- Soldat, Saboteur – Kriegsverbrecher?
Die Bundesanwaltschaft klagt Serhii Kuznetsov wegen seiner Rolle bei der Nord-Stream-Sprengung an. Cicero liegt die Anklageschrift vor. Die 108 Seiten zeigen: Karlsruhe ist sich seiner Sache sicher – doch die Beweislage ist nicht lückenlos und der Vorwurf eines Kriegsverbrechens angreifbar.
Er war nicht auf der Flucht. Er war im Urlaub, mit Frau und Kindern. Offenbar fühlte sich Serhii Kuznetsov sicher, als er im August 2025 an der italienischen Adriaküste mit seinem echten Pass in einer Hotelanlage eincheckte. In der Nacht rückten die Carabinieri an und verhafteten den 49-jährigen Ukrainer vor den Augen seiner Familie. Grundlage war ein Europäischer Haftbefehl des Generalbundesanwalts in Karlsruhe.
Am 26. September 2022 explodierten in der Nähe von Bornholm drei der vier Röhren von Nord Stream 1 und 2 auf dem Grund der Ostsee. Fast vier Jahre später glaubt die Bundesanwaltschaft zu wissen, wer dahintersteckt: eine Gruppe von Ukrainern, die mit der gemieteten Segeljacht Andromeda in See stach. Berufstaucher sollen zu den Pipelines hinabgestiegen sein und dort sechs jeweils 14 Kilogramm schwere Sprengsätze mit den militärischen Hochleistungssprengstoffen Hexogen (RDX) und Oktogen (HMX) angebracht haben.
Serhii Kuznetsov sitzt inzwischen in Hamburg in Untersuchungshaft: Er soll die Operation an Bord der Andromeda koordiniert haben. Am 1. Juli hat die Bundesanwaltschaft Anklage erhoben, unter anderem wegen eines Kriegsverbrechens.
Die 108 Seiten haben es in sich. Karlsruhe beschreibt die Sprengung nicht als private Aktion. Kuznetsov und die anderen Gruppenmitglieder hätten „im Auftrag und mit Billigung staatlicher Stellen der Ukraine“ gehandelt. (Die Generalstaatsanwaltschaft in Kiew weist das zurück: Man sehe keine Belege für eine staatliche Beteiligung.)
Anders gesagt: Nach Überzeugung der Bundesanwaltschaft war die Sprengung eine staatlich gebilligte ukrainische Militäroperation. Und trotzdem soll Kuznetsov ein Kriegsverbrecher sein.
Ob das zusammenpasst, muss nun das Oberlandesgericht Hamburg prüfen. Die Anklage ist noch nicht zugelassen. Sollte es zum Prozess kommen, werden vor allem drei Fragen entscheidend sein: Kann Karlsruhe beweisen, dass Kuznetsov tatsächlich an Bord der Andromeda war? Waren die Pipelines geschützte zivile Objekte – oder im Krieg gegen Russland legitime militärische Ziele? Und falls ihre Sprengung rechtswidrig war: Hätte Kuznetsov einen entsprechenden Befehl verweigern müssen?
Die Anklageschrift zeigt: So eindeutig, wie Karlsruhe diese Fragen beantwortet, ist der Fall nicht.
Die Beweislage
Dass Kuznetsov ukrainischer Soldat war, dürfte kaum strittig sein. Den deutschen Behörden hat er laut Anklageschrift im Rahmen einer Haftbeschwerde eine Bescheinigung des ukrainischen Verteidigungsministeriums vorgelegt. Demnach gehörte er zum Zeitpunkt der Sprengung einer Spezialeinheit der Streitkräfte an.
Auch abgehörte Telefonate aus seiner Untersuchungshaft sollen das belegen. Gegenüber seiner Frau soll er davon gesprochen haben, zum Zeitpunkt der Nord-Stream-Sprengung den ukrainischen Streitkräften angehört zu haben. Auch eine Tätigkeit für den Inlandsgeheimdienst SBU deutete er demnach an. Er sei „glücklich und stolz“, seinem Land zu dienen. Außerdem habe er mit einem „Roman“, seinem „Kommandeur“, sprechen wollen.
Gemeint ist offenbar Roman Cherwinsky. Der frühere SBU-Agent ist ein alter Schulfreund Kuznetsovs. Der erbittere Selenskyj-Gegner (Cicero berichtete) gilt als einer der zentralen Organisatoren der Nord-Stream-Operation. Nach Kuznetsovs Festnahme erklärte Cherwinsky selbst, Kuznetsov habe zum Zeitpunkt der Sabotage unter seinem Kommando gestanden.
Nur: Dass Kuznetsov auf der Andromeda war, sagt er damit nicht.
Dafür fehlt der Bundesanwaltschaft bislang ein eindeutiger Beweis. Ein DNA-Abgleich mit Spuren an Bord war laut Anklageschrift negativ. Verwertbare Satellitenbilder, Radardaten oder Funkzellendaten liegen demnach ebenfalls nicht vor. Zeugen sollen zwar eine Gruppe osteuropäischer Männer und eine Frau an Bord gesehen haben. Doch offenbar konnte später „keiner der Zeugen die Personen an Bord wiedererkennen“.
Die stärksten Indizien liefert Kuznetsovs Smartphone, das die italienischen Behörden nach seiner Festnahme sichergestellt haben. Darauf fanden die Ermittler laut Anklageschrift Seekarten der Ostsee, Informationen über den Verlauf der Nord-Stream-Pipelines sowie Wassertiefen und die Beschaffenheit der Leitungen. Mehrere Dateien beschäftigen sich demnach mit Angriffen auf kritische Infrastruktur. Andere sollen Wracks in der Nähe der späteren Explosionsorte zeigen. Die Karten sollen sich auf Tiefen zwischen 75 und 100 Metern beziehen – genau den Bereich, in dem die Sprengladungen angebracht wurden.
Auf dem Gerät fanden die Ermittler außerdem Hinweise auf die Kiewer Tauchschule Scuba Family, aus deren Umfeld die Taucher nach ihrer Überzeugung rekrutiert wurden. Das letzte einschlägige Dokument wurde laut Anklage am Abend gespeichert, bevor die Sabotagegruppe in Richtung Ostsee aufbrach. Anschließend blieb das Smartphone offenbar wochenlang ungenutzt.
Auch Kuznetsovs Smartwatch soll geschwiegen haben. Normalerweise soll sie regelmäßig Bewegungs- und Gesundheitsdaten aufgezeichnet haben. Ausgerechnet während der Operation war sie laut Anklageschrift inaktiv.
Aus Sicht der Bundesanwaltschaft ist die Indizienkette dicht genug für eine Verurteilung. Entscheidend wird sein, ob das Oberlandesgericht Hamburg die Auffassung teilt.
Ein Kriegsverbrechen?
Selbst wenn Hamburg Kuznetsovs Beteiligung für erwiesen hält, beginnt der juristisch schwierigste Teil erst. Die Bundesanwaltschaft bezeichnet Nord Stream 1 und 2 als „rein zivile Objekte“, die vom humanitären Völkerrecht geschützt seien. Die Pipelines seien keine legitimen Angriffsziele im Krieg zwischen Russland und der Ukraine.
Ein polnisches Gericht kam bereits zu einer anderen Bewertung. Als in Warschau ein Taucher festgenommen wurde, verweigerte es seine Auslieferung nach Deutschland. Die Richter verwiesen unter anderem auf eine mögliche Immunität für Handlungen im Dienst des ukrainischen Staates. Die Pipelines hätten Russland als politisches und wirtschaftliches Druckmittel gedient, ihre Sprengung sei deshalb eine legitime militärische Handlung im Verteidigungskrieg der Ukraine.
Damit tritt ein alter Konflikt wieder zutage. Für osteuropäische Länder wie die Ukraine und Polen waren die Pipelines seit je ein Symbol deutscher Naivität und russischer Erpressung. Gazprom, der russische Staatskonzern, wollte die Ukraine explizit als Transitland umgehen. Die Transitfunktion für russische Gaslieferungen nach Deutschland war für die Ukraine eine geopolitische Sicherheitsgarantie, man sah darin einen Schutzschild vor russischen Angriffen. Nord Stream entzog Kiew Transitgebühren und schwächte die geostrategische Rolle des Landes.
Deutschland trieb trotz der Warnungen aus Osteuropa und des Kriegs im Donbass Nord Stream 2 voran. Angela Merkels Bundesregierung beharrte darauf, es handele sich um ein „privatwirtschaftliches Energieprojekt“.
Mit dem russischen Großangriff im Februar 2022 bekam der Konflikt eine neue Dimension. Russische Truppen mordeten in der Ukraine, während durch Nord Stream 1 weiter Gas nach Deutschland floss und Milliarden Euro nach Russland gelangten. Für viele Ukrainer ein unerträglicher Widerspruch.
Im August 2022 stoppte Gazprom unter einem Vorwand die Gaslieferungen durch Nord Stream 1. Moskau setzte eine mögliche Wiederaufnahme als Druckmittel ein, um Europa zur Rücknahme von Sanktionen zu drängen. Kuznetsovs italienischer Anwalt Nicola Canestrini argumentiert deshalb, Nord Stream sei auch nach dem Lieferstopp ein „Instrument russischer Machtpolitik“ gewesen. „Gazprom hat sogar eigene Einheiten an die Front geschickt“, sagt Canestrini. Nach dem Kriegsvölkerrecht könne ein Objekt zum militärischen Ziel werden, wenn seine Zerstörung einen eindeutigen militärischen Vorteil biete.
Das macht die Pipelines nicht automatisch zu legitimen militärischen Zielen. Aber die Frage ist komplizierter, als es die Bundesanwaltschaft darstellt. Und daran hängt viel. War Nord Stream ein legitimes militärisches Ziel, fällt ein zentraler Teil des Kriegsverbrechensvorwurfs weg.
Hätte Kuznetsov den Befehl verweigern müssen?
Angenommen, das Gericht folgt der Bundesanwaltschaft: Kuznetsov war auf der Andromeda, die Pipelines waren geschützte zivile Objekte, ihre Sprengung war rechtswidrig.
In dem Fall bleibt eine weitere Frage. Die Bundesanwaltschaft geht selbst davon aus, dass Kuznetsov Soldat war und auf Befehl gehandelt hat. Ziel der Operation sei es gewesen, Russland Einnahmen zu nehmen, mit denen es seinen Krieg finanzierte. Gleichzeitig schreibt die Bundesanwaltschaft, Kuznetsov und den übrigen Beteiligten sei „bewusst gewesen“, dass die Pipelines „kein legitimes Kriegsziel“ darstellten.
Ein Soldat darf sich nicht auf jeden Befehl berufen. Ist dessen Rechtswidrigkeit offensichtlich, muss er ihn verweigern. Aber war sie hier offensichtlich?
Nicola Canestrini nennt ein Gegenbeispiel: „Bei einem Befehl, Zivilisten zu foltern oder zu erschießen, ist die Rechtswidrigkeit offensichtlich. Hier geht es um die Sprengung von Rohren auf dem Meeresboden, geplant in einer Weise, bei der niemand verletzt wurde.“ Ob das ein Kriegsverbrechen war, sei eine Rechtsfrage, über die selbst europäische Gerichte unterschiedlich urteilen. „Wie soll ein einzelner Soldat zweifelsfrei erkennen, dass ein solcher Befehl rechtswidrig ist, wenn sich Juristen und Staaten darüber streiten?“, so Canestrini.
Kuznetsov selbst schweigt bisher zu den Vorwürfen. Seinem Anwalt sagte er kurz nach seiner Verhaftung allerdings einen bemerkenswerten Satz: „Ich kann Ihnen nicht sagen, was ich getan habe. Aber was ich getan habe, habe ich auf Befehl getan.“
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für das Bundesverdienstkreuz vorschlagen. Bei den nun reichlich 100 Milliarden für die Ukraine machen die 8 Milliarden Schaden das Kraut nicht fett, wie man in Thüringen sagt. Die xy Milliarden um die unsere Energiekosten gestiegen sind, zahlen wir auch gerne, wenn es gegen Putin geht, gegen den wir offiziell gar nicht den Krieg erklärt haben. (Ironie aus)
Ich sehe noch die "Standing Ovention" für Putin 2001 im Bundestag und fühle mich vollständig im falschen Film. Es gibt keinen Grund zur Feindschaft zwischen Deutschland und Russland, außer dem unbedingten Willen Putin die NATO vor die Tür zu setzen. Meine Trauer gilt den Ukrainern und den Russen die sinnlos verheizt werden.
der behauptete, dass- frei übersetzt, dieser Bruderkrieg lediglich dazu diene, das dumme, teure Fußvolk bisschen auszudünnen.
... bekommt, darf man damit rechnen, dass die Herren Thiele und Canestrini stets lobend auf der Bronzetafel erwähnt werden.
Ja, sehr viele deutsche Journalisten lieben - nicht erst seit der RAF - nun mal Terroristen, die ordentlich zuschlagen, wenn sie nur zur richtigen Seite gehören. Sie finden für diese Leute einfühlsames Verständnis, wenn diese doch "nur" gegen UNSERE Menschen und gegen UNSER Land aktiv geworden sind.
Nun, dass WIr und UNSER Land von der gegenwärtigen ukrainischen Regierung keinerlei Dankbarkeit für die milliardenschwere Unterstützung zuückbekommt, das war von diesem ukrainischen Nationalismus auch nie zu erwarten.
Aber dass deutsche Journalisten da so einfach mitspielen - das jedoch berührt nach meinem Empfinden die Grundlagen der öffentlichen Moral.
Wo bleiben diese moraltriefenden und hochtrabenden "Investigativjournalisten" und "Bestsellerautoren", wenn es z. B. um die Täter von Stade geht?
Na, wohl im Bett.
Zuerst einmal ist die Frage zu beantworten, worin die Straftat nach deutschem Recht besteht. Der Vorwurf eines Kriegsverbrechens ist lächerlich und unhaltbar. Er zeigt die Hilflosigkeit der karlsruher Staatsanwälte. Denn davon kann und wird nichts übrig bleiben.
Frage: Wie soll nach deutschen Strafrecht eine militärische Operation in internationalen Gewässern gegen eine Pipeline in russischem Besitz überhaupt strafbar sein ? Europäische Kriegsschiffe kapern russische "Schattenflottentanker". Dürfen die Zielstaaten der Lieferung dann jetzt auch die beteiligten Marinesoldaten festsetzen?
Wenn man es aber als staatlich organisierte Angriff auf die deutsche Energieversorgung betrachtet, also einen Kriegsakt gegen Deutschland, ist die Ukraine für Deutschland ein Kriegsgegner. Der gute Mann wäre dann wohl nicht als Straftäter, sondern als POW zu behandeln.
Der Vorgang ist völlig absurd!
um die Nordstream-Sprengung ist für mich weitgehend bedeutungslos, entscheidend sind die geostrategischen Fragen. Ich war damals, 2005, als BK Schröder und Putin Nordstream vereinbarten, schon ein entschiedener Gegner dieser Anlage, weil klar war, dass es Putin-Russland nur darum ging, die Ukraine als Transitland auszuschalten. Russland wollte die Ukraine von Einnahmen abschneiden, ein erster Schritt zur Schwächung des Nachbarlandes. Gleichzeitig begab sich Deutschland in die "babylonische Gefangenschaft" Russlands, wir wurden über Gaslieferungen und deren Preisgestaltung erpressbar. Geostrategisch wäre es damals schon vernünftig gewesen, mehr LNG von europ. Staaten, Ländern des Nahen Ostens und den USA zun beziehen, d. h. die Lieferländer zu diversivizieren. Das wäre zwar etwas teurer geworden, aber sicherer in der Lieferkette. Lieber mehr bezahlen, als sich in Russlands Abhängigkeit zu begeben! Dann hätten wir uns auch die Bettelei um LNG z. B. in Katar nach 2022 ersparen können.
Dass die Ukraine aus der Transit Pipeline unerlaubt Gas abgezapft hat, steht wohl auf e8nem anderen Blatt.
Die Ukraine (und Polen) haben die Transitgebühren der Pipelines aus der Sowjetzeit kassiert. Es wurden (wenigstens in der Ukraine) mit willkürlichen Sperrungen höhere Gebühren erpresst, und es wurde auch einfach Gas geklaut.
Ja, Deutschland war in der "babylonischen Gefangenschaft" der Ukraine und Polens, wir waren über die alten Pipelines durch diese Länder erpressbar und haben bezahlen müssen. BK Schröder und Putin haben aus diesem Grunde 2005 den (teueren!) Bau von Nordstream vereinbart. Ja, Deutschland und Russland wollten die Ukraine als Transitland ausschalten und die Ukraine von diesen "Einnahmen" abschneiden.
Damals hatten wir noch eine Regierung gehabt, die AUCH an uns gedacht hat.
Die Ölländer England, Norwegen, in den USA usw. haben sich schon damals als Ersatz-Lieferanten angeboten - allerdings zu den Preisen, wie wir sie heute bezahlen.
Jetzt sind wir nicht mehr von Russlandabhängig. Und: Sind Sie zufrieden mit der Wirtschaft im Land, Herr Pfeiffer?
Ich nicht.
weist deutliche Parallelen zu Marinus van der Lubbe auf, der den Reichstag angezündet haben soll.
"„Ich kann Ihnen nicht sagen, was ich getan habe. Aber was ich getan habe, habe ich auf Befehl getan.“"
Keine weiteren Fragen und danke an ein loyales, anständiges Italien!
Alles, was nach so einem Geständnis kommt, ist Kuscheljustiz und entbehrt jeglichem deutschen Interesse.
Ein sehr schönes Bild vom Verteidiger Canestrini! In der Tat: immer wieder kann man in Italien erleben, wie sich auch Männer geschmackvoll und ansprechend in der Öffentlichkeit zeigen. Wenn man das mit Männern auf dem CSD und auf der Rave-The-Planet-Parade vergleicht, kann man schon wehmütig werden. Dank an den Fotografen!
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Dagegen ChatGPT: Mit bestialischer Grausamkeit stürzt sich der deutsche Staat in Gestalt dreier schwer bewaffneter und auf einen armen, unkenntlich gemachten Mann (m/w/d?), der nach dem Ausstieg aus einem dampfenden Whirlpool nur ein wenig klassische Musik genießen will, wobei eine kleine kreisförmige Dampfwolke zufälligerweise so vor seiner Nase schwebt, dass man seine Gesichtszüge nicht erkennen kann.
Ach, wie schön ist es, dass Täter bei vielen Journalisten immer besonders viel Datenschutz genießen!
Dann flattert noch zufälligerweise eine Fotokopie vor die Kamera!
Nix für ungut!
Ich glaube weiterhin kein Wort von dieser angeblichen ukrainischen Urheberschaft. Die Anhaltspunkte, die für eine direkte Urheberschaft der USA sprechen, werden halt der gewohnten Tabuisierung unterworfen, die wir in vier Wochen zu »25 Jahre 9/11« auch wieder erleben werden. Was soll man auch erwarten, wenn sich sogar mindestens die Weidel-Fraktion der AfD im festen Griff der transatlantischen Ideologie befindet?
Natürlich hat es diese Kuznetsov-Gruppe und ihre Aktivitäten gegeben: Öffentlichkeit und Justiz sich an ihr abarbeiten zu lassen und für weiterführende Fragen blind zu bleiben war ja der Zweck der Übung, und die Medien spielen wieder mal brav mit.
Aber schweres Spreng- und Tauchgerät für 80m Wassertiefe auf einer 15-Meter-Yacht? Da bleibe ich doch bei Hersh und Tunander. Es gibt jetzt einen Dokumentarfilm: »Nordstream - die Sprengung«. Zitat von Dirk Pohlmann aus dem Film: »Die Deutschen, Schweden und Dänen wissen genug, um zu wissen, dass sie nicht noch mehr wissen wollen.«
Für mich klingt diese ganze Geschichte absurd , immer noch. Wie sollen diese paar Hanseln diese hoch komplexe Unternehmung bewerkstelligt haben, ohne dass die USA oder andere Staaten davon etwas mitbekommen haben?
Ebenso wenig wie man bei Hitlerdeutschland kaufen würde.
Der russische Überfall auf die Ukraine erfolgte am 24.2., die Nordstream-Sprengung am 26.9.2022.
Außerhalb deutscher Hoheitsgewässer.
Ohne deutsche Opfer.
Die Leitung gehört laut Wikipedia der Nord Stream 2 AG mit Sitz im Schweizer Kanton Zug. Dieses Unternehmen gehört zu 100 Prozent dem russischen Staatskonzern Gazprom. Nordstream 1 gehört zu 51% Gazprom, zu 31% Wintershall und Uniper aus Deutschland und der Rest französischen, österreichischen und britisch/niederländischen Unternehmen. Beide Leitungen sind durchaus reparabel.
Wofür könnten Soldaten der Ukraine in Deutschland verurteilt werden? Womöglich für die gestiegenen Gaspreise? Dann aber auch für die höheren Spritpreise? Oder die Beschädigungen an Tankern der russischen Schattenflotte?
Ich bin sehr gespannt. Für mich sind die Ukrainer Helden.
Ja, dann ...
Man treibt nur Handel mit moralisch guten Ländern. Nun, da haben Sie ja in Vorderasien und jenseits des Atlantik eine ordentliche Auswahl von Ländern, mit denen man keinen Handel mehr treiben kann.
Macht nichts. Punkt.
Ich beneide Sie um Ihre gottgleiche Weltsicht. Menschen, die Sie für Helden halten, begehen niemals Kriegsverbrechen. Jeder Ukrainer ist ein Held. Alle Russen sind Kriegsverbrecher. Punkt.
Punkt. Für Sie ist europäische Aufklärung vorbei. Punkt.
Für mich noch nicht.
Herr Bühler, ich bitte Sie um Mäßigung und Selbstkontrolle.
"Gottgleiche Weltsicht", "Ukrainer begehen wohl selber niemals Kriegsverbrechen", "Alle Ukrainer" (!) "sind Helden", "Alle Russen" (!) "sind Kriegsverbrecher" habe ich weder geschrieben noch gemeint, wie Sie sehr wohl wissen.
Ich bleibe dabei: Die tapferen Ukrainer, die aktiv und unter Lebensgefahr gegen die russischen Aggressoren kämpfen, sind Helden, alle, jawohl. Und alle russischen Kommandeure, die für russische Militäroperationen auf ukrainischem Staatsgebiet verantwortlich sind, sind Kriegsverbrecher, alle, jawohl.
Putinrussland ist nicht nur "kein moralisch gutes Land", sondern steht gemeinsam mit dem Iran moralisch weit unterhalb noch der niedrigsten innenpolitisch verbrecherischen mafiaregierten Nationen. Nordkorea traut sich wenigstens nicht, aktiv Kriege zu beginnen.
Es gibt Alternativen zu russischen Waren.
Putin ist kein Gott mit dem Recht, für seine "geostrategischen" Pläne Menschen töten zu lassen.
Apodiktische moralische Urteile, die vor lauter gesteigertem Erregungsniveau zu keiner Tatsachenbetrachtung mehr fähig sind, weil das Feindbild längst steuert, was man als überhaupt als Tatsache zulässt. In solcher Art von Feindbildpflege hat sich die »liberale westliche Demokratie«(TM) seit Jahrzehnten fest eingegraben, ganz gleich, ob es um den »alten weißen Mann«, »Männer«, »Rassisten«, »Nazis«, »Schwurbler«, »Verschwörungstheoretiker«, »Querdenker« oder »Ungeimpfte« geht. Oder natürlich um Russland und »Putin«.
»Punkt« illustriert den Punkt: es gibt nur noch punktuelle, isolierte Empörungsereignisse, aber niemand ist mehr willens oder in der Lage, Tatsachenpunkte zum größeren Gesamtbild zu verbinden. Raphael Bonelli nennt das zu Recht »kopflos«. Mir fallen schärfere Vokabeln ein, aber ich will nicht den KI-Filter herausfordern.
aber offenbar nicht für jeden.
Da gibt es immer welche, die verstehen das.
Man muss nämlich erstmal "Tatsachenpunkte zum größeren Gesamtbild verbinden". Dann erkennt man, dass und warum Putin gezwungen war, mit seinem völlig gerechtfertigten Menschentötungsprojekt zu beginnen.
Dass er als russischer Präsident selbstverständlich das Recht hat, Menschenleben als Spielmaterial zu gebrauchen, kann sowieso gar nicht in Zweifel gezogen werden. Der darf das.
Was man schon daran sieht, dass andere sowas ja auch ständig machen. Und da quakt ja auch kaum noch wer. Bringt ja auch nix und treibt im Fall Russland sogar noch die Heiz- und Spritkosten hoch.
Empörung ist (sagt Bonelli!) hysterisch und liegt nur an feindbildgesteuertem Erregungsniveau. Mit der richtigen Pille (Bonelli) lässt sowas schnell nach.
Eigenes Gewissen? Was soll das sein? Das regt sich sowieso kaum noch und wenn ausnahmsweise doch, ist Schnauze halten immer klüger und besser für alle. Das Tötungsverbot ist zu apodiktisch.
In der Ukraine ist Krieg, weil die USA dort unbedingt einen haben wollten. In einem Land, das kulturell gespalten war wie das ehemalige Jugoslawien (und mit einer analogen Nazi-Parteinahme durch Ustascha bzw. Bandera-Bewegung), manövriert man keine Rechtsextremisten in die Regierung (2014). Es sei denn, man *will* einen Bürgerkrieg! Für die US-Orchestrierung der Maidan-Scharfschützenmorde von 2014 haben drei Scharfschützen schon 2017 ausgesagt. Dann hat Kiev per Kulturkrieg die Russischsprachigen aus der Nation hinausdefiniert. Minsk II sollte Minderheitenrechte einführen, Kiev hat das mit europäischer Duldung sabotiert, währenddessen, als Putin noch Deutschland als ehrlichem Makler vertraut hat, wurde die ukrainische Armee hochgerüstet. Poroschenko wurde der Krieg schon für 2017 versprochen, Trump kam »blöderweise« dazwischen. Kaum war Biden an der Regierung, wurde die finale Eskalation vorbereitet: massiv gesteigerter Artilleriebeschuss von Zivilisten im Donbass Anfang 2022.
Russlands Reaktion war nichts anderes als das, was im Westen eine »responsibility to protect« genannt wird. Macht der Westen ständig, wenn es ihm so passt. Der Krieg hätte nach einem Monat zu Ende sein können, aber dann ist Boris Johnson nach Kiev geflogen und hat die Regierung zum Weiterkämpfen breitgequatscht. Zu Butscha wurde nie Anklage erhoben, aber es kam passend, um die Verhandlungen abzuwürgen. Europa war derweil zu blöde, um europäische statt transatlantischer Politik zu betreiben, und hat die eigene Verantwortung zugunsten von Siegfriedensphantasien verleugnet. Ebenso wurde verleugnet, dass man (mit Zielkoordinaten und Drohnenproduktion) längst am Krieg beteiligt ist. Russland eskaliert jetzt, weil es davon die Faxen dicke hat. Den einen Ausweg aus dem Krieg: Verhandlungen über eine neue, gesamteuropäische Friedensordnung (Russland wollte nie was anderes), verweigert Europa, weil es sich dann sein politisches Totalversagen eingestehen müsste!
Darum geht das Gemetzel weiter!
Diese Zwangsläufigkeit der Vorgeschichte...
Seit 2014 wollen Ex-SBZ-ler mit Stockholm-Syndrom Russlands Ruf retten.
Die Wahrheit ist aber: Russland hat in der Ukraine nichts zu suchen! Und sein Militär gefälligst brav in Russland zu behalten!
In der Ukraine ist Krieg, weil Putin auch dort einen angefangen hat. So einfach ist das.
Nazis, Bandera-Bewegung, Rechtsextremisten im Nachbarland? Soso. Berkut? Aber halt: Was geht das Russland an?
NATO-„Umzingelung“? Was war da nochmal mit Bündniswahlfreiheit?
Amerikanische Dollars in ukrainischen Kassen? Hätte Russland doch locker überbieten können!?
„Selbstloser Putin schützt Leib und Leben der Russischsprachigen.“ Witzig. Putin hat humanitäre Motive? Glauben Sie das? Im Ernst? Aber das kann man ja prüfen. Wie geht er mit seinen eigenen Soldaten um? Stichwort „Fleischwolf“? Eine Million Tote? – Putin egal!
„responsibility to protect“? Woher und für wen? Die Sowjetunion gibt es seit Ende 1991 nicht mehr!
„Putin go home!“ ist Rechtslage.
Was der Artikel nur andeutet, aber eben nicht klar benennt ist die Tatsache, dass dieser Mann ja nicht allein, nicht ohne Befehl gehandelt hat. Und wer hat diesen gegeben? Warum wird nicht Selenskij auf die Anklagebank gesetzt? Warum wird noch immer Geld dorthin gepumpt und diesem Land weiterhin geholfen? Warum will man so einen Staat in die EU bringen und vielleicht auch später in die NATO? Und von alledem haben westliche Geheimdienste nichts mitbekommen? Okay, dass der BND und andere deutsche Looser nichts wussten ist deren Arbeitsbeschreibung. Aber die CIA, der Mossad und wer da noch auf dem Laufsteg der Geheimdienste so parliert, haben nichts gewusst? Oder waren da welche involviert oder haben wohlwollend zugeschaut. Immerhin wollte Biden ja nicht, das wir Nordstream 2 Gas bekommen und auch Trump will es nicht. Werden wir Details aus dem Prozeß hören oder wird an entsprechender Stelle die Öffentlichkeit ausgeschlossen? Die Wahrheit wird da auch nicht wirklich ans Licht kommen.
... bezieht. Er will nur ordentlich daran mitverdienen und ist damit nur konsequent. Dann kaufen wir Deutschen halt von den Amerikanern beides: russisches Gas und ukrainische Bodenschätze.
Nicht dumm, der Herr Trump.
