opposition-terroranschlag-wien-is-terrormiliz-innenminister-karl-nehammer-verfassungsschutz
Gedenken an die Opfer des Terrors / dpa

Opposition fordert Untersuchungskommission zum Terroranschlag in Wien - Wie aus einem Wiener Schüler der IS-Terrorist Abu Dujana al-Albani wurde

Der Terroranschlag in Wien, der am Montag vier Menschen das Leben gekostet hat, hat jetzt ein politisches Nachspiel. Eine Untersuchungskommission soll klären, warum die Sicherheitsbehörden den Täter nicht überwacht haben. Der war vorbestraft und Mitglied der Terror-Miliz IS.

Autoreninfo

Antje Hildebrandt hat Publizistik und Politikwissenschaften studiert. Sie ist Reporterin und Online-Redakteurin bei Cicero.

So erreichen Sie Antje Hildebrandt:

Antje Hildebrandt

Sein Ziel war es, möglichst viele Menschen zu töten. Wahllos. Gnadenlos. Das Timing für seinen Terroranschlag war bewusst gewählt. Am vergangenen Montag kehrte der Sommer zurück nach Wien. Es war der letzte Abend vor dem Lockdown. Tausende Menschen saßen in Cafés, Restaurants und Bars oder flanierten durch das „Bermuda-Dreieck“, ein beliebtes Ausflugsviertel, um das Leben noch einmal zu genießen. 

Der Mann, der an diesem Abend vier Menschen mit einem Sturmgewehr erschoss und  23 weitere verletzte, hatte seine Tat vorher auf Instagram angekündigt. Er war gebürtiger Wiener – kein Flüchtling wie die Attentäter von Dresden und Nizza. Das macht die Tat noch unfassbarer. Kujtim Fejzulai ist als Sohn mazedonischer Moslems in der österreichischen Hauptstadt aufgewachsen. Er ging dort zur Schule. Er spielte Fußball in einem örtlichen Verein. Seine Familie galt als unauffällig. Was treibt so jemanden dazu, ein Blutbad in seiner eigenen Stadt anzurichten? 

Der Täter war der Polizei längst bekannt 

Der Polizei und dem Verfassungsschutz war der 20-Jähriger längst bekannt. Er ist einer von 320 Jugendlichen aus Österreich, die nach Syrien oder in den Irak gereist sind oder dort hin wollten, um zu kämpfen. 93 von ihnen kehrten zurück. 

Cicero Plus weiterlesen

  • i
    Alle Artikel und das E-Paper lesen
    • 4 Wochen gratis
    • danach 9,80 €
    • E-Paper, App
    • alle Plus-Inhalte
    • mtl. kündbar
gabriele bondzio | Do, 5. November 2020 - 19:18

ja, manchmal soll man eben Reisende nicht aufhalten.
Wegen seiner extremen Religiösität ist er dem Betreuer aufgefallen, vielleicht in diesem Alter auf solche Anzeichen achten. Da hat der Mensch meist noch kein Maß. Das Täuschen der Behörden ist auch kein großes Aufheben. Meist sind sie froh, eine Sorge weniger zu haben.
Aber wenn selbst der Verfassungsschutz kläglich versagt...sollte der Bürger aufmerken.
Glaube auch nicht an eine Einzeltäterschaft, Moschen (hört man(n)/frau immer öfters sind nicht ausschließlich zum beten da.
Wenn Terrorexperte Nicolas Stockhammer, von einer stümperhaften Tatausführung redet, bei 4 Toten /23 Verletzten. Müssen wir wohl froh sein. Das kein Profi angetreten ist.
„Der palästinensische Islamwissenschaftler Sheikh Issam Amira sagte während seines wöchentlichen Unterrichts in der Al-Aqsa-Moschee, es sei eine große Ehre für die tschetschenische Jugend, den Französischlehrer S. Paty enthauptet zu haben, und es sei auch eine große Ehre für alle Muslime."

Bernd Muhlack | Do, 5. November 2020 - 19:21

Immer wieder!
Taqiyya: die Kunst, die Erlaubnis der Verstellung, des Heuchelns, Vorgaukelns.
Das ist wie "Das letzte Wort des Angeklagten",
§ 258 II StPO.
"Ich bereue die Tat zutiefst, könnte ich sie doch nur ungeschehen machen!"
"Vielen Dank, die Verhandlung ist geschlossen."

Klingt blöde, ist aber so - die Sendung mit der Maus.
Wer den jur.-forensischen Alltag kennt, weiß was er von diesen Floskeln zu halten hat; es sei denn man gehört zur Fraktion der Allesversteher.

Im Fadenkreuz der Mächte - Gespenster am Balkan
Das Buch von Scholl-Latour zum Balkankrieg der 90er Jahre.
Wie immer eine perfekte Analyse, auch in Bezug zum Islam. Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Albanien, Mazedonien.
Er erkannte, warnte vor dieser Gefahr.
Saudi-Arabien ist auf dem Balkan sehr aktiv; dazu sollte man NZZ oder den STANDARD lesen.

Nein, das ist kein Generalverdacht gegen Moslems.
Jedoch ist diese falsche Toleranz kontraproduktiv.
"Es gibt keine Pflicht zur Selbstzerstörung!"
Peter Sloterdijk
Immer wieder!

Auch ich versuchte gestern die Kunst der Taqiyya zu erklären, deren Ursprung (Prophet, Einnahme Mekkas usw.),Auslegung, Gebote, die Begeisterung der Fundamentalisten über ihre "Soldaten" im Dschihad, wenn diese es mal wieder ganz geschickt verstanden haben die Ungläubigen zu täuschen und hinterrücks zuzuschlagen. Auch die für alle Muslime geltende inhaltliche Botschaft, das es nur einen Waffenstillstand, aber nie einen wahrhaftigen Friedensschluss geben darf zwischen wahren Gläubigen und allen vom Propheten ausgemachten Ungläubigen! Das war wohl etwas zu "deutlich";)? Deshalb gut, dass Sie es lieber Herr Muhlack mit dem vergleichen was es wirklich ist! Nämlich
das sich der Mensch gerne täuschen lässt und wie man auf Rat seines Anwalts mit geheuchelter Anteilnahme und Reuebekundung schlicht besser wegkommt. Zumal kein Mensch, ob fehlerhaftes Gutachten usw. oder nicht, jemals zur Verantwortung gezogen wird. Weswegen noch U-Ausschüsse wenn es mal wieder für die Opfer tödlich ausging!? MfG

Lieber Herr Muhlack,
den nichtssagenden Floskeln könnte man noch eine hinzufügen: "Im Namen des Volkes". Von wenigen Ausnahmen abgesehen stimmen Urteil und Strafmaß, insbesondere, wenn es um unsere "Neubürger" geht, doch nie mit dem Volksempfinden überein.

Charlotte Basler | Do, 5. November 2020 - 22:33

der uns und unsere Art zu leben verachtet. Was ist passiert? Feige töten und verletzen sie unbewaffnete Menschen und fühlen sich dabei, wie? Erschütternd! Oft, wie auch im Artikel, suchen wir eine Schuld bei den Überwachunsbehörden. Aber mal ehrlich, wie viele Gefährder kennen wir? Über 1000 alleine in D? Wie viele Unerkannte mit falscher Identität, geflüchtet weil der IS zurückgedrängt wurde, kommen dazu? Ist man (Täter) erstmal in der EU kañn man frei herumreisen und überall zuschlagen. Kann unsere Polizei hellsehen oder zaubern? Nein?Hauptsache einige können sich als Gutmensch und Retter profilieren. Und dann gibt es wieder ein Islamisten Video von Katharina Schulze (Grüne). Emphatisch? Nein! Eher gut gelaunt!

Norbert Heyer | Do, 5. November 2020 - 22:35

Wenn eine derart entsetzliche Tat erfolgt, wird hinterher immer nach Schuldigen gesucht. Der Täter ist in Österreich geboren und ist wohl durch seinen Umgang und stark ausgeprägte Religiosität aufgefallen. Wegen seiner IS-Aktivitäten wurde er bereits zu einer Haftstrafe verurteilt, die abgekürzt wurde, damit er an einer Maßnahme teilnehmen konnte, durch die er sich vom Extremismus lossagt. Er hat dann wohl ganz im Sinne seiner Religion die Ungläubigen so von seiner Läuterung täuschen können. Wenn solche Fanatiker alle umfassend überwacht werden sollten, würden alle Mitarbeiter von Polizei, Militär und Ordnungsdienste keinerlei andere Aufgaben mehr wahrnehmen können. Es reicht schon eine -berechtigte - Rede von Herrn Macron, dass die unflätige Erwiderung von Herrn Erdogan viele Fanatiker der Religion des Friedens ermuntert, sich terroristisch zu betätigen.Aber alle Massnahmen kommen in Anbetracht der schieren Masse an möglichen Tätern zu spät. Das trojanische Pferd öffnet seine Pforten.

helmut armbruster | Fr, 6. November 2020 - 07:13

nach 9/11 hätte eigentlich jeder Regierung klar sein müssen, dass es ggü einem solchen Gegner keinerlei Nachsicht geben darf.
Das Ziel jeder westlichen Regierung hätte sein müssen, dass es unmöglich sein wird für islamistische Terroristen weiterhin Anschläge zu verüben.
In Worten wurde dieses Ziel erreicht, in Taten nicht.
Woher kommt bloß diese Nachlässigkeit, diese Nachsicht, diese Unfähigkeit der Behörden rechtzeitig und richtig zu reagieren?
Ich kann es mir nicht erklären.

Ulrich Mende | Fr, 6. November 2020 - 08:34

findet sich unter „Radikales in Berliner Klassenräumen“ ein interessanter und extrem beunruhigender Artikel zum Thema. Muslimische Schüler stören die Schweigeminute zur Ermordung des französischen Lehrers Paty, sie skandieren „Erdogan, Ehrenmann“, sind der Meinung, dass es doch gut war, dass im dritten Reich alle Juden ausgerottet wurden. Sie wollen das Wort „Israel“ nicht hören. Laut der Lehrer kommen diese Schüler aus Parallelgesellschaften, die sich dem Einfluss der Schule weitestgehend entziehen. Deutsche Lehrer haben zunehmend Angst und wenden sich verstärkt mit Bitte um Hilfe an eine Beratungshotline.
Die Grundlage des Islamismus ist der Islam selbst mit seiner totalen Ablehnung unserer Lebensweise, unserer Religion und unserer Werte.

Helmut Bachmann | Fr, 6. November 2020 - 10:14

Ist es wirklich unfassbar, dass der Terrorist in Wien aufgewachsen ist? Oder ist dies nicht nur für die unfassbar, die die Realität bisher ausgeblendet haben? Man muss auch heute nicht lange suchen, um islamistische Propagandavideos auf YouTube zu finden. Auf deutsch, von hier Aufgewachsenen. Mit vielen Kommentaren, die einen gruselnd zurücklassen. Auch wenn es den säkularen Gemüsehändler gab und gibt, die Islamisten waren auch schon immer da. Das Minderheiten faschistoid sein können, sollte eigentlich auch dem letzten Linken klar werden können.

Hermann Kolb | Fr, 6. November 2020 - 11:19

Von knapp 4000 auf knapp 12.000 Köpfe ist die slawistische Szene in Deutschland seit 2011 gewachsen. Islamistische Gefährder kommen auf knapp 700 Köpfe.
https://www.bpb.de/politik/extremismus/radikalisierungspraevention/2654…
Und natürlich nicht zu vergessen: die grösste(!) rechtsextreme Organisation in Deutschland: die grauen Wölfe mit knapp 20.000 Köpfen, übrigens in Frankreich gerade verboten worden.
https://www.verfassungsschutz.de/de/arbeitsfelder/af-auslaenderextremis…
Was macht eigentlich Herr Seehofer?

Regine Groß | Fr, 6. November 2020 - 13:58

Schauen Sie sich in den Schulen um, sprechen Sie mit Polizisten und Streetworkern.Wir erleben täglich Provokationen seitens muslimischer Jungen wie z.B:"Ich möchte, daß die Schule hier türkisch wird mit Gebetsteppichen und nur mit Lehrern ".Natürlich wird davon nicht jeder ein Terrorist, aber es scheint, daß die Zuschreibung der Nationalität über das Geburtsland nicht auch automatisch eine Identifikation mit diesem und seinen Normen und Werten hervorbringt.