Vance Trump Rubio
US-Präsident Donald Trump zwischen Vizepräsident J.D. Vance und Außenminister Marco Rubio / picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Alex Brandon

Nationale Sicherheitsstrategie der USA - „Europa bleibt für die USA von entscheidender Bedeutung“

In Deutschland fehlinterpretiert man die Sicherheitsstrategie der USA als eine Scheidungsurkunde von Europa. Doch nicht nur die Beschwörung emotionaler Verbundenheit, sondern gerade die Kritik an europäischer Politik zeigt, dass das nicht stimmt.

Ferdinand Knauß

Autoreninfo

Ferdinand Knauß ist Cicero-Redakteur. Sein Buch „Merkel am Ende. Warum die Methode Angela Merkels nicht mehr in unsere Zeit passt“ ist 2018 im FinanzBuch Verlag erschienen.

 

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Hört und liest man die Reaktionen von deutschen Politikern und Journalisten auf die neue Nationale Sicherheitsstrategie der Vereinigten Staaten, so erscheint diese als ein Affront gegen Deutschland und Europa. Das Papier aus dem Weißen Haus „schreckt Deutschland auf“, fasst DPA zusammen, und zwar Regierung und Opposition gleichermaßen. 

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Stefan | Di., 9. Dezember 2025 - 18:19

Mit ihrer Politik haben die Kanzlerin Merkel, sowie die Kanzler Scholz und Friedrich Merz, sich Stück für Stück von den USA entfernt.
Jetzt, wo das Kind in den Brunnen gefallen ist und eine Einigkeit im Handeln weder in Deutschland noch in der restlichen EU nicht in Sicht ist, fängt man in Berlin die Ansage von Donald Trump wiederholt an zu relativieren.
Selber haben sich viele aus dem Berliner "Narrenbiotop" in die Innenpolitik der USA einzumischen versucht, gerade um die Wahlsaison zwischen Trump und Biden, jetzt aber sind der Kanzler und seine Entourage wirklich mutig, denn sie möchten trotzdem den Kurs der Titanic beibehalten, obwohl der Lotse aus Amerika ein Unglück prophezeit.
Die Amerikaner werden meiner Meinung nach nur unsere Freunde bleiben, wenn sich inner.- und außenpolitisch rigoros eine Änderung einstellt.
Und zwar bevor das Schiff auf den Eisberg trifft.

Ich mag Trump nicht sonderlich, aber seine Kritik an der EU und ihrem linken Einheitsbrei in jeder Beziehung trifft es genau!
Wenn wir es uns mit den USA (Trump wird nicht ewig regieren) als Schutzmacht versauen, wird es eng in UNSEREM Deutschland: Kommunisten und Islamisten arbeiten als Kampfgefährden (wie schon in den 1970ern) gemeinsam darauf hin!

Sie tun ja alle in Berlin und Brüssel so, als ob schon eine europäische Armee zum Schutz bereitsteht.
Die Querelen untereinander, mit Polen, die wollen Reparationszahlungen, oder mit Frankreich, die wollen keine deutsche Führung und Vormachtstellung, da fängt's schon mal an.
Nee, das wird nix ohne USA, aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Markus Michaelis | Di., 9. Dezember 2025 - 18:32

Sehe ich erstmal auch so, dass das Papier eine besondere emotionale Verbundenheit ausdrückt. Das kann natürlich trotzdem zur Scheidung führen. Für Europa sehe ich es als eine wichtige Aufgabe neu über "Wir und Die" nachzudenken.

Starke Strömungen in Europa haben, verkürzt, versucht die Welt so zu sehen, dass Europa viel Unheil und Unterdrückung in der Welt angerichtet hat (Klima, Kolonialismus, Kapitalismus, kulturelle Dominanz etc.) und jetzt endlich allen Menschen die Hand reichen will, für ein globales gemeinsames Wir, zu dem jeder Mensch genau gleich dazugehört.

Ich denke, dieser Ansatz ist geträumt, für mich persönlich auch schlecht. Vielfalt, auch und gerade gegensätzliche, ist erstmal gut und insgesamt stabilisierend und mehr Freiheit gebend, als überall der normierte Mensch. Entscheiden können wir es aber ohnehin nicht, weil die Welt nicht darauf wartet, von uns aufgenommen zu werden.

Pragmatische Ansätze, Deals, Interessen, Abgrenzungen, ohne Abwertungen, sind besser.

Stefan | Di., 9. Dezember 2025 - 19:00

Antwort auf von Markus Michaelis

Die Politik von Friedrich Merz und der EU, unter der Leitung von Ursula von der Leyen, haben die USA und China auf die größtmögliche Distanz zu Deutschland gebracht und außerdem die Sicherheit unserer Energieversorgung durch russisches Gas auf's Spiel gesetzt.
Donald Trump's Aussage ist offenbar ein Schuss vor den Bug, um dem ganzen Nonsens endlich ein Ende zu setzen.
Nicht mehr und nicht weniger.
Sollte die Ukraine eines Tages befriedet werden, sind zudem auch die Handelsbeziehungen zu Russland durch diese Leute unwiederbringlich zerstört, denn eher nimmt danach Selensky seinen Hut, als Putin.

Rainer Mrochen | Di., 9. Dezember 2025 - 19:19

Selbsterkenntnis soll ja der erste Weg zur Besserung sein. Trotzreaktionen gehören in die Kinderstube. Somit ergibt sich die Frage, für Europa und diesem Europa zugehöriges Deutschland; geht es auf dem gegenwärtigen, falschen Pfad weiter oder reift die Erkenntnis für fehlgeleitetes Dasein oder ist man weiter trotzig? All das, was jetzt abläuft, hat ja mit dem Europa der Aufklärung überhaupt nichts mehr zu tun. Wer allerdings in der veralteten Annahme lebt immer noch die Massstäbe für die Zukunft zu setzen, kann oder will nicht erkennen, wie fehlgeleitet die eigene Entwicklung ist. Die Vorstellung einer allumfassenden Integration von allem und jedem (Globalisierung) zu eu-westlichen Bedingungen ist doch gründlich gescheitert. Sind die Europäer in der Lage zu erkennen in welches Dilemma sie sich manövriert haben? Wenn sie bei einem "fortschrittlich" sind, dann ist es die repressive Ausnutzung digitaler Möglichkeiten der Kontrolle und zur Unterdrückung von Missliebigkeit. Bravo Europa.

Hans Jürgen Wienroth | Di., 9. Dezember 2025 - 19:41

Amerika ist nicht unser Feind, aber zu viele in diesem Land stehen dem Kapitalismus und damit Amerika, als Inbegriff dessen, feindlich gegenüber. Es ist viel bequemer, sich (auch verteidigungspolitisch) in die soziale Hängematte zu legen.

Im Welt-Talk Meinungsfreiheit von heute (sehenswert!) war Frau Teuteberg zu Gast, die eine Rückbesinnung auf Ehrhard forderte, der mit seiner Entscheidung zur „freien Marktwirtschaft“, zum Kapitalismus, die Grundlagen für den schnellen Wiederaufbau und den Aufstieg der dt. Wirtschaft nach den Zerstörungen des 2. WK legte. Während Gabor Steingart nach neuen Wegen z. B. in der Bildung suchte, müsste in der aktuellen Situation die Rückbesinnung auf Bewährtes folgen, wie z. B. dem Leistungsprinzip in der Schule. Stattdessen wird die Selbstverwirklichung schon in der Krippe propagiert.

Trump hat recht, wir müssen wieder lernen uns über unsere (wirtschaftlichen) Erfolge zu freuen statt darüber, mit Moral und TikTok-Videos zu glänzen.

Günter Johannsen | Di., 9. Dezember 2025 - 20:31

unser Land aus dem Verbund mit den USA herauszutrennen?
Wenn ich mein Gegenüber beschimpfe und arroganterweise als dumm darstelle, muss ich diese jetzige Trump-Reaktion erwarten. Dabei spielten und spielen ARD und ZDF die Hauptrolle! Trump ist nicht die USA, aber er hat noch drei Jahre Amtszeit! Ich unterstelle, dass eine Heraustrennung Deutschlands aus dem westlichen Bündnis - vor allem aus dem Verbund mit den USA - die Absicht der Grün-LINKEN ist, denn so lässt sich unser Land leichter zum Ziel führen (das Merkel in 16 Jahren schon vorbereitete): die Übernahme Deutschlands durch den Kommunistischen Block (Sowjetrussland; China, Nordkorea ...)!
Dabei dürfen wir nicht mitspielen, aber das böse Spiel durchschauen und publik machen!

Bernd Windisch | Di., 9. Dezember 2025 - 20:40

„Wir wollen unsere Verbündeten dabei unterstützen, die Freiheit und Sicherheit Europas zu bewahren und gleichzeitig das Selbstbewusstsein der europäischen Zivilisation und die westliche Identität wiederherzustellen.“

Getroffene Hunde jaulen. Die Amerikaner legen den Finger in die Wunde. Gerade auch die CDU muss dies treffen. Die Merkel Ära hat unserer Identität nicht gut getan. Die Deutschen sind allerdings die Einzigen in Europa die Ihren Nationalstaat lieber heute als morgen abschaffen wollen. Und dies obwohl die vereinigten Staaten von Europa nirgends zu sehen sind.

"Daher ist es alles andere als sicher, ob bestimmte europäische Länder über eine ausreichend starke Wirtschaft und Streitkräfte verfügen werden, um verlässliche Verbündete zu bleiben."

Auch das hat gesessen.

Lisa W. | Di., 9. Dezember 2025 - 21:25

Dummheit und Arroganz ist eben eine brisante Mischung. Das war schon während und nach der brillanten Rede von Vance zu sehen und zu hören. Und wenn dann, wie bei Merz, Wadephul, Röttgen & Co auch noch Erfolglosigkeit hinzu kommt, wird es eng mit dem freien Denken. Ideologische Bretter vor dem Kopf sind halt hinderlich. Was Merz anderen unterstellen möchte, sieht er bei sich selber nicht. Balken und Splitter - bekannt.

Klaus Funke | Mi., 10. Dezember 2025 - 00:21

Genau das tun europäische und deutsche Politiker im Hinblick auf das us-amerikanische Strategiepapier. Sie stehen auf einem sinkenden Schiff und schimpfen auf den Eisberg, den sie zu rammen im Begriff stehen. Dümmer geht wirklich nimmer. Am Allerdümmsten ist indes der mehrfach gescheiterte Politiker Norbert Röttgen. Er löckt wider den Stachel und findet das auch noch toll. Was wollen unsere Pappnasen eigentlich? Haben sie wirklich nicht begriffen, dass sie ohne die USA absolut verloren sind? Im dümmlichen Wirbel um die AfD zeigt sich das Dilemma deutscher Politik. Sollten sie das tatsächlich durchziehen, aus Trotz und Dummheit, könnte es unabsehbare Folgen auf die Beziehungen zu den USA haben. Was wäre, wenn Trump aus Frust und Ärger über deutsche Politiker seine Soldaten aus Deutschland abzieht? Wie stünden wir dann da? Nackt, dumm und bloß. Und wenn dann tatsächlich der Russe kommt, weil man ihn bis aufs Blut gereizt hat? Dann möchte ich wirklich nicht in Merzens Haut stecken!

Thomas Veit | Mi., 10. Dezember 2025 - 01:53

Parteienesreblishment diese Feststellungen und die daraus resultierende US-Strategie nicht akzeptieren... - müsste es doch damit die Irrläufigkeit und das Scheitern seiner eigenen linksgrünwoken der letzten 20 Jahre eingestehen..., einschließlich der unsäglichen und demokratiefeindlichen Brandmauerpolitik. Und der ÖRR müsste medialen Suizid begehen, würde er diese Ziele für Europa anerkennen - Nationalstaat und Meinungsfreiheit z.B., um nur zwei zu nennen.

Das geht natürlich garnicht! 😉

Die offizielle deutsche Wertung und Reaktion auf die neue US-Sicherheitsstrategie ist der klassische zu erwartende "unsere Demokratie"-Effekt auf Kritik und Realismus... - SIE KÖNNEN NICHT ANDERS, die linksgrünwoken Polit-Kartelle... ... 🤔

>> Insofern: Bestätigung!

Ernst-Günther Konrad | Mi., 10. Dezember 2025 - 10:08

Wer das Interview in voller Länge gehört und gesehen oder gelesen hat, kann und will es falsch verstehen, wie unsere Politiker, weil sie kritisiert werden oder versteht es als das was es ist. Die USA werfen den verzogenen Zögling aus dem Haus, fordern ihn auf endlich Selbstständig zu werden und Verantwortung zu übernehmen. Nicht auf die kulturzerstörende Medien und links-grünen Spinner zu hören und vor allem sich aufrechte und ehrliche Freunde zu suchen. Die USA will das bleiben, aber eben nicht zu dem Preis einer verfehlten Migrationspolitik und den Verlust demokratischer Rechte, wie die Meinungsfreiheit. Und dann stellt sich Wadephul hin, er möchte keine Einmischung von außen. Gerade diejenigen Politiker, die sich permanent in die amerikanische Politik einmischen und gleich zweimal Trump verhindern wollten, die wünschen nun keine Einmischung? Lächerlich. Ich kann Trumps Kritik an Deutschland und er EU zu 100% unterschreiben. Und nein Europa ist nicht diese ill. EU, es ist mehr.

Dagmar Lubig | Mi., 10. Dezember 2025 - 11:19

Früher hat sich Deutschland als die wirtschaftlich starke Lokomotive der EU gesehen, aber inzwischen ist dieses Land zum ideologischen Motor der EU mutiert, leider zum Schaden der gesamten EU.
Innerhalb der EU regt sich inzwischen Widerstand, übrigens dies ist auch an den Wahlergebnissen in das EU-Parlament abzulesen, obwohl die Wahlbeteiligung niedrig ist.
Nun, hoffentlich steigt endlich die Wahlbeteiligung in der gesamten EU, insbesondere bei den unzufriedenen Wählern, dann könnte sich die Ausrichtung ändern.

Walter Buehler | Mi., 10. Dezember 2025 - 12:44

... ist heute ein dicker Filz aus Parteifunktionären, NGO-Funktionären, Verbands-Funktionären, Journalisten und pseudo-wissenschaftlichen Experten. die es über Karrierenetzwerke geschafft haben, ihren Lebensunterhalt vom Steuerzahler finanzieren zu lassen, aber - anders als der öffentliche Dienst - niemals eine echte Berufsausbildung, eine wirkliche Berufspraxis oder eigenständige Lebenserfahrung nachweisen mussten.

Das intellektuelle und moralische Niveau dieser von der Realität meilenweit entfernten "Elite" erklärt m. E. den miserablen Zustand, in dem sich Deutschland und die EU zur Zeit befinden.

Gibt es in diesem verfilzten "Überbau" überhaupt noch Menschen, die auch an die Realität, an den realen "Unterbau" in Deutschland und Europa denken können?
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Gibt es noch Politiker und Journalisten, die sich den hysterischen medialen "Hypes" von der göttlichen Greta, vom Helden Selenski und von den Teufeln Putin, Xi und Trump entziehen können und nüchtern und ruhig denken können?

Urban Will | Mi., 10. Dezember 2025 - 13:33

mehr als die Europäer es lieben. Die Amerikaner, uns (Deutschen) in Sachen Demokratie meilenweit voraus, haben erkannt, wohin dieses nicht-demokratische Bürokratiemonster EU, geleitet von der skrupellosesten und dümmsten Person, die man sich nur vorstellen kann, diesen Kontinent zu führen sich anstellt.
Uns Deutschen wird der wirtschaftliche Untergang seitens der EU vorgeschrieben und der lächerliche Kanzler lässt es geschehen, schickt ein Bittbrieflein an Uschi, mehr nicht. Unfassbar.
Wir leben in Zeiten katastrophaler politischer Konstellationen: den schlechtesten,verlogensten und mit Abstand inkompetentesten Kanzler, den wir je hatten, eine unfähige Irre an der EU-Spitze und ein verschlafenes Volk, das seinem Untergang dämlich glotzend entgegen stolpert.
Ein wenig Licht am Horizont ist zu sehen. Vielleicht regieren in absehbarer Zeit andere. Zunächst in Frankreich, dann auch in D.
Amerika hat uns gezeigt, dass man den Wechsel wählen kann. Ob die Mehrheit hier das je kapiert?

Sebastian Habel | Mi., 10. Dezember 2025 - 15:20

Norbert Röttgen scheint es immer noch nicht verarbeitet zu haben, dass er im lookalike und soundalike K.T. von und zu Guttenberg-Kontest verloren hat. Offenbar hat er das Dokument nicht mal gelesen und will sich hier wichtig machen.