Rodrigo Duterte
Demonstranten verbrennen am 45. Jahrestag der Verhängung des Kriegsrechts eine Puppe, die Präsident Rodrigo Duterte darstellen soll, aus Angst vor einer neuen Ära der Diktatur, September 2017 / Foto: Raffy Lerma

Philippinischer Ex-Präsident Rodrigo Duterte vor dem IGH - Das Inselreich der Toten

Er ließ Tausende Menschen von Killerkommandos ermorden. Als erster asiatischer Staatschef muss sich der philippinische Ex-Präsident Rodrigo Duterte vor dem Internationalen Strafgericht in Den Haag verantworten. Kann der Prozess die Wunden der Vergangenheit heilen?

Autoreninfo

Harald Maass ist Journalist und wurde für seine Arbeit im Jahr 2019 mit dem Deutschen Reporterpreis ausgezeichnet.

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Rico war beim Geschirrspülen vor dem Haus, als die Polizisten ihn umringten. Das war vor sechs Jahren, in einem der Armutsviertel im Norden der Millionenmetropole Manila. Der erste Schuss traf den damals 24-Jährigen in die Schulter, wie Nachbarn später berichteten. Seine Frau Saya hörte Schreie, rannte nach Hause. Doch als sie ankam, lag der leblose Körper von Rico bereits blutüberströmt auf dem Boden. Weitere Schüsse in den Kopf, die Brust und ins Bein hatten den jungen Vater getötet. „Ich sah noch, wie ihm ein Polizist eine Pistole in die Shorts steckte“, sagt Saya. Es sollte so aussehen, als ob es einen Kampf gegeben hätte. 

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Markus Michaelis | Mi., 25. März 2026 - 19:13

Ich habe von den Philippinen keine Ahnung. Es ist schlimm, wenn ein Staat so ungehemmt gegen Menschen vorgeht, und es ist gut, wenn das aufgearbeitet wird. Mein Eindruck ist aber auch, dass demokratische Rechtsstaaten oft sehr schwach gegen OK und überbordende Kleinkriminalität sind. Auch in Europa, Belgien, NL, FR gegen Drogenhandel.

Walter Buehler | Mi., 25. März 2026 - 19:18

Brauchen wir überhaupt noch eine Justiz? Eine Ausbildung im Recht mit Examen?

Folgt man den übermächtigen Relotius-Jornalisten unter uns, dann ist das alles Quatsch: das gesunde "Volks"-Empfinden, die aufgeheizte "Volks"-Seele schreit nach dem Scherbengericht, mal unter nationalistischer, mal unter bpöschewistischer Fahne: Er oder sie ist der Böse - wozu warten? Steinigen, Kreuzigen - das will dieses Scherbengericht, und will sich von moralischen oder juristischen Überlegungen nicht aufhalten lassen.
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Das wollen Journalisten, die das "Volk" gegen die Justiz ausspielen wollen.

Offenbar gibt es keinen Weg zurück in die Barnarei, der nicht von aufgehetzten "Volksmassen" und von Journalisten bejubelt wird.

Vorsicht, Augenma0 und Moral - alles wird wieder einmal vergessen.

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