Donald Trump
Nicht nur im Fußball wollen die USA Weltmeister werden: Donald Trump bei der Weltmeisterschafts-Auslosung für 2026 am 5. Dezember / picture alliance / Sportpics | Marc Schueler

Nationale Sicherheitsstrategie der USA - Ende der transatlantischen Gewissheiten

Die neue Nationale Sicherheitsstrategie der USA unter Donald Trump stellt die Rolle der Nato infrage und blickt mit nüchternem Interessenrealismus auf Europa. Das Dokument ist weniger strategische Leitlinie als politisches Bekenntnis – und ein Warnsignal für die Zukunft des Westens.

Ulrich Schlie

Autoreninfo

Ulrich Schlie ist Historiker und Henry-Kissinger-Professor für Sicherheits- und Strategieforschung an der Universität Bonn.

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Nationale Sicherheitsstrategien sind die nationalen Dachdokumente, aus denen sich alle anderen konzeptionellen Vorgaben in der Sicherheits- und Verteidigungspolitik ableiten. Einzelne strategische Richtlinien, Streitkräftekonzeptionen, Vorgaben zum Fähigkeitsprofil der Streitkräfte etwa folgen diesen Strategien. Sie machen Sicherheitspolitik transparent und geben Aufschluss über Interessen, Ziele und Prioritäten der jeweiligen Regierung. Aufmerksamkeit ist ihnen gewiss, und in den jeweiligen strategic communities werden sie gewissenhaft exegiert.  

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Thomas Veit | Mo., 8. Dezember 2025 - 11:42

sich global und auch gegenüber den USA neu auszustellen. Das geht natürlich nur von einer Position der Stärke aus, d.h. militärisch und wirtschaftlich - DEM IST ALLES ANDERE UNTERZUORDNEN...!!!

Dazu gehört auch eine Europäische Streitmacht, die alle Synergieeffekte gemeinsamen Handelns bündelt, auch Rüstungsindustrie und Beschaffung, incl. einer breit aufgestellten EUROPÄISCHEN Atomstreitmacht. Im wirtschaftlichen Sektor ebenso... WARUM? >> Sonst wird das definitiv nix...

Dazu gehört ein komplettes Umdenken in Brüssel, Paris, Berlin und London - in Rom ist schon die richtige an der Macht... 🤔

Aber mit Weichei-Gutmenschen-Plapper-Personal wie UvdL undxeinem Rutte, der sich schon kindisch freut wenn er/NATO von Trump mal nicht runter gesaut wurde, wird das wohl eher nichts werden, vermute ich mal... ...

Europa steuert auf die Drittklassigkeit zu - ein 'Problemkontinent' allenthalben..., Paris wird als erstes implodieren, wirtschaftlich; das ganze geht max. noch 10 Jahre gut...

Enka Hein | Mo., 8. Dezember 2025 - 12:12

....seit den 70ern geifern die linksgrünen Moralisten, gedeckt durch das Vollversagen der CDU, spätestens seit Merkel, den obigen Satz.
Natürlich su h unterstützt vom linken ÖRR und unser lunksgrünen Presse.
Und nun geht er, der Ami.
Jetzt ist auch nicht gut.
Wenn man mit heißer Luft die Weltherrschaft erringen könnte,
D mit den linksgrün Voll erstrahlen wäre ganz vorne dabei.

Klaus Funke | Mo., 8. Dezember 2025 - 12:15

Von innen heraus wird West-Europa seine Probleme nicht lösen, außer es wird europaweit der linksgrüne Kuschelkur beiseitegelegt, die EU-entmachtet, die konservativen Oppositionsparteien erringen die Macht und Russland wird als europäisches Land in die Wirtschafts- und Sicherheitsarchitektur eingebunden. Also wird uns die USA wie nach dem 2. WK wieder zeigen müssen, wo es lang geht. Dazu ist es nötig, die westeuropäischen Eliten zu entmachten und linke und grüne Politik zu überwinden. Das neue amerikanische Dokument zeigt aber auch an, dass ein Verbot der Opposition wie es in Deutschland Linke und Grüne vorhaben, nicht ohne us-amerikanischen Gegendruck funktionieren wird. Sprich: Ein solches Verbot wird nicht mehr möglich sein. US-Amerikanische Reaktionen könnten bis zum Abzug der US-Truppen aus Deutschland reichen. Darauf aber werden es Merz & Konsorten nicht ankommen lassen. Sollte indes J.D.Vance Trump ablösen, wird der US-Kurs noch deutlicher und drastischer werden. Ich freue mich.

Thorwald Franke | Mo., 8. Dezember 2025 - 12:23

Der Artikel ist eine missgünstige Analyse des Strategiepapiers.

Die NATO wird darin keinesfalls mit einem Federstrich beseitigt, wie hier behauptet wird. Sie wird allerdings in Schranken verwiesen, das ja. Und das ist vielleicht auch gar nicht schlecht. Hybris hat nämlich noch keinem gut getan.

Die Verbündeten werden auch keinesfalls fallen gelasssen. Im Gegenteil. Das Strategiepapier kümmert sich sehr um die gute Zukunft Europas, nur, dass die europäischen Eliten einer solchen offenbar im Wege stehen. Da wollen die USA helfen. Das ist doch sehr fürsorglich und gar nicht isolationistisch.

Und schließlich ist es doch nur wahr: Natürlich sollten die Europäer in der Lage sein, ihre Probleme (wie Ex-Jugoslawien, Ukraine) erst einmal selbst zu lösen, bevor man nach dem großen Bruder ruft. Was soll daran falsch sein?

Es ist sehr spannend zu sehen, wer dieser Tage welche Haltung zu diesem Papier einnimmt.

C. Schnörr | Mo., 8. Dezember 2025 - 13:13

Heiko Maas (Männchen) auch heute noch Herrn Trump öffentlich auslachen würde? Es ist Herr Trump, der heute lacht.

Ernst-Günther Konrad | Mo., 8. Dezember 2025 - 13:17

Er will keine Kriege mehr führen, um anderen Staaten westliche Moralvorstellungen aufzudrücken. Er will sein Land wehrhaft halten, zu einer wirtschaftlichen Supermacht entwickeln und Handel treiben mit allen und jedem. Er will die wirtschaftliche Vorherrschaft Chinas begrenzen. Er weist die EU, er weist Deutschland darauf hin, dass sie endlich selbstständig und erwachsen werden sollen, für ihre eigene Sicherheit sorgen müssen. Er fordert die Europäer auf, sich endlich vom Joch der Fremdbestimmung einer ill. EU zu befreien und wieder mehr Eigenständigkeit zu erlangen. Er warnt davor, zu viel ill, und unkontrollierte Migration zu zulassen, weil sich sonst Europa, respektive Deutschland in 10 Jahren nicht mehr wieder erkennt. Und vieles mehr. * Besonders schlecht kommt die Europäische Union, kommen überhaupt die Europäer weg, die beinahe mitleidsvoll als verzagt und strategisch richtungslos gezeichnet werden.* Bittere Wahrheiten auf den Punkt gebracht. Und Russland? Ist unser Problem.

Hans Jürgen Wienroth | Mo., 8. Dezember 2025 - 13:17

„Diese nationale Sicherheitsstrategie zeichnet das Ende der Nato, wie wir sie kannten.“
Hat nicht Europa, insbesondere Deutschland mit Frau Merkel, diese NATO aufgekündigt, indem sie die Verteidigung des Westens den USA überlassen hat, Trump in seiner 1. Amtszeit bekämpfte und wirtschaftlich eng mit China zusammenarbeitete, sodass dieses Land so mächtig wurde, wie es heute ist?

Die EU kann sich nicht mehr darauf verlassen, dass die USA sie verteidigt, während die EU die „Rivalen“ wirtschaftlich stärkt. Für die EU soll Amerika die „Weltpolizei“ spielen, deren Macht man selbst nicht anerkennt. „Cherry-Picking“ nennt man das. Man ruft nach dem „starken Mann“ wenn man ihn braucht, von dem man sich sonst aber nichts sagen lassen will. „Der Westen“ bröckelte bereits vor Trumps Amtsantritt stark, weil jeder „Landesfürst“ seinen eignen Vorteil suchte und den anderen über den Tisch ziehen wollte. Dem will er ein Ende bereiten.