tories noch bei Labour fanden Mahner Gehör, sie wurden kaltgestellt. Es ist logisch und konsequent sich eine andere politische Heimat zu suchen um in einem neuen Anlauf die dringend notwendigen Reformen vielleicht so auf den Weg bringen zu können.Ob es gelingt muss man abwarten. Immerhin ist es eine Chance.
@Angelika Sehnert, trotz aller"Mentalitätsunterschiede" ähneln sich offenbar die Probleme in Großbritannien und Frankreich. Im Gegensatz zu diesen früheren Kolonialmächten hat in Deutschland die Regierungschefin die Migrationsproblematik durch für "nicht kontrollierbar" erklärte Grenzen selbst verursacht. Das Ergebnis ist identisch: Rechtsruck.
von Ihnen gewohnt!
"Der Mann, der den Brexit erzwang"
Wenn dann hat er die Brexit Abstimmung erzwungen, für den Brexit hat jedoch die britische Bevölkerung gestimmt und diesen somit besiegelt. So viel Genauigkeit sollte drin sein!
Will eine demokratische Partei die Politik des Landes bestimmen benötigt diese im Parlament 51 % der Stimmen. Somit muss sie etabliert sein! Die Frage ist doch ob die versprochene Politik umgesetzt wird und ob sie sich somit an ihre Wahlversprechen hält, insbesondere NACH der Wahl!
Das ist ja gerade der entscheidende Punkt. Merz hat ohne Not an der Brandmauer festgehalten, macht jetzt linke Politik mit der SPD zusammen und stellt es als Alternativlos dar, was es natürlich nicht ist! Seit Jahren das Gleiche. Die Bürger wählen rechts, also konservative Politik und bekommen linke Bündnisse und linke Politik. Vollkommen ohne Not, fast in ganz Europa. Und fast überall werden Mauern hochgezogen oder die Opposition gegängelt im Namen "unserer Demokratie™".
