US-Historiker über Populismus - „Wer die Demokratie verteidigen will, muss an Fakten glauben“

Populismus, Polen, Trump und Putin: Der US-Historiker Timothy Snyder hat ein Buch über die großen politischen Fragen unserer Zeit geschrieben. Ein Interview über die Gefährlichkeit von kleinen Lügen und darüber, warum Staaten manchmal wie Teenager agieren

Unterstützer von US-Präsident Donald Trump feiern dessen Wahlsieg in New York
Trump-Unterstützer in New York: „Möglicherweise waren die Russen von ihrem eigenen Erfolg überrascht“ / picture alliance

Autoreninfo

Simone Brunner lebt und arbeitet als freie Journalistin in Wien. Sie hat in Sankt Petersburg und in Wien Slawistik und Germanistik studiert und arbeitet seit 2009 als Journalistin mit Fokus auf Osteuropa-Themen

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Timothy Snyder (49) ist Professor an der Yale Universität in den USA und gilt als einer der wichtigsten Historiker weltweit. Seine Forschungsschwerpunkte sind Osteuropa und Holocaust. Dieser Tage ist sein Buch „Der Weg in die Unfreiheit. Russland, Europa, Amerika“ auf Deutsch erschienen. Er ist Permanent Fellow am Wiener Institut für die Wissenschaften vom Menschen

Herr Snyder, ist unsere Freiheit tatsächlich in Gefahr?
Seit einem Jahrzehnt beobachten wir weltweit einen Wandel, weg von der Demokratie. Wir leben in unvorhersehbaren Zeiten, denn es war doch überraschend, wo diese Entwicklungen ihren Ausgang genommen haben, siehe Russland, Trump oder Brexit. Das gilt auch für kleinere europäische Länder wie Ungarn oder Österreich.

Erleben wir also eine „Orbánisierung“ in diesen Ländern?
Ich glaube, dass wir es immer noch überall unterschätzen, wie groß das Potential für Autoritarismus ist. Aber es ist kein Wettbewerb, bei dem man klar sagen kann: die Russen sind ganz vorne, dahinter sind die Polen und dann kommen die Österreicher. Wir alle befinden uns auf diesem weiten Feld der Möglichkeiten. In Österreich sehe ich ein Problem, das generell für viele Länder gilt: Die Medienlandschaft ist stark zentralisiert und es gibt immer weniger lokale Nachrichten. Wenn die Menschen keinen direkten Kontakt zu Journalisten mehr haben, dann vertrauen sie den Medien nicht mehr. Wenn wir aber die Demokratie verteidigen wollen, brauchen wir Faktizität. Ansonsten ist es ein Leichtes für die Regierung, zu sagen: Traut den Medien nicht! Traut niemandem!

In EU-Ländern wie Polen wird die Demokratie weiter eingeschränkt. Sie haben von einer „mittelgroßen Lüge“ gesprochen, mit der Populisten wie Jaroslaw Kaczyński regieren. Was meinen Sie damit?
Es ist keine große, totalitäre Lüge wie im 20. Jahrhundert, wie zum Beispiel, dass die Juden die Welt beherrschen. Eine Lüge, die klein genug ist, um Sie dabei aber nicht von einem völlig neuen Weltbild überzeugen zu müssen, sondern einfach an Ihrer emotionalen Disposition anzuknüpfen. Wenn Sie daran glauben, dass hinter dem Absturz der polnischen Präsidentschaftsmaschine die Russen und der ehemalige polnische Premier Donald Tusk stecken ...

Timothy Snyder
Timothy Snyder / Ine Gundersveen

... das Flugzeug, das 2010 beim Landeanflug auf Smolensk abgestürzt ist, mit dem Präsidenten Lech Kaczyński und vielen hohen Politikern an Bord. Die Black Box bewies, dass der Absturz ein Pilotenfehler war, während Jaroslaw Kaczyński eine Verschwörung zur Ermordung seines Zwillingsbruders ortete...
... dann müssen Sie aber auch andere Dinge glauben. Wie etwa über die EU, weil Tusk nun mal Präsident des EU-Rates ist. Wenn ich daran glaube, dass Obama ein in Afrika geborener Muslim ist, dann impliziert das auch, dass er nicht der legitime Präsident der USA ist. Ich muss daran glauben, dass die Wahrheit vertuscht wird. Das ist typisch für das 21. Jahrhundert: Diese Lügen sind groß genug, um den öffentlichen Diskurs zu sprengen und die politische Kultur in einem Land zu verändern.

Die Polarisierung fußt also nicht auf unterschiedlichen Weltsichten, sondern auf einer Lüge?
Sie tragen dazu bei, dass Gesellschaften gespalten werden und dass die Leute in nationalen Mythen leben, die aber außerhalb des Landes unverständlich werden. Das macht es für mich als Politiker leichter, Sie zu regieren und für Sie schwieriger, sich mit anderen darüber zu verständigen. Wenn ich Sie darauf hinweise, dass der Flugzeugabsturz ein Unfall war, dann stehe ich für Sie sofort auf der anderen Seite.

Die Smolensk-Tragödie steht in Ihrem Buch für einen Wendepunkt einer neuen Ära, von der Krim-Annexion und dem Krieg im Donbass über den Brexit bis hin zu Trump. Warum passieren diese Dinge gerade jetzt?
Ich sehe hier drei Gründe: das Aussterben lokaler Nachrichten, das Internet und wirtschaftliche Ungleichheit. Das Misstrauen in Medien wächst, das Internet verstärkt bereits vorhandene emotionale Einstellungen der User und die Ungleichheit erschwert einen Dialog über alle Schichten hinweg. Es ist kein Zufall, dass die größten Überraschungen in den drei Ländern mit der größten Ungleichheit – Russland, USA und Großbritannien – eingetreten sind. Wobei Russland ein Vorreiter vieler Entwicklungen ist.

Inwiefern?
Nehmen wir den staatlichen Fernsehsender RT (Anm. der Red.: früher Russia TodayRT geht es nicht darum, zu sagen, dass sie berichten. Sie behaupten, dass niemand berichtet. Wir können unsere Demokratie aber nur verteidigen, wenn wir an Fakten glauben, sonst werden wir dem größten Spektakel auf den Leim gehen. Viele Menschen im Westen glauben, dass die Wahrheit eine Maschine ist und Fakten immer automatisch ans Licht kommen. Aber das stimmt nicht! Das passiert nur, wenn die Menschen wirklich an Faktizität glauben und rationale Normen einsetzen.

Aber sind diese Entwicklungen nicht vielmehr Erscheinungen des Zeitgeists, als ein Export Russlands?
Russland hat Strategien für den internen Gebrauch entwickelt, die sie jetzt global anwenden können, ohne, dass sich wir uns dessen bewusst sind. Am besten stellt man sich Russland als einen „bösen Arzt“ vor: Er stellt zwar die richtige Diagnose, aber statt dich zu heilen, macht er die Sache noch schlimmer. In den USA gibt es ein seltsames Wahlsystem, Rassismus, viel Geld in der Politik und einen naiven Umgang mit dem Internet. Ein guter Arzt würde sagen: Lasst uns diese Probleme lösen! Der böse Arzt sagt: Machen wir diese Probleme doch noch schlimmer!

Putin als der „böse Arzt“ – übertreiben Sie hier die Rolle Russlands nicht maßlos?
Die Russen haben den Präsidenten der USA gewählt – ob es uns nun gefällt, oder nicht. Nach dem Hacken der Emails mussten die Demokraten in einem sehr feindlichen medialen Umfeld arbeiten. Das hat die gesamte Wahlkampagne verändert. Oder die Internet Research Agency (Anm. der Red.: eine in Sankt Petersburg ansässige Trollfabrik). Jedes Mal, wenn Trump Schlagzeilen machte, konnten sie mit einer erfundenen Geschichte davon ablenken. Etwa, dass Clinton Sex mit Minderjährigen verkauft. Das ist natürlich absurd, aber einer von drei US-Amerikanern hat daran geglaubt.

Dabei ist das gerade das Bild, das auch der Kreml immer gerne unterschwellig von sich zeichnet – der allmächtige Weltenlenker, der selbst die Geschicke in den USA zu leiten vermag.
Die Macht Russlands besteht darin, die USA und die EU zu schwächen. Ist das eine Art von Macht? Natürlich. Es stimmt, Putin bekommt weltweit viel Aufmerksamkeit, und ich zweifle nicht, dass er das genießt. Aber ist es auch auf lange Sicht gut für Russland? 2016 hat sich in den USA niemand um Russland geschert. Und heute? Eine ganze Generation von Demokraten betrachtet Putin jetzt als ihren Feind. War es das wirklich wert? Aber die Russen haben etwas Grundlegendes verstanden: dass es im Internet viel mehr um Emotionen geht, als um Fakten. Sie haben diese Schwäche zu nutzen gewusst, und das sollten wir anerkennen.

Unlängst hatte ich ein Gespräch mit dem britischen Politologen Mark Galeotti. Er war während der US-Wahl in Moskau und sagte mir: Als Trump gewählt wurde, war auch das russische Establishment völlig geschockt.
Das hat bestimmt etwas für sich. Möglicherweise waren die Russen von ihrem eigenen Erfolg überrascht. Im Übrigen denke ich, dass das russische Establishment die USA maßlos überschätzt. Russland sieht sich nicht gleichwertig zu den USA. Insofern glaube ich, dass Putin es sogar aufrichtig meint, wenn er sagt: Wie sollten wir in der Lage sein, das hinzukriegen? Es ist wie bei einem Teenager, der seinen Vater ermordet. Du glaubst nicht wirklich daran, dass du es schaffen kannst – aber dann überrumpelst du ihn im Schlaf.

Moskau hat dadurch seinen Status als internationalen Spoiler eingebüßt. Trump ist jetzt der unberechenbare Faktor, nicht Putin.
Ich denke auch nicht, dass das in Russlands Interesse war. Ist es im Interesse des Teenagers, seinen Vater zu töten? Ich glaube, sie sehen das alles als ein Spiel an. Aber es ist kein Spiel. Zugleich denke ich aber auch, dass es angenehm für Putin ist, einen US-Präsidenten zu haben, der ihm nach dem Mund redet. 2016 war ein Cyberkrieg, den wir Amerikaner verloren haben. Und es ist besser, das anzuerkennen.

Susanne antalic | So, 7. Oktober 2018 - 11:17

Sie haben auch noch nicht die Niederlage der Frau Clinton verdaut. Sie sind alles andere, nur nicht objektiv. Schauen sie sich nur die MS Presse in Deutschland, alles auf eine Linie. Ist das Demokratie, wenn Kritiker uni sono diffamieret werden bis zum Mundtot und verlusst ihre Jobs. Deshalb glaubt man den Medien immer weniger, den sie Lügen , modifizieren und relativieren und präsentieren keine Fakten . Es wird nur noch nach Ideologien publiziert und sie, machen es nicht anders. Ich frage mich, z.B. was der Unterschied zwischen der "Böse" Justizreform in Polen ist und unsere Justiz, die ebenfalls nur durch Linientreue besetzt wird und so schaut es auch aus.Es giebt nicht so viel Platz hier, alles aufzuzählen was in D. zuZeit nicht demokratisch vor sich geht, aber gute Ratschläge und Kritiken gegen jeden gehen immer. Sie können froh sein, eine Präsidenten zu haben für den Amerika first gilt, der keine Kriege führt , wie eure Liebling O. und der zu Israel steht, ich mag ihn.

Fritz Gessler | So, 7. Oktober 2018 - 11:38

zufällig eine von mr. soros vielen vielen privat'universitäten'? :))

mr. obama wurde keineswegs in afrika geboren... aber er konnte erst auf jahrelanges drängen der republikaner (u.v. mr. trumps) überhaupt eine geburtsurkunde aus HAWAII vorlegen - die (s. genaue analyse auf youtube) ganz offenkundig gefälscht ist und KEIN signet/unterschrift des zuständigen klinikarztes aufweist. er wurde (s. seine biographie) bis zum 7. lebensjahr als moslem erzogen, ist beschnitten, etc. und trat erst - zwecks eintritt in eine christlich geführte schule in indonesien) zum christentum seiner mutter über...
dank internet wissen wir alle diese petitessen - denn der 'seriöse mainstream' (ob liberal oder konservativ) hätte eisern darüber geschwiegen. und da wundert ihr euch noch?
wenn die medien linken weniger lögen, könnten die rechten nicht so betrügen.

wolfgang spremberg | So, 7. Oktober 2018 - 13:00

Mir ist nicht ganz klar, warum Herr Snyder glaubt, dass ich diesen und anderen und den ihnen nahestehenden Medien etwas glauben soll.
Ich bin schon etwas älter und schon seit ca. 50 Jahren an Politik und Geschichte interessiert.
Klingt möglicherweise arrogant, aber ich weiß zu viel, habe zu viel erlebt, gelesen......ist : wir schaffen das...auch Populismus...? keiner hat weniger..? Fachkräfte ? ..nicht mehr Verbrechen ?
Sonne und Wind kosten nichts ? Irak Krieg ? Contras in Nicaragua ? Die Liste ließe sich beliebig verlängern. Durch alle Zeitalter (Gott will es.) und alle Systeme. Es ist nicht so einfach mit gut und böse.....

Peter Raatz | So, 7. Oktober 2018 - 13:44

der hat in Wirklichkeit nie an einen Anschlag geglaubt. Er hat die vielen Ungereimheiten bei der Katastrophe ( Uebergabe der Untersuchung in russische Haende, die Weigerung, das Wrack den Polen zu uebergeben uvm) dazu benutzt, seine Anhaenger zu einer Art Sekte zusammenzuschweissen. Heute redet niemand mehr in Polen darueber.Da die "rechtspopulistische" Regierung wirtschaftliche Erfolge vorweisen kann( keine Arbeitslosigkeit,gestiegener BIP, massiv gestiegener Mindestlohn) und dazu Sozialprogramme faehrt wie die rassigen Sozialdemokraten (Kindergeld eigefuehrt, Sozialwohnungsbau, einige kostenlose Medikamente fuer Senioren uvm) und dazu die berlintreue Opposition kein Programm und keine Persoenlichkeiten zu bieten hat, wird Kaczynski die naechste Wahl mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gewinnen, womoeglich mit absoluter Mehrheit.

Johann Kowalski | So, 7. Oktober 2018 - 14:33

Mainstreamartikel durch und durch. Z.B. Polen kennt T. Snyder nur aus CNN, Washington Post und allen anderen Medien hoffierten die alte Partei Polen PO der Richtung Globalisten Soros, Merkel & Co. Was die US Wahlen und Trump betrifft, nicht die Russen haben Trump gewählt, sondern die veröffentlichte Wahrheit über die "Demokraten", no less and no more.

Jacqueline Gafner | So, 7. Oktober 2018 - 15:57

im Ruf steht, "einer der wichtigsten Historiker weltweit" zu sein, erschliesst sich mir auch nach zweimaligem Lesen des Zwiegesprächs nicht wirklich. Auch dass "an Fakten glauben" muss, wer die Demokratie verteidigen will, ist (als prinzipiell nachvollziehbarer Gedanke) zumindest sehr verkürzt ausgedrückt. DASS das Flugzeug (um beim einschlägigen Interview-Beispiel zu bleiben), das 2010 beim Landeanflug auf Smolensk vom Himmel fiel, abgestürzt ist, bestreitet niemand, ist somit eine allseits anerkannte Tatsache (bzw. ein allseits akzeptiertes Faktum). WARUM es abgestürzt ist, da herrscht hingegen kein Konsens. Dass die Black Box bewiesen habe, dass der Absturz einem Pilotenfehler geschuldet gewesen sei, wird als gültige Erklärung (und damit als Faktum) akzeptieren, wer der (bzw. den) Stelle(n) VERTRAUT, die mit der Auswertung der Black Box befasst war(en) und zu diesem Schluss kam(en). Und umgekehrt. Wer glaubwürdig ist und wer nicht, ist aber eine Frage der Einschätzung, kein Faktum.

Joachim Wittenbecher | So, 7. Oktober 2018 - 16:11

Herr Snyder beklagt den Verlust von Glaubwürdigkeit der Medien in den Demokratien. Er erkennt m.E. richtig, dass die Ursache hierfür u.a. die Zentralisierung in der Medienlandschaft ist. Leider begeht er aber den Fehler, die gegenwärtige linksliberale Meinungsführerschaft als Null-Linie der Demokratie zu betrachten; dies ist unrichtig - in einer klassischen Demokratie existieren mindestens zwei gegensätzliche Meinungs-und Parteiblöcke. Einmal auf dem falschen Gleis wird dann auch Österreich ins Umfeld der autoritären Gefahr gezogen. Dies ist jedoch grundfalsch, denn dort existieren gegensätzliche Meinungsblöcke und es fällt auf, dass dort sogar die Sozialdemokraten mit 26% Stimmenanteil eine Perspektive haben. Seltsam wird es, wenn Herr Snyder behauptet, dass die Russen den US-Präsidenten gewählt hätten, indem Sie Negatives über die Demokraten lanciert hätten. Trump wurde US-Präsident, obwohl seine Konkurrentin mehr Stimmen hatte - Grund waren Besonderheiten im US-Wahlrecht.

Samuel von Wauwereit | So, 7. Oktober 2018 - 16:28

Der gute Mr. Snyder schlägt leider auf das falsche Pferd ein. Oder glaubt im Ernst irgendjemand (ausser Hannes Stein vielleicht), dass die Russen Trump installiert hätten? Die Gründe für Trumps Wahl waren: 1. die Kandidatur von Hillary Clinton, die bei vielen Amerikanern denkbar unbeliebt ist. Jeder andere Kandidat der Demokraten hätte gegen Trump gewonnen, 2. eine große Unzufriedenheit mit einer Politikerkaste, die sich als neue Feudalschicht aufführt und 3. die Verachtung eben jener Politikerkaste für die einfachen Menschen und ihre Probleme (Zitat Clinton: Basket of deplorables).

Tomas Poth | So, 7. Oktober 2018 - 16:38

und seine Russophobia möchte man da sagen.
Was man allerdings an seinen Einlassungen erkennen kann ist, dass Russland offensichtlich, nach Obamas Mittelmachts-Plazet, wieder als starker Widerpart wahrgenommen wird.
Wieso muß man an Fakten glauben, die stehen doch als unerschütterliche Wahrheits-Felsen für sich selbst.
Was wir erleben, und das nicht erst seit Hr. Snyders "Erkenntnissen", dass mit sogenannten Fakten überall in den Medien gespielt wird, für politische Ideen gegaukelt wird, um "Regierbarkeit" herzustellen.

Dirk Jäckel | So, 7. Oktober 2018 - 16:53

Eine solche Wirrniss zu veröffentlichen, sollte eigentlich nicht dem Niveau des Cidero entsprechen. Russland hat, obwohl es eigentlich nicht wollte..., meine Güte. Aber andererseits hilft es zu verstehen, wie manche Liberals (nicht zu verwechseln mit Liberalen) in den USA so ticken.

Detlev Bargatzky | So, 7. Oktober 2018 - 18:09

"Die Russen haben den Präsidenten der USA gewählt – ob es uns nun gefällt, oder nicht."

Hier war für mich Schluss!

Christian Döring | So, 7. Oktober 2018 - 18:44

Gute Fragen aber dumme Antworten. Früher haben Professoren noch wissenschaftlich gearbeitet und anspruchsvolle Antworten liefern können. Zumindest Historiker sind wohl heute mehr denn je Stütze des Establishments. Unlängst gab es hier eine Kostprobe vom deutschen Historikertreffen. Einfach substanzlos. Wer mal nach einem intellektuellem Lösungsansatz sucht, wird bitter enttäuscht. Wir haben es wohl mit Etablierten-Populismus zu tun...

Karla Vetter | So, 7. Oktober 2018 - 19:17

Das ist aber jetzt nicht Ihr Ernst Prof. Snyder. Trump wurde gewählt weil die Russen die Demokraten zwang ihren Wahlkampf anders anzulegen als geplant ? So macht man sich die Welt wie sie einem gefällt. Nein ,er wurde gewählt weil die Menschen die Obama -Politik satt hatten.

Manfred Westphal | So, 7. Oktober 2018 - 21:32

Habe fast den Eindruck, das Herr Snyder sich auch nicht so an Fakten orientiert und ein kleiner Verschwörungstheoretiker ist, oder ?

Marc Gause | Mo, 8. Oktober 2018 - 00:41

Wie soll Deutschland die Flüchtlingskrise bewältigen? Eine große Frage, ein riesen Problem, auf das man keine einfachen Antworten geben kann.

Was macht Merkel???

"Wir schaffen das" - Eine einfache, simple, kurze Antwort die nie im Leben erklärt, wie die Krise bewältig werden kann.

Das ist auch Populismus.

Aber an Stelle das dies hier angesprochen wird, wird nur vom Putin, RT usw. gesprochen.

Und warum ist die AfD im Aufwind in Deutschland? Weil viele total offene Grenzen nicht wollen. Und es gibt keine Partei außer der AfD, die etwas an total offenen Grenzen etwas ändern wollen.

Ich will weder total geschlossene Grenzen noch total offene Grenzenm,ich will den Mittelweg, den Kompromiss, etwas normales in Demokratien!

Keiner der etablierten Parteien bietet mir den Kompromiss an, alle sind total stramm links, bis auf die AfD.

Man bietet uns keine Alternativen an, also kann ich nur die AfD wählen.

Michael Murmurachi | Mo, 8. Oktober 2018 - 07:48

Herr Snyder selbst glaubt ja nicht an Fakten. Clinton hat die Wahlen 2016 verloren, weil sie breite Schichten als verachtenswert bezeichnet hat, weil sie durch ihre Vergangenheit in großen Teilen der Bevölkerung sehr unbeliebt ist (Clinton Cash) und weil sie eine miserable Wahlkämpferin war. Während Trump ständig unterwegs war, hat sie (altersbedingte?) Auszeiten gemacht und für sie eigentlich wichtige Staaten gar nicht erst besucht. Sie hat sich selbst mit einem auf Trump bezogenen Budget von 200% als „unverlierbar“ gewähnt.

Bis heute gibt es keinen Beleg für russischen Einfluss auf das Wahlergebnis. Selbst Robert Mueller konnte keine Beweise finden. Zur Erinnerung: seine erste Anklage gegen eine Firma hat er sehr schnell zurückgezogen – bis heute – weil Anwälte der Angeklagten alle Unterlagen für die Anklage einsehen wollten, was US Recht entspricht.

Wer die Demokratie verteidigen will, muss Fakten haben…

Bernhard K. Kopp | Mo, 8. Oktober 2018 - 08:44

Herr Snyder ist seit Jahren dafür bekannt. Russland wird dann ein liberaler, demokratischer Rechtsstaat sein, wenn die USA den Rassismus, den die Geschichte ihnen aufgeladen hat, überwunden haben. Herr Snyder kümmert sich immer nur um die Fakten, die ihm in den Kram passen. Er ignoriert regelmässig, dass es auch noch andere Fakten gibt, die für die politischen Prozesse aus der Geschichte, und für heute und morgen relevant sind. Er ist ein weltberühmter Theoretiker des kalten Krieges, der damit den nächsten heissen Krieg vorbereitet.

Ursula Horvath | Mo, 8. Oktober 2018 - 08:52

ist aber Gut! Solch ein ultra Linker muss uns Europäern Weiß Gott nicht unsere Welt erklären. Wenn die Demokratien so bergab fahren hat dies zu allererst einen Grund: Vor den Lügen kommen Armut und Ausgrenzung dieser nicht zur Elite zählenden Bevölkerungsschichten, auf die Jahrzehnte in allen Demokratien herablassend geschaut wurde und bestenfalls durch die Eliten gereichte "Wohltaten" mit denen sich diese dann öffentlich schmücken, aber alles weiter so laufen lassen haben wie gewohntl Weshalb keifen und geifern die sog. Demokraten heute so laut? Etwa weil sie sich voller Stolz ihre "Werte" gegenseitig bestätigen, ohne die nur einmal umgesetzt zu haben? Wer in den USA mit 3 Jobs sein Leben nicht meistern kann, und miserabel wohnen muss, wo Multikulti sich hasserfüllt gegenüber steht, der braucht keinen Putin, um zu wissen, dass er in einem menschlich vollkommen verlotterten Land lebt, wo die Freiheit darin besteht, sich gegenseitig totschießen zu können.

Dieter Zorn | Mo, 8. Oktober 2018 - 08:56

Ich habe selten so viel Unsinn und Widersprüchliches in einem Artikel gelesen. Sind Sie sicher, dass der Mann Historiker ist? BG Dr. Dieter Zorn

Christoph Rist | Mo, 8. Oktober 2018 - 09:18

Er spricht viel von der Notwendigkeit der Anerkennung von Faktizität und dem angeblich massiven Einfluss der Russen, lässt aber - neben der medialen Zentralisierungstendenz - die übrige Struktur und (Un-)Kultur der US-Medien völlig außer Acht. Das mediale System der USA halte ich für besonders anfällig für äußere Einflüsse. Die stets pareiische, reißerische und sensationslastige "Berichterstattung" ist eine üble Tradition der hochpolarisierten und hochpolarisierenden US-Medien. Ein fruchtbarer Boden! Die elende Kavanaugh-Story ist beispielsweise auch rein medial getrieben und hält die Nation in Atem. Ganz ohne die bösen Russen. Das Problem ist, dass dieses System auch bei uns Einzug hält. Die selbsternannten Haltungsjournalisten a la Klaus Kleber sind Teil eines medialen Transformationsprozesses und DIE Bedrohung für Faktizität und Demokratie. Eine Abkehr von der US-amerikanischen Nachrichtenmoderation und Rückkehr zur Tradition der Nachrichtensprecher täte auch hierzulande schwer Not!

Andreas Löw | Mo, 8. Oktober 2018 - 10:33

Punkt 1: Fakten glaubt man nicht, über diese verfügt man!
Das dies oft nicht so ist, liegt dem Zeitgeist geschuldet an der hoch emotionalisierten und moralisierenden Berichterstattung linker Medien!
Punkt 2: Quot licet jovis .. wenn 2 das gleiche tun ..
Hat der supreme court eine linke Mehrheit, ist das staatstragend, sind nun die Konservativen in der Mehrzahl, droht der Systemkollaps!
Stimmen werden laut Amtszeiten der lebenslang ernannten Richter zu begrenzen. Die Gleichen übrigens, die selbiges Vorgehen in Polen (linke Richtermehrheit) als demokratiefeindlich verurteilen!
Punkt 3: Politische fake news!
Klimawissenschaftler - nicht zu verwechseln mit Klimatologen, behaupten es droht der klimatische Weltuntergang - so wie in den 80igern die totale Entwaldung Europas prophezeit wurde. Dabei existiert wissenschaftlich gesehen KEIN CO2-Treibhauseffekt und der CO2 Spiegel folgt der Erwärmung NICHT umgekehrt! FAKT!

Darfs noch etwas mehr sein?
Fakten sind eben nicht links!

Robert Flag | Mo, 8. Oktober 2018 - 10:43

Die Russen haben Trump gewählt. Na klar. Wenn einem das Ergebnis nicht passt, greift man zu solchen Erklärungen. Die Bevölkerung ist dabei grundsätzlich immer doof.
Schon in der Bundestagswahlnacht 1980 sprach Edmund Stoiber von einer SPD-geschaffenen emotionalen Hemmschwelle, die es beim Wähler verhindert hat, für die Union zu stimmen. Kein Gedanke dass es vielleicht an Strauss selbst gelegen haben kann, dass er nicht Kanzler geworden ist.
Als die Clinton-Administration in den 90ern Boris Jelzin Wahlkampfhilfe geleistet hat, hat das komischerweise keinen der selbsternannten Demokratiewächter nur im Geringsten gestört.

David Singh | Mo, 8. Oktober 2018 - 12:43

Da sind sie wieder: die Ewiggestrigen, die mit der Gesellschaft und der Demokratie gebrochen haben, weil der Wähler sich anders entscheiden hat.
Garniert mit etwas Verschwörungstheorien ("Die Russen haben den Präsidenten der USA gewählt – ob es uns nun gefällt, oder nicht."), blankem Hass auf den politischen Gegner und anderen Nationen.
Obanisierung, Autoritarismus, Faschismus...immer die gleichen Kampfbegriffe.
IT IS DEMOCRACY - stupid!!
Und das ist der Kern seiner "Forschungsarbeit" in Yale? Erschreckend, wie unter Obama das Niveau der Bildung gelitten hat. Beschämend.

Robert Müller | Mo, 8. Oktober 2018 - 14:01

Ich glaube nicht das ein Historiker besonders qualifiziert ist, etwas über die Gegenwart zu sagen. Mein Zahnarzt, bsw, könnte das genauso gut. Der Satz "Die Russen haben den Präsidenten der USA gewählt" ist ein Beispiel für den Unsinn in diesem Text. Als es noch die DDR gab, hatte die überall ihre Agenten im Westen gehabt und gebracht hat es ihr überhaupt nichts. Bekanntlich haben Amerikaner den Präsidenten der USA gewählt, nicht die Russen, weshalb man sich auch die Gründe ansehen sollte, warum sie dies taten. Die Zeit als man noch glaubte das Werbung alles könnte, sind vorbei, aber bei den Medien soll das noch so sein? Deutschland ist ein Beispiel, wo trotz massiver Medienkampagne die Wähler AfD wählen. Die Medien und auch Putin sind ein Popanz, es ist die Politik der Regierungen, die die Menschen dazu treibt Alternativen zu wählen. Natürlich wird versucht den Wählern ein X für ein U hinzustellen und einige fallen darauf herein, aber zahlenmäßig ist das nur ganz selten von Bedeutu

Benjamin Kaiser | Mo, 8. Oktober 2018 - 14:12

Die Kommentare sprechen dafür, dass die Fake News Kampagnen durchschlagenden Erfolg hatten. Youtube-Verschwörungstheorien von gefälschten Geburtsurkunden Obamas, George Soros steuert alles, Klimawandel gibt es nicht. Und noch besser: Ich weiß es viel besser als ein Yale-Professor, der, ja, einer der respektiertesten Historiker unserer Zeit ist (auch wenn manchen das nicht gefallen mag), weil ich 5 Minuten in meiner Filterblase gegoogelt habe.

Wilhelm Maier | Mo, 8. Oktober 2018 - 16:08

Die amis sind doch oder doof, oder sie haben so eine anhänglichkeit von Medien... Alles
sehr beleidigent von Timothy Snyder... Für`s Volk.
"2016 hat sich in den USA niemand um Russland geschert.", wo hatte der Mann wirklich gelebt? vor 2016?
Liebe Frau Brunner, sowas völlig einseitiges ist aber selten bei CICERO!.

Andreas Klenke | Di, 9. Oktober 2018 - 09:30

Es sieht doch sehr danach aus, dass der Autor nur dem derzeitigen Mainstream folgt und zudem die Linkspopulisten wie Maduro in Venezuela völlig außer acht läßt. Damit disqualifiziert er sich deutlich.

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