Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán in der Bibliothek seines Amtssitzes
Ewiger Regierungschef: Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán in der Bibliothek seines Amtssitzes / Foto: Daniel Biskup/Laif

Orbáns Kampf um die Wiederwahl - Krieg an vielen Fronten

In Ungarn muss Viktor Orbán um die Wiederwahl kämpfen – und setzt dabei auf alte Ressentiments. Wird seine Nähe zu Donald Trump zum Vorteil – oder kippt die Stimmung angesichts wirtschaftlicher Sorgen und eines starken Gegners?

Alexander Marguier

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Alexander Marguier ist Chefredakteur von Cicero.

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Je näher der Wahltermin rückt, desto seltsamere Dinge ereignen sich im Land der Magyaren. Da war zum Beispiel die Sache mit den Geld­transportern: 40 Millionen Dollar, 35 Millionen Euro und noch dazu neun Kilogramm Gold wurden in der Nacht zum 6.Februar von ungarischen Behörden aus zwei Fahrzeugen heraus konfisziert, die für die ukrainische Staatssparkasse von Österreich in ihr Heimatland unterwegs waren und in Budapest Zwischenstation eingelegt hatten. Sieben Begleitpersonen wurden von Einheiten der ungarischen Antiterroreinheit festgenommen, die Vermögenswerte beschlagnahmt.

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Katharine Schön | Fr., 27. März 2026 - 19:25

Vielen Dank für den ausgewogenen Artikel, Herr Marguier! Das ist echter Journalismus.

Dagmar Lubig | Sa., 28. März 2026 - 11:35

Antwort auf von Katharine Schön

Seltsamm war der Transport von Millionen Werten, und nicht die Reaktion von Ungarn, da für solche Transporte ganz strenge Regeln gelten, und ohne Anmeldung bei Zoll vorab, hier auch in Ungarn, natürlich mit einwanfreien Nachweis der legalen Herkunft der Ware ist der Zoll verpflichtet die Ware zu beschlagnahmen.
Übrigens, das Selbe wäre auch in Deutschland geschehen.

Armin Latell | Sa., 28. März 2026 - 12:32

Antwort auf von Katharine Schön

Wenn zwei demokratisch gewählte Staatsoberhäupter als "zwei Autokraten" bezeichnet werden? Da muss man schon im Voraus schwer indoktriniert sein. Aber ja, das bin ich wohl auch. Indoktriniert vom Glaube an echte Demokratie.

Hans Jürgen Wienroth | Fr., 27. März 2026 - 20:31

Man spürt die (heimliche) Ablehnung des Autors gegenüber Victor Orban. Trotzdem schaffte er es, auch gegenüber dem Herausforderer kritisch zu urteilen.

Letztendlich bleibt es den Ungarn selbst (hoffentlich ohne externe Beeinflussung, z. B. durch EU-finanziere NGOs) vorbehalten, über ihre künftige Politik zu bestimmen.

Aktuell arbeitet der ukrainische Präsident mit seinen Angriffen auf die russische Öl- und Gasindustrie daran, dass die Weltwirtschaft nicht nur vom Krieg im Nahen Osten bedroht wird, sondern auch von seinen Drohnen. Das ist Selenskijs gutes Recht, könnte jedoch von Orban auf den letzten Metern noch ins Feld geführt werden.

Wie weit das Verbot ungarischer Sprache in den ukrainischen Grenzgebieten mit großer Mischbevölkerung die Wahl beeinflusst, ist ungewiss. Besonders angesichts wirtschaftlicher Probleme in Ungarn, wie in allen EU-Staaten, verstärkt auch durch die Brüsseler Politik (z. B. Green Deal, Bürokratie).

Ich jedenfalls drücke Orban die Daumen!

Ja, werter Herr Wienroth, ich sehe genau wie Sie, dass Marguier seine Abneigung gegen Orban nicht verbergen kann. Schade! Aber gut, man weiß dann, woran man bei ihm ist. Nicht erst seit dieser „Abneigung“. Andere beim Cicero sind da etwas klüger. Aber er ist halt der Chef!
Auch ich halte Orban die Daumen. Denn ich kenne Deutsche und auch Ungarn, die gerne im Land leben. Vor allem, weil es dort die ganzen Sicherheitsvorkehrungen (z. B. für (Weihnachts- und sonstige Märkte) nicht gibt. Ganz einfach, weil sie nicht nötig sind. Und die Frauen fühlen sich sicher. Auch abends, wenn sie alleine unterwegs sind. Das ist in unserem Land nicht so. Und wird sich auch nicht ändern. Auch nicht, wenn die von Herrn Marguier favorisierten Liberalen wieder an die Macht kommen sollten. Das wird wohl in nächster Zukunft nicht der Fall sein, auch wenn Marguier sich das so wünschen würde. Also, schauen wir nach Ungarn und dem in den Augen vieler deutscher Journalisten „bösen“ Victor Orban!

Genauso sind auch meine Gedanken, liebe Frau Hachenberg. Herr Marguier ist, wiewohl er den Anschein von Offenheit erwecken möchte, ein typischer Vertreter der alten Bonner Republik, ich denke, er ist (oder er war es lange Zeit) sogar FDP-Wähler. Gegen die AfD ist er ablehnend und misstrauisch und ich bin auf seine Kommentare gespannt, wenn die AfD an die Macht gekommen ist. Was Victor Orban angeht, so bin ich ebenfalls ganz bei Ihnen, Frau Hachenberg. Er ist der beinahe letzte Fels in der Brandung gegen das korrupte linksliberale Regime der EU. Und er wird, so hoffe ich, die Wahl gegen das Kunstgewächs und den EU-Protegé Magyar gewinnen. Wenn nicht, drohen den Ungarn schlimme Zeiten und vorbei wäre es mit der bisherigen Selbstständigkeit. Aber die Ungarn sind nicht dumm und feurig wie ihr Paprika. Es wird klappen. Trump und Putin helfen, jeder auf seine Weise, bei dieser Wahl zumindest indirekt mit. Ob es eine echte Hilfe war, werden wir sehen. Ungeachtet dessen, die EU hat fertig!

... wäre dann wie eine deutsche Regierung ohne Opposition.
Ich wünsche Victor Orbán viel Erfolg,
denn er ist einer der zurecht den Nonsens und die Fehltritte aus Brüssel aufzeigt und erst recht nicht mitmacht.
Sok szerencsét és éljen a szabad Magyarország!